Was ist Liebe?

Was ist Liebe?

In einem Liede heißt es: »Wenn die Liebe nicht wär.« Gemeint ist natürlich die menschliche, irdische Liebe. Sie vermag in der Tat dem Leben einen gewissen Wert und Inhalt zu geben. Dort, wo anstelle von Liebe Haß getreten ist, wird offenbar, wie es in dieser Welt aussehen würde, wenn es keine Liebe gäbe.
Kaum ein anderes Wort nimmt im Leben des Menschen einen so breiten Raum ein wie die Liebe. Von ihr wird gesungen, geredet, geschrieben und gedichtet. Man erhebt sie in die strahlendsten Höhen und versenkt sie in die dunkelsten Tiefen. Sie ist wechselhaft und verschwenderisch, launisch und versagend, beglückend und vernichtend zugleich. 'Wo aber ist die wahre Liebe, immer gleichbleibend, keinen Schwankungen unterworfen und Not und Stürmen des täglichen Lebens trotzend? Es gibt in der Welt kaum ein Lied, das nicht von irdischer Liebe spricht. Dichter und weise Männer haben über die Liebe geschrieben, und ihre Gedichte und Bücher würden, aufeinandergelegt, wohl bis an die Wolken reichen. Sie alle drücken das Suchen nach der wahren Liebe aus, doch hat sie niemand bis heute auf diesem Wege gefunden. Oder ist sie zu finden in den natürlichen Zuneigungen von Mensch zu Mensch? Wenn dem so wäre, gäbe es nicht die vielen unglücklichen Ehen und die vielen unschuldigen, verlassenen Kinder.

Sicherlich gibt es viele glückliche Ehen, aber würden die Partner, einmal um des Lebens des anderen willen auf die Probe gestellt, dann auch noch stark genug sein?
Wahre Liebe muß doch mehr sein, als sich gerne haben oder sich verstehen. Auch der Hafen der irdischen Liebe ist kein sicherer Ankerplatz. Um wahrhaft lieben zu können, braucht der Mensch mehr, denn niemand hat aus sich heraus die Kraft, in Liebe zu leben und selbstlose Liebe weiterzugeben. Um hierzu fähig zu sein, muß der Mensch erst wieder zurück zur Quelle der Liebe, zu der Liebe selber.

Was ist wahre Liebe?

Gottes Wort sagt uns: »Gott ist Liebe« (1. Joh. 4, 8). Gott liebt nicht nur den Menschen, sondern Seine ganze Wesenheit ist Liebe. Das Meer Seiner Liebe und Seines Wesens offenbarte sich auf Golgatha in Seinem Sohne. Er nur kann den Menschen lieben, der Ihn verhöhnt und verspottet, Ihm Leiden und Schmerzen zufügt und Ihn sogar ans Kreuz schlägt.
In Seiner Liebe sagt Er: »Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun«. Er erwidert Haß mit Liebe, Feindschaft mit Erbarmen, Verachtung mit Gnade.
Hierin ist die Liebe: nicht daß wir Gott geliebt haben, sondern, daß Er uns geliebt und Seinen Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden« (1. Joh. 4)
Seinem natürlichen Wesen gemäß ,das durch die Sünde verdorben ist, kann der Mensch nicht wahrhaft lieben, denn er liebt zuerst sich selbst. Um wahrhaft frei von Egoismus lieben zu können, muß man die göttliche Natur empfangen.
Nur wenn der Mensch der Natur Gottes teilhaftig geworden ist, bekommt er auch die Kraft, so zu lieben, wie Gott den Menschen liebt. Wenn auch diese göttliche Natur sich durch menschliches Versagen oft nicht voll entfalten kann, so ist er doch durch sie fähig geworden, Böses mit Gutem und Haß mit Liebe zu vergelten.
Wie kann der Mensch nun dieser göttlichen Natur und somit auch der göttlichen Liebe teilhaftig werden?
Gott sagt in Seinem Wort: »Wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten.«
Er sagt: »DU mußt von neuem geboren werden. So wie du bist kannst du nicht wahrhaft lieben. «

