Halte fest Jahrgang 1962

  • Halte fest Jahrgang 1962

gebraucht

Bestell-Nr.: HF1962
Autor/in: verschiedene
Titel: halte fest 1962
Preis: 3,90 €
Format: 12 x 19 cm
Seiten: 380
Gewicht: 400 g
Verlag: Beröa Verlag
Erschienen: 1962
Einband: Halbleinen
Sprache: Deutsch
Zustand: leichte Gebrauchsspuren
Kurzinfo:
MONATSSCHRIFT FÜR KINDER GOTTES 
5. Jahrgang 
Leseprobe:Der geschlagene Fels
Halte fest Jahrgang 1962 - Verfasser: E. K.
 
(Gedanken über 2.Mose 17,1-7; 4.Mose 20,1-13 und 2.Mose 33,21).
 
Der Betrachtung der vorerwähnten Stellen ist vorauszuschicken, dass wir im Neuen Testament das Wasser als ein Bild für zwei sehr wichtige Gaben Gottes an den Menschen finden:
1. als ein Bild vorn Worte Gottes (Joh. 3,5; 13,5; 15,3; Eph. 5,26),
2. als ein Bild von dem Heiligen Geiste (Joh. 4,14; 7,38 und 39).
 
Die Wirkungen dieser Gaben sind:
1. Errettung von verlorenen Sündern (Joh. 3,5 und 6; Offb. 21,6; 22,17),
2. Reinigung des Gläubigen von seinen täglichen Verfehlungen (Joh. 13,5; Eph. 5,26),
3. zur Erquickung des Gläubigen auf seinem Pfade durch diese Welt (Joh. 13 in Verbindung mit Luk. 7,44 und 1.Mose 18,4, sowie Joh. 7,37-39). Hier, im Wasser, das aus dem geschlagenen Felsen hervorkam, haben wir es vor allem mit einem Bild von dem Heiligen Geiste zu tun.
 
«Du sollst auf den Felsen schlagen» (2.Mose 17,1-7)
Israel, ein Volk von über 600'000 Männern, ohne ihre Frauen und Kinder, kam nach dem Auszug aus Ägypten auf seiner Wüstenreise nach Rephidim. «Und da war kein Wasser zum Trinken für das Volk» (Kap. 17,1). Eine furchtbare Lage inmitten der öden, dürren Wüste! Denn ungestillter Durst führt den Menschen viel schneller zum Tode, als Hunger. Auch kann der Hunger nicht wirklich gestillt werden, wenn nicht zuerst der Durst gelöscht wird. Schon in der Natur sehen wir, dass ein an sich fruchtbarer Boden nicht imstande ist, Pflanzen zu ernähren, wenn ihm Wasser mangelt. Ohne Wasser würden die Pflanzen absterben, wenngleich sie von einer Fülle von Nährstoffen umgeben wären. Wasser allein löst die Nährstoffe im Boden auf und macht sie den Pflanzen zugänglich. Sowohl im pflanzlichen und tierischen, als auch im menschlichen Körper ist alles von Wasser angefüllt, das ihn in die Lage versetzt, seine Funktionen zu erfüllen. Das ist ein treffliches Bild von dem Heiligen Geiste, ohne Den wir nicht in der Lage waren, Gottes Wort, das heisst geistliche Nahrung, aufzunehmen. Das kommt auch in den Worten des Herrn Jesu an Nikodemus zum Ausdruck: «Es sei denn, dass jemand aus Wasser und Geist geboren werde, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Was aus dem Fleische geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geiste geboren ist, ist Geist» (Joh. 3,5 und 6). In dieser Stelle ist das Wasser als ein Bild vom Worte Gottes gebraucht, jedoch in Verbindung mit der Wirksamkeit des Heiligen Geistes, der zur Aufnahme des Wortes und zur Wiedergeburt erforderlich ist.
Hätte Gott dem Volke Israel in der Wüste nicht Rettung geschaffen, so wäre es hoffnungslos vor Durst umgekommen, und es hätte auch das Manna, das es vorher schon empfangen hatte (Kap. 16), nicht aufnehmen können. Aber Gott liebte Sein Volk und sprach daher zu Mose: «Nimm deinen Stab... in deine Hand... Siehe, ich will daselbst vor dir stehen auf dem Felsen am Horeb, und du sollst auf den Felsen schlagen, und es wird Wasser aus demselben herauskommen, dass das Volk trinke» (2.Mose 17,5-6). Im Glauben gehorchte Mose, und es kam Wasser in solcher Fülle hervor, dass der Durst des ganzen Volkes gestillt wurde.
