Der neue Morgen, Dorothee Siebenbrodt #

  • Der neue Morgen, Dorothee Siebenbrodt #

gebraucht
Bestell-Nr.: BN0698
Autor/in:    Dorothee Siebenbrodt
Titel:    Der neue Morgen
Preis:    3,20 €
ISBN:    9783767531376 (früher: 3767531372)
Format:    18 x 11 cm
Seiten:    224
Gewicht:    195 g
Verlag:    Christliches Verlagshaus
Erschienen:    1982
Einband:    Taschenbuch
Sprache:    Deutsch
Zustand:    leichte Gebrauchsspuren

Irmela Richter, Mutter von drei Kindern, leidet unter der Fülle familiärer Belastungen, besonders aber am Verhalten ihres willensschwachen Mannes, der sehr von seiner Mutter abhängig ist und deshalb oft nicht zu seiner Frau steht. Immer wieder kommt es zu häßlichen Auseinandersetzungen zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter, in die auch die Kinder hineingezogen werden. Als eines Tages das Maß der Demütigungen voll ist, flüchtet Irmela Richter ins Ungewisse hinein.
===Christ-und-Buch.de===
Sie trifft Menschen, die sich ihrer annehmen; vor allem kommt sie Öurch den Abstand von den sie bedrängenden Schwierigkeiten zur Ruhe. Dem Ehemann aber bringt die Trennung sein schuld haftes Versagen zum Bewußtsein und bewirkt den Willen, ganz neu aihufangen.
Hier wird ein Problem aufgegriffen, das heute noch in vielen Ehe'; durchlebt und durchlitten wird. Die Erzählung zeigt aber auch, wie beinahe verschütteter Glaube der Kinderzeit zum Anstoß werden kann, nach den Quellen der Kraft zu fragen, um solche Krisen zu überwinden. Hier wird nichts beschönigt, und längst nicht alle Fragen sind am Ende beantwortet. Aber es wird Mut gemacht, wie Irmela Richter mit Gott in einen neuen Morgen hineinzugehen.

 

