Was ist Glaube?

Was ist Glaube?

Der Mensch bat es lieber mit sichtbaren Realitäten, mit greifbaren Tatsachen zu tun als mit Dingen, die er nicht sieht und die er nicht hört. Doch muß er bekennen, daß es manches um ihn herum gibt, was er mit Auge und Ohr nicht wahrnehmen kann und das doch vorhanden ist.
Wenn jemand sagt: »Ich glaube nur, was ich sehe«, so ist diese Behauptung nicht nur sehr einfältig, sondern sie entbehrt auch jeglicher Grundlage. Es gibt niemanden, der das Vorhandensein einer übernatürlichen Kraft bestreiten würde. Die Frage lautet nur, woran der Mensch glaubt und worauf sich dieser Glaube stützt. An die sichtbaren Dinge dieser Welt zu glauben, fällt dem Menschen nicht schwer. Es ist sogar erstaunlich, wie leichtgläubig er Berichte für wahr hält, die er nicht nachprüfen kann, und wie empfänglich er für leere Versprechungen ist. Der Mensch ist eher geneigt, fragwürdigen Dingen Glauben zu schenken als dem Worte Gottes, das aus dem Munde dessen kommt, der die Wahrheit selber ist. Gott zu glauben, der sich täglich und stündlich den Menschen in so mancherlei Weise offenbart, fällt ihm so schwer. Lieber glaubt er an das Böse, an unsichtbare dämonische Mächte, die das Leben beeinflussen. Man meint, sich vor den bösen Mächten selbst schützen zu müssen und es auch zu können.

Hiermit bestätigt er aber ganz klar und deutlich die Wahrheit des Wortes Gottes, das uns mitteilt, daß der natürliche Mensch nicht glauben kann, selbst dann nicht, wenn er will. Der wahre, rettende Glaube ist die Gabe Gottes. Wir lesen in Römer 8, 7: »weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft ist gegen Gott, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, denn sie vermag es auch nicht.« Ferner sagt uns Gott in 1. Korinther2,14: »Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erken.«
Diese Wahrheit wird durch unsere praktischen Erfahrungen im Gespräch mit lieben, ehrbaren Mitmenschen immer wieder bestätigt. Wenn wir zu ihnen von den göttlichen Dingen reden, die uns so kostbar sind, antworten sie meist: » Das ist sehr schön, allein ich kann es nicht glauben. Ich beneide Sie, daß Sie dieses alles glauben können.« Warum? Weil dem Glauben an den lebendigen Gott und Sein Wort Selbsterkenntnis vorausgehen muß. Wer ist schon bereit, sich dem Willen Gottes unterzuordnen und sich als schuldiger, verlorener Sünder zu bekennen, der Gnade nötig hat?
Was ist biblischer, rettender Glaube an Gott?
Glaube ist kein Erbstück der Eltern. Glaube wird auch nicht dem Menschen durch Taufe oder sonstige Handlungen zuteil. Auch dadurch wird der Mensch nicht gläubig, daß er einer Religionsgemeinschaft beitritt und deren Vorschriften übernimmt und befolgt. Auch kann der Glaube nicht erkauft oder erworben, erlernt oder erarbeitet werden. Mit dem Verstande ist Gott nicht zu erkennen, Er sagt selbst in Seinem Wort: »Denn die Welt hat durch ihre Weisheit Gott nicht erkannt.« Rettender Glaube ist ein Geschenk, und zwar ein Geschenk Gottes an alle bußfertigen Menschen.

Er ist ein Geschenk Seiner unbegrenzten Gnade, nicht aufgrund von Werken, »auf daß sich niemand rühme.« Niemand ist zu schlecht oder zu gut, zu arm oder zu reich, zu jung oder zu alt, um nicht dieser kostbaren Gabe teilhaftig zu werden.
Aber der Mensch muß auch bereit sein, sie anzunehmen. Obgleich man um den Wert und um die Bedeutung des Glaubens weiß, fällt es schwer, dieser Gabe Gottes nachzustreben.
Entweder geht man gleichgültig dahin oder möchte ihn ersetzen durch einen eigenen, den Wünschen und Vorstellungen des verderbten menschlichen Herzens passenden Glauben.
Biblischer Glaube ist immer auf die Person des Herrn Jesu gerichtet.
Ein Dreifaches ist erforderlich.
Erstens Buße tun und die alte Herrschaft Satans ablegen. Zweitens dem Herrn Jesus die Herrschaft im Leben übergeben und Ihn als seinen Herrn bekennen. »Wenn du mit deinem Munde Jesum als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, daß Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, wirst du errettet werden« (Römer ro, 9).
Gott hat gesagt: »Du sollst seinen Namen Jesus heißen, denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden«. »Es ist in keinem anderen das Heil, denn auch kein anderer Name ist unter dem Himmel, der unter den Menschen gegeben ist, in welchem wir errettet werden müssen« (Apostelgesch. 4).
Drittens glauben, daß Er lebt und von Gott erhöht worden ist auf den höchsten Platz zu Seiner Rechten. Er ist Gott geoffenbart im Fleische, kam auf diese Erde und starb auf Golgatha, um die Menschheit zu erlösen. Er ist nicht irgend jemand, sondern der Mensch muß sich überführen lassen und bekennen, daß »Er wahrhaftig der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes ist«, der aus den Toten auferstanden ist. Biblischer Glaube bedeutet, an Ihn, als den Herrn glauben, in dem allein das Heil ist. Er umfaßt weiter die Tatsache, daß Er der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes ist, der einst tot war, aber lebt.