Wer das Herz des Menschen ein wenig kennt - und jeder «aus Wasser und Geist» Wiedergeborene sollte es kennen - der weis, dass in der Menschenseele ein tiefes, ungestilltes Verlangen nach Friede und Glück wohnt. Aber die meisten trachten und jagen in der Welt nach Befriedigung dieses Verlangens durch die Mittel, die sie bietet. Doch niemals kann diese Welt solches Verlangen stillen. Sie mag tausend Dinge anbieten, die man «Glück» nennt, und der Gott dieser Welt, der Feind der Seelen, mag dadurch Scharen von Menschen an sich fesseln. Aber der ersehnte Friede, das wahre Glück, bleiben aus. Die Herzen sind weiterhin öde, leer und unbefriedigt, und wer auf diesem Wege verharrt, verfehlt seine ewige Seligkeit in Gottes ewiger Herrlichkeit. Statt in der Welt das Gesuchte zu finden, stürzt er sich ins ewige Verderben, ins ewige Gericht, und wird nur brennenden, unstillbaren Schmerz ernten. Der Herr Jesus hat ganz klar gesagt: «Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wiederum dürsten; wer irgend aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit» (Joh. 4,13-14). Er, der Sohn Gottes, ist in diese Welt gekommen, um uns aus den trügerischen Wassern und vergifteten Quellen dieser Welt zu erretten. «Ich will dem Dürstenden aus der Quelle des Wassers des Lebens geben umsonst» (Offb. 21,6).
Nichts in der Welt, weder die Vergnügungen noch der Reichtum, weder Ansehen noch Ehre, weder sogenannte «Gute Werke» noch irgendeine menschliche Religion vermögen das wahre Verlangen, den Durst der Menschenseele zu stillen. Es lässt sich daher zwischen der Menschheit und dem dürstenden Volk Israel in der Wüste ein Vergleich ziehen. Gott hat dem Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt (Prediger 3,11), und deshalb vermag nichts zeitliches sein Verlangen zu stillen. Nur Gott allein kann dieses tun. Aber die Sünde trennt den Menschen von Gott, und diese ernste Tatsache ist die Ursache der Friede- und Freudelosigkeit seines Herzens. Weil aber Gott den Sünder liebt, und nicht seinen Tod will, sondern dass er sich bekehre und lebe, hat Er eine wunderbare Errettung bereitet.
Er gebot Mose in der Wüste: «Du sollst auf den Felsen schlagen, und es wird Wasser aus demselben herauskommen, dass das Volk trinke.» Jener Fels in der Wüste ist ein Gegenbild von dem «Fels der Ewigkeiten», von unserem Herrn Jesus Christus, dem Sohne Gottes. «Um unserer Übertretungen willen war er verwundet, um unserer Missetaten willen zerschlagen» (Jes. 53,5). «Schwert, erwache wider meinen Hirten und wider den Mann, der mein Genosse ist! Schlage den Hirten... und ich werde meine Hand den Kleinen (Geringen) zuwenden» (Sach. 13,7). Ihn hat Gott zur Errettung der verlorenen, verschmachtenden Menschen gesandt, und Er wurde am Kreuze an unserer Statt von Gottes Hand richterlich geschlagen. «Doch Jehova gefiel es, ihn zu zerschlagen, er hat ihn leiden lassen» (Jes. 53,10), damit ewiges Leben, ewiges Heil, göttlicher Friede, ja, sämtliche Segnungen Gottes allen Glaubenden zuteil werden können. Welches Erbarmen, welche Gnade!
So ist der geschlagene Fels, aus dem einst das dürstende Volk Israel in der Wüste erquickendes Wasser empfing, ein wahres Bild von Christo, der Mensch geworden ist und an unserer Stelle das ganze Gericht Gottes, das wir verdient hatten, am Kreuze erduldet hat. Mose bekam den Auftrag, den Felsen mit dem gleichen Stabe zu schlagen, mit dem vorher der Strom Ägyptens, der Nil, geschlagen und in Blut verwandelt worden war. So hat das Gericht Gottes, das über diese Welt - wovon Ägypten ein Bild ist - kommen wird, gleicherweise auch Ihn, den heiligen Sohn Gottes, für uns, die Glaubenden getroffen. Er, der Gerechte, hat für uns, die Ungerechten, gelitten, «auf dass er uns zu Gott führe» (1.Petr. 3,18). Aus Seinem Leiden und aus Seinem Tode fliessen nun für uns Ströme reichen, ewigen Segens. «Durch seine Striemen ist uns Heilung geworden» (Jes. 53,5). «Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet» (Joh. 3,18), und: «Hierin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, auf dass wir durch ihn leben möchten» (1.Joh. 4,9). Wie glücklich ist jede Seele geworden, die mit ihrer Sündenschuld vertrauensvoll zu Jesu gekommen ist und im Glauben in Ihm und in Seinem vollbrachten Werke ruht!