Zartgrau dämmerte der Aprilmorgen hinter den Fenstern. Erste Vogelstimmen klangen aus dem Garten, und Irmela Richter hatte noch nicht geschlafen - oder doch ein paar Minuten? Denn sie erinnerte sich an einen Traum: Sie ging eine unbekannte, steile Treppe hinunter, deren Ende sie nicht erkennen konnte. Plötzlich stolperte sie, und in sich steigerndem Tempo fiel ihr Körper tiefer, immer tiefer. Gerade, als sie um Hilfe schreien wollte, kehrte ihr Bewußtsein zurück. Geschlafen mußte sie also haben - aber wie? Ohne Erquickung - ohne tröstliches Entspannen! Und nun war sie müde und fühlte sich wie ausgepumpt!
Der Tag kroch auf sie zu wie ein giftiges Reptil, dem sie nicht entkommen konnte. Mit brennenden Augen starrte sie auf den Wecker. Er zeigte 5.30 Uhr. Eine Stunde könnte ich noch schlafen, dachte sie verzweifelt. Jeden Morgen wurde ihr die Uhr zu einem böse tickenden Feind, der die kostbaren Minuten der Ruhe auf seinem Rücken davontrug. Sie drehte sich um und begann zu zählen: „Eins - zwei - drei..."
„Irmel." Dieters Stimme klang unwirsch. „Wach doch endlich auf. Du bist viel zu spät dran!"
Entsetzt und schuldbewußt fuhr Irmela hoch. „Wieviel Uhr ist es denn?"
„Gleich sieben Uhr", kam es verschlafen aus dem Nachbarbett.
Irmela griff nach dem Morgenrock, fuhr mit den Füßen in die Hausschuhe und taumelte in die Küche, um das Kaffeewasser aufzusetzen. Dann lief sie die Treppe hinunter zur Haustür. Die Brötchen hingen im Beutel an der Klinke. Auf dem Rückweg kam sie im oberen Flur am Garderobenspiegel vorbei und erschrak. Für einen Moment verhielt sie den Schritt.
Immer schon schmal, sah sie jetzt abgezehrt aus. Die Backenknochen sprangen eckig und scharf hervor, und über den Augen lag ein Schleier der Erschöpfung. Das einstmals glänzende aschblonde Haar hing in unfrisierten Strähnen um ihr bleiches Gesicht. Sie wandte sich verzagt von sich selber ab und ging in die Küche zurück.
Das Wasser kochte. Mit hastigen Händen brühte sie für Dieter den Kaffee auf und schnupperte sehnsüchtig den aromatischen Duft. - Keine Zeit -- hoffentlich später! Marmelade, Butter Käse, alles flog auf den Frühstückstisch. Lieblos, ungeordnet stand es da, kein bißchen einladend.
Währenddessen war der übliche Kampf um das Badezimmer zwischen Vater und Tochter entbrannt. Sylvia hatte gesiegt und war eine Nasenlänge vor ihrem Vater hinter der Tür verschwunden. Dieter trieb seine Tochter gereizt an.
„Beeil' dich, los, los! Ich habe keine Zeit."
Morgens vor dem Dienst wurde der normalerweise phlegmatische Dieter nervös.
Völlig unbeeindruckt von des Vaters Aufregung erschien Sylvia nach kurzer Zeit im Flur, adrett und frisch wie der junge Morgen anzusehen.
„Weshalb regst du dich auf, Papi? Es ist doch noch gar nicht so spät!"
Dieters aufgeflammter Zorn sank beim Anblick seiner hübschen Tochter in sich zusammen und erlosch vollends, als sie ihm im Vorbeigehen einen kleinen Kuß ins Gesicht tupfte.
„Aber morgen bin ich der erste im Bad", knurrte er versöhnt und zog die Tür hinter sich zu.
Sylvia ging in die Wohnküche. Mit spitzen Fingern suchte sie sich die beiden knusprigsten Brötchen aus dem Korb, zerteilte sie sorgsam mit dem Messer und bestrich sie mit Butter und Erdbeermarmelade. Eilig stibitzte sie ein wenig von Vaters gutem Kaffee, der auf dem Herd stand, und füllte die Tasse mit heißer Milch nach. Ein bißchen schuldbewußt sah sie sich nach ihrer Mutter um. Sie hörte Stimmen aus Fritzels Zimmer. Sylvia setzte sich in aller Ruhe an den Tisch, um genüßlich das Frühstück zu verzehren.
Irmela wollte Fritzel die Schnürsenkel binden.
„Ich kann es wirklich allein, Mami", versicherte der Sieben
jährige und schob seine Mutter zur Seite.
„Bist ja schon fertig angezogen!" staunte sie. Fritzel nickte stolz.
„Mal wieder wasserscheu gewesen?"
Er zog eine kleine Grimasse.
„Also waschen war nicht drin?" fragte Irmela vage.
„Konnte ja nicht, Badezimmer war besetzt."
Jetzt lächelte Fritzel verschmitzt. Das leise Bubenlächeln streckte sich wie ein kleiner, warmer Finger nach der Mutter aus.
,,.Geh' jetzt, putz die Zähne und wasch wenigstens Gesicht und Hände", gebot sie, „und dann komm' frühstücken."
Ich dürfte nicht dulden, daß er so ungewaschen in die Schule geht, dachte Irmela Richter. Aber was müßte ich alles - und kann es nicht.
In der Küche fand sie ihren Mann und Sylvia am Frühstückstisch vor. Sie ging an den Herd, um für Fritzel die Milch aufzuwärmen und Dirks Essen vorzubereiten. Dabei fiel ihr ein neues Versäumnis ein.
„Hast du gestern deine Aufsatzvorbereitung ordentlich gemacht?" fragte sie ihre Tochter, die ziemlich lustlos die zweite Klasse der Oberschule besuchte.
Irmela war selbst bis zur Obersekunda ins Gymnasium gegangen. Sie mußte es der Not gehorchend verlassen, nicht dem eigenen Triebe folgend. Jetzt überwachte sie die Hausaufgaben ihrer Ältesten. Eine zermürbende Arbeit bei dem schulisch desinteressierten Kind, die von allen Angehörigen der Familie als völlige Selbstverständlichkeit betrachtet wurde. Für Irmela bedeutete es oftmals den Tropfen, der den Topf zum Überlaufen brachte.
Sylvia schob ihre Tasse beiseite und legte zierlich die Hände in den Schoß.
„Du hattest ja gestern keine Zeit für mich", sagte sie vorwurfsvoll.
Der Vater sah von der Zeitung auf, die ihm Fritzel aus dem Postkasten vor der Gartentür geholt hatte. Das gehörte zu den Obliegenheiten des Kleinen, die er gewissenhaft und unaufgefordert ausführte.
„War denn gestern 'was Besonderes?" fragte Dieter aufmerksam werdend.

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