Die Sendschreiben - Offenbarung 2 und 3, L Chaudier

  • Die Sendschreiben - Offenbarung 2 und 3, L Chaudier

 

gebraucht
Bestell-Nr.: BN4248-1
Autor/in: L Chaudier

Titel: Die Sendschreiben - Offenbarung 2 und 3

Preis: 3,20 €
Format: 12 x 18 cm
Seiten: 46
Gewicht: 60 g
Verlag: Ernst Paulus Verlag
Auflage: 2. Auflage
Erschienen: 1990
Einband: Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Zustand: leichte Gebrauchsspuren
Kurzinfo:
ZWEI VORTRÄGE ÜBER OFFENBARUNG 2 UND 3 
- Vortrag aus dem Jahr 1946 
- Thyatira 
- Sardes 
- Philadelphia 
- Laodicäa 
- Vortrag aus dem Jahr 1948 
- Ephesus 
- Smyrna 
- Pergamus 
- Thyatira 
- Sardes 
- Philadelphia 
- Laodicäa 
Der Herr hatte durch die Erweckung zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Zeugnis nach den Wesenszügen von Philadelphia aufgerichtet. Wird dieses Zeugnis allein dadurch aufrechterhalten, dass man sich als natürliche Erben des Lichts, das der Herr den Brüdern damals gab, betrachtet?
Die Sendschreiben
(Zwei Vorträge über Offenbarung 2 und 3, von L.Chaudier, Ernst Paulus Verlag Neustadt, 2.Auflage 1990)
 
Vorwort zur ersten Auflage 1961
Die Erfahrungen in unseren Tagen zeigen uns deutlich, wie stark bei den Gläubigen die Unkenntnis über die Gedanken Gottes nach Seinem Wort zunimmt. Gleichlaufend dazu wächst der Verfall inmitten der Ekklesia auf Erden. Der Herr hatte durch die Erweckung zu Beginn des vorigen Jahrhunderts ein Zeugnis nach den Wesenszügen von Philadelphia aufgerichtet. Wird nun aber dieses Zeugnis allein dadurch aufrechterhalten, daß man sich als natürliche Erben des Lichtes, das der Herr den Brüdern damals gab, betrachtet? Kann man in diesem Zusammenhang überhaupt von einem natürlichen Erbe reden? Der Apostel sagt: „Bewahre das schöne anvertraute Gut durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt" (2. Tim 1,14). Möchte der Herr Gnade schenken, daß die nachstehenden Gedanken eine Hilfe sind, die empfangene große Verantwortung tiefer zu fühlen und ihr mehr zu entsprechen.
 
Das Sendschreiben an Ephesus 
Offenbarung 2,1-7
1. Dem Engel der Versammlung in Ephesus schreibe: Dieses sagt, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält, der da wandelt inmitten der sieben goldenen Leuchter:
2. Ich kenne deine Werke und deine Arbeit und dein Ausharren, und daß du Böse nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, welche sich Apostel nennen, und sind es nicht, und hast sie als Lügner erfunden;
3. und du hast Ausharren und hast getragen um meines Namens willen, und bist nicht müde geworden.
4. Aber ich habe wider dich, daß du deine erste Liebe verlassen hast.
5. Gedenke nun, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke; wenn aber nicht, so komme ich dir und werde deinen Leuchter aus seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht Buße tust.
6. Aber dieses hast du, daß du die Werke der Nikolaiten hassest, die auch ich hasse.
7. Wer ein Ohr hat, höre was der Geist den Versammlungen sagt! Dem, der überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baume des Lebens, welcher in dem Paradiese Gottes ist. 
 
