Licht über Afrika, Horst Kommerau #

  • Licht über Afrika, Horst Kommerau #
gebraucht
Bestell-Nr.: BN5390
Autor/in: Horst Kommerau
Titel: Licht über Afrika
Preis: 3,30 €
ISBN: 9783775114820 (früher: 3775114823)
Format: 11 x 18 cm
Seiten: 121
Gewicht: 108 g
Verlag: Hänssler
Erschienen: 1990
Einband: Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Zustand: leichte Gebrauchsspuren
 
»In Deutschland gibt es Missionsfeld genug«, hatte man mir immer wieder gesagt. »Man muß nicht den extremsten Dienst suchen und als Missionar nach Afrika reisen ...«
Ich dachte an diese Worte meiner Gemeindemitglieder zurück, während ich in einer Missionsstation im Sudan saß und ernsthaft überlegte, ob meine Entscheidung für diesen Dienst richtig gewesen war.
Die Tage und Nächte in diesem afrikanischen Land waren eine einzige Quälerei. Die Temperaturen am Ende der Trockenperiode von Dezember bis April lagen täglich um die 40 Grad. Das Wasser tröpfelte nur aus der Leitung, dafür war es so heiß, daß man kaum die Hand darunterhalten konnte. Dennoch war man froh, wenn überhaupt Wasser herauskam. Wasser ist eine Rarität: Nur in größeren Orten gibt es zuweilen ein Wasserleitungssystem, ansonsten ist man auf Brunnen angewiesen. Im Hinterland findet man oft überhauptnurdie Wasserlöcher, die vom letzten Regen übriggeblieben sind. Dazu kam die ständige Angst vor Infektionen, da das Nilwasser Bilharzia-verseucht und die Gefahr groß ist, an der oft tödlich verlaufenden Bilharziose zu erkranken, der in Afrika neben der Malaria am meisten verbreiteten Krankheit.
Die hygienischen Verhältnisse waren katastrophal; überall stank es nach Urin, und von Fliegenschwärmen belästigt und gequält zu werden, gehörte bereits zum Alltag.
Ich wohnte damals bei einem Missionar. In meinem Zimmer gab es einen großen Ventilator an der Decke - der allerdings nur die Hitze umrührte. Von Kühlung konnte keine Rede sein. Nur wenn man ein nasses Handtuch um Kopf und Oberkörper legte, konnte man es in der Verdunstungskälte einigermaßen kühl haben. Aber selbst dieses Vergnügen konnte ich mir nur selten leisten, da ich die meiste Zeit im Warteraum der örtlichen Polizeibehörde saß, wo ich auf mein Visum wartete. Mein Paß war eingezogen worden, und nach vielen Jahren Bürgerkrieg zwischen dem arabisch geprägten islamischen Nord-Sudan und dem afrikanischen Süden herrschte ein allgemeines Chaos bei den Behörden, das mir wenig Hoffnung auf eine baldige Erledigung meiner Angelegenheit ließ.
Während ich in diesen Tagen eine Malaria-Infektion auszukurieren versuchte, überdachte ich wieder von neuem mein Leben. Was war eigentlich mein Motiv gewesen? Warum war ich jetzt hier? Wie war ich dazu gekommen, mich so zu quälen? Man konnte, dachte ich, doch auch in Deutschland ein christliches Leben führen. Aber andererseits - hatten diese vergangenen Monate nicht Außergewöhnliches in meinem Leben bewirkt? Hatte ich nicht großartige Erfahrungen mit dem lebendigen Gott gemacht? Ich dachte an die zahlreichen Gelegenheiten, bei denen ich Gottes Antwort auf intensives Gebet erlebt hatte. Ich wollte diesen Dienst. Aber hier im Sudan - hier hielt ich es kaum noch aus. Ich betete im stillen:
»Herr, hier bin ich. Aber schick mich bitte nicht in den Sudan.«
Das war im März 1973, kurz bevor ich von meinem 6 Monate-Einsatz mit einem amerikanischen Missionar und zwei Deutschen in Zaire zurückkehrte. 
 
Wir waren über den südlichen Sudan nach Kenia gereist. In Uganda herrschte die blutige Diktatur Idi Amins, und so fuhr uns ein Missionar der »Afrika Inland Mission« mit seinem Wagen die 200 km lange Strecke von der Zaire-Grenze bis nach Juba, der Provinzhauptstadt am Nil. Als wir uns dortbei der Polizeibehörde meldeten, gerieten wir prompt in Schwierigkeiten, da wir keine gültigenVisa besaßen. Es kostete uns sechs Tage, bis wir endlich mit einer DC 3 der Sudan Airways auf einer abenteuerlichen Reise das Land Richtung Uganda verlassen konnten, wo wir glücklicherweise nur einen Zwischenstopp in Entebbe machten, dem wohl moskitoreichsten Flughafen der Welt.
Man hörte in diesen Tagen einiges über Uganda, und nichts Gutes. Immer wieder verschwanden Menschen, vor allem solche, die sich durch eine gute Schulbildung oder gar ein Studium als Intellektuelle verdächtig machten. Mißliebige Personen wurden willkürlich verhaftet, die Soldaten hatten freie Hand zu plündern, wo es ihnen gefiel, Mißhandlungen und grobe Übergriffe waren an der Tagesordnung. Überall wurde man eindringlich gewarnt, sich nur ja von Uganda fernzuhalten. Befreundete Missionspiloten, denen öfter nichts anderes übrigblieb, als in Entebbe zwischenzulanden, berichteten uns über Schikanen der örtlichen Behörden.
Aber wie war ich überhaupt dazu gekommen, als Missionar des »Kongo-Teams« in Afrika zu arbeiten, anstatt als hochbezahlter Mechaniker im heimatlichen Deutschland?
So seltsam es klingen mag: Es war meine Begeisterung für Autos, die eine entscheidende Rolle bei meiner Berufung spielte.
 

 

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