Betrachtungen über den Propheten Daniel, J.N. Darby und W. Kelly

  • Betrachtungen über den Propheten Daniel, J.N. Darby und W. Kelly

gebraucht
Bestell-Nr: BN2144-20
Autor/in:    J N Darby; W Kelly
Betrachtungen über den Propheten Daniel, J.N. Darby und W. Kelly
Preis:    9,00 €
Format:    18 x 11,5 cm
Seiten:    203
Gewicht:    190 g
Verlag:    Ernst Paulus
Erschienen:    1991
Einband:    Taschenbuch
Sprache:    Deutsch
Zustand:    leichte Gebrauchsspuren 
Während das Volk Israel in tiefster Erniedrigung war, blieben alle Ermahnungen und Warnungen vergeblich von seiten Jehovas, seines Gottes. Das schon lange vorher angedrohte Gericht brach endlich über das Volk herein. Israel büßte seinen herrlichen, bevorzugten Platz als Volk Gottes ein. Gott selbst erkannte es als solches nicht mehr an. Er betrachtete es als Lo-Ammi (nicht mein Volk). Seine Herrlichkeit war von Jerusalem gewichen, die Stadt und das ganze Land waren verwüstet und seine Bewohnern in die Gefangenschaft nach Babylon weggeführt. Die dem König Hiskia durch den Propheten Jesaias gegebene Weissagung hatte sich auf schreckliche Weise erfüllt. Alle königlichen Nachkommen schmachteten in der Gefangenschaft Nebukadnezars, des Königs von Babylon. 

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Während das Volk Israel in tiefster Erniedrigung war, blieben alle Ermahnungen und Warnungen vergeblich von seiten Jehovas, seines Gottes. Das schon lange vorher angedrohte Gericht brach endlich über das Volk herein. Israel büßte seinen herrlichen, bevorzugten Platz als Volk Gottes ein. Gott selbst erkannte es als solches nicht mehr an. Er betrachtete es als Lo-Ammi (nicht mein Volk). Seine Herrlichkeit war von Jerusalem gewichen, die Stadt und das ganze Land waren verwüstet und seine Bewohnern in die Gefangenschaft nach Babylon weggeführt. 
Die dem König Hiskia durch den Propheten Jesaias gegebene Weissagung hatte sich auf schreckliche Weise erfüllt. Alle königlichen Nachkommen schmachteten in der Gefangenschaft Nebukadnezars, des Königs von Babylon. 

Betrachtung über den Propheten Daniel 
J.N.Darby und W.Kelly 

Einleitung 
Bevor wir mit der Betrachtung des so wichtigen und inter­essanten Buches Daniel beginnen, wird es zum besseren Verständnis seines Inhalts nötig sein, daß wir uns ein wenig mit dem damaligen Zustand des Volkes Israel oder des kleinen Überrestes, an den die Prophezeiungen gerichtet wurden, bekanntmachen. 

Wir finden das Volk in der tiefsten Erniedrigung. Alle Ermahnungen und Warnungen von seiten Jehovas, seines Gottes, sind vergeblich gewesen, und das schon lange vor­her angedrohte Gericht ist schließlich über das Volk herein­gebrochen. Israel hat seinen herrlichen, bevorzugten Platz als Volk Gottes eingebüßt. Gott Selbst erkennt es als sol­ches nicht mehr an. Er betrachtet es als "Lo-Ammi" (nicht mein Volk). Seine Herrlichkeit ist von Jerusalem gewichen, die Stadt und das ganze Land sind verwüstet und seine Bewohner in die Gefangenschaft nach Babylon weggeführt. Die dem König Hiskia durch den Propheten Jesajas gege­bene Weissagung (Jes 39,6.7) hat sich auf schreckliche Weise erfüllt. Der ganze königliche Same schmachtet in der Gefangenschaft Nebukadnezars, des Königs von Babylon. Gott hat sie in seine Hand gegeben und die Macht und Herrschaft ihm, dem Haupt der Nationen, übertragen. Dies bezeugt auch Daniel in Vers 36 des zweiten Kapitels, indem er sagt: "Du, o König, du König der Könige, dem der Gott des Himmels das Königtum, die Macht und die Gewalt und die Ehre gegeben hat“. Der Thron Jehovas (l. Chron 29,23), den Er in Jerusalem aufgerichtet hatte, ist völlig von der Erde verschwunden, und Nebukadnezar herrscht, nachdem er das Gericht über Israel ausgeführt hat, in der ganzen Unumschränktheit und Gewalt, wie sie ihm von Gott übergeben war. Diese Herrschaft des Haup­tes der Nationen und der ihm folgenden heidnischen Kö­nige ist es hauptsächlich, womit sich das Buch Daniel be­schäftigt. Die Geschichte der vier Reiche der alten Welt: des babylonischen, des medo‑persischen, des griechischen und des römischen wird uns in bestimmten Charakterzügen vor Augen gemalt. Die Zeit der Nationen ist angebrochen, und Gott beschäftigt Sich bezüglich des Volkes Israel nur noch mit dem kleinen Überrest, der Ihm treu geblieben ist und der durch Daniel repräsentiert wird. Der Geist der Prophezeiung und des Verständnisses der Wege Gottes kennzeichnet diesen gläubigen Überrest. Wie dieser Geist seinerzeit in Samuel erweckt wurde, als ganz Israel gefehlt hatte, so finden wir ihn auch hier, um das Band zwischen Gott und Seinem Volk zu bilden. Er ist der alleinige Ruhe­platz für den Glauben inmitten des Ruins, in den das Gericht Gottes das Volk gebracht hatte. 