Das Sendschreiben an Smyrna Offenbarung 2,8-11
8. Und dem Engel der Versammlung in Smyrna schreibe: Dieses sagt der Erste und der Letzte, der starb und wieder lebendig wurde:
9. Ich kenne deine Drangsal und deine Armut, (du bist aber reich) und die Lästerung von denen, welche sagen, sie seien Juden, und sind es nicht, sondern eine Synagoge des Satans.
10. Fürchte nichts von dem, was du leiden wirst. Siehe, der Teufel wird etliche von euch ins Gefängnis werfen, auf daß ihr geprüft werdet, und ihr werdet Drangsal haben zehn Tage. Sei getreu bis zum Tode, und ich werde dir die Krone des Lebens geben.
11. Wer ein Ohr hat, höre was der Geist den Versammlungen sagt! Wer überwindet, wird nicht beschädigt werden von dem zweiten Tode. 
Das Sendschreiben an Pergamus Offenbarung 2,12-17
12. Und dem Engel der Versammlung in Pergamus schreibe: Dieses sagt, der das scharfe, zweischneidige Schwert hat: 
13. Ich weiß, wo du wohnst, wo der Thron des Satans ist; und du hältst fest an meinem Namen und hast meinen Glauben nicht verleugnet, auch in den Tagen, in welchen Antipas mein treuer Zeuge war, der bei euch, wo der Satan wohnt, ermordet worden ist.
14. Aber ich habe ein weniges wider dich, daß du solche dort hast, welche die Lehre Balaams festhalten, der den Balak lehrte, ein Ärgernis vor die Söhne Israels zu legen, Götzenopfer zu essen und Hurerei zu treiben.
15. Also hast auch du solche, welche in gleicher Weise die Lehre der Nikolaiten festhalten. 16. Tue nun Buße; wenn aber nicht, so komme ich dir bald und werde Krieg mit ihnen führen mit dem Schwerte meines Mundes.
17. Wer ein Ohr hat, höre was der Geist den Versammlungen sagt! Dem, der überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben; und ich werde ihm einen weißen Stein geben, und auf den Stein einen neuen Namen geschrieben, welchen niemand kennt, als wer ihn empfängt.
Das Sendschreiben an Thyatira Offenbarung 2,18-29
18. Und dem Engel der Versammlung in Thyatira schreibe: Dieses sagt der Sohn Gottes, der seine Augen hat wie eine Feuerflamme und seine Füße gleich glänzendem Kupfer:
19. Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Glauben und deinen Dienst und dein Ausharren, und weiß, daß deiner letzten Werke mehr sind als der ersten.
20. Aber ich habe wider dich, daß du das Weib Jesabel duldest, welche sich eine Prophetin nennt, und sie lehrt und verführt meine Knechte, Hurerei zu treiben und Götzenopfer zu essen.
21. Und ich gab ihr Zeit, auf daß sie Buße täte, und sie will nicht Buße tun von ihrer Hurerei.
22. Siehe, ich werfe sie in ein Bett und die, welche Ehebruch mit ihr treiben, in große Drangsal, wenn sie nicht Buße tun von ihren Werken.
 23. Und ihre Kinder werde ich mit Tod töten, und alle Versammlungen werden erkennen, daß ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht; und ich werde euch einem jeden nach euren Werken geben.
24. Euch aber sage ich, den übrigen, die in Thyatira sind, so viele diese Lehre nicht haben, welche die Tiefen des Satans, wie sie sagen, nicht erkannt haben: Ich werfe keine andere Last auf euch;
25. doch was ihr habt haltet fest, bis ich komme.
26. Und wer überwindet und meine Werke bewahrt bis ans Ende, dem werde ich Gewalt über die Nationen geben;
27. und er wird sie weiden mit eiserner Rute, wie Töpfergefäße zerschmettert werden, wie auch ich von meinem Vater empfangen habe;
28. und ich werde ihm den Morgenstern geben.
29. Wer ein Ohr hat, höre was der Geist den Versammlungen sagt!
Das Sendschreiben an Sardes Offenbarung 3,1-6
1. Und dem Engel der Versammlung in Sardes schreibe: Dieses sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich kenne deine Werke, daß du den Namen hast, daß du lebest, und bist tot.
2. Sei wachsam und stärke das Übrige, das sterben will; denn ich habe deine Werke nicht völlig erfunden vor meinem Gott.
3. Gedenke nun, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es und tue Buße. Wenn du nun nicht wachen wirst, so werde ich [über dich] kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, um welche Stunde ich über dich kommen werde.
4. Aber du hast einige wenige Namen in Sardes, die ihre Kleider nicht besudelt haben; und sie werden mit mir einhergehen in weißen Kleidern, denn sie sind es wert.
5. Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buche des Lebens und werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.
6. Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt!
Das Sendschreiben an Philadelphia Offenbarung 3,7-13
7. Und dem Engel der Versammlung in Philadelphia schreibe: Dieses sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel des David hat, der da öffnet, und niemand wird schließen, und schließt, und niemand wird öffnen: 
8. Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe eine geöffnete Tür vor dir gegeben, die niemand zu schließen vermag; denn du hast eine kleine Kraft, und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.
9. Siehe, ich gebe aus der Synagoge des Satans von denen, welche sagen, sie seien Juden, und sind es nicht, sondern lügen; siehe, ich werde sie zwingen, daß sie kommen und sich niederwerfen vor deinen Füßen und erkennen, daß ich dich geliebt habe.
10. Weil du das Wort meines Ausharrens bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die  über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, welche auf der Erde wohnen.
11. Ich komme bald; halte fest, was du hast, auf daß niemand deine Krone nehme!
12. Wer überwindet, den werde ich zu einer Säule machen in dem Tempel meines Gottes, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen neuen Namen.
13. Wer ein Ohr hat, höre was der Geist den Versammlungen sagt!
Das Sendschreiben an Laodicäa Offenbarung 3,14-22
14. Und dem Engel der Versammlung in Laodicäa schreibe: Dieses sagt der Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:
15. Ich kenne deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist. Ach, daß du kalt oder warm wärest!
16. Also, weil du lau bist und weder kalt noch warm, so werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.
17. Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und bedarf nichts, und weißt nicht, daß du der Elende und der Jämmerliche und arm und blind und bloß bist.
18. Ich rate dir, Gold von mir zu kaufen, geläutert im Feuer, auf daß du reich werdest; und weiße Kleider, auf daß du bekleidet werdest, und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, auf daß du sehen mögest.
19. Ich überführe und züchtige, so viele ich liebe. Sei nun eifrig und tue Buße!
20. Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür auftut, zu dem werde ich eingehen und das Abendbrot mit ihm essen, und er mit mir.
21. Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Throne zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater gesetzt habe auf seinen Thron.
22. Wer ein Ohr hat, höre was der Geist den Versammlungen sagt!
 
