Was ist das Leben?

Was ist Leben?

Wie oft wird doch die Frage nach dem Sinn und Zweck unseres Lebens gestellt! Ist unsere Erdenzeit nicht ein dauerndes Fragen nach dem Warum, nach dem Woher und Wohin?
Die meisten Menschen finden keine Antwort auf diese bedeutende, nicht verstummende Frage. Viele glauben, es sei doch alles so Sinn- und zwecklos, und manche werfen darum oft zu schnell ihr kostbares Leben fort. Da sind andere, die diese Frage auf ihre Art und Weise beantworten. Sie verstehen unter »Leben« Vergnügung, Zerstreuung und Abwechslung, indem sie in vollen Zügen nach ihren eigenen Lüsten diese Welt genießen. Andere glauben, ihrem Leben dadurch Inhalt zu geben, daß sie nach Besitz, Ansehen und Stellung trachten. Es wird auch gesagt: »Mein Leben ist Musik, Kunst, Sport und Literatur«. Solche hoffen in den natürlichen, geistigen Werten Befriedigung zu finden. Es würde zu weit führen, all die Gebiete aufzuzählen, auf welchen der Mensch sich betätigt, um seinem Leben Inhalt zu geben und es lebenswert zu gestalten.
In der Ehe, in Ehre, in Glück, in Gesundheit und langem Leben - überall wird das wahre Leben gesucht. Auch die Religion steht hierbei nicht zurück und bietet den Menschen Leben in dieser oder jener Form an.
Doch ist niemand da, der von all dem vielen Dargebotenen sagen und behaupten könnte, er habe darin das Leben gefunden, seine Hoffnung habe sich erfüllt.
Unsere Zeit macht in besonderer Weise die Unsicherheit und Vergänglichkeit im kurzen Erdenleben deutlich. Die stärkste Liebe, die gesichertsten wirtschaftlichen Verhältnisse, die beste Gesundheit und die schönsten geistigen Interessen, alles unterliegt dem Wechsel und hat keinen Bestand. Nein, der Sinn und Zweck unseres Lebens muß ein anderer sein. Das haben große Männer dieser Welt, die als Wohltäter, Dichter und Denker heute noch verehrt werden, oft bezeugt.

Goethe rief z. B. am Ende seiner Laufbahn aus:
»Der du von dem Himmel bist, alles Leid und Schmerzen stillest,
Den, der doppelt elend ist, doppelt mit Erquickung füllest,
Ach, ich bin des Treibens müde! Was soll all der Schmerz und Lust?
Süßer Friede, komm, ach komm in meine Brust!«
Und die fürstliche Dichterin Eleonore Reuß sagt im Liede:
»Ich habe die Menschen gesehen,
Und sie suchen spät und früh,
Sie schaffen, sie kommen und gehen, Und ihr Leben ist Arbeit und Müh.
Sie suchen, was sie nicht finden,
In Liebe und Ehre und Glück,
Und sie kommen belastet mit Sünden
Und unbefriedigt zurück.«

Aber Gott in Seiner Weisheit und Macht hat den Menschen nicht für das Unvollkommene und zum Unbefrie digtsein geschaffen. Im Vergleich zu der Stärke eines Löwen, dem Auge eines Adlers und dem Orientierungssinn einer Taube ist doch das menschliche Leben physisch und geistig ohnehin sehr schwach und anfällig. Wir lesen in Gottes Wort: »Die Tage unserer Jahre - ihrer sind siebenzig Jahre, und, wenn in Kraft, achtzig Jahre, und ihr Stolz ist Mühsal und Nichtigkeit, denn schnell eilt es vorüber, und wir fliegen dahin«.
Der Mensch wird in seine Zeit hineingeboren und hat keinen Einfluß auf Zeit oder Geschlecht, Hautfarbe oder Umgebung. Er bringt gewisse Veranlagungen mit in sein Leben, die er sich nicht einmal selbst gewählt hat. Was ist nun der Sinn und Zweck unseres kurzen Erdendaseins? Ist es nur ein biologischer Vorgang von Geborenwerden und Sterben? Sollte das Geschöpf, welches Gott in seinem Bilde geschaffen hat, keine höhere Berufung und Bestimmung haben? Dann wäre der Mensch trotz seines Verstandes nicht besser dran als das Tier. Aber Gott hat den Menschen nicht wie die Tiere geschaffen. Dem Menschen hauchte Er den Odem des Lebens in seine Nase, und infolgedessen wurde der Mensch »eine lebendige Seele« . »Auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt« (Prediger 3).
Damit hat der Mensch also die ewige Existenz, die ihm auch mit dem leiblichen Tode nicht genommen wird. Aber diese ewige Existenz bedeutet noch nicht, daß der Mensch Leben aus Gott, das ewige Leben hat.
Unter dem Ausdruck »Leben« ist verschiedenes zu verstehen. Da ist zunächst das natürliche Leben, welches beginnt, wenn der Mensch das Licht dieser Welt erblickt.
Dem einen wird ein langes Leben geschenkt, dem anderen wird es schon früh wieder genommen. Der eine verlebt es mit viel Beschwerden, Sorgen und Krankheiten, und der andere sorglos, unbeschwert und mit irdischen Gütern reich gesegnet.
Stellt sich bei dieser Betrachtung nicht erst recht die Frage nach dem Warum, nach dem Sinn? Muß sich wahres Leben nicht darin erfüllen, daß es frei ist von Angst und Sorgen, Beschwerden und Krankheiten? Ja sogar frei vom Tod?
Solch ein vollkommenes Leben besaß der erste Mensch. Er war frei von all dem, was das kurze Erdenleben oft so unsagbar schwer macht. Er besaß ein glückliches Leben, welches alles in sich barg an Glück und Frieden, Freude, Geborgenheit und Sorglosigkeit. Gott hatte dem Menschen unter all den anderen Geschöpfen eine bevorzugte Stellung gegeben. Aber der Mensch wollte noch mehr haben, er strebte nach dem Höchsten, er wollte sein wie Gott. Dieser Ungehorsam und Hochmut brachte ihn zu Fall, und er mußte sein glückliches Leben in Unschuld vertauschen mit dem Leben unter der Last und den Folgen der Sünde, unter welchen der Mensch heute so sehr seufzt und leidet. Oder gibt es wirklich einen Menschen, der sagen könnte: »Bei aller Vergänglichkeit und bei allem Zurückbleiben war mein Leben doch allezeit ein glückliches Leben? «
Durch seine Untreue verlor der Mensch sein glückliches, durch nichts getrübtes Leben in Gemeinschaft mit Gott. Zudem unterliegt sein Leben seither dem leiblichen Tode. Die furchtbarste Folge aber besteht darin, daß er von der Quelle des Lebens abgetrennt, von Gott abgeschnitten wurde. Hierin liegt die wirkliche Ursache für die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens. Der Mensch mag sich anstrengen, er mag suchen und fragen, so viel er will, erst dann, wenn er zur Quelle des Lebens zurückgefunden hat, erhält sein Leben wieder Bestimmung, Zweck und Inhalt.
Wie findet der Mensch nun wieder zu dieser Quelle, zu Gott selbst, zurück? Wie findet er endlich das, was seines Herzens tiefstes Sehnen und Verlangen ist?
Immer wieder strengt der Mensch sich an, vor Gott in einem guten Licht zu erscheinen. Aber es bleibt ein klägliches Bemühen, denn jeder kennt sein eigenes Herz. Wenn all unsere Gedanken offenbar und zur Tat würden, so könnten wir nicht einmal vor einem irdischen Gericht bestehen.
Aber Gott liebt den Menschen, und deswegen kam Er ihm in Seiner Gnade zu Hilfe. Er sandte dem armen Menschen Den, der das Leben selber ist, Seinen eingeborenen Sohn.
»Dies aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen« (Joh. 17, 3). Dieses Leben ist weit mehr als das Leben, das Adam vor dem Sündenfall besaß.
Niemand braucht hiervon ausgeschlossen zu sein, denn Gott sagt, daß jeder, der an Seinen Sohn glaubt, ewiges Leben hat. Kann Gott es noch leichter machen?

