Leben nach dem Tod

Gibt es ein Leben nach dem Tode?

Es gibt wohl kaum einen Menschen auf der weiten Erde, der sich nicht schon einmal gefragt hat: »Wie wird es wohl sein, wcnn das irdische Leben vorüber ist?« Der natürliche Mensch versucht auf seine Art den Schleier dieses für ihn bestehenden Geheimnisses zu lüften. Aber niemand kann die Frage besser beantworten als Gott selber, der die Ewigkeit, die Überzeitlichkeit in sich birgt. In Seinem Wort hat Er auch keinen Zweifel über diese lebenswichtige Frage gelassen.
Von den Menschen glauben und wünschen die einen, daß mit dem Tode alles aus sei. Ihr Motto lautet: Das Leben ist herrlich, das Leben ist schön, keinen Abschied gibt's, kein \Viedersehn. Sie sagen: »Was ich nicht sehe, glaube ich auch nicht«. Aber sie verschließen die Augen vor Tatsachen, denn jeder weiß, daß er vieles glaubt, was er nicht sieht, und vieles glauben muß, was physisch nicht wahrnehmbar ist.
Warum diese eigenartige Einstellung?
Man wünscht sich, es möge so sein, denn mit Furcht und Schrecken denKt man an die Folgen, wenn es doch anders sein würde, wenn die Bibel doch Recht hätte. Man sagt auch, es sei noch niemand von den Toten zurückgekehrt. Wie einfiiltig ist doch diese Antwort! Denn die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten ist durch Augenzeugen geschichtlich besser bewiesen als das Leben mancher Gro-
ßen dieser Welt. Man sucht, sein Gewissen damit zu be-. ruhigen, daß man sich auf Menschen, Kirche, oder Handlungen verläßt. Aber alle Religion ist ein Suchen nach Gott. Bei dem Ernst dieser Frage braucht der Mensch jedoch mehr.
Andere suchen durch Selbstverbesserung, moralische Aufrüstung und Selbstaufopferung ein Höchstmaß an geistlicher Vollkommenheit zu erreichen. Sie glauben, auf solchem Wege passend für Gott werden zu können.
Wieder andere sagen, indem sie sich auf 'Gottes Wort gründen: Ich brauche mich nicht vor der Zukunft zu fürchten, nicht Ungewißheit erfüllt mich, sondern weil ich weiß, daß mein Erlöser lebt, ist auch mein Leben für die Ewigkeit geordnet.
Was ist das Leben jenseits des Todes nicht?
Zunächst ist festzustellen, daß mit dem Tode nicht alles aus ist. Der leibliche Tod ist nicht ein Auflösen in Nichts, das Ende der Persönlichkeit. Als Gott den Menschen schuf, blies Er ihm Seinen Odem in die Nase. Damit erlangte der Mensch die ewige Existenz, die ihn von dem Tier unterscheidet. »Er hauchte in seine Nase den Odem des Lebens; und der Mensch wurde eine lebendige Seele«. Wenn auch der Körper des Menschen dem Tode unterworfen ist (und dieses wegen der in ihm wohnenden Sünde), so sind doch Seele und Geist unsterblich und unvergänglich.
Deshalb ist der Friedhof nicht die Endstation des Menschen. Noch ist das Leben nach dem Tode ein Traumzustand oder ein Seelenschlaf. Auch bedeutet der Tod nicht ein Eingehen in die Reihen der Ahnen, ein Abtreten zur Großen Armee oder ein immer wiederkehrendes Kommen und Gehen in irgendeiner Gestalt oder Form.

Was ist denn das Leben nach dem Tode wirklich?