Vortrag aus dem Jahr 1946 Offenbarung 2,18-3,22
Im letzten Kapitel des Johannesevangeliums fragt Petrus den Herrn im Blick auf Johannes: „Herr, was soll aber dieser?" Der Herr antwortet Petrus: „Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!" Es ging nun dieses Wort unter die Apostel aus: „Jener Jünger stirbt nicht". In diesem Wort liegt wohl eine Andeutung in Bezug auf den Dienst des Johannes. Der Herr tut kund, daß der Auftrag des Johannes bis zur Rückkehr des Herrn reichen werde, wie wir es denn auch in der Offenbarung finden. Tatsächlich stellt uns Johannes in seinen Schriften das Kommen des Herrn vor unsere Blicke und redet von der Versammlung vom Gesichtspunkt der Verantwortlichkeit aus. Der Apostel Paulus stellt uns die Heiligen als „in Christo" in den himmlischen Örtern vor, während Johannes sie uns auf der Erde vorstellt mit dem Leben aus Gott. Johannes spricht von der Versammlung und ihrer Verantwortlichkeit.
Das finden wir in den ersten Kapiteln der Offenbarung. Dieses Buch ist in drei Teile gegliedert:
- das, was Johannes gesehen hat;
- das, was ist;
- und das, was nach diesem geschehen wird (Offb 1,19).
Die Dinge, die Johannes gesehen hat, sind uns im ersten Kapitel dargestellt; danach im 2. und 3. Kapitel die Dinge der Christenheit, das Gericht der Versammlung beim Kommen des Herrn, besonders der verantwortlichen Versammlung und der Welt. Es ist gut, daß wir auf diese Kapitel zurückkommen, denn wir nähern uns dem Kommen des Herrn, der die Seinen zu sich nehmen wird. Die Zeit ist nicht mehr fern, in der die bekennende Kirche die Wesenszüge aufweisen wird, die in den Kapiteln aufgezeigt sind, in denen sie uns vor ihrem Gericht dargestellt wird. Die letzten durchlebten Jahre zählen doppelt und dreifach, und man weiß nicht, wie rasch sich der Verfall vollzieht. Wenn man zehn, zwanzig Jahre zurückblickt, sieht man, daß besonders die protestantische Christenheit beachtliche Umwälzungen erfahren hat. Sehr wahrscheinlich, j a gewiß, hat diese Umwälzung auch uns mehr oder weniger erfaßt. In den Sendschreiben reden das Wort und der Geist Gottes zu uns von dem Kommen des Herrn, um uns so unsere Verantwortlichkeit und unsere Vorrechte vorzustellen. In welchem Zustand findet der Herr uns, wenn Er kommt? Wir fällen willig ein leichtes und für uns vorteilhaftes Urteil über die bekennende Christenheit. Sollten wir uns jedoch nicht vielmehr fragen: In welchem Zustand findet der Herr mich, wenn Er kommt? Oder besser: In welchem Zustand würde der Herr mich im gegenwärtigen Augenblick antreffen? Gibt es da noch falsche Bindungen, die abgeschnitten sein sollten und die mich hindern, mit uneingeschränkter Freude an das Kommen des Herrn zu denken? Gibt es in unseren Herzen, in unserem Leben noch Dinge, die wir nicht gerichtet haben, und die, wenn sie nicht gerichtet werden, uns die Freude rauben, die unvermischt in unseren Herzen sein sollte über einen vom Geist gezeugten Ruf hinsichtlich des Kommens des Herrn? Sein Kommen wäre dann für mich eine unangenehme Überraschung. Es geht mit dieser Wahrheit wie mit allen anderen. Solange sie für uns nur allgemeine