Als unser Fels, der Herr Jesus Christus, für uns von Gott geschlagen wurde, kamen im Anschluss daran, aus Seiner durch den Speer des Kriegsknechtes geöffneten Seite, Blut und Wasser heraus. Auf den Hass, auf die grosse Bosheit und Sündenschuld der Menschen antwortete Gott mit den Zeichen der Versöhnung und des Lebens für alle Glaubenden. Kurz darauf kam der Heilige Geist auf diese Erde hernieder, um uns die Fülle des Segens, die wir in Christo besitzen, kundzutun. Somit wurde das von dem Herrn Jesus vorausgesagte Wort erfüllt: «Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke. Wer an mich glaubt, gleichwie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fliessen. Dies aber sagte er von dem Geiste, welchen die an ihn Glaubenden empfangen sollten» (Joh. 7,37-39).
Es war der Ratschluss Gottes und auch der sehnliche Wunsch unseres Herrn, viele Söhne zur Herrlichkeit zu bringen (Hebr. 2,10). Das einzige Mittel zur Erfüllung dieses Ratschlusses und zur Erreichung dieses Zieles bestand darin, dass der Herr Jesus von Gottes richterlicher Hand an unserer Stelle geschlagen wurde. Sonst wären der Himmel und die Herrlichkeit den Menschen für ewig verschlossen geblieben. Nicht nur Versöhnung und ewiges Leben sollten uns gebracht werden, wir sollten darüber hinaus auch noch in eine ungeahnte Fülle von geistlichen Segnungen in den himmlischen Örtern eingeführt werden.
Das ist jetzt geschehen. Wäre Israel in der Wüste vor Durst umgekommen, so hätte es niemals das verheissene Land erreichen können. Seit der Auferstehung und Verherrlichung Christi werden alle wahren Gläubigen, nachdem sie geglaubt haben, mit dem Heiligen Geiste der Verheissung versiegelt, der ihnen bezeugt, dass sie Kinder Gottes sind. «Wenn aber Kinder, so auch Erben - Erben Gottes und Miterben Christi» (Röm. 8,16 und 17). Ebenso sind sie in Christo auch jetzt schon in die himmlischen Örter eingeführt worden, dorthin, wo ihre Segnungen sich befinden. Auch dürfen sie praktisch jetzt schon in Gottes heiliger Gegenwart stehen, Ihm mit Freimütigkeit nahen und Ihm mit Lob und Preis und Anbetung dienen. Welche Fülle von Segnungen! So sind die Ströme des Wassers, die einst in der Wüste aus dem Felsen flossen, auch ein Vorbild auf die Ströme der Segnungen und Freuden, die jeder Errettete durch die Wirksamkeit des Heiligen Geistes geniessen darf.
In 1.Korinther 10,4 lesen wir: «Sie tranken aus einem geistlichen Felsen, welcher nachfolgte. Der Fels aber war der Christus». In weich wunderbarer Weise hat Gott für Sein irdisches Volk gesorgt, als es auf der Wüstenreise war! Auf ihrer vierzigjährigen Wanderschaft hatten sie immer wieder neu unter den Entbehrungen und Beschwerden der Wüste zu leiden. Gott wusste das im voraus und liess sie durch den «geistlichen Felsen», der auch heute noch erquickendes Wasser spendet, nachdem Er einmal in der Fülle der Zeit geschlagen wurde, begleiten.
«Redet zu dem Felsen» (4.Mose 20,1-13).
Der erste Fels, der dem Volke Israel in wunderbarer Weise das Wasser gespendet hatte, lag vor der Wüste Sinai. Es war zu Anfang der Wüstenreise, dass Moses ihn schlug. Jehova-Christus stand auf dem Felsen (2.Mose 17,6).
