Was ist Friede?

Was ist Friede?

Friede, welch inhaltsschweres Wort, das Erwartung und Hoffnung erfüllt, von Enttäuschung und Gefangenschaft befreit!
Nach Frieden sucht und verlangt jedes Herz in dieser unruhigen und friedelosen Welt. Friede ist die Grundlage wahren Lebens für jeden einzelnen, wie auch für den Verkehr mit dem Nächsten und für die gesamte Menschheit.
Mancher sucht Frieden in der Besinnung und in der Stille der Natur, andere in der Beschäftigung mit geistiger Literatur, und wieder andere hoffen, ihn in der Religion zu finden.
Viele hoffen aber auch, ihr unruhiges, friedeloses Herz durch Abwechslung und Betriebsamkeit zu stillen.
Unsere Zeit zeichnet sich in besonderer Weise durch Unfrieden, Krieg, Streit und Zwietracht aus. Dabei ist aber noch nie soviel über Frieden geredet worden wie heute, und doch ist er weiter entfernt denn je.
Angst und Furcht erfüllen die Menschheit, und jeder fragt sich besorgt, wie dies alles einmal enden mag. Hilflos und ratlos stehen die Mächtigen vor den Problemen dieser Welt. Jeder möchte Frieden, und durch ein Gleichgewicht der Schrecken glaubt der Mensch den äußeren Frieden bewahren zu können. Doch wie ein Kartenhaus ist der äußere Frieden aufgebaut, und aus dem Nebeneinander wird unausweichbar eine furchtbares Gegeneinander. In den letzten dreitausend Jahren der Menschheitsgeschichte soll lediglich zgo Jahre lang äußerer Frieden geherrscht haben. 5000 Friedensverträge wurden in diesen drei Jahrtausenden geschlossen, welche durchschnittlich nicht länger als z Jahre bestanden haben. Immer hat es Krieg und Kriegsgerüchte gegeben, doch nicht so wie in unseren Tagen. Nach der Atombombe kam die Wasserstoffbombe, nach dieser die Kobaltbombe, wovon io Stück genügen, um das Leben der ganzen Menschheit auszulöschen.
So lebt der Mensch trotz höchster Kultur und Bildung in ständiger Furcht. Wahrer Frieden ist nicht durch Verträge zu befestigen Es genügt auch nicht, daß der Mensch keinen Unfrieden will. Auch Gutsein oder dem anderen nichts Böses wünschen reicht nicht aus, um Frieden zu bekommen. Auch die menschliche Liebe ist kein Garant dafür, in ständigem Frieden miteinander zu leben, wie die vielen gelösten und unglücklichen Ehen zeigen. Was ist wahrer Friede in dieser angstvollen und unruhigen Welt? Klingen da die Worte in Lukas 2, 14, die Gott den Menschen vor fast Zweijahrtausenden auf den Fluren Bethlehems verkündigen ließ: »Herrlichkeit Gott in der Höhe, und Frieden auf Erden«, nicht zweifelhaft und fragwürdig?

Wo ist der Frieden auf Erden?
Denn die Zukunft verheißt doch mehr Krieg als Frieden. Doch dieser Friede, den Gott den Menschen verheißen bat, ist wahrlich mehr als nur ein gegenseitiges Sichverstehen oder dem anderen keinen Schaden zufügen. Dieser Friede auf Erden ist nicht nur der Friede von Mensch zu Mensch oder von Volk zu Volk. Nein, weit mehr hat Gott den Menschen schenken wollen, als Er Frieden verkündigte. Er bat die Grundlage alles Friedens geschaffen. Die Voraussetzung dafür, daß die Menschen Frieden untereinander haben können, ist »Frieden mit Gott«.

