Gewissheit über Ewigkeit

GIBT ES GEWISSHEIT ÜBER DEN HIMMEL UND DIE EWIGKEIT?
Der gläubige Christ lebt in der lebendigen Gewißheit, sein Leben in der Ewigkeit im Himmel zuzubringen. Der menschliche Geist ist nicht fähig, die Herrlichkeit dieses Ortes und Zustandes mit den rechten Worten zu beschreiben. Der Mensch ist für den Himmel geschaffen worden, sonst würde er sich trotz seiner geistigen und körperlichen Fähigkeiten nicht von anderen Lebewesen unterscheiden. Mannigfaltig sind die Vorstellungen, die man sich von dem Himmel macht. In seiner Betrachtung ist dem Auge des Glaubens auch keine Grenze gesetzt. Wir dürfen wissen, daß er an Herrlichkeit, Glückseligkeit und Schönheit all unsere Erwartungen übertreffen wird.
Wenn der Gläubige an den Himmel denkt, ist das Vaterhaus, die Gegenwart Gottes selbst gemeint, im Unterschied zu den geschaffenen Himmeln (Lufthimmel, Sternenhimmel) oder der Erde.
Im Sprachgebrauch des natürlichen Menschen läßt sich zwar etwas von dem Leben dort ahnen, wenn man vom »Himmel auf Erden« spricht. Dieses Wort macht aber nur wenig deutlich von dem, was den Gläubigen erwartet, wenn er vom Glauben zum Schauen kommt.
Immer wieder wird die Frage gestellt: »Weißt du, ob du in den Himmel kommst? «
Trotzdem es völlige Heilsgewißheit gibt, lebt mancher in Ungewißheit und kommt dadurch nicht zur rechten Heilsfreude. Die einen sagen, diese Frage werde erst in der Ewigkeit entschieden, es sei Anmaßung, dieses schon jetzt von sich zu behaupten. Wieder andere sagen, es komme darauf an, ob man einmal einem gnädigen Gott
90    1    91