Das Buch selbst zerfällt in zwei Hauptabschnitte, die leicht voneinander zu unterscheiden sind. Der erste umfaßt die Kapitel 1-6, der zweite die folgenden Kapitel bis zum Ende des Buches. Jedoch haben das erste und letzte Kapitel als Einleitung und Schluß einen besonderen Charakter. Sie machen uns mit der Stellung und dem Zustand des Über­restes bekannt, dem, wie immer, das Zeugnis Gottes anver­traut wurde. "Das Geheimnis Jehovas ist für die, welche ihn fürchten" (Ps 25,14). 

Der erste Hauptabschnitt des Buches enthüllt vor unseren Blicken die äußere und allgemeine Geschichte der kom­menden Monarchien und ihrer Häupter, zeigt uns die ver­schiedenen Stellungen, in die ihr Stolz und Hochmut sie bringt, endlich ihr Gericht und die Aufrichtung des König­reichs Christi. Der Geist, der die herrschende Macht in den verschiedenen Zeiträumen beseelte, tritt uns in einzelnen bestimmten Zügen entgegen. Besonders genau wird das Verhalten und das Gericht dessen berichtet, den Gott Selbst eingesetzt hatte, und der alle die übrigen repräsen­tierte, indem er mit diesem Charakter göttlicher Bevoll­mächtigung bekleidet war. Die anderen erben den Thron, den er von Gott empfangen hatte. Wir finden daher in diesem Teil des Buches keine direkten Offenbarungen an Daniel, ausgenommen zum Zweck der Deutung des Trau­mes Nebukadnezars. 

Der zweite Hauptabschnitt dagegen besteht ausschließlich aus Mitteilungen, die dem Propheten von Gott gegeben werden - aus Offenbarungen, die uns bekannt machen mit dem Charakter der heidnischen Könige oder der Häupter der Nationen und speziell mit ihrem Verhalten gegen die­jenigen, die den einigen Gott anerkennen, d. h. die Juden. Den Schluß bilden die Handlungen Gottes mit Seinem Volk am Ende der Tage und die Aufrichtung des göttlichen Königreichs in der Person des Sohnes des Menschen, eines Königreichs, das die Heiligen besitzen werden. Der Cha­rakter dieses Teiles unterscheidet sich also wesentlich von dem des vorhergehenden, obwohl die dem Propheten ge­machten Mitteilungen der Zeit nach mit den Ereignissen des ersten Teils zusammenfallen. Das sechste Kapitel schließt mit den Worten: "Und dieser Daniel hatte Gedei­hen unter der Regierung des Darius und unter der Regie­rung Kores, des Persers", es geht also bis zum Ende der Laufbahn des Propheten, der, wie wir im ersten Kapitel (Vers 21) lesen, bis zum ersten Jahre des Königs Kores blieb. Das siebte Kapitel geht wieder zurück bis zum ersten Jahr des Königs Belsazar, das achte Kapitel bis zum dritten Jahr dieses Herrschers; das neunte Kapitel beginnt mit den Worten: im ersten Jahre Darius, des Sohnes Ahasveros, aus dem Samen der Meder . . . ", und das zehnte Kapitel: im dritten Jahre Kores, des Königs von Persien, wurde dem Daniel . . . ". Das elfte Kapitel teilt uns eine Offenba­rung aus der Zeit Darius, des Meders, mit und greift also wieder mehrere Jahre zurück. Mit einem Wort, wir finden im ersten Teil des Buches die äußere Geschichte der vier heidnischen Weltreiche, während uns der zweite Teil mehr die innere Geschichte oder das, was für solche, die Ver­ständnis in den Wegen Gottes haben, von Interesse ist, mit­teilt. 