Der zweite Fels, ein anderer als der erste, befand sich in der Wüste Zin, an der südlichen Grenze des Landes Kanaan, und trat erst am Ende der vierzigjährigen Wüstenreise in Funktion. Aber in beiden Fällen wird uns im Bilde des Felsens unser hochgelobter Herr vorgestellt, der uns vom Tage unserer Bekehrung an bis zum Schluss der Pilgerreise treu begleitet.
Nachdem Moses das eine Mal den Felsen geschlagen hatte, sollte er das zweite Mal nur noch mit dem Felsen reden, damit dieser sein köstliches Wasser gebe. Dies ist eine Darstellung der kostbaren Wahrheit, dass Christus, der Fels unseres Heils, nachdem Er einmal am Kreuze geschlagen worden ist und wir durch Ihn errettet wurden, nun allezeit die erfrischende Quelle der Kraft Seines noch hienieden pilgernden Volkes ist, um es auf dem Wege zur Herrlichkeit zu erquicken und zu laben
«Redet vor ihren Augen zu dem Felsen, so wird er sein Wasser geben; und du wirst ihnen Wasser aus dem Felsen hervorbringen und die Gemeinde tränken und ihr Vieh.» Das war ganz einfach, aber es musste im Glauben verwirklicht werden. Moses musste den von Gott vorgeschriebenen Weg beschreiten, um die nötige Erfrischung hervorzubringen. Auch uns fordert Gott in Seinem Worte auf, immer wieder unsere Anliegen vor Ihm kundwerden zu lassen und uns zur rechtzeitigen Hilfe an unseren grossen Hohenpriester zu wenden, wenn wir der Erquickung, Ermunterung und Barmherzigkeit bedürfen. Stets wird Er dann unser innerstes Verlangen stillen und uns mit neuer Kraft und Frische erfüllen. Wie oft versäumen wir es leider, im Gebet zu Ihm zu reden, wenn wir im Glaubenslauf ermatten. Er will uns ja so gerne immer wieder neuen Mut und neue Kraft schenken, um den vor uns liegenden Lauf mit Ausharren zu laufen, bis Er kommt und uns ins Vaterhaus einführt. Es ist so einfach; wir brauchen dazu nur immer wieder unseren Glauben und unser Vertrauen neu zu betätigen.
«Er spaltete Felsen in der Wüste und tränkte sie reichlich wie aus Tiefen. Und er liess Bäche hervorkommen aus dem Felsen und Wasser herablaufen gleich Flüssen... Siehe, den Felsen hat er geschlagen, und Wasser flossen heraus, und Bäche strömten» (Psalm 78; 15.16 und 20). Israel murrte in der Wüste, obgleich Gott in Seiner Liebe und Gnade dieses alles für sie getan hatte. Nun aber wies Jehova Mose und Aaron an, den Stab vor Jehova wegzunehmen und diesmal nur mit dem Felsen zu reden, damit er sein Wasser gebe. Gott wollte gegen Sein murrendes Volk wiederum in Gnade handeln. Aber Moses und Aaron erzürnten sich über das Volk, und anstatt mit dem Felsen zu reden, schlug ihn Moses zweimal mit dem Stabe. Zwar kam viel Wasser heraus, so dass das Volk seinen Durst stillen konnte, aber Jehova war wider Mose erzürnt, weil er und sein Bruder Aaron in ihrem Verhalten nicht die Gesinnung der Gnade und Langmut Gottes zum Ausdruck gebracht hatten. Daher gingen sie der Ehre und des Vorrechtes verlustig, Gottes irdisches Volk in das Land Kanaan einzuführen.
Wir ersehen daraus, dass der Herr es mit denen, die Ihn am besten kennen sollten, am ernstesten und genauesten nimmt. Je grösser unsere Erkenntnis und unsere Vorrechte sind, desto mehr sind wir verantwortlich, die Gesinnung unseres Herrn zur Darstellung zu bringen. «In denen, die mir nahen, will ich geheiligt, und vor dem ganzen Volke will ich verherrlicht werden» (3.Mose 10,3).
