Knaurs Vogelbuch, Georg Steinbacher

  • Knaurs Vogelbuch, Georg Steinbacher
gebraucht
Bestell-Nr:     BN7200
Autor/in: Georg Steinbacher
Titel: Knaurs Vogelbuch - Das Hausbuch für Vogelfreunde und Vogelliebhaber - 290 Vogeldarstellungen
Preis: 4,30 €
Format: 19,5 x 12,5 cm
Seiten: 271
Gewicht: 501 g
Verlag: Deutscher Bücherbund
Erschienen: 1957
Einband: Leinen
Sprache: Deutsch
Zustand: leichte Gebrauchsspuren
«TISCHLEIN-DECK-DICH» AM FENSTERBRETT
Pink! Pink! - Eine metallisch helle Stimme läßt uns aufhorchend aus dem Fenster blicken. Eben schwingt sich eine Kohlmeise elegant aufs Dach des Futterhäuschens draußen. Dick aufgeplusterte Gestalten hüpfen dort hin und her: behäbige Spatzen, dickschnäblige Grünfinken, dazwischen immer wieder die beweglichen Meisen. Gerade jetzt fliegt eine Sumpfmeise den frei in der Luft hängenden Futterring an; mit dem Rücken nach unten pickt sie den Talg heraus. Plötzlich burrt alles auf und davon, auf den nächsten Baum, von dessen Zweigen das gefiederte Völk chen nach der vermeintlichen Gefahr ausschaut. Aber bald schon kommt ein Vogel nach dem anderen wieder herbei, um sich am gedeckten Tisch zu laben. Solch heiteres Schauspiel kann sich jeder herbeizaubern, der den Gefiederten über die 'Wintersnot hinweghelfen will.
Im Spätherbst sind rasch einige Bretter als Vogelhäuschen zusammengeschlagen, das Dach wird mit Dachpappe belegt, das Holz gefirnißt - 
viel mehr braucht es nicht. Die Hauptsache: Das Futter, das wir reichen wollen, ist so geschützt, daß ihm Regen und Schnee nichts
anhaben können, daß der 'Wind es nicht verweht; die Vögel müssen bequem Zugang und Platz am Futter
haben, wir aber können unsere Gäste gut beobachten. Darum läßt man die Rückwand des Häuschens
fort und stellt es direkt vors Fenster, damit wir von hinten hineinsehen können auch die Vorderseite bleibt .
offen, damit die Vogel leicht hineingelangen. Das Dach läßt man weit überstehen,
um das Futter zu schützen. Futterhaus auf dem Fensterbrett mit Das Häuschen soll minde- Schutzdach und offener Rückseite stens 50 cm breit und 
30 cm tief sein, damit die Vögel Platz haben und auch die schwächeren Arten das Futter erreichen können, denn es sollen sich ja nicht 
nur die Starken laben. Daneben hängt man noch einen Futterring an einer Schnur auf, beschickt das Futterhäuschen mit einem käuflichen 
Streufutter, und schon ist alles für die Gefiederten bereit. Tag für Tag wird das alte, verschmutzte Futter fortgetan und neues gestreut. 
Besonders bei Glatteis muß gefüttert werden; hält eine solche Wetterlage länger an, erleidet unsere Vogelwelt schwerste Verluste, und manche 
Arten sterben dann auf weite Strecken hin fast völlig aus.
 