begegne, der dann auf Grund eines rechten Wandels und guter Werke den Platz im Himmel bestimme. Wieder andere stützen sich auf religiöse Handlungen oder Zugehörigkeit zu einer Kirche und glauben, dies genüge, um in den Himmel zu kommen. Wieder andere geben zwar zu, daß man dies wissen kann, behaupten aber, daß nur der diesen Ort erreichen wird, der sich anstrengt, ein guter Christ zu sein und Gottes Gebote zu halten.
Aber Dank sei unserem Gott, daß Er uns in Seinem Worte mitteilt, daß das Leben im Himmel nicht von so unsicheren, fragwürdigen Voraussetzungen abhängt. Es wäre für jeden Menschen ein verhängnisvoller, nie wieder gutzumachender Irrtum, wenn er sich darauf verließe, daß diese wichtige Frage erst in der Ewigkeit entschieden würde. Schon jetzt hier auf Erden darf der Gläubige sich auf dieses wunderbare Leben in der Ewigkeit freuen.
In. x. Job. 5, 13 läßt Gott uns ganz deutlich sagen: »Dies habe ich euch geschrieben, auf daß ihr wisset, daß ihr ewiges Leben habt, die ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes«. Der Christ darf und soll es wissen, daß er betreffs der Ewigkeit keine Sorge mehr zu haben braucht. Diese Frage hat für ihn bereits ein anderer entschieden, nämlich der Herr Jesus Christus auf Golgatha. Jeder kann es deshalb wissen, ob er in den Himmel kommt.
Aber diese Gewißheit muß hier auf Erden erlangt werden, und diese Gewißheit kann sich nur auf Gottes Wort gründen.
Die ganze Freude und der völlige Frieden des Christen hängen davon ab. Zweifel und Ungewißheit sind keine guten Begleiter während dieser Erdenzeit. Gott läßt keine Frage offen in bezug auf die Ewigkeit, in bezug auf Himmel und Hölle..
Allen lebenden Menschen steht der Himmel noch offen, und Gott ladet alle ein, ohne Ansehen der Person. Der Mensch kann sich nicht den Himmel verdienen, sondern er muß sich bekehren, damit er einen Platz im Himmel bekommt.
Wie kann er nun dieses tun, dieses sogar wissen, und welches ist die Bedingung?
In dem oben angeführten Vers heißt es, daß jeder, der da glaubt an den Namen des Sohnes Gottes, es wissen kann.
Glauben an den Herrn Jesus Christus, an Sein Werk, das ist der Schlüssel, um in den Himmel zu kommen.
Nun kann aber der natürliche Mensch von sich aus nicht glauben, denn der Glaube (der rettende Glaube) ist die Gabe Gottes. »Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen« (x. Kor. 2, 14). Aber diesen Glauben schenkt Gott dem reumütigen, bußfertigen Sünder, der im Bekenntnis seiner Sündenschuld zu Ihm um Gnade ruft. Der bloße intellektuelle Glaube (Kopfglaube) rettet nicht.
Diesen Schlüssel des Glaubens will Gott jedem Menschen geben. Er wird dann dankbar erkennen, daß der Herr Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, der Heiland der Welt.
In Ihm wurde Gott im Fleische geoffenbart, als wahrhaftiger Mensch. Er kam vom Himmel auf diese Erde, um auf Golgatha den Weg zum Himmel aufzuschließen. Es ist erforderlich, an den Namen Jesu zu glauben, denn Jesus bedeutet »Retter«. Auf Golgatha hat der Herr Jesus Schuld und Sünde freiwillig auf sich genommen, um dadurch den bußfertigen, reumütigen Menschen vor dem kommenden Gericht Gottes zu retten.
92    1    93
In einem Liede heißt es: »Christ, der Retter, ist da.« Es ist auch erforderlich, an Jesus Christus zu glauben als an seinen persönlichen Herrn.
»Ein jeder, der irgend den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden« (Apostelgeschichte 2, 21).
Er will und muß der alleinige Herr im Leben des Gläubigen sein, denn niemand kann zwei I'Ierren dienen. Entweder dient man dem Gott dieser 'Welt, Satan, oder dem Herrn über Leben und Tod und stellt sich ganz unter Seine Autorität.
»ES ist in keinem anderen das Heil, denn auch kein anderer Name ist unter dem Himmel, der den Menschen gegeben ist, in welchem wir errettet werden müssen« (Apostelgeschichte 4, rz). Die Entscheidung muß jeder heute treffen, denn morgen könnte es zu spät sein. Mit dieser Entscheidung wird die Gewißheit erlangt, die Ewigkeit dort zuzubringen, wo Er selbst ist, im Himmel, wonach sich letztlich jeder Mensch sehnt.
Wer diese Gewißheit nicht besitzt, hat auch keine Sicherheit und keine Freude. Zweifel und Ungewißheit führen ins Gericht, denn »wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet (Joh. 3, 18) und der Zorn Gottes bleibt auf ihm.« Dieser Zorn wird sich über jeden Menschen entladen, der auf dem breiten 'Wege bleibt, auf dem 'Weg, der nicht in den Himmel, sondern in die Hölle führt.
Seit fast zwei Jahrtausenden ruft, mahnt und bittet der Herr Jesus: »Kommet her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben« (Matth. i r, z8). 'Wer dieser Einladung folgt, bat einen Platz im Himmel. Kann Gott noch mehr Langmut und Geduld erweisen?
Bald wird die Einladung ein Ende haben, die Tür zum
Himmel wird geschlossen. Mancher wird dann vor der
Himmelstür stehen und mit Erschrecken feststellen, daß alles Wahrheit war, auch das, was oft spöttelnd und lächelnd gesungen wurde: »Schließ den Himmel zu, alle Englein gehn zur Ruh«. Der Mensch wird dann, wie die fünf törichten Jungfrauen, vor verschlossener Türe stehen und hören: »Ich kenne euch nicht.«
Satan, der große Widersacher Gottes, setzt alles daran, daß der Mensch sich mit dieser lebenswichtigen Frage nicht beschäftigt. Denn jeder, der dies ernsthaft tut, wird seiner Macht entzogen. Satan nimmt oft die Gestalt eines brüllenden Löwen an, oft auch die eines Engels des Lichts. Er bietet alles auf, um keine Menschenseele zu verlieren, sondern sie mit sich in sein furchtbares Endgericht hineinzuziehen. Er macht die Frage nach dem Himmel und der Hölle lächerlich, er verharmlost sie und sagt: »So schlimm wird das alles nicht sein, das wird sich später alles einmal finden«. Oft stellt er auch den Menschen die Schwierigkeiten und Unmöglichkeiten vor Augen. Er sagt: »Den Himmel mußt du dir verdienen« oder »Darum brauchst du dich nicht zu kümmern, diese Sorge nimmt dir deine Kirche ab«.
Oder er beruhigt die Menschen, indem er ihnen vorlügt, man habe es doch mit einem lieben Gott zu tun, der alle Menschen in den Himmel kommen läßt. Wie vortrefflich gelingt es ihm, den unbekehrten Menschen von der Notwendigkeit der Prüfung dieser ernsten Frage abzuhalten! Aber er scheut sich auch nicht, die Gläubigen oft in Zweifel und Unruhe zu versetzen. Ein ungewisses Herz ist gelähmt, dadurch auch ein Hindernis für andere suchende und fragende Seelen.
Der Heilige Geist ist noch hier auf Erden bemüht, bei
jeder ernsten Gelegenheit den Menschen immer wieder
vor diese Frage zu stellen. Er läßt ihn das Wort Gottes
94    5    95
hören, führt ihn an das Grab eines lieben Angehörigen, bringt ihn manchmal durch Krankheit an den Rand des Todes, denn Gott will, daß der Mensch weiß, ob er in den Himmel kommt oder nicht.
Wie wird das Leben dort sein?
Alles, was das Auge des Glaubens hier auf Erden geschaut hat, was der Inbegriff aller Sehnsucht, Hoffnung und Erwartung war, wird sich dort erfüllen. Gemessen an all dem, was das Erdenleben so beschwert, belastet und bekümmert, können wir etwas ahnen von der Glückseligkeit, die dort sein wird. Nicht mehr krank, nicht mehr müde, nicht mehr traurig sein, nicht mehr leiden, nicht mehr sterben müssen. Dort sind Tränen unbekannt, dort gibt es kein Krankenhaus, kein Altersheim, kein Erholungsheim, auch keinen Friedhof. Vollkommene Freude und vollkommener Friede werden dort herrschen, und es wird das Teil all derer sein, die im Leben und Sterben ihr Vertrauen auf den gekreuzigten und auferstandenen Heiland gesetzt haben, Jedem Menschen steht diese Gabe Gottes, dieses Geschenk offen, jedem, der da Buße tut und an das vollbrachte Werk von Golgatha glaubt.
Dort hat der Herr Jesus Christus sich stumm wie ein Lamm für den schuldbeladenen Menschen geopfert und deswegen gilt Ihm allein dort aller Dank, alles Lob und alle Anbetung.

