Alexander der Große, Robin Lane Fox

  • Alexander der Große, Robin Lane Fox
gebraucht
Bestell-Nr.: BN7020
Autor/in: Robin Lane Fox
Titel: Alexander der Große
Preis: 5,20 €
Format: 22 x 14 cm
Seiten: 755
Gewicht: 812 g
Verlag: Deutscher Bücherbund
Erschienen: 1974
Einband: Leinen
Sprache: Deutsch
Zustand: leichte Gebrauchsspuren

VORWORT

Homer und Alexander begegnete ich erstmals vor vierzehn Jahren. Seither haben sie aus unterschiedlichen Gründen nie aufgehört, mich zu faszinieren. Wenn auch nur ein Leser dieses Buch mit dem Wunsch aus der Hand legt, Homer zu lesen, oder ein wenig empfindet, was es bedeutet haben mag, Alexander zu folgen, so habe ich nicht vergeblich geschrieben. Ich will keine bestimmte Leserschaft ansprechen, glaube auch nicht, daß es besondere Lesergruppen gibt, und habe zu meinem eigenen Vergnügen geschrieben. Historische Bücher lese ich selbst gern. Allerdings, an menschlichen Nullen und Datentabellen finde ich keinen Geschmack; auch liegt mir nichts daran, die Meinungen anderer zu widerlegen. Wie die Gegenwart besteht auch die Vergangenheit aus Jahreszeiten und Gesichtern, aus Gefühlen, Enttäuschungen und Beobachtungen. Institutionen langweilen mich; an Systeme glaube ich nicht. Man mag anderer Meinung sein.

Eine Biographie im üblichen Sinne des Wortes ist dieses Buch nicht. Auch erhebe ich in Sachen Alexander der Große keinen Anspruch auf die absolute historische Wahrheit. Von den mehr als zwanzig zeitgenössischen Schriften über Alexander ist keine erhalten geblieben; man kennt sie aus Zitaten bei jüngeren Autoren, von denen nicht einer den ursprünglichen Wortlaut beibehielt. Diese Autoren wiederum sind nur in Handschriften späterer Kopisten überliefert und in den wichtigsten Quellen nicht einmal vollständig. Die ausführlichste Darstellung Alexanders geht auf eine einzige Handschrift zurück, deren Text nicht überprüft werden kann. Eine weitere, die ausgiebig benutzt und zitiert worden ist, existiert nur in oft unleserlichen Abschriften. Alexander hat keinen einzigen privaten Brief hinterlassen, dessen Echtheit unbestritten wäre, und die zwei Auszüge aus seinen Urkunden behandeln Politisches. Bei seinen Gegnern hat der Name Alexander sich in einer lykischen Grabinschrift erhalten, auf babylonischen Tafeln über Bauarbeiten und Astronomie sowie in ägyptischen Bildtexten zu Tempelweihen. Schon anzunehmen, daß die ferne Vergangenheit aus alten Aufzeichnungen wieder zum Leben

erweckt werden könnte, ist naiv, doch im Falle Alexanders sind selbst die schriftlichen Zeugnisse spärlich und häufig seltsam. Gleichwohl sind mir 1472 einschlägige Bücher und Aufsätze allein aus den letzten 150 Jahren bekannt, von denen die meisten schon deshalb beiseitegelegt werden dürfen, weil sie sich der historischen Wahrheit zu sicher sind. Augustinus und Cicero - vielleicht noch Kaiser Julian - sind die einzigen Gestalten des Altertums, die wirklich biographisch erfaßt werden könnten. Für Alexander trifft das kaum zu, und dieses Buch beschreibt somit eine Suche. Ein Leser, der hier eine in jeder Hinsicht vollständige Darstellung vom Leben Alexanders vermutet, verlangt Unmögliches.

Vielfältig der Dank, den ich schulde: Am allermeisten für die Befreiung von Lehrverpflichtungen und für die großzügige Unterstützung, die mir anfangs als Student, später als Fellow das Magdalen College, Oxford, gewährt hat. Dort zeigte mir Mr. C. E. Stevens als erster, daß Geschichte keineswegs langweilig sein muß, um wahr zu sein. Mr. G. E. M. de St. Croix erneuerte mein Interesse an Alexander und förderte es durch so manchen faszinierenden Einblick in die Alte Geschichte. Dr. J. K. Davies hat mich unentwegt angeregt und mir mit scharfsinnigen Anmerkungen sehr geholfen. Dr. A. D. H. Bivar lenkte mein Augenmerk auf den Iran, der mich seither zunehmend beschäftigt. Stefan Weinstock lebt nicht mehr; seine Vorlesungen über die römische Religion warfen viele Fragen über Alexander auf, die ich gern beantwortet gesehen hätte; und sein bedeutendes Buch über Cäsar wäre, wenn ich es in seinem ganzen Umfang hätte verwerten können, ein noch größerer Anstoß gewesen. Zu einer Zeit aber, da so vieles in der Geschichte des Altertums ungeklärt ist, waren die Vorlesungen und Schriften Peter Browns für mich von größtem Nutzen. Leider fehlt es an Zeugnissen, das Zeitalter Alexanders so darzustellen, wie er die Spätantike beleuchtet hat.

Andere Verpflichtungen sind privater Natur. Nicht nur Alexanders Schatzmeister, auch mich haben ein Garten und eine Dame hilfreich durch einsame Jahre begleitet, und bei beiden war mir das Glück holder: Der Garten gedieh bereitwilliger, und die Dame, wenn auch keine Göttin, ist immerhin meine Frau.

 

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