Wenn eure Kinder fragen, Herwig Hafa, Lore Neumann

  • Wenn eure Kinder fragen, Herwig Hafa, Lore Neumann
gebraucht
Bestell-Nr.: BN5930
Autor/in: Herwig Hafa; Lore Neumann
Titel: Wenn eure Kinder fragen - Die Biblische Geschichte bei kleineren Kindern
Preis: 2,90 €
Format: 14,5 x 20,5 cm
Seiten: 132
Gewicht: 185 g
Verlag: Ernst Kaufmann
Erschienen: 1965
Einband: Pappe
Sprache: Deutsch
Zustand: leichte Gebrauchsspuren
 
Dieses Buch ist in Ost-Berlin entstanden und zunächst im Blick auf die kirchliche Arbeit an den Kindern in den mitteldeutschen Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland abgefaßt. Aber schon bei flüchtiger Durchsicht zeigt sich, daß es in Westdeutschland nicht minder hilfreich sein wird. Hier wie dort ist es nicht mehr selbstverständlich, daß Kinder im christlichen Geist erzogen werden. Hier wie dort stehen die Eltern oft hilflos vor der Aufgabe, ihren Kindern die Kirche zur Heimat werden zu lassen. So sind die Kinder darauf angewiesen, daß ihnen die biblische Botschaft außerhalb des Elternhauses nahgebracht wird. Das geschieht bei uns traditioneller Weise im Religionsunterricht der Schule und im Kindergottesdienst der Kirche.
 
Es, sollte aber auch in Kindergärten und -horten, in Kinderund Jungscharstunden der Gemeinde geschehen. Hier erschwert weder der schulische Lernstundencharakter noch der kirchliche Feierstundencharakter die unmittelbare Begegnung zwischen Kind und Evangelium. Hier kann das Kind unverstellt und unverbogen der Bibel begegnen. Hier erfährt es den Glauben im eigenen Lebensvollzug. Zu solcher Begegnung außerhalb von Schule und Kirche will das vorliegende Buch anleiten. Es wendet sich an Kindergärtnerinnen und Gemeindehelferinnen, aber nicht zuletzt auch an ehrenamtliche Mitarbeiter. Darüber, hinaus sind die Pfarrer angesprochen, soweit sie Mitarbeiter zurüsten oder Familiengottesdienste halten.
 
Wer es sich bei seiner Arbeit mit Kindern nicht leicht machen will, wird aus den theologischen Besinnungen und methodischen Vorschlägen des Buches, großen Gewinn ziehen. Wenn er die Anregungen praktiziert, wird er merken, daß sie auf gründlichem Wissen und großer Erfahrung beruhen.
Bücher, die sich mit der Einübung des Kindes in die christliche Existenz außerhalb von Schule und Kirche befassen, sind auf dem westdeutschen Büchermarkt nicht eben häufig. Das, kirchliche Schrifttum unserer angelsächsischen Nachbarn ist hier viel einfallsreicher und umfangreicher. Wenn sich auch vieles davon nicht zur übernahme in unsere Verhältnisse eignet, so bleibt doch die Aufgabe, ja stellt sich um so mehr, daß wir selber Wege finden, um das Wort der Bibel aus Unterricht und Gottesdienst in das Leben des Kindes hereinzuholen. Dieses Buch wird uns dabei helfen.
Walter Wiese
 
Theologischer Geschäftsführer  im Gesamtverband für Kindergottesdienst in der Evangelischen Kirche in Deutschland
 
Vorwort
Dieses Buch ist aus der Arbeit des Seminars für den kirchlichen Dienst im „Haus der Kirche" in Berlin-Weißensee erwachsen. Das Seminar hat die Aufgabe, Mitarbeiterinnen für die kirchliche Arbeit an kleineren Kindern auszubilden. Dabei ist die rechte Weitergabe der biblischen Botschaft besonders wichtig. Wir Lehrkräfte haben uns gemeinsam bemüht, die damit gestellten Probleme zu bewältigen.
 