Das ist der wahre Friede, und wer diesen nicht hat, kann selbst nicht zum Frieden kommen und auch keinen wahren Frieden mit dem Nächsten haben. Schnell wäre jeder Krieg zu Ende, wenn die Verantwortlichen beider Seiten Frieden mit Gott hätten. Denn der gemeinsame Frieden mit Gott macht jeden Unfrieden und Krieg zunichte.
Satan, der große Feind Gottes und somit auch der Menschen, ist der Urheber all des Furchtbaren und der Zwietracht hier in dieser Welt. Er hat ein Interesse daran, daß die Menschen nicht zum Frieden kommen, daß sie sich zerkriegen, zerstören, vernichten und in Unfrieden leben. Er verführt und verblendet sie, damit sie sich gegenseitig in Haß und Krieg zerstören. Nur so kann er sie unter seinem Einfluß halten, denn jeder, der zum Frieden mit Gott kommt, ist seinem Machtbereich entzogen. Solange der Zerstörer allen Friedens noch in Freiheit sein Zerstörungswerk betreiben und den Menschen weiterhin verführen kann, gibt es keinen äußeren Frieden hier auf Erden. In Jesaja 57 Vers 21, lesen wir »Kein Friede den Gesetzlosen! spricht mein Gott«.
Trotz höchster geistiger Entwicklung lebt der Mensch in ständiger Furcht, weil er sich im Kriegszustand mit dem heiligen Gott befindet. Der Mensch mag vom Frieden reden, ihn sogar ehrlich wollen, danach streben und sich anstrengen, so viel er will - so lange der Mensch den inneren Frieden nicht besitzt, der die Grundlage allen äußeren Friedens ist, solange wird von dem äußeren Frieden hier auf Erden wenig zu spüren sein.
Auf Golgatha hat der Herr Jesus den Feind des Friedens besiegt. Doch läuft Satan noch frei herum. Seine Tage sind aber gezählt, und weil er dies weiß, ist er besonders gefährlich. Gerichtet ist er schon, und die endgültige Vollstreckung des Urteils steht kurz bevor.
Bis zu diesem Zeitpunkt tobt er in Haß und Verderben innerhalb der Menschheit. Er will soviele Menschen wie möglich mit sich in sein Verderben hineinziehen. Wenn wir einen Blick in die Menschheitsgeschichte tun, sehen wir, das ihm dies vortrefflich gelingt.
Aber Gott hat für den Menschen einen Weg geschaffen, als am Kreuz Sein Zorn über die Sünde sich über Seinen Sohn, den Herrn Jesus Christus entlud, der für jeden Bußfertigen und Reumütigen Frieden gemacht hat durch das Blut Seines Kreuzes (Kolosser 1, 20). Er ist als Mittler zwischen Gott und den Menschen in den Riß getreten, indem Er stellvertretend freiwillig Sein Leben dahingab.
Jeder, der nun im Bekenntnis seiner Schuld und Sünde zu Ihm kommt und an Ihn glaubt, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht. Der Herr Jesus hat Schuld und Sünde getragen, und wer an Ihn glaubt, hat den Frieden des Gewissens, Frieden mit Gott. Dieser Frieden mit Gott ist die Grundlage allen Verstehens und friedlichen Zusammenlebens. Solange dieser nicht ist, gibt es keinen Frieden hier auf Erden.
Diesen Frieden kann heute noch jeder erhalten, der erkennt, daß er sich mit Gott im Kriegszustand befindet. Er muß erkennen, daß er ein Verlorener und Verurteilter ist und daß ein anderer bereits auf Golgatha für ihn den Frieden erstritten hat. Ein belastetes und beschwertes Gewissen ist im täglichen Leben schon eine schwere Bürde. Wieviel mehr dem heiligen und gerechten Gott gegenüber, der einmal Abrechnung halten wird!

Hiervon befreit zu sein, bedeutet wahrlich, schon »Frieden auf Erden« zu haben.
Aber nur am Kreuz von Golgatha ist dieses wunderbare Geschenk zu erhalten. Befreit zu sein von dem Urteil Gottes, keine Angst mehr zu haben vor dem Tode und der Ewigkeit, ein ruhiges Gewissen zu besitzen, führt zur Freude, Ruhe und Geborgenheit.