So ist der Herr Jesus Christus die Grundlage jeglichen Glaubens, »denn kein anderer Grund kann gelegt werden, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.«
An diesem Namen möchte der Mensch so gerne vorbeikommen. Er glaubt an Menschen, an Einrichtungen, an eigene Vorstellungen über seinen Glauben, aber das alles rettet nicht.
Warum fällt es den Menschen so schwer, an diesen Namen zu glauben, und warum versucht man, ihn beiseite zu setzen?
Weil der Glaube an den Namen Jesu gleichzeitig Sündenbekenntnis erfordert und bedeutet, sich Seinem Worte zu stellen und zu hören, was Er durch Sein Wort dem Menschen zu sagen hat.
Als der erste Mensch Gott den Gehorsam verweigerte, fiel er und somit auch die ganze nachkommende Menschheit unter die Macht der Sünde und des Todes. Durch den Ungehorsam des einen (ersten) Menschen ist die Sünde zu allen Menschen hindurchgedrungen.
Aber Gott liebt den abtrünnigen Menschen trotz seines mit Schuld und Sünde beladenen Gewissens. Er gab auf Golgatha Seinen Sohn ins Gericht, um den Menschen aus seiner hoffnungslosen Lage zu retten. Der in deF Gottes-ferne lebende Mensch kann nun wieder zu Ihm zurückfinden durch den Glauben an das vollbrachte Werk von Golgatha. 'Wenn der Mensch einmal stillsteht und sich fragt: »Was denkt Gott von mir, wie sieht mich Gott an, und wo werde ich einmal in der Ewigkeit sein?« dann wird er mit Entsetzen ausrufen: »Wehe mir, ich bin verloren!«

Aber das Wort vom Kreuz ist eine frohe Botschaft für jeden Menschen, denn dort ist bereits alles vollbracht worden. Anstelle des Menschen ist ein anderer gerichtet worden und hat alle Schuld auf sich genommen aus Liebe und Erbarmen. Wer dieses erkennt, dem werden die blinden Augen aufgetan, und er schaut im Glauben am Kreuz die geoffenbarte Liebe Gottes und betet dann dankbar im Glauben an. Was bisher verhüllt und nicht zu verstehen war, wird dann erkennbar und zur Gewißheit, und der Glaube ist dann eine Verwirklichung dessen geworden, was man nicht sieht. Dann wird das Wort Gottes lebendig, und der Geist Gottes zeigt dem Glaubenden den groSßen Reichtum Seiner Gnade und Verheißungen. Solch ein Glaube gründet sich nicht auf leere Versprechungen oder trügerische Hoffnungen, sondern das Fundament ist die Wahrheit des ewig gültigen, unumstößlichen Wortes Gottes. Nicht Ungewißheit und Zweifel erfüllen dann das Herz, sondern Gewißheit und Zuversicht, »denn wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht« (Joh. 5, 24).
Der Gläubige darf sich dann schon des neuen Lebens hier auf Erden erfreuen, und aus einer unsicheren, angstvollen Zukunft ist eine zuverlässige, lebendige Hoffnung geworden. Einsamkeit ist in Geborgenheit verwandelt worden und vergängliche Freuden und trügerisches Glück in wunderbare Glückseligkeit.
Inmitten einer Welt von Zwietracht und Streit schenkt Gott durch den Glauben Frieden des Gewissens und des Herzens, verbunden mit ewigem Leben und Befreiung vom kommenden Gericht.
Noch lebt der Gläubige hier in dieser Welt im Glauben und nicht im Schauen. Aber sein Glaube stützt sich auf das feste Fundament der Wahrheit des Wortes Gottes.
Viele Verheißungen Seines Wortes haben sich inzwischen erfüllt, und die noch ausstehenden werden sich bald erfüllen, denn nicht ein Wort aus dem Munde Gottes wird zur Erde fallen. So ist der Gläubige in dieser Welt der wahrhaft Sehende, denn er darf Dinge sehen und erkennen, die dem Auge des Unglaubens verschlossen sind. Alles Sichtbare dieser Welt wird sein Ende finden, wie so vieles schon in Schutt und Asche liegt und verschwunden, vergessen ist. Denn, »das was man sieht, ist zeitlich, das aber, was man nicht sieht, ewig« (2. Kor. 4,18). Deshalb werden die Hoffnungen der Gläubigen sich erfüllen.
Die irdischen, vergänglichen Dinge des täglichen Lebens werden durch die Glaubensgewil3heit an ihren richtigen Platz gestellt, denn die Welt vergeht mit ihrer Lust, aber Gott und Sein Wort bleiben in Ewigkeit.
Der Wandel im Glauben ist der sicherste Weg durch diese arge Welt, weil er nicht ins Ungewisse führt, sondern ein sicheres Ziel hat und weil der Herr Jesus, der vorangeht, den Weg und das Ende im voraus kennt.
Der Weg des Glaubens ist aber auch ein steter Kampf mit den Feinden des Glaubens. Satan, der Erzfeind Gottes, will nicht, daß Menschen zum rettenden Glauben an den lebendigen Gott kommen und dadurch herauskommen aus seinem Machtbereich der Sünde. Vielfältig sind seine Mittel, und eines seiner wirksamsten ist die menschliche Religion. Schon den ersten Menschen täuschte er damit, indem er ihm sagte: »DU wirst sein wie Gott.« So ist es bis auf den heutigen Tag. Jeder darf sich seine eigene Religion aussuchen, deshalb gibt es so viele davon auf der Welt. Nur eins darf der Mensch nicht tun, nämlich glauben an den Namen des Sohnes Gottes.