Nach manchen Versuchen, die sich längst nicht alle bewährt haben, glauben wir, mit der Zeit Möglichkeiten gefunden zu haben, die dieser wichtigen Aufgabe angemessen sind. Wir legen im nachfolgenden einige Proben dieser Gemeinschaftsarbeit vor. In der Regel führte der Leiter des Seminars als Theologe die exegetische Arbeit mit den Schülerinnen durch, und die Jugendleiterin war dabei zugegen. Dann hat die Jugendleiterin zusammen mit den Schülerinnen den methodischen Weg entworfen und denEntwurf ineinerKinderbibelstunde im Rahmen des Seminars oder in einer kirchlichen Kindertagesstätte der Stadt praktisch erprobt. Alle folgenden Ausarbeitungen wurden also praktisch durchgeführt und dann noch einmal gemeinsam überprüft. Dabei bringen wir nur solche Beispiele, die in unserem Seminar entstanden sind. Das soll nicht heißen, daß nicht auch an anderen Orten in ähnlicher Richtung gearbeitet wird. Uns schien es aber gut, auf diese Weise einmal einen Einblick in die geschlossene Arbeit eines Seminars zu geben. Die einzigen Ausnahmen davon sind die Familiengottesdienste am Ostertag und am Pfingstfest. Da aber die Vorbereitung dafür ebenfalls im Rahmen des Seminars und bei einer Rüstzeit für frühere Schülerinnen erfolgten, schien die Aufnahme in dieses Buch gerechtfertigt.
Der exegetischen Arbeit mit den Schülerinnen lagen neben den Kommentaren in der Regel die Ausarbeitungen in der Zeitschrift „Die Christenlehre" zugrunde, zumal auch den Schülerinnen dieses Hilfsmittel zu gär:glich war. Deshalb werden in diesem Buch bei dem Abschnitt „Theologische Besinnung" vielfach Teile aus den Veröffentlichungen dieser Zeitschrift, wenn auch überarbeitet und gekürzt, übernommen. Auf diese Weise wird der tatsächliche Verlauf bei der exegetischen Arbeit im Unterricht am klarsten wiedergegeben. Auch einige der methodischen Vorschläge sind bereits in dieser Zeitschrift abgedruckt worden.
 
Die meisten methodischen Entwürfe stammen von Frau Neumann, die vor ihrer Verheiratung die Fachausbildung der Kinderdiakoninnen an unserem Seminar leitete. Auch die beiden anderen Mitarbeiterinnen gehörten zeitweise zum Kollegium des Seminars. Frau Poetschke hat die ersten Entwürfe für das Weihnachtsthema und für den Propheten Jona gemacht, Fräulein Urbschat den Entwurf für die Weisen aus dem Morgenland, während Herr Superintendent Neumann die Familiengottesdienste gehalten hat. Den Titel haben wir dem Buche Josua (Kap. 4, 6) entnommen. Hier wie an vielen anderen Stellen des Alten Testaments finden wir die Mahnung, den Kindern auf ihre Fragen das Handeln Gottes in der Geschichte seines Volkes zu bezeugen. Dieses Zeugnis sind wir auch heute unseren Kindern schuldig. Das ist der Mittelpunkt aller kirchlichen Arbeit an Kindern und Jugendlichen. Mit unserem Buch möchten wir dazu helfen, daß das Zeugnis von den großen Taten Gottes in rechter Weise und auch für Kinder verständlich weitergegeben wird.
Berlin-Weißensee, im Sommer 1963 Dr. H. Hafa
 
Einführung
Der Kirche ist die Botschaft von der Versöhnung anvertraut. Die hat sie weiterzusagen, und das macht Kern und Mittelpunkt aller ihrer Arbeit aus. Die Beschäftigung mit den biblischen Texten, in denen uns die Botschaft von der Versöhnung überliefert ist, unterliegt eigenen Gesetzen. In den biblischen Berichten haben wir nicht einfach historische Quellen vor uns, sondern Verkündigung und Glaubenszeugnis. Die Botschaft traf die ersten Hörer in einer ganz konkreten Situation, setzte bestimmte Denkweisen und Verhältnisse voraus. Bei der Weitergabe der Botschaft an den heutigen Menschen entsteht das Problem, wie er in seiner anderen Situation und anderen Denkweise doch das gleiche Zeugnis und die gleiche Botschaft hören kann. Besonders schwierig wird die Aufgabe, wenn wir kleinere Kinder als Hörer haben.
 