Das handelsübliche Streufutter kann man durch Zusatz von Sonnenblumenkernen, Hanf und etwas Mohn wesentlich verbessern, denn es ist meist 
aus weniger guten, billigen Sämereien zusammengesetzt, die wohl den Spatzen und Grünfinken, nicht aber den anderen Gästen genügen. 
Man muß Vorsicht walten lassen, wenn man Speisereste, etwa Brot oder Kartoffeln, zufüttert. Vieles ist den Vögeln abträglich,
besonders wenn es gefroren ist. Futterringe oder Futterscheiben sind leicht herzustellen, indem man
Rindertalg flüssig macht, das Streufutter zusetzt und diese flüssige Masse nun in eine runde Pappschachtel gießt. Nach dem Erhärten hängt man die Schachtel, natürlich ohne Deckel, den Meisen hin. Will man einen Futterring aus Talg selbst gießen, so stellt man einen kleineren Deckel in die Mitte eines größeren und füllt den Zwischenraum aus.
Wer kommt nun zum Vogelhäuschen? Das richtet Futterring sich ganz nach der Gegend, in der man wohnt! Steht
unser Haus mitten im Häusermeer, sind nur einige Gärtchen in der Nähe, dann können wir nur mit Sperlingen, einigen Kohl- und Sumpfmeisen, vielleicht auch ein paar Grünfinken rechnen. Wohnt man aber in einem Park oder neben größeren Gärten, dann kommen Blaumeisen, Kleiber, Budi- und Bergfinken dazu. Stellen wir den Vögeln außerdem getrocknete Ebereschenbeeren und Weichfutter zur Verfügung, dann finden auch Amseln und Rotkehlchen etwas für sich. Am Stadtrand können wir mit weiteren Gästen rechnen. Da erscheint der schmucke Feldsperling, der kleinere Vetter des Haussperlings, vielleicht sogar ein Zwergspecht oder ein Buntspedit, der Gimpel oder ein überwinternder Girlitz.
Montiert man das Futterhäuschen nicht am Fenster, sondern auf einen Pfahl im Garten, aber so, daß man es bequem vom Fenster aus beobachten kann, dann wird man selbst Häher an ihm sehen. Man muß aber darauf achten, daß Katzen sich nicht gedeckt anschleichen und auch nicht heraufspringcn können - sie täten es leider nur allzu gern.
Vom ersten Frost bis zum Frühlingsanbruch wird reicher Besuch die Mühe lohnen, die wir uns mit dem Bau und der Unterhaltung des Futterhäuschens gemacht haben, und uns viele schöne Beobachtungen bringen.
Noch eines: Wenn wir im Winter die Vögel füttern, ihnen über Notzeiten hinweghelfen, dann sollen wir nicht erwarten, daß zum Lohn unser Garten im nächsten Sommer 
frei von allem Ungeziefer und Schädlingsgetier ist. Sicherlich helfen die Vögel mit, unsere Nutzpflanzen vor ihren tierischen Feinden zu schützen.
Ausschlaggebend ist ihre Hilfe jedoch nicht; die wesentliche Last bei der Schädlingsbekämpfung liegt vielmehr bei uns. Wohl tragen die Scharen, 
die sich um die unzähligen Futterplätze sammeln, mit dazu bei, daß sich die Bestände der Brutvögel in der nächsten Nistperiode schneller 
auffüllen, wenn tiefer Schnee oder lang-. dauerndes Glatteis allzu empfindliche Lücken gerissen haben. 
Auf wesentlichen wirtschaftlichen Nutzen, der sich  in einer Steigerung der Gartenerträge bemerkbar macht, dürfen wir aber nicht rechnen. Freilich stellen wir das Futterhäuschen ja auch nicht deswegen heraus, sondern aus Freude am munteren Treiben der Gefiederten, vor allem aber, um den schwächeren Mitgeschöpfen zu helfen. Und deshalb sollten wir auch die Spatzen nicht scheel ansehen, die sich im Winter vor unserem Fenster einstellen. Der Schaden, den sie mitunter in Garten und Feld anrichten, kann zwar hier oder dort ärgerlich sein, er ist im großen gesehen aber so gering und mindert den Ertrag nur um so weniges, daß er nicht ins Gewicht fällt. Zudem füttern die Sperlinge ihre Jungen im Sommer nur mit Insekten, und das sollte man nicht vergessen. So lassen wir sie ruhig an das Vogelhäuschen und freuen uns, wenn sie dick aufgeplustert und behäbig neben den flinken Meisen hocken.
Die Farbtafel zeigt die wichtigsten Wintergäste. Wie bei allen anderen Tafeln findet sich auf der gegenüberliegenden Seite die Erläuterung.
Hier ist das Brutgebiet der betreffenden Art angegeben. Die Färbung des Weibchens wird knapp charakterisiert, sofern sie sich von der des 
Männchens unterscheidet. Die Größenangabe bedeutet die Länge des Vogels, von der Schnabel- bis zur Schwanzspitze bei ausgestrecktem Hals gemessen.
 

 

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