Das schöne schwere Miteinander - Wege zum Du, Hildegund Fischle-Carl

  • Das schöne schwere Miteinander - Wege zum Du, Hildegund Fischle-Carl

gebraucht
Bestell-Nr: BV10386
Autor/in:    Hildegund Fischle-Carl
Titel:    Das schöne schwere Miteinander - Wege zum Du
Preis:    3,20 €
ISBN:    9783783105896 (früher: 3783105897)
Format:    20,5 x 13,5 cm
Seiten:    190
Gewicht:    215 g
Verlag:    Kreuz Verlag
Auflage:    3. Auflage
Erschienen:    1982
Einband:    Taschenbuch
Sprache:    Deutsch
Zustand:    leichte Gebrauchsspuren

Mißverständnisse
Viele Menschen leben in solchem Maße unbewußt und undifferenziert, daß sie von ihrem eigenen Zumutesein, von ihrem
inneren Befinden nichts wissen. Wer in solcher Weise dahin dämmert, weiß weder von sich selbst und seinem Verhalten und
Reagieren etwas noch von dem, was er von sich auf andere entlädt und wie er wirkt. In einer Eheberatung war ein Mann
darüber empört, daß seine Frau behauptete, er sei abends, wenn er von der Arbeit nach Hause komme, stets verärgert, gereizt und wirke beleidigt. Er fand sich selbst ganz normal. Die sachlichen Schilderungen seiner Verhaltensweisen von seiten seiner Partnerin ließen aber darauf schließen, daß er sich nicht
so verhielt, wie er sich selbst sah, vielmehr für die ganze Familie eine Bedrückung war, wenn er nach Hause kam. Schließlich
stellte sich heraus, wie sehr dieser Mann von seinem Berufstag belastet war, in welch großem Maße er mit Kollegen und Vorgesetzten Probleme erlebte, die ihn nachhaltig bewegten.

Vermutlich hatte er auch andern gegenüber oft ein solch unbewußtes Verhalten und fühlte nicht, wo er sich im Zusammenleben ungeschickt und für die andern abstoßend verhielt. Er wußte auch nicht, wie empfindlich er war, daß er die mürrische, durch Schweigen und Nörgeln geprägte Art seines Vaters angenommen hatte, die nur in Form von kritischen, fast schulmeisterlichen Äußerungen kommunizieren konnte. Seit über einem Jahr hatte es immer erneut Streit gegeben, wenn sie fragte: » Bist du wieder beleidigt? Wer hat dir was getan?« und er nun Grund zum Ärger zu haben glaubte und sagte: »Ich bin überhaupt nicht beleidigt, ich muß mir nur einiges überlegen, und ihr versteht mich überhaupt nicht! «
Beide mußten erst lernen, sich einander mitzuteilen. Er vermochte lange nicht einzusehen, in welch bedrückender Art er auf die andern wirkte und wie er sich verhielt, nämlich tatsächlich so, als hätten sie ihn gekränkt und wären ihm gegenüber feindlich eingestellt. Es war für ihn ein mühsames Lernen, abends zu sagen: »Ich bin nur müde und abgekämpft und muß mir noch einiges durch den Kopf gehen lassen. Ich habe gar nichts gegen euch. « Sie konnte mit der Zeit begreifen, was an
kindlichem Verhalten, an hilfloser Ungeschicklichkeit in diesem Menschen unverarbeitet war. Diese Frau kam dann nicht mehr mit Vorwürfen, sondern fragte abends an schwierigen Tagen: »Hast du dich plagen und ärgern müssen? Was war denn los? Erzähl doch mal ...« Und sie lernte mit der Zeit auch zuzuhören.
Weder er noch sie hatten Einfühlung in den andern. Jeder war nur bei der auftauchenden schwierigen Situation enttäuscht und völlig hilflos. Keinem von beiden war eingefallen, es einmal anders zu versuchen, zum Beispiel einfach offen sich mitzuteilen, seine Gefühle in der Sache auszudrücken, ohne den andern dabei zu attackieren und ihm mit Vorwürfen zu kommen, sondern aus dem fühlbaren Bedürfnis heraus, darüber zu sprechen, daß man eine Lösung sucht.
Sie hätte es versuchen können mit den Worten: »Ich bin so traurig darüber, daß du abends oft so still und ablehnend bist und ich gar nicht weiß, was dich bedrückt. Erzähle mir doch mehr von deinem Ärger im Geschäft oder was es sonst ist, sonst meinen die Kinder und ich immer, du bist mit uns böse, weil irgend etwas im Haus nicht so in Ordnung war, wie du es möchtest.« Er hätte ganz einfach versuchen können, die Ursachen für seine inneren Spannungen zu erzählen. Sofern dies solch kontaktgestörten Menschen nicht möglich ist, sollten sie wenigstens andeuten, daß sie nur ein wenig Ruhe brauchen. Wer jedoch nicht gelernt hat, Lösungen zu suchen,wer ohne Bewußtwerden solcher störenden und das Zusammenleben schwer belastenden Abläufe diese stereotyp wiederholt, verschleißt sich und die andern, mit denen er zusammenlebt.

Mut zum Dazulernen
Sofern wir nicht in der Lage sind, die Erfolglosigkeit oder gar negative Wirkung eines Verhaltens zu bemerken, kommen wir auch nicht zum nächsten Schritt, nämlich nach Variationsmöglichkeiten zu suchen. Wir verhalten uns in vieler Hinsicht wie jene Schwarzen, von denen Albert Schweitzer berichtete. Als eine große Dürre das Leben vieler Stämme bedrohte und die...

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