Bedeutung haben, vermehren sie nur unsere Verantwortung, ohne uns irgendwelche Kraft zu verleihen. Es ist unumgänglich notwendig, daß sich jeder einzelne von uns fragt: Ist mein Zustand so, daß ich mit freudigem Herzen dem Herrn entgegengehen würde, oder sind in meinem Herzen noch dunkle Stellen, Dinge, die noch zu richten sind? Habe ich mit der Welt noch Beziehungen irgendwelcher Art, die das Wort Gottes verurteilt, oder gibt es bei mir gar noch fleischliches Wesen und Wirken, das nicht gerichtet worden ist? Es ist leicht zu sagen: Der Herr kommt! Aber es ist schwieriger zu sagen: Der Herr kann sofort kommen. In welchem Zustand wird Er uns finden? Keine Wahrheit heiligt mehr, als diese: „Und jeder, der diese Hoffnung zu ihm hat, reinigt sich selbst, gleichwie er rein ist". Wenn wir vom Kommen des Herrn reden, ohne daß dieser Gedanke in unserem Leben für jeden einzelnen eine praktische Wirkung hervorbringt, täuschen wir uns selbst. Wir gewöhnen uns an das Wort Gottes, wir wenden uns von seiner Schärfe ab, und wenden seine Kraft von unserer Seele ab. Möge der Herr uns schenken, an Sein Kommen zu denken. Wenn wir davon reden, dann möge es mit einer tiefen und lebendigen Empfindung in unseren Herzen geschehen. - „Die Brüder" rühmen sich vieler Wahrheiten. Aber wenn wir uns der Wahrheiten rühmen, werden wir verantwortlicher sein als andere. Wir müssen die Wahrheiten bewahren, aber auch zeigen, daß sie Macht über uns haben. — Wir haben alle gelesen, daß die Versammlung Gottes der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit ist. Nun denn, die Wahrheit vom Kommen Christi ist ein Teil der Wahrheit. Diese besondere Wahrheit hat seit etwas mehr als einem Jahrhundert in dem hervorgeleuchtet, was der Herr erweckt hatte und was nach Jahrhunderten der Dunkelheit ein Zeugnis für den Herrn war. In diesem Zeugnis hat der Herr den Mitternachtsruf ertönen lassen: „Siehe, der Bräutigam! gehet aus, ihm entgegen!" Er hat diese Wahrheit zu vielen anderen denen als an vertrautes Gut hinzugefügt, die durch den Glauben die große Masse verlassen und sich auf einen Glaubensweg in der Nachfolge Jesu begeben hatten. Wir haben viele dieser Wahrheiten. Wie sollte das Leben der „Brüder" sein, die die Wahrheit kennen? Welches Gepräge sollte eine solche Wahrheit uns allen geben! Sinnen wir darüber nach.
Von den vier gelesenen Sendschreiben bezieht sich
- das an Thyatira auf das Papsttum,
- das an Sardes auf das Ergebnis der Reformation,
- das an Philadelphia auf das Zeugnis des letzten Jahrhunderts,
- das letzte der sieben, an Laodicäa, auf den Zustand der Dinge, der sich besonders aus Sardes und Philadelphia im Anschluß an das Zeugnis von Philadelphia ergibt.
Diese vier Wesenszüge der bekennenden Kirche bestehen zusammen bis ans Ende. Zweifellos könnte man sie auch heute entdecken. Es gibt welche, die sichtbarer sind als andere. Wie sehr ist schon das alleinige Lesen dessen, was das Wort uns vorstellt, geeignet, uns aufmerken zu lassen. Bezüglich dieser vier Sendschreiben ist bemerkenswert, daß in ihnen einige treue Zeugen dargestellt sind. Ein treuer Überrest wird hervorgehoben.
 