Dieses geschieht durch das lebendige Wort Gottes und den Heiligen Geist, der es auf Herz und Gewissen anwendet. Gottes Liebe war es, die Ihn veranlaßte, Seinen Sohn als eine Sühnung für unsere Sünden zu senden. Wer an Ihn glaubt, wird Teilhaber der göttlichen Natur und dadurch befähigt, wahrhaft zu lieben. Er ist dann wieder-geboren zu einer neuen Schöpfung. Das alte ist vergangen, alles ist neu geworden. Er hat ein neues Herz empfangen und ist aus Gott geboren. »Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist« (Römer 5, 5). Sein Geist zeugt mit unserem Geist, daß wir Kinder Gottes sind, und als Seine Kinder sind wir auch Seiner Natur teilhaftig geworden.
Ein solcher Mensch hat zurückgefunden zur Quelle der Liebe, zu Gott und Seinem Sohn und ist ein Glied am Leibe Christi. Von Ihm, dem Haupte fließt ihm die Kraft zum Lieben zu, wozu der natürliche Mensch nicht fähig ist. Der Heilige Geist ist der Dynamo, durch den er die göttliche Liebe in sich aufnimmt, um sie weiterzugeben.
Die Liebe ist auch der Prüfstein dafür, ob jemand die göttliche Natur empfangen hat, ob er von neuem geboren ist.
Dies ist eine andere Liebe als die, welche sich darin zeigt, daß Eltern ihre Kinder und Kinder ihre Eltern lieben. Auch angeborenes liebenswürdiges Wesen oder Friedfertigkeit sind kein Beweis dafür, daß jemand die göttliche Natur empfangen hat. Auch christliche Liebestätigkeit oder Nächstenliebe sind keine Zeichen dafür, daß jemand aus Gott geboren ist und gottgemäße Liebe im Herzen hat. Vier aus Gott geboren ist, liebt den, der ihn geboren hat, also Gott, und liebt auch alle die, welche aus Gott geboren sind.
Wer wiedergeboren, wer aus Gott ist, hält aus Liebe Seine Gebote und tut Seinen Willen. Gott lieben, den Herrn Jesus lieben und Seine Geboten halten sind die Voraussetzung, um auch die Mitmenschen wahrhaft lieben zu können.
Der Herr Jesus, der Sich aus Liebe geopfert hat, erwartet, daß Seine Liebe erwidert wird, denn Er hat ja einen sehr hohen Preis gezahlt.
Er möchte nun, daß wir den Weg des Glaubens hier durch diese Welt in Treue nach den Gedanken, die Er uns in Seinem Worte kundgetan hat, gehen. Wir sollen Ihm folgen, auch wenn es durch Not und Bedrängnis hindurchgeht und die Liebe darin geprüft wird. Er will, daß Er allein verehrt und angebetet werde, denn Er möchte nicht im Herzen den zweiten Platz haben. Unser Sinnen und Trachten soll auf Ihn ausgerichtet sein. Wenn diese göttliche Liebe vorhanden ist, dann hat auch die natürliche Liebe ein festes Fundament. Ehen, welche in dieser Liebe gegründet sind, haben Bestand. Das Zusammenleben in der Familie wird gefestigt durch die göttliche Liebe. Sie befähigt auch, den sonst Unsympathischen zu lieben, Stellungs- und Standesdünkel zu überbrücken, Schwächen und Veranlagungen mit Verständnis zu ertragen, sogar dem feindlich, böse Gesinnten mit Liebe zu begegnen.
Göttliche Liebe im Herzen schenkt außergewöhnliche Kraft in Werken der Nächstenliebe. Eine Krankenschwester wusch die Wäsche von Leprakranken. Auf die Frage eines erschreckten Besuchers, wie sie das fertigbringe, antwortete Sie: »Die Liebe des Christus drängt mich also«. Wahre Liebe hat ihren Ursprung in Gott, und nur wer aus Gott ist, kann wahrhaft lieben.
Die durch den Glauben an das vergossene Blut von Golgatha erlangte Gemeinschaft mit dem Vater und Seinem Sohne Jesus Christus kann nie aufgelöst werden. Aber sie kann durch mancherlei Dinge getrübt und unterbrochen werden.