Doch geht der Mensch an dieser Gabe, an diesem Geschenk Gottes gleichgültig vorüber, er lehnt es sogar ab. Aber wer bereit ist, sein altes Leben aufzugeben und den Sohn Gottes im Glauben als seinen Herrn und Heiland anzunehmen, sich Ihm zu übergeben, auszuliefern, zu unterwerfen, dem schenkt Gott das wahre, ewige Leben. Es ist das Leben, welches ewig währt und welches wahren Inhalt und Bestimmung hat. Wer es besitzt, bat zurückgefunden zu der Quelle des Lebens und wird von dort her gespeist und getränkt mit ungetrübter Freude, echtem Frieden, wahrer Sicherheit und mit Verheißungen, die keine leeren Versprechungen sind, sondern sich erfüllen werden.
Schon auf dieser Erde wird dieses Leben im Herrn Jesus Christus und mit Ihm gelebt, wenn auch noch im Leibe der Unvollkommenheit und Schwachheit. Es wird gelebt mit all dem, was das tägliche Leben mit sich bringt. Aber welch ein gewaltiger Unterschied! Dort Leben, glänzendes, erfolgreiches, berauschendes Leben ohne Hoffnung, wie auf einer dünnen Eisdecke, wo Knistern und Bersten das Herz nicht zur Ruhe kommen lassen und wo es keine Antwort auf die vielen »Warum« gibt.
Aber hier ein Leben, das trotz äußerer Not und Bedrängnis gegründet ist auf den Felsen, der nicht wankt noch weicht, auf den Felsen Jesus Christus, den Herrn über Leben und Tod.
Dort ein Schauen auf die sichtbaren Dinge im Diesseits, in Suchen und Fragen voller Angst und Hoffnungslosigkeit.
Aber hier ein Glauben an das Jenseits, das für die Natur Unsichtbare, mit voller Gewißheit im Herzen, daß unser Vertrauen Dem gilt, der nicht nur den Anfang, sondern schon das Ende kennt. Dann wird das Leben nicht mehr erfüllt mit der Frage nach dem Warum, sondern nach dem Wozu. Dieses. Wozu gipfelt dann in der Gewißheit, daß Gott denen, die Ihn lieben, alle Dinge zum Guten leitet. Wenn dann der Erde Leid, Arbeit und Pein hinter uns liegen und wir vom Glauben zum Schauen gelangen, wird sich erst im wahrsten Sinne erfüllen, was dieses glückselige, ewige Leben bedeutet.
Es ist schwer zu beschreiben, wie es in der Ewigkeit sein wird. Aber wie es nicht sein wird, sagt uns Gott in Seinem Wort. Kein Leid, keine Schmerzen, keine Tränen, auch der Tod wird nicht mehr sein. Wenn wir schon auf Erden die herrlichen Resultate der Gabe des ewigen Lebens genießen, können wir etwas von dieser zukünftigen Glückseligkeit ahnen.
Dieses wunderbare Leben jetzt schon zu verwirklichen, ist der Sinn und Zweck unseres Erdendasejns.
Hat dein Leben schon Ziel und Inhalt? Dann gehörst du zu jenen Glücklichen, von denen die fürstliche Dichterin bezeugte:
»Es ist eine Ruhe gefunden für alle, fern und nah:
In des Gotteslammes Wunden, am Kreuze auf Golgatha.«

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