Thyatira
In der großen christlichen Masse von Thyatira gibt es aufrichtige Zeugen. An sie richtet sich der Geist. Es heißt, „wer überwindet" und „wer ein Ohr hat, höre"; und wir haben bemerkt, daß in den letzten vier Sendschreiben die dem Überwinder zugesicherte Verheißung vor der Ermahnung „zu hören" gegeben wird. In den drei ersten ist es umgekehrt. - Die Ermahnung ist an jeden Leser gerichtet; aber in den letzten vier Sendschreiben ist ein Überrest genau bezeichnet: „wer überwindet". Diesen treuen Überrest der Gläubigen unterscheidet der Geist, und an sie ist der Ruf gerichtet. In der Gesamtheit der Christen, welchen äußeren Namen sie auch tragen, hat der Herr treue Zeugen. Man hat manchmal gesagt, „die Brüder" hätten gedacht, sie seien die einzigen Zeugen. Das ist nicht wahr. „Die Brüder" haben das nicht gesagt. Sonst hätten sie dem Wort Gottes widersprochen. Es gibt Zeugen in allen christlichen Kreisen. Der Herr findet es oft für gut, eine treue Seele inmitten von Thyatira zu belassen. Es steht sogar geschrieben, daß es dort Zeugen gibt, deren letzte Werke die ersten übersteigen. In Thyatira gibt es Gläubige, die vielleicht überbeschäftigt sind mit Mildtätigkeit, die aber Christus in Wahrheit kennen, ohne viel Licht und Erkenntnis zu haben, aber sie kennen den Herrn Jesus. Und es gibt dort Seelen, die sich völlig dem Herrn hingeben, den Armen, den Kleinen dieser Welt. Gewiß handelt es sich da um ein Wirken, das die Gnade Gottes hervorbringt und das Er als Frucht Seiner eigenen Gnade zur Herrlichkeit Christi offenbaren wird. Es ist gut, wenn das Herz „der Brüder" weit ist, damit wir vor jeglicher Engherzigkeit  bewahrt bleiben. Die unabdingbare Festigkeit bezüglich der Grundsätze des Zeugnisses ist kein Hindernis für ein weites Herz in Bezug auf die Zeugen, die der Herr sich zu allen Zeiten und an allen Orten  bewahrt. Betonen wir die vorzüglichen Dinge, die der Geist in den Versammlungen hervorhebt. Die christliche Liebe führt uns dazu, es zu tun. Wir sollten uns vor einer leichten Kritik hüten. Dies ist nicht die Aufgabe „der Brüder". Sie sollten für die anderen ein Vorbild sein. Es gibt Zeugen, die einen Dienst für den Herrn vollbringen, und dabei reden wir von denen, die nicht jedes Werk tun, um errettet zu werden, sondern weil sie den Herrn Jesus kennen. Auch gibt es noch solche in allen Gliederungen des katholischen Systems, selbst in allen Stufen ihres Priesterstandes. Eine Verheißung in Bezug auf das Kommen des Herrn ist denen gegeben, die überwinden. In den sieben Sendschreiben finden wir eine Verheißung für den, der überwindet. Demnach gibt es während des ganzen Laufes der Geschichte der Kirche eine Haltung des treuen Gläubigen, gekennzeichnet durch Kampf für den Sieg. Eine Verheißung ist dem gegeben, der überwindet. Viele beginnen den Lauf, aber nicht alle überwinden, d. h. nicht alle hatten am Anfang des Weges den Glauben, und deshalb erreichen auch nicht alle das Ziel. „Wer überwindet . . .". Jeder Zeitabschnitt der Kirche hat seine besonderen Schwierigkeiten. In Thyatira gibt es solche, die kämpfen und überwinden. Diesen Wesenszug des christlichen Lebens, den des Ringens und des Kampfes, haben wir, glaube ich, vergessen und mißachtet. Der Herr hat ihn uns seit einer Anzahl von Monaten oder Jahren ins Gedächtnis zurückgerufen, aber gewiß hatten