Von Seiner Seite aus geschieht dieses niemals, denn Seine Liebe ist unveränderlich. Doch der Gläubige befindet sich in einer Welt, die voll Gefahren ist für ihn. Sie bietet dem Gläubigen mancherlei an, was das Herz gefangen nehmen will. Gott sagt aber: »Wer die Welt liebt, in dem ist nicht die Liebe des Vaters.« Niemand kann zwei Herren dienen, und ein geteiltes Herz kann nicht wahrhaft lieben.
Wie schwer belastet die Untreue schon das Zusammenleben zweier Menschen! Wieviel mehr ist dies Gott gegenüber der Fall. Schon ein sündiger Gedanke genügt, um das zarte Band der Gemeinschaft mit Ihm zu zerstören. Seinem Worte untreu werden, es nicht mehr lieben, es nicht mehr als die alleinige Wahrheit festhalten, daran deuteln oder zweifeln, ist Gott ein Greuel.
Sein Wort verdrehen und sich mit der Welt eins machen ist in Seinen Augen Hurerei. Auch sind eigene Wege und Gleichgültigkeit kein Beweis aufrichtiger Liebe. Groß ist die Anzahl der fremden Götter in dieser Welt, und wie leicht und gerne werden sie verehrt und angebetet. Doch der Herr Jesus möchte als Bräutigam mit niemandem die Liebe teilen, denn Er ist und bleibt treu. Ein Leben in gestörter oder getrübter Liebe in dieser Welt verursacht Tränen. Doch Er ist nach begangener Untreue und Ungehorsam bereit, unsere Seelen wiederherzustellen und in die innige Gemeinschaft mit Ihm zurückzuführen.
»Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit«
Durch eigenes Wollen und auf eigenen Wegen, wo die Dinge dieser Welt mehr geliebt werden, gibt es Liebeskummer. Doch Seine Liebe ist unveränderlich, sie verbindet und heut. Gestörte Liebe führt immer in die Einsamkeit, und das Herz ist unglücklich und leer. Doch Er führt zurück in Seine Nähe, dort wo Geborgenheit und Gemeinschaft ist. Gestörte Liebe bringt Angst und Unruhe, denn fremde Wege führen ins Ungewisse. Er allein kennt nur den rechten Weg. Er führt durch diese Welt auf rechter Straße um Seines Namens und um Seiner Liebe willen. Bald kommt der Augenblick, wo die wahre Liebe durch nichts mehr gestört wird, wenn der Bräutigam kommt, um mit seiner Braut Hochzeit zu feiern. Dann wird Er als der Bräutigam sich freuen an der Schönheit Seiner Braut. In Liebe hat Er sie durch diese Welt hindurdigetragen und sie dann befreit von aller Schwachheit, und sie kann nun in Vollkommenheit Seine Liebe genießen. Ein Fest der Liebe und der Freude wird es sein. Die Engel werden zuschauen und die Liebe bewundern, die nun ihre Erfüllung gefunden hat. Nur geladene Gäste werden an dieser Hochzeitsfeier teilnehmen. Wer auf dieser Erde nur sich selbst geliebt hat, wird draußen stehen. Die edelste und stärkste menschliche Liebe reicht nicht aus, um dabei zu sein, denn sie ist zeitlich und vergänglich. Doch Gott liebt alle Menschen, und Er möchte jedem Seine unveränderliche, nie erkaltende, grenzenlose Liebe schenken. Nimm sie an, und auch du kannst dann sagen 0 Liebe ohnegleichen! Kein Sinn kann je erreichen, Wie du, o Herr, uns liebst.
Selbst Engel werden stehen und voll Anbetung sehen, Wie du, o Herr, die Deinen liebst.

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