Da sind noch der Aberglaube, der Okkultismus und die Wahrsagerei, von denen viele Menschen befallen sind. Alles wird geglaubt, der Mensch sucht sich zu schützen vor bösen, unsichtbaren Mächten, und die Herzen sind erfüllt mit Furcht und Angst. Nur will Satan nicht, daß der Mensch Ehrfurcht vor Gott habe, denn dieses wäre der erste Schritt zur Buße und zur Rettung und Befreiung, zum biblischen Glauben. Es würde zu weit führen, all die vielen Hindernisse des Glaubens aufzuführen. Menschenfurcht, menschliche Überlieferungen, Gleichgiiltigkeit, eigene Gerechtigkeit, Besitz und Gebundenheit und noch vieles andere mehr gehören dazu. Mit unsichtbaren Ketten hält Satan die Menschen an sich gebunden, damit sie nicht aus der Finsternis heraus zum alleinigen Glauben an das stellvertretende Opfer des Sohnes Gottes kommen.
Noch kann aber jeder frei werden von seinem eigenen, selbstgemachten Glauben. Noch ist der \Veg zum Kreuz von Golgatha offen, denn dort ist der größte Feind des Glaubens besiegt. Das Wort vorn Kreuz redet bis heute noch eine ernste und deutliche Sprache zugleich. Mit dem Verstand ist dieses nicht zu ergriinden, aber für den Glauben ist es das größte Wunder der Gnade Gottes.
Bald wird sich erfüllen, worauf der Gläubige hier in dieser 'Welt sein ganzes Vertrauen setzt, und bald wird der Herr Jesus Seine Verheißung wahrmachen: »Ich werde wiederkommen«. Dann wird er alle, die Sein Wort gehört und geglaubt haben, vom Glauben zum Schauen führen. Dieser Augenblick ist nicht mehr fern. Die Zeichen, die Er den Menschen in Seinem Wort für die Zeit nach Seinem Kommen für die Seinen gegeben hat, erfüllen sich in diesen Tagen sichtbar vor unseren Augen. Dies bedeutet eine Ermunterung für den Glauben, aber auch eine ernste Mahnung für den Unglauben. Der Gläubige geht einer geborgenen, von allen Tränen und Schmerzen befreiten Zukunft entgegen. Es ist ein Leben in der Ewigkeit, wo alle Sehnsucht und Hoffnung erfüllt sein werden und er alles schaut, was er hier geglaubt hat. Er ist zwar jetzt ein Fremdling hier in dieser Welt, aber er lebt in der lebendigen Hoffnung auf das nahe Ziel. Wenn der Glaube auch oft harten Prüfungen ausgesetzt ist, so findet er doch immer wieder Kraft und Halt in den Zusagen und Verheißungen des Wortes Gottes.
Durch Sein Wort tröstet und ermuntert Gott die Gläubigen, auszuharren im Glauben.
»Glaube, glaube und vertraue, glaube fest und zweifle nicht,
Glaube, glaube und vertraue, Jesus hält, was er verspricht. «

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