wir ihn vergessen. Der Dienst, der Kampf und der Wandel sind Wesenszüge des christlichen Lebens. Wir kennen die Art des christlichen Kampfes; erinnern wir uns daran! Die Gläubigen in Thyatira haben zu ringen, einen Kampf zu führen, einen Sieg davonzutragen. Wahrscheinlich, ja sogar gewiß, gibt es unter den Gläubigen von Thyatira solche, die allein stehen und vielleicht sehr unter dem leiden, was sie sowohl in ihrer Umgebung, als auch in den übergeordneten Stellen wahrnehmen. Und wir, „die Brüder", beklagen uns manchmal, sehr isoliert zu sein. Der Herr weiß, wie viele wenig erleuchtete Seelen es gibt, die viel isolierter stehen als wir. Sie genießen nicht die Erquickung der brüderlichen Gemeinschaft, und sind doch treu in dem, was der Herr ihnen anvertraut hat. Sie beweisen auch viel mehr Hingabe als wir. Der Herr läßt sie dort. Er hat dort Zeugen. Man sagt uns, ihr solltet suchen, solche Seelen aus diesen Kreisen herauszureißen und sie auf den Boden des Zeugnisses zu bringen. Der Herr redet nicht so, keineswegs. Er bewahrt sich überall Zeugen. Wir müssen die Tatsache stehen lassen, daß die Versammlung ihren ersten Zustand verlassen hat. Der Herr wird die Versammlung in ihrem ersten Zustand nicht wiederherstellen. Es hat allerlei Übel und Schwierigkeiten gegeben. Der Herr erkennt und erträgt die Seinen. Wir sollen handeln wie Er. Deshalb läßt der Herr Zeugen in Thyatira, in Sardes. Es hat solche in Philadelphia gegeben und es gibt solche in Laodicäa. Wir können nicht weiser sein als der Herr. In der Apostelgeschichte steht geschrieben: „Der Herr aber tat täglich zu der Versammlung hinzu". Er ist es, der es tut. Er kann eine Seele von Thyatira, von Sardes abziehen und sie dorthin führen, wo mehr Licht vorhanden ist. Das ist Seine Angelegenheit. Aber Er will überall Zeugen haben und es gibt überall welche. Und was sagt Er in Thyatira zu dem Überwinder? „Wer überwindet und meine Werke bewahrt bis ans Ende, dem werde ich Gewalt über die Nationen geben; und er wird sie weiden mit eiserner Rute, wie Töpfergefäße zerschmettert werden wie auch ich von meinem Vater empfangen habe; und ich werde ihm den Morgenstern geben." Dieser Arme von Thyatira, dieser wenig erleuchtete, unbekannte Zeuge, er war treu innerhalb einer großen Körperschaft, in der er keinerlei Macht hatte. Er wird vom Herrn Gewalt empfangen über die Nationen. Dieser Gläubige hatte inmitten einer Umgebung, die viel Macht besaß, in keiner Weise nach Macht getrachtet. Ihm wird der Herr einen Lohn geben, der im Verhältnis zu seiner Treue steht, ja selbst die Segnungen des Morgensterns, d. h. Christus, der kommt, um Seine Kirche aufzunehmen. Glänzende Freuden sind solchen Gläubigen in Thyatira zugesichert. Der Herr wird keinen von ihnen vergessen. Welch tröstlicher Gedanke, daß es auch keinen einzigen Gläubigen in der riesengroßen Masse von Thyatira gibt, auf dem das Auge des Herrn nicht ruht, den das Herz des Herrn nicht liebt und dessen Dienst nicht als ein lieblicher Wohlgeruch vor dem Herrn aufsteigt. Welch tröstlicher Gedanke!
Als Körperschaft empfängt Thyatira sehr schwerwiegende Anklagen. Belasten wir nicht, sondern suchen wir das zu sehen, was der Herr Gutes wirkt inmitten der allgemeinen Untreue, zu der wir viel zu unseren Lasten beigetragen haben.

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