Wir stehen also bei der Weitergabe biblischer Botschaft vor einer doppelten Aufgabe: Die exegetische Arbeit am Text muß mit ganzem Ernst und aller Gewissenhaftigkeit getan werden, auch oder gerade wenn wir Kinder als Hörer erwarten. Danach haben wir alle Möglichkeiten zu überprüfen, wie man den Kindern das Hören auf die Botschaft erleichtern kann. Die methodischen Wege, die sich sonst bei der Arbeit mit kleineren Kindern bewährt haben, werden mit Sorgfalt daraufhin anzusehen sein, ob sie auch für die Weitergabe biblischer Texte geeignet und angemessen sind. Theoretisch ist alle exegetische Arbeit unabhängig davon, ob man den Text nachher an Erwachsene oder an Kinder weitergibt. Dieses Prinzip läßt sich aber bei einer Seminarausbildung nicht streng durchführen. Die Schülerinnen bringen nicht das Rüstzeug für eine wissenschaftliche Arbeit am Text mit.
 
Der Leiter der Bibelauslegung wird also stärker von sich aus führen müssen, um den Seminaristinnen zu helfen, selbst mit dem Text fertig zu werden. Gleichzeitig ist daran zu denken, daß die Seminaristinnen später die Botschaft an Kinder weitergeben sollen. Von da aus bestimmt sich, was zu den einzelnen Texten und wie es gesagt wird. Hinter den mit „Theologische Besinnung" bezeichneten Abschnitten dieses Buches steht also zwar eine sorgfältige Exegese, die Ausführungen selbst spiegeln aber bereits die Bedingungen einer Seminarausbildung wider. Besondere Aufmerksamkeit ist im Rahmen der Seminararbeit den methodischen Überlegungen zuzuwenden. Selbstverständlich erhalten die Seminaristinnen im Zusammenhang mit der pädagogischen Ausbildung auch eine eingehende Unterweisung in Psychologie. Erfahrungsgemäß fällt es ihnen aber schwer, ihre theoretischen Kenntnisse aus der Erziehungslehre nicht nur auf ihren praktischen Umgang mit Kindern zu übertragen, sondern auch auf die speziellen Zweige ihrer späteren Tätigkeit, zum Beispiel auf das Erzählen biblischer Geschichten bei kleineren Kindern. 
 
Diese Übertragungsarbeit muß sorgfältig durchdacht und geübt werden, und dabei werden unter anderem folgende Gesichtspunkte eine Rolle spielen: Das Kind kann noch nicht in Begriffen denken, deshalb ist man gezwungen, vieles zu vereinfachen und anschaulich zu machen. Natürlich ist dabei stets zu prüfen, ob nicht der eigentliche Sinn der Botschaft verdunkelt wird. Diese Übersetzungsarbeit in das kindliche Denken wird wohl immer nur annähernd zu erreichen sein. Dabei müssen wir in jedem einzelnen Fall entscheiden, ob wir den Wortlaut des Bibeltextes, vor allem die Worte Jesu, in der uns überlieferten Form wiedergeben oder Änderungen vornehmen. Bei kleineren Kindern, an die wir in diesem Fall vornehmlich zu denken haben, werden wir in der Regel nicht darum herumkommen, auch Worte des Herrn zu umschreiben. Wir empfehlen aber, dann im Laufe der Erzählung deutlich zu machen, daß wir eine freigestaltete Form wählen, und wenn möglich am Schluß doch noch den Bibeltext zu bringen. Kinder werden auch gegenüber dem Inhalt der Aussagen Verstehensschwierigkeiten haben. Zum Beispiel ist ihnen die ganze Größe menschlicher Schuld und Sünde noch unbekannt, weil das Kind nur einzelne Tatsünden kennt. So wird ihm ein letztes Verständnis für den Opfertod Christi fehlen. Andererseits kann man damit rechnen, daß Kinder bei rechter Weitergabe der Botschaft manches ahnend erfassen, was sie verstandesmäßig noch nicht zu begreifen vermögen.
Ferner ist zu bedenken, daß Kinder anders aufnehmen als Erwachsene. Sie müssen handgreiflich davon Besitz nehmen können. Deshalb sind bei Kindern die manuelle Betätigung und das Spielen so wichtig, die aber nicht zum Selbstzweck werden dürfen. 
 
