Heimatlos, Johanna Spyri

  • Heimatlos, Johanna Spyri

gebraucht

Bestell-Nr.: BV10599-20

Autor/in: Johanna Spyri

Titel: Heimatlos

Preis: 3,00 €

Format: 20,5 x 13,5 cm

Seiten: 174

Gewicht: 266 g

Verlag: Jung-Stilling

Erschienen: 1954

Einband: Hardcover/gebunden

Sprache: Deutsch

Zustand: leichte Gebrauchsspuren, etwas abgegriffen

Im stillen Hause

Im Oberengadin, an der Straße gegen den Maloja hinauf, liegt ein einsames Dörfchen, das heißt Sils. Da geht man von der Straße querfeldein, und hinten, ganz nahe an den Bergen, liegt ein kleiner Ort, der heißt Sils-Maria. Da standen zwei Häuschen einander gegenüber, ein wenig abseits im Felde. Die hatten beide uralte, hölzerne Haustüren und ganz kleine Fenster tief in der Mauer drinnen. Beim einen Haus war ein kleines Stück Garten, da wuchs Kraut und Kohl, und es standen auch vier Blumenstöcke darin, die sahen aber mager aus und aufgeschossen wie das Kraut. Beim anderen Häuschen war gar nichts als ein kleiner Stall neben der Tür; da krochen zwei Hühner aus und ein. Dieses Häuschen war noch weit kleiner als das andere, und die hölzerne Tür war schwarz vor Alter. 

Aus dieser Tür trat jeden Morgen um dieselbe Zeit ein großer Mann, der musste sich bücken, um hinauszukommen. Der große Mann hatte ganz glänzend schwarze Haare und schwarze Augen, und unter der schöngeformten Nase fing gleich ein so dichter, schwarzer Bart an, dass man vom übrigen Gesicht nichts mehr sah als die weißen Zähne, die zwischen den Barthaaren durchblitzten, wenn der Mann einmal sprach; aber er sprach sehr wenig. Alle Leute in Sils kannten den Mann, aber niemand nannte ihn bei seinem Namen. Er hieß bei allen nur «der Italiener». Er ging regelmäßig den schmalen Weg querüber gegen Sils hin und den Maloja hinauf. 

Dort wurde viel an der Straße gebaut, und da hatte der Italiener seine Arbeit. Ging er aber nicht den Weg hinauf, so ging er hinunter, dem Bade St. Moritz zu; dort baute man Häuser, und er fand auch seine Arbeit. Da blieb er den Tag über und kehrte erst am Abend wieder ins Häuschen zurück. Gewöhnlich, wenn er am Morgen aus der Tür trat, stand hinter ihm ein Büblein. Das stellte sich auf die Türschwelle, wenn der Vater draußen war, und schaute mit den großen, dunklen Augen lange hinaus, dem Vater nach oder sonstwohin, man hätte nicht sagen können, wohin, denn es war, als ob die dunklen Augen über alles wegschauten, was vor ihnen lag, und auf etwas hin, das niemand sehen konnte.

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