Es ist der unabänderliche Zustand Gott gegenüber, gemäß der Wahl, die man zur Zeit seines Lebens im Leibe getroffen hat. Entweder ist es das Leben der Seele und des Geistes bei dem Herrn Jesus Christus im Paradies, in einem Zustand vollkommener Freude und Glückseligkeit, in der Erwartung der Auferstehung, um dann in das Vaterhaus einzuziehen.
Oder es bedeutet den Zustand der Seele in der Qual, im Bewußtsein der bevorstehenden Abrechnung im Gericht von seiten Gottes. Denn Gott sagt in Seinem Wort: »Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben«. Wer würde hieran zweifeln?
Gott sagt aber auch an gleicher Stelle: »Und danach das Gericht« (Hebr. 9, 27). Gott wird und muß Gericht halten, denn wenn der Mensch auf der Erde schon Recht und Unrecht richten muß, wieviel mehr der große, heilige und gerechte Gott.
Gegen dieses Urteil gibt es keine Einspruchsfrist, Bewährungszeit oder Berufungsinstanz. Der Mensch wird bei dieser Gerichtsverhandlung auf tausend Fragen nicht eine Antwort haben. Nichts wird vergessen sein, jeden Gedanken, jedes Wort und jedes Werk wird Er ins Gericht bringen. Wie ein Film mit einem Tonband wird sich das ganze Leben des Menschen in der Gegenwart des heiligen Richters vor 'ihm abrollen, und das Urteil wird die ewige Verdammnis sein.
Warum ist das Leben nach dem Tode nicht die Auflösung in ein Nichts? Der Mensch hat Leib, Seele und Geist. Der Leib mit all seinen Schwachheiten und Krankheiten vergeht und hat mit dem körperlichen Tode sein Ende gefunden.
»Von der Erde bist du genommen, denn Staub bist du, und zum Staube wirst du zurückkehren« (4. Mose 3, 19).
Aber wie schon oben erwähnt, sind doch seine Seele und sein Geist, welche sein Ich, seine Fähigkeiten, seine Persönlichkeit, sein ganzes Sein darstellen, unsterblich. Ein Weizenkorn, das in die Erde gelegt wird, stirbt und zerfällt. Es ist äußerlich tot. Nach menschlicher Logik müßte alles aus sein. Aber eigenartig, in dem verfaulten, abgestorbenen \Veizenkorn ist Leben. Dieses Leben kommt zum Vorschein, es sproßt, es entwickelt sich ein Halm, eine Ähre. So auch der Mensch, der eine unsterbliche Seele hat. \Venn er in diesem Leben die Augen schließt, öffnet er in demselben Augenblick sie im Jenseits und sieht, wo er sich befindet. Furchtbar für jeden Menschen, der erst dann erkennt, daß er sich geirrt hat, und zwar um den Preis seiner Seele. Die Werbung mancher Fluggesellschaften lautet: »Fliege heute, zahle später«. Das mag für das Diesseits recht sein, aber wie erschreckend muß es für jeden Menschen sein, der heute ohne Frieden mit Gott lebt und morgen die Abrechnung im Jenseits leisten muß! Wie sieht nun das Leben nach dem Tode aus?
In Lukas 16, Vers 23 können wir von dem reichen Mann lesen: »Und in dem Hades seine Augen aufschlagend, als er in Qualen war, sieht er Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoße«. Er erkannte zwei Dinge: Erstens, daß er im Hades in Qualen war, und zweitens, daß Lazarus sich an einem glückseligen Orte befand. Ferner erkannte er, daß es eine Verbindung von dem einen zum anderen Orte nicht gibt. Auch mußte er. erkennen, daß der jetzige Zustand für ihn unabänderliche Wirklichkeit war, die er mit allen fünf Sinnen wahrnahm. Er konnte sehen, sprechen, hören, denken und empfinden. Eine Umkehr aus diesem Zustand war nicht mehr möglich. Er hätte, solange er im Leibe auf Erden war, besser wählen sollen. Hatte er nicht Gottes Wort in Händen gehabt, das ihm über die zwei Wege und deren Ziel Belehrung gab? Aber er hatte sein Leben auf Erden in vollen Zügen genossen und nach Gott nicht gefragt. Über das Leben nach dem Tode hatte er das klare Zeugnis der Schriften, wollte aber davon nichts wissen. Jetzt mußte er mit Erschrecken feststellen, daß er sich um den Preis seiner Seele geirrt hatte. Er erkannte, daß es doch wahr ist, was Gott in Seinem Wort sagt: daß es ein Gericht, eine Hölle, einen Ort der Verdammnis gibt. Im Vorgefühl davon litt er jetzt nicht nur körperliche Qualen und Durst, sondern auch und vor allem Gewissensqualen, Herzenskummer und unerträgliche Seelenangst. Mit Schaudern dachte er daran, daß seine Angehörigen auch an diesen Ort kommen würden. Furchtbar war für ihn, erkennen zu müssen, daß es kein Wieder-gut-machen, kein Nachholen und kein Zurück mehr gab, sondern nur ein - für immer zu spät. Er sah seine selbtsverschuldete Lage. Er hörte den Jammer und das Wehklagen der übrigen, und aus seinem Rufen wurde ein Schreien, verbunden mit Angst und Pein. Doch niemand hörte ihn. Wie ein Gefangener auf seine Gerichtsverhandlung wartet, so muß er im Hades auf den Tag warten, den Gott gemäß Offenbarung zo, Vers r i angesetzt hat. »Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß, vor dessen Angesicht die Erde entfloh und der Himmel, und keine Stätte wurde für sie gefunden. Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Throne stehen, und Bücher wurden aufgetan; und ein anderes Buch ward aufgetan, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken«. Er wird bei dieser Gerichtsverhandlung keinen Stellvertreter haben, denn den einzigen, der ihn hätte vertreten können, hatte er zur Zeit der Gnade nicht angenommen. Dann wird ein Urteil gefällt werden, wie hier auf Erden noch keins gefällt worden ist. Es lautet auf lebenslängliche Strafe und ewigen Tod zugleich.
Es ist ein Tod, der die Existenz nicht auslöscht, sondern endlose Qualen und Schmerzen bringt.