Ich füge noch hinzu, daß Kapitel 7 im wesentlichen die Geschichte des westlichen Reiches, Kapitel 8 die des östli­chen -die Geschichte der beiden kleinen Hörner - schil­dert. Kapitel 9 ist, obwohl es sich besonders auf Jerusalem und das Volk -den moralischen Mittelpunkt dieser Fragen - bezieht, verbunden mit der westlichen Macht, die die Stadt und das Heiligtum zerstörte und das Volk völlig aus seinem Land vertrieb. Von Kapitel 10 bis zum Ende von Kapitel 11 befinden wir uns wieder im Osten. 

Wenden wir uns jetzt nach dieser kurzen Einleitung zur Betrachtung des Buches selbst. Der Herr wolle uns durch Seinen Geist befähigen, mit einem einfältigen Auge und einem einsichtsvollen Herzen den reichen, gesegneten In­halt des Buches zu erforschen, damit es uns allen zur Er­bauung und Belehrung und zur Verherrlichung Seines Namens gereicht. 

Das Kapitel beginnt mit der Schilderung der völligen De­mütigung der Juden von seiten ihrer Feinde. Das König­reich, das Gott Selbst in der Person Davids errichtet hatte, kommt unter die Macht Nebukadnezars, und der König, der Gesalbte Jehovas, wird durch Jehova Selbst in die Hände des Hauptes der Nationen, dem Er jetzt die Macht gegeben hat, überliefert. im dritten Jahre der Regie­rung Jojakims, des Königs von Juda, kam Nebukad­nezar, der König von Babel, nach Jerusalem und bela­gerte es. Und der Herr gab Jojakim, den König von Juda, in seine Hand, und einen Teil der Geräte des Hauses Gottes; und er brachte sie in das Land Sinear, in das Haus seines Gottes: die Geräte brachte er in das Schatzhaus seines Gottes" (V. 1.2). Die Prophezeiung Jesajas war, wie wir schon in der Einleitung bemerkten, buchstäblich in Erfüllung gegangen. Der König Hiskia hatte, statt nach seiner wunderbaren Errettung vom Tod mit einem demütigen Herzen in der Furcht Gottes zu wan­deln, den Gesandten Berodak‑Baladans, des Königs von Babel, in selbstgefälliger Weise alle die Herrlichkeiten sei­nes Königreichs gezeigt, und deshalb wurden ihm durch den Propheten die ernsten und inhaltsschweren Worte zu­gerufen: "Siehe, es kommen Tage, da alles was in deinem Hause ist und was deine Väter aufgehäuft haben bis auf diesen Tag, nach Babel weggebracht werden wird; es wird nichts übrigbleiben, spricht Jehova. Und von deinen Söh­nen, die aus dir hervorkommen werden, die du zeugen wirst, wird man nehmen, und sie werden Kämmerer sein im Palaste des Königs von Babel" (Jes 39,6 -7). Und wie wir hier lesen, ist Jojakim, der König, in die Hand Nebukadnezars gegeben, der einen Teil der Geräte des Hauses Gottes in das Land Sinear bringen und sie in dem Haus seines Gottes aufstellen läßt. Er befiehlt Aschpenas, dem Ober­sten seiner Kämmerer, von den Kindern Israel, sowohl von dem königlichen Samen, als auch von den Edlen, Jünglinge auszusuchen "an welchen keinerlei Fehl wäre, und schön von Ansehen und unterwiesen in aller Weisheit und kenntnisreich und mit Einsicht begabt, und wel­che tüchtig wären, im Palaste des Königs zu stehen" (V. 3.4). Kann es wohl eine genauere Erfüllung der Worte Gottes geben? Konnte sich das angekündigte Gericht noch buchstäblicher vollziehen?