Ewig wird Er der Mittelpunkt für alle Gläubigen sein.
Seine Gegenwart ist es, die für die Millionen und Aber-    
millionen von Erlösten den Himmel ausmacht, der von ihren Lobgesängen widerhallen wird.        
Kann es für einen Gläubigen etwas Herrlicheres geben,    
als diesen Augenblick zu erleben? Dann nehmen die Dinge    

dieser Welt keinen Platz mehr bei ihm ein, alles hat dann erst seine richtige Bedeutung erlangt.
Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell hinein,
Daß mir werde groß das Große und das Kleine klein erscheine.
Selge Ewigkeit
Irdische Sorgen, Not und Bedrängnisse werfen den Gläubigen auf seiner Pilgerreise oft nieder, aber sie können ihn nicht überwinden. Die Kraft zum Überwinden liegt in der lebendigen Hoffnung, bald am Ziele zu sein und Den zu schauen, der nach vollbrachtem Werk den Himmel wieder eingenommen hat. Der Herr Jesus sehnt sich danach, bald alle Seine Erlösten um sich versammelt zu sehen. Für den Gläubigen ist das Leben in dieser Welt nut ein Durchwandern, ein Wandel im Glauben, gemäß der Stellung eines Himmelsbürgers und nicht eines Erdenbürgers.
Mit Sehnsucht schaut auch der Gläubige nach dem Augenblick aus, wo er erlöst und befreit wird von dem Leibe der Schwachheit, um im Himmel Seinen Herrn zu schauen von Angesicht zu Angesicht und allezeit bei Ihm zu sein. Dann wird er auch vereint sein mit all den Gläubigen, die schon vorangegangen sind. Schon jetzt darf er sich freuen und sagen:

Wenn nach der Erde Leid, Arbeit und Pein,Ich in die goldenen Gassen zieh ein,
Wird nur das Schaun meines Heilands allein, Grund meiner Freude und Anbetung sein.
Das wird allein Herrlichkeit sein,Wenn frei von Weh ich sein Angesicht seh.

Keine Produkte in dieser Kategorie vorhanden