Wer ist der Mensch?

Wer ist der Mensch?

Bei oberflächlicher Betrachtung mag der Mensch zu der Annahme kommen, daß sein Leben nur eine ununterbrochene Kette von Glück und Zufällen, von Erfolg und Mißerfolg, eine Abwechslung von Freud und Leid, Krankheit und Wohlergehen, Mühen und Sorgen sei. Der Mensch wird ohne sein Zutun in seine Zeit, in seine Verhältnisse, in seine Umgebung hineingeboren. Sein Erdenleben, gemessen an Jahrtausenden und verglichen mit der Ewigkeit, ist nur ein Hauch, ein Augenblick, ein Gedanke. Kurz ist das Leben des einen, länger das des andern, belastet das des einen und sorglos das des andern. Was liegt näher, als die Frage nach dem Warum, nach dem Sinn und Zweck des Lebens? Der eine wird mit dieser Frage fertig, der andere geht hieran gleichgültig vorüber, indem er sie in den Freuden dieser Welt zu ersticken versucht. Wieder andere werden mit ihr nicht fertig, weil die Last des Lebens ihnen zu schwer wird. Sie geben es auf und werfen es fort.
Wahrlich, eine sonderbare Disharmonie ist im Leben des Menschen zu beobachten.

Wer ist der Mensch?

Der Mensch, du und ich, ist keih Geschöpf aus uralten Zeiten. Es hat viele Geschöpfe gegeben in den hinter uns liegenden Jahrmillionen, aber sie haben alle nichts mit dem Menschen zu tun, der zu unserer Zeit diu Erde bevölkert.
Der Mensch ist auch nicht als das Produkt einer über Jahrtausende währenden Entwicklung aus einem menschenähnlichen Geschöpf hervorgekommen. Dies wäre eine für den Menschen unwürdige hypothese. Der heutige Mensch ist auch nicht das Ergebnis einer geistigen Entwicklung, sozusagen die Vervollkommnung des ersten Menschen, denn trotz Technik und höchster geistiger Bildung ist eher eine Abwärtsentwicklung zu beobachten. Wer ist in Wahrheit der Mensch?

Gott schuf den ersten Menschen vor fast 6000 Jahren. Es ist nicht schwer, anhand der Heiligen Schrift die Generationen von Adam bis Christus lückenlos zu verfolgen.
In 5. Mose 1, Vers 76, lesen wir: »Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen in unserem Bilde, nach unserem Gleichnis.« Vier wunderbare Tatsachen werden uns hier vor Augen gestellt. Erstens, daß Gott den Menschen geschaffen hat. Der Mensch ist nicht irgendwo oder irgendwann vor nicht nachzuprüfenden Zeiten entstanden, hat auch nicht sich selbst geschaffen durch Entwicklung, sondern Gott selber schuf dich und mich. Zweitens, daß Gott ihn in Seinem Bilde schuf und er somit ein Geschöpf von höchster Vollendung und Vollkommenheit wurde. Nichts war an ihm schwach oder abfällig. Der erste Mensch, der im Bilde Gottes geschaffen war, muß auch sehr schön gewesen sein, denn wir lesen selbst noch nach dem Sündenfall in Gottes Wort von Menschen, die sehr schön waren, z. B. von Sarai.
Drittens, daß der erste Mensch auch unsterblich war. Er kannte den Tod mit all seinen furchtbaren Folgen nicht. Der Zustand des ersten Menschen war ohne Sünde, er hatte ein reines Herz, das frei war von all den bösen Gedanken, die heute unseren Herzen entspringen.
Viertens, daß er auch ein freier Mensch war, der sich frei entscheiden konnte. Gott hätte sich auch ein willenloses Geschöpf bereiten können, aber der Adel des Menschen ist seine Freiheit. Auch muß der erste Mensch sehr glücklich gewesen sein, denn er kannte keine Not und Sorgen. So hatte Gott sich einen Menschen geschaffen, von dem der heutige nur noch ein Zerrbild ist.
Warum schuf Gott einen Menschen, der als Geschöpf im Himmel und auf Erden nichts Gleiches hatte und der für Gott so wertvoll war? Der große und heilige Gott sehnte sich danach, Kinder zu haben, denen Er Seine ganze Liebe und Güte erweisen könnte. Sein eingeborener Sohn sollte Brüder haben, und Er wollte viele Söhne haben. Gott wollte ein Geschlecht haben nach Seinem Gleichnis, solche, in denen die Wesenheiten Gottes widerstrahlten. Es sollte ein Geschlecht sein, welches Gott verherrlichte und, woran Gott sich verherrlichen konnte, Geschöpfe, mit denen Er Gemeinschaft pflegen und in deren Mitte Er leben wollte. Er hatte ihnen gesagt: »Mehret euch und machet euch die Erde untertan! « In Treue und Gehorsam Seinem \'Vort gegenüber sollten sie sich vor dem Bösen bewahren und in der Glückseligkeit des Gehorsams auf dieser Erde den Schöpfer verehren. Der erste Mensch besaß alles, was ein ungetrübtes und glückliches Leben ausmacht. Ein Verbot jedoch hatte Gott dem Menschen gegeben, nämlich von der Frucht des Baumes in der Mitte des Gartens sollte er nicht essen.