Aber obwohl Gott Seinen Grimm über Sein abtrünniges Volk ausschüttete, vergaß Er doch nicht den kleinen Über­rest, der inmitten des schrecklichen Abfalls treu festhielt an Ihm und Seinen Geboten. Er wachte über diese wenigen Getreuen und brachte sie in Gunst bei denen, in deren Gewalt sie sich befanden; dies war besonders der Fall mit Daniel und seinen drei Freunden. "Und der König ver­ordnete ihnen ein Tagtägliches von der Tafelkost des Königs und von dem Weine, den er trank, und daß man sie drei Jahre lang erzöge; und am Ende derselben sollten sie vor dem König stehen. Und es waren unter ihnen, von den Kindern Juda: Daniel, Hananja, Mi­sael und Asarja" (V. 5.6).
Diese Verordnung des heidnischen Königs war eine ernste Prüfung für die jungen Israeliten - eine Prüfung, die nur der Glaube zu bestehen vermochte. Das fleischliche Gewis­sen konnte unter solchen Umständen leicht zum Schweigen gebracht werden. Wie war es möglich, als Gefangene in einem fremden Land und als Sklaven am Hof eines heidnischen Despoten nach den Geboten Jehovas zu wandeln? Und sollte Jehova dies verlangen, nachdem sie all der ge­segneten Hilfsmittel ihres Landes beraubt waren? Hatte Er nicht Selbst sie in die Hand Nebukadnezars gegeben, in eine elende Sklaverei, die es ganz unmöglich machte, die Stellung eines Nasiräers aufrechtzuhalten? Waren sie per­sönlich nicht schuldlos an dieser schweren Züchtigung, und erforderte es nicht schon die Selbsterhaltung, sich dem Willen Nebukadnezars zu unterwerfen? So mochte die Ver­nunft urteilen und so das fleischliche Gewissen sich beruhi­gen. Aber "Daniel nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit der Tafelkost des Königs und mit dem Weine, den er trank, zu verunreinigen" (V. 8). In sei­nem Herzen war die Furcht Jehovas, und darum erwählte er in jeder Lage und um jeden Preis den Pfad des Glaubens, den Pfad der Absonderung für Ihn. Befand er sich auch, gleich den Übrigen, im fernen Land, so war doch das Wort ihm sehr nahe, in seinem Mund und in seinem Herzen, um es zu tun. (Siehe 5. Mose 30,1 - 14). War auch sein Volk infolge großer Untreue in elender Sklaverei und von allen Segnungen des Landes Kanaan abgeschnitten, so blieben seinem Glauben doch die reichen Quellen der Gnade und Güte Gottes zugänglich. Inmitten der Finsternis, die ihn umgab, blieb Jehova sein Licht und seine Kraft; alle seine Quellen waren in Ihm. 

Daniel hatte sich nicht geweigert, den Namen Belsazar zu tragen, so schmerzlich es auch für ihn sein mochte, da dieser Name in Beziehung zu dem Götzen Bel stand; so­bald aber durch den Befehl Nebukadnezars die Autorität Gottes auf dem Spiel stand, faßte er in seinem Herzen den festen Entschluß, sich nicht zu verunreinigen. Seine drei Gefährten Hananja, Misael und Asarja folgten seinem Bei­spiel. Sie waren überzeugt, daß auch in Babylon sie nichts hindern könne, durch Glauben in wahrer Absonderung als Jünger des Herrn zu wandeln; und sie wurden nicht be­schämt. Wie immer bekannte Sich der Herr zu ihrem Glau­ben, der um so glänzender hervorstrahlte und um so ehren­voller war, je dichter die Finsternis sie umgab. Mag auch der ganze Horizont voller schwärzester Wolken sein, der Glaube wandelt im ungetrübten Licht der Gunst und Treue Gottes, der "Seine Augen nicht abzieht von dem Gerech­ten" (Hi 36,7). Das Bewußtsein Seiner Gegenwart und Seines Beistandes kräftigt den Glauben und bahnt den Weg. Gott war mit ihnen und gab ihnen Gnade und Barm­herzigkeit vor den Augen des Obersten der Kämmerer, so daß dieser der Bitte Daniels, es zehn Tage mit ihnen zu versuchen, entsprach. Und was war der Erfolg? "Und am Ende der zehn Tage zeigte sich ihr Aussehen besser und völliger an Fleisch als dasjenige aller Jünglinge, welche die Tafelkost des Königs aßen" (V. 15). Ihr Ver­trauen wurde also reichlich belohnt. Doch Gott zeigte in einer noch augenscheinlicheren Weise Seine Anerkennung ihres Verhaltens. 