Aber da ist noch ein zweiter Ort. In Lukas 16 wird uns ein anderer Mensch vorgestellt, mit dem hier auf Erden so leicht niemand getauscht hätte. Aber dieser wußte, und darauf freute und danach sehnte er sich, daß nach seinem Erdenleben es für ihn keine Leiden und Schmerzen mehr gibt, daß alle Not und Bedrängnis vorüber und Friede, Freude und Glückseligkeit sein ewiges Teil in innigster Gemeinschaft mit Seinem Heiland und Herrn sind. Er wußte, daß ihn der Tod nur von diesem Leibe der Sünde befreit und ihn zugleich einführt ins Paradies zu Seinem Heiland und Herrn.
Dort durfte er in innigster Gemeinschaft mit Ihm auf den Augenblick der Auferstehung und des Eingangs ins Vaterhaus warten. Jeder, der dem Wort vom Kreuz Glauben schenkt, freut sich auf diesen Platz in der Ewigkeit. Jeder, ob arm oder reich, ob angesehen oder verachtet, muß sich auf Erden entscheiden, ob er nach dem Tode an diesem Ort der Wonne sein Leben zubringen will. Er muß sich entscheiden für Himmel oder Hölle, für den Ort der Geborgenheit oder für den Ort der Qual, für ein Leben in Glückseligkeit oder ein Leben in seelischer Finsternis und Nacht.
Unvorstellbar herrlich wird das Leben an dem Platz der Wonne, im Himmel, sein. In Offenbarung zi, Vers 4 können wir lesen: »Er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein«.

Unabläßlich ist Gott bemüht, die Menschen vor die Entscheidung über die beiden Ziele ihres Weges zu stellen. Niemand wird einmal sagen können, er habe es nicht gewußt. Es ist müßig zu versuchen, das eine oder andere Lebensziel beschreiben zu wollen. Menschliche Ausdru&sweise und Empfindungen sind hierfür zu schwach. Ebenso müßig ist es auch, die Frage zu stellen, ob mit dem Tode alles aus sei. Jeder weiß, daß, biologisch gesehen, kein Stoff aufhört zu existieren. Die Frage lautet vielmehr: »Wo wird meine unsterbliche Seele sich in der Ewigkeit befinden?« Es ist ein Irrtum, zu sagen, die Hölle sei für den Menschen bereitet. Sie ist einzig und allein geschaffen worden für den Teufel und seine Engel.
Aber der Mensch, der nicht Buße tun, sich nicht bekehren will, kommt an den gleichen Ort der Qual. Er hat es selbst in seiner Hand, wo er die Ewigkeit zubringen will. Gott zwingt niemanden, Seine Gnade ist grenzenlos, und die Tür zur Seligkeit steht noch weit offen.
Der Weg dorthin geht aber nur über Buße. Man muß erkennen, daß man Gottes Majestät durch sein Leben in Unabhängigkeit von Ihm und in Sünde verunehrt und beleidigt und infolgedessen das Gericht verdient hat. Dann schenkt Gott einem solchen den kostbaren Glauben an das stellvertretende Opfer des Sohnes Gottes auf Golgatha, durch das allein man gereinigt wird von Schuld und Sünde. Ein solcher empfängt die Gewißheit, daß er die Ewigkeit dort zubringen wird, wo es keine Tränen und kein Leid mehr gibt. Gottes Wille ist, daß alle Menschen an diesen wunderbaren Ort kommen. Gott ist Liebe. Er will nicht den Tod des Sünders. Er will nicht, daß der Mensch die Ewigkeit in Qualen und Schmerzen, getrennt von Ihm, zubringt. Er hat alles getan, was zur Rettung nötig ist, es liegt einzig und allein an dem Menschen. Gott ist heilig und gerecht. Er muß über den in Sünde gefallenen Menschen zu Gericht sitzen. In nur wenigen Zeilen, aber desto ernster, lesen wir in Gottes Wort von dem Los des Menschen, der unversöhnt mit Ihm in die Ewigkeit geht.

Aber auf fast jeder Seite Seines Wortes können wir von Seiner Liebe und Gnade den verlorenen Menschen gegenüber lesen, die Er erretten will. Er will am Orte der Freude und der Glückseligkeit in alle Ewigkeit mit dem zurückgefundenen Menschen Gemeinschaft haben und ihn in ungetrübter Freude und Herrlichkeit bei sich wohnen lassen.
Lieber Leser, fliege nicht heute und bezahle später, sondern wähle heute das Leben, um dann morgen kostenlos die Ewigkeit im Vaterhaus zubringen zu können.
Seele, was ermüdst du dich in den Dingen dieser Erde, Die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden?
Suche Jesum und Sein Licht, alles andre hilft dir nicht.

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