Zu diesem Frieden mit Gott schenkt Gott dem Erlösten auch Seinen Frieden, den Frieden Gottes. Das ist der Friede des Herzens inmitten der Umstände des Lebens in der Nachfolge seines Herrn und Meisters.
Durch alle Stürme und Kämpfe des täglichen Lebens strahlt immer wieder dieser Friede Gottes hervor, der das Herz still ergeben und glücklich macht. In allen Sprachen, Rassen und Nationen ruhen Menschen in diesem Frieden, weil sie Bürger des Reiches Gottes sind. Noch überschattet das Reich der Finsternis den wahren Frieden mit Krieg, Vernichtung, Haß und Verderben. Doch der Sieger von Golgatha, der Sieger über den Zerstörer des Friedens, der Herr Jesus Christus, ist der Fürst des Friedens und wird bald Sein Reich des Friedens in dieser 'Welt errichten.
So darf sich jeder glücklich preisen, der durch den Glauben an Ihn wahren Frieden des Gewissens hat. Dieser Friede ist endgültig, kann nicht zerstört oder fortgenommen werden.. Er ist nicht vergänglich oder irgendwelchen Schwankungen unterworfen. Dieser Friede ist verankert in dem wunderbaren Werke des Sohnes Gottes auf Golgatha. Gott ist durch den Opfertod Seines geliebten Sohnes endgültig befriedigt für alle Ewigkeit. Jeder Gläubige darf sich freuen und sagen: »Da wir nun gerechtfertigt sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus« (Römer 5,1).
Doch muß auch der Gläubige oft feststellen, daß noch Verzagtheit, Unruhe und Unfrieden das Herz erfüllen. Er befindet sich noch in einer Welt, wo die Feinde des Friedens bestrebt sind, den Frieden des Herzens zu stören.
Wie leicht gelingt ihnen dieses, wenn die sichtbaren Dinge dieser Welt den ersten Platz im Herzen einnehmen! Arbeit, Sorgen, Beschwerden, Krankheit, Müdigkeit, Verzagtheit und Ungehorsam sind Steine, die wie Hindernisse auf dem Glaubenspfad liegen und dann den Frieden des Herzens stören. Kleinglaube und Kleinmut, Weltliebe und Untreue lähmen und stören den Herzensfrieden. Satan freut sich, wenn es ihm gelingt, die Gläubigen freud- und friedlos zu machen.
Doch bald kommt der Augenblick, wo der Gläubige den vollkommenen Frieden ungestört genießen darf. Es wird sein, wenn der Herr Jesus wiederkommt, um die Seinen einzuführen in die Hütten des ewigen Friedens, ins Vaterhaus. Der Kampf mit den Feinden des Friedens ist dann zu Ende. Erlösung und Befreiung von allem, was den Weg des Glaubens hier auf Erden oftmals so beschwert, werden dann vollendet sein. Eine Ewigkeit des Genußes wahren Friedens wird dann das Teil der Erlösten sein. Keine innere Schwachheit kann mehr stören, und durch keine äußeren Einflüsse wird das Herz beunruhigt. Der Gläubige wird im wahrsten Sinne des Wortes im Genuß des inneren und äußeren Friedens leben.
Dieser Friede übertrifft bei weitem jegliche Erwartung und Vorstellung. Er selbst, der Fürst des Friedens, ist in der Mitte der Seinen. Dort ist weder Krieg noch Streit, kein Verderben und keine Zwietracht. Auch der Tod wird nicht mehr sein. Die lebendige Hoffnung auf diesen Frieden erfüllt jetzt schon jeden Gläubigen mit Kraft zum Ausharren, bis dieses herrliche Ziel erreicht ist.
Wann aber wird hier auf Erden einmal wahrer Frieden sein?
Ja, auch auf dieser Erde wird einmal Frieden herrschen. »Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugmessern schmieden, und ihre Speere zu Winzermessern; nicht wird Nation wider Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen« (Jesaja 2, 4).
Aber auch die Schöpfung, vor allem die Tierwelt, in die durch den Sündenfall des Menschen die Feindschaft gekommen ist, wird dann Frieden genießen. »Und der Wolf wird bei dem Lamme weilen, und der Pardel bei dem Böcklein lagern; und das Kalb und der junge Löwe und das Mastvieh werden zusammen sein, und ein kleiner Knabe wird sie treiben. Und Kuh und Bärin werden miteinander weiden, ihre Jungen zusammen lagern; und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. Und der Siitigling wird spielen an dem Loche der Natter, und das entwöhnte Kind seine Hand ausstrecken nach der Höhle des Basilisken. Man wird nicht übeltun, noch verderbt handeln auf meinem ganzen heiligen Gebirge; denn die Erde wird voll sein der Erkenntnis Jehovas, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. Und es wird geschehen an jenem Tage: der 'Wurzelsproß Isais, welcher dasteht als Panier der Völker, nach ihm werden die Nationen fragen; und seine Ruhestätte wird Herrlichkeit sein«

Tausend Jahre lang werden dann die Menschen hier auf Erden in Frieden leben. Auf dieser so reich mit Blut getränkten Erde wird der Fürst des Friedens herrschen, nachdem der Urheber des Unfriedens, Satan, gebunden ist. Doch zuvor hat der Herr Jesus alle Seine Feinde getötet, die Seinem Worte nicht geglaubt und daher keinen Frieden mit Gott haben.
Niemand, der heute Sein Friedensangebot für sein Gewissen ablehnt, weder groß noch klein, wird in dieses Friedensreich eingehen (vergl. Offenbarung 19, 11-12)
Dann wird auf einer durch die Gerichte gereinigten Erde endlich hier auf Erden der äußere Frieden herrschen, den die Menschen heute so sehnlichst erwarten. Solange Satan noch der Gott dieser Welt ist und der Frieden dort gesucht wird, wo er nicht zu finden ist, kann man ihn nicht bekommen. Gott möchte schon heute jedem Menschen den inneren Frieden schenken, jedem, der bereit ist, Gottes Urteil über sich anzuerkennen und Seine Gnade anzunehmen.
Friede auf Erden ist kein leeres Versprechen, sondern eine reale Wirklichkeit. Aber der Mensch muß den Frieden dort suchen, wo er einzig zu finden ist, nämlich bei dem Herrn Jesus Christus. Obgleich die Welt von Krieg und Unfrieden erfüllt ist, kann eine Seele dann sagen:
»'Wenn Friede mit Gott meine Seele erfüllt,
Ob Stürme auch toben von fern,
Mein Herze im Glauben doch allezeit singt, Mir ist wohl, mir ist wohl in dem Herrn.«

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