"Und diesen vier Jünglingen, ihnen gab Gott Kenntnis und Einsicht in aller Schrift und Weisheit; und Daniel hatte Verständnis für alle Gesichte und Träume" (V 17). Gott bekennt Sich zu denen, die Ihn bekennen. Daniel und seine Freunde hatten den Pfad der Absonde­rung für Jehova inmitten des gänzlichen Verfalls ihres Vol­kes und unter den schwierigsten Umständen erwählt, und der Herr war mit ihnen. Sie hatten sich gereinigt von den Gefäßen der Unehre und waren deshalb ein Gefäß zur Ehre, geheiligt, dem Hausherrn nützlich und zu jedem guten Werk bereitet (2. Tim 2,21). Welch eine ernste Un­terweisung für den Christen in diesen letzten, bösen Tagen, mitten in dem traurigen Verfall der Kirche! Wie groß auch die Finsternis um uns her sein mag, der Glaube des unter­würfigen Bekenners findet immer einen Weg, um in Erge­benheit zu wandeln, findet zu jeder Zeit und unter allen Umständen in dem Herrn das, was er bedarf. Er ist die Quelle unserer Kraft, und Sein Wort ist die Leuchte für unsere Füße und das Licht auf unserem Pfad. Und wie der Herr in Seiner treuen Fürsorge in bezug auf die gegenwär­tige Zeit gesagt hat: "Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte" (Mt 18,20), so war Er auch mit jenen vier Jünglingen und versorgte sie in allem. Er befähigte sie zu ihrem Werk. Er rüstete sie aus mit Weisheit und Kraft und machte sie zu einem hellglän­zenden Zeugnis mitten in einer finsteren Welt. Er gab ihnen, was sie nie, selbst durch ein unausgesetztes Studium in den Schriften der Chaldäer, nie durch die weisesten Lehrer erlangt hätten; denn die wahre Weisheit kommt allein von oben. Wer unter den Menschen könnte Gesichte und Träume deuten, das Verborgene offenbaren und das Zukünftige mitteilen, wenn nicht Gott ihn dazu befähigt? Seine Geheimnisse aber sind für die, die Ihn fürchten. Er gab Seinen treuen Bekennern einen neuen glänzenden Be­weis, daß Er mit ihnen war, und zugleich eine köstliche Ermunterung, zu aller Zeit allein auf Ihn zu vertrauen. Am Ende der drei Jahre redete der König mit ihnen, "und unter ihnen allen wurde keiner gefunden wie Daniel, Hananja, Misael und Asarja; und sie standen vor dem König. Und in allen Sachen einsichtsvoller Weisheit, welche der König von ihnen erfragte, fand er sie zehnmal allen Schriftgelehrten und Beschwörern überle­gen, die in seinem ganzen Königreiche waren" (V. 19.20). Das war das gesegnete Ergebnis ihrer Absonde­rung und zugleich ein unzweideutiges Zeugnis von der Hilfe und Treue Gottes. 

Die erste Hälfte dieses Kapitels zeigt uns, wie unzulänglich alles menschliche Wissen und alle menschliche Weisheit, wie ohnmächtig das Geschöpf gegenüber seinem Schöpfer ist. Nebukadnezar, der König der Könige, muß erkennen, daß alle seine Schriftgelehrten und Beschwörer, auf die er ein so großes Vertrauen setzte, nichts sind. Alle ihre Weis­heit und Zauberei ist nicht imstande, seine für ihn so wich­tige Frage zu beantworten und sein geängstigtes Gemüt zu beruhigen. Nebukadnezar muß erfahren, daß Daniel, der Jude, der arme Gefangene, allein befähigt ist, Licht in das Dunkel zu bringen, und er muß bekennen, daß der Gott Daniels „der Gott der Götter, der Herr der Könige, und ein Offenbarer der Geheimnisse" ist (V. 47). Gott Selbst belehrt ihn, daß die Weisheit der Menschen Torheit ist vor Gott. Er läßt ihn zugleich verstehen, daß Er Sich zu Seinem Volk bekennt, obwohl Er es Seiner Herzenshärtig­keit wegen für eine Zeit dem Gericht übergeben mußte. Der König muß erkennen, daß der Gott Daniels das arme, verachtete Häuflein zu Mitwissern Seiner Gedanken und Ratschlüsse macht. Wohl mag Gott für eine Zeit, "König­tum, Macht, Gewalt und Ehre" (V. 37) den Händen der Nationen übergeben haben, aber Seine Zuneigungen und die Offenbarung Seiner Geheimnisse sind stets, selbst in der Stunde der Erniedrigung, das Teil der Seinigen.

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