Des Tages, da er davon essen würde, sollte er sterben. Der Mensch hatte nun die Wahl, Gott zu gehorchen oder der Verführung Satans zu folgen und somit entweder alles in Unschuld zu bewahren oder, alles zu verlieren, zu leben oder zu sterben. Der Mensch entschied sich für das letztere, er fiel auf die betrügerischen Verführungen Satans herein und tauschte sein glückliches Leben in der Gemeinschaft mit Gott ein gegen das heutige, unter der Macht Satans gebundene Leben.

Der Tod trat als der Sold der Sünde ein, und zwar in einer dreifachen Form. Da ist zunächst der leibliche, physische Tod, der uns überall umgibt und von dem unsere vielen Friedhöfe deutlich Zeugnis ablegen. Aber da ist auch der geistliche Tod, der den Menschen dahin geführt hat, daß er Gott nicht mehr kennt, keine Empfindungen mehr hat für die Heiligkeit und Rechte. Gottes an ihn, noch für Seine Liebe. In diesem Zustand des geistlichen Todes gehen Millionen von Menschen bei lebendigem Leibe einher und werden bald, nach Ablauf dieser Gnadenzeit, eine Beute der dritten Form des Todes, nämlich des ewigen Todes, der ein ewiger Zustand der Gottenfernung im Gericht ist, »in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt« (Offenb. 21, 8). Er mißachtete die Güte Gottes und erfüllte auch somit nicht die Erwartungen, die Gott in den Menschen gesetzt hatte. Gottes Geschöpf, geadelt durch den freien Willen, wurde nun ein willenloses Werkzeug in der Hand des größten Feindes Gottes. Die Folgen dieser falschen Entscheidung sehen wir in all den Leiden und Schmerzen, in all dem Furchtbaren und Schrecklichen, in all der Feindschaft und dem Sterben in dieser Welt.
Mit einem ungehorsamen, in Sünde gefallenen Menschen kann Gott wegen Seiner Heiligkeit keine Gemeinschaft haben. Freiwillig hatte der Mensch sich aus der Gemeinschaft mit Gott gelöst und lebt somit gottlos hier in dieser Welt.
Zwischen Gott und dem Menschen steht diese Wand des Eigenwillens, der Sünde, auch wenn er dabei noch religiös ist.
Sündig ist seitdem das Wesen des Menschen, und wer würde nicht seine eigene sündige Natur kennen? Aus diesem sündigen Herzen kommen all die bösen Gedanken, Handlungen und Worte hervor. In Pred. 7, 20 sagt Gott: »Unter den Menschen ist kein Gerechter auf Erden, der Gutes tue uid nicht sündige.« Gott ist aber heilig und gerecht und muß deshalb das Todesurteil vollstrecken, welches Er über den ungehorsamen Menschen bei seinem Fall ausgesprochen hat. »Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht« (Hebr. 9, 27).
Wie eine dunkle, schwere Wolke, die sich bald entladen wird, hängt über der gesamten Menschheit dieses Gerichtsurteil Gottes. Aber Gott will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Er liebt sogar den Menschen, der in Feindschaft gegen ihn steht. Anstelle des Menschen opferte Gott das Liebste, das Er hatte, Seinen eingeborenen Sohn, am Kreuz von Golgatha. Auf Ihn entlud Er Seinen ganzen Zorn, machte Ihn zur Sünde, Ihn, der keine Sünde kannte. Warum? Damit Seine Heiligkeit und Gerechtigkeit befriedigt würden, so daß jetzt der verlorene Mensch aus freier Gnade zurückgefiihrt werden kann in Seine Gemeinschaft, zurück zur Quelle alles Lebens. Es liegt nun an dem Menschen selber, das wiederzuerlangen, was er durch die Übertretung des ersten Menschen und seine eigenen Sünden verloren hat. Er hat die Wahl, er kann sich entscheiden, entweder im alten Zustand weiterzuleben, oder Buße zu tun und das Angebot Gottes, die Gabe aller Gaben, anzunehmen und durch der Glauben an das stellvertretende Opfer des Herrn Jesus Christus auf Golgatha die Vergebung aus Gnaden zu erlangen.
Es ist die wichtigste Entscheidung, die der Mensch hier auf Erden zu treffen hat, denn es geht dabei um Leben oder Tod. Niemand kann ihm diese Entscheidung abnehmen, kein Mensch kann sie für einen anderen treffen und keine Handlung, keine menschliche Einrichtung kann sie ersetzen.