Alle methodischen Wege und Mittel haben nur dienende und helfende Funktion.
Bei Kindern darf man nicht zuviel auf einmal bieten wollen, denn sie erlahmen schnell in ihrer Aufmerksamkeit, so daß immer wieder neue Anreize für das Aufnehmen gesucht werden müssen. Dabei ist die Anregung zur Selbstbetätigung ebenso wichtig wie die ständige Wiederholung, die auch in gleichförmiger Weise für Kinder nicht langweilig ist, sondern ihrer Art und ihrer Aufnahmeweise entspricht. Bei der Weitergabe biblischer Texte an kleinere Kinder haben wir vor allem zwei Formen berücksichtigt: die Kinderbibelstunde und den Morgenkreis in der kirchlichen Kindertagesstätte.
In unserem Seminar haben wir eine Kinderbibelstunde" für Kinder unserer Gemeinde eingerichtet. Dafür steht ein eigenes Zimmer zur Verfügung, in dem sich die Kinder während der Kinderbibelstunde frei bewegen können. Sie finden dort auch Spielsachen, Bausteine, Handfertigkeitsmaterial, Kreide und Tafel, Bilberbibeln und dergleichen. Besonders hat sich ein Sandkasten bewährt, der in Form eines niedrigen Tisches gearbeitet ist. Der nicht zu flache Kasten ist mit Linoleum ausgeschlagen und kann mit einer Platte bedeckt werden. Er kann an verschiedene Stellen im Raum gerückt werden, und um ihn herum haben bequem sechs bis acht Kinder sitzend oder stehend Platz.
Die Bibelstunde findet einmal in der Woche statt und dauert ein bis zwei Stunden. Die Kinder dürfen sich zunächst frei beschäftigen, Bilder ansehen, malen, auch im Sandkasten spielen. Nachdem sie sich so eingewöhnt haben, werden sie gesammelt. Nach einer kurzen Andacht wird ihnen die biblische Geschichte erzählt. Dann haben sie die Möglichkeit, sich im Zusammenhang mit diesem Text in Selbstbetätigung mit den Einzelheiten genauer zu beschäftigen. Die Kinderbibelstunde schließt wieder mit einer einfachen Andacht.
Etwa ein Drittel der Kinder sind Stammgäste. Ein Drittel sind Saisongäste, das heißt, sie kommen nur, wenn etwas „los" ist oder wenn sie nichts anderes lockt, wie zum Beispiel baden, rodeln oder das Kino. Das letzte Drittel umfaßt die Geschwisterkinder oder andere, die mitgebracht werden. Unter ihnen sind häufig noch sehr kleine Kinder, so daß wir diese unter Umständen gesondert zusammenfassen. Eine der Schülerinnen bekommt die Aufgabe, sich vor allem mit ihnen zu beschäftigen. Im Durchschnitt sind die Besucher vier bis acht Jahre alt, so daß man in der Gestaltung der Kinderbibelstunde die Aufnahmefähigkeit dieser Altersstufe berücksichtigen muß.
* an Stelle der bei uns üblichen Jungschar

 

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