Die Entscheidung kann auch nur zu Lebzeiten hier auf Erden getroffen werden, denn nach dem leiblichen Tode gibt es keine Möglichkeit mehr, sich für den Herrn Jesus zu entscheiden. Jeder Mensch muß wissen, ob er die richtige Entscheidung getroffen hat, denn bei Gott gibt es keine Ungewißheit, sondern absolute Heilsgewißheit. Die Folgen der falschen Entscheidung sind unübersehbar, weil sie für die ganze Ewigkeit zu tragen sind. Es ist müßig, die Folgen aufzuzählen, jeder hat schon oft genug davon gehört. Doch eins kann mit aller Bestimmtheit gesagt werden, daß eine Existenz in der Ewigkeit, getrennt von Gott und verbunden mit seelischen und leiblichen Schmerzen so furchtbar ist, daß die Heilige Schrift dafür nur den Ausdruck hat: »Seh, der mit Feuer und Schwefel brennt« (Off enb. 21, 8). »Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen« (Hebr. 10, 3 x).
Aber noch gibt es ein Heute, noch wirkt Gott in Liebe, denn Gott will, daß alle Menschen Buße tun und ihre Zuflucht zum Kreuz von Golgatha nehmen, um dort Erlösung und Errettung zu finden. Weit steht die Gnadentür offen und Gott ruft, mahnt und fleht: »Kommt doch zum Kreuz mit euren Lasten! «
Wer diesen Schritt tut, den erwartet schon hier auf Erden ein neues Leben in der Gemeinschaft mit Gott, dem Vater, und mit Seinem Sohn. Wenn er auch noch im Leibe der Schwachheit auf dieser Erde lebt und allen Kümmernissen des täglichen Lebens ausgesetzt ist, so hat Gott doch aus ihm einen neuen Menschen gemacht, der wieder zurückgefunden hat zu dem, der ihn geschaffen hat.
Der Herr Jesus Christus ist für solche die Quelle des ewigen Lebens und des Lichts hier in dieser dunklen Welt. Wenn Er alle Gläubigen vom Glauben zum Schauen geführt hat, wird Er in Ewigkeit für sie der Gegenstand des Lobes, Dankes und der Anbetung aller sein.
Dann sind die Gläubigen am Ziel nach allem Kampf, vorbei sind alle Prüfungen und Anfechtungen.
Der Ausgangspunkt für alle Menschen hier auf Erden ist gemeinsam, »denn es ist kein Unterschied, alle haben gesündigt und erreichen nicht die ilerrlichkcit Gottes (Römer 3, 23). Doch gibt es eine Scheidung der Wege durch die Entscheidung für oder gegen das Kreuz von Golgatha. Die einen führt der schmale Weg in die ewige Glückseligkeit der Gemeinschaft mit Gott, ihrem Vater, und der breite Weg die anderen in die ewige Verdammnis, in die Trennung von Gott. Möge jeder die richtige Entscheidung treffen.
Sag, armer Mensch, was bietet dir die sündenvolle Weit, Hast du denn auch beizeiten hier dein wahres Heil bestellt?

Das Leben flieht, es naht der Tod, er stellt dich vors Gericht,
Dann hilft dir in der letzten Not trotz Ruhm und Reichtum nichts.
Jetzt währet noch dein Gnadentag, o Mensch nimm es in acht!
Wer weiß, wie bald er enden mag, dann wird es finstre Nacht.
So tue Buße, eil zur Gnad, weil noch die Sonne scheint.
Tritt mutig auf den schmalen Pfad, der dich mit Gott vereint.

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