Dass Moses auch dieses Mal den Felsen schlug, erzürnte Jehova zweifellos auch deshalb, weil er der wichtigen Belehrung über das Gegenbild zuwidergehandelt hatte. Wir haben uns schon mehrmals daran erinnert, dass der Fels ein Vorbild von Christo ist. Dieser Fels ist einmal geschlagen worden, und zwar im göttlichen Gericht am Kreuze. Das sollte nicht wiederholt werden, «denn mit einem Opfer hat er auf immerdar vollkommen gemacht, die geheiligt werden» (Hebr. 10,14). Und: «Denn es hat ja Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, auf dass er uns zu Gott führe» (1.Petr. 3,18). Dieses einmalige Opfer kann und darf nicht durch eine Wiederholung herabgewürdigt werden. Es behält seinen Wert und seine Gültigkeit auf immerdar für alle, die einmal zu Christo Zuflucht genommen haben. Welch ein Schmerz und welch ein Greuel muss es für das Herz Gottes sein, wenn man in einem grossen Teile der Christenheit von einer «täglichen unblutigen Wiederholung des blutigen Opfers Christi» spricht. Das muss ihn noch mehr erzürnen, als das Tun des Mose an dem Vorbild, bei den Wassern zu Massa und Meriba. Denn Gottes Wort redet ganz klar von dem «ein für allemal geschehenen Opfer des Leibes Jesu Christi» (Hebr. 10,10), das jeden, der sein Vertrauen darauf setzt, auf immerdar vollkommen macht vor Gott. «Er aber, nachdem er ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht, hat sich auf immerdar gesetzt zur Rechten Gottes» (Hebr. 10,12).
Mancher mag vielleicht meinen, der Gläubige müsse, wenn er auf dem Wege gefehlt und gesündigt hat, wieder neu durch das Blut Christi gewaschen werden. Die Heilige Schrift lehrt aber nicht also. Obwohl das zu unserer Erlösung auf Golgatha vergossene Blut auch die einzige Grundlage jeder Reinigung und Vergebung ist, so erfolgt doch bei den Kindern Gottes die Vergebung und Reinigung selbst nicht durch eine neue Waschung im Blute des Lammes. Nachdem das kostbare Blut des Sohnes Gottes ein für allemal zur Erlösung und Reinigung geflossen ist und daher vor Gott für den Glaubenden in alle Ewigkeit seinen Wert behält, geschieht die immer wieder notwendig werdende Vergebung und Reinigung durch «das Wasser», das heisst durch das Wort Gottes. Aber der Herr Jesus ist als unser Sachwalter allezeit bei dem Vater für uns tätig und bewirkt durch Seinen Dienst und durch das Wort Gottes, dass unsere Herzen und Gewissen von unsern Verfehlungen überführt werden und wahre Beugung, Bekenntnis und Selbstgericht stattfinden. In dieser Weise wäscht Er uns unablässig die Füsse (Joh. 13) durch das Wasser, das heisst das Wort Gottes, das diese reinigende und heiligende Wirkung besitzt (vergleiche auch Epheser 5,26 und 27).
Gottes Wort unterscheidet die Wahrheit über die «ewige Vergebung» des heiligen Gottes dem verlorenen, reumütigen Sünder gegenüber und die Wahrheit über die Vergebung des Vaters gegenüber Seinen Kindern, scharf voneinander. Die erstgenannte, ewige Vergebung hat jeder Gläubige empfangen, als er sich in seinem verlorenen Zustand reumütig zum Kreuze wandte und im Glauben an das vollbrachte Werk des Herrn Jesus Christus Frieden mit Gott erhielt. Er, der treue Herr, hat am Kreuze «selbst unsere Sünden an seinem Leibe auf dem Holze getragen» (1.Petr. 2,24). So wurde das Gericht über jede Sünde des Gläubigen, vom Anfang bis zum Ende seines Lebens, von Christo am Kreuze getragen, und Gott wird sie nie mehr in Erinnerung bringen. Wie könnte auch Gott sich meiner Sünden erinnern, nachdem Er diese an Seinem Sohne am Kreuze gerichtet hat? Sie sind für immer vor Seinen Augen hinweggetan worden.
Gott ist, als der Richter aller, die Quelle der ewigen Vergebung. Aber in dem Augenblick, wo meine Verantwortlichkeit als Sünder vor dem heiligen Gott endet, beginnt meine Verantwortlichkeit als Sohn vor dem Vater. Wenn ich mit meinen Verfehlungen zum Vater komme, bitte ich nicht um die ewige Vergebung. Vielmehr komme ich dann zu Ihm mit dem Bekenntnis meiner Sünde, damit meine Gemeinschaft als Sohn mit Ihm, dem Vater, wiederhergestellt werde. Wenn der Gläubige sündigt, so bedeutet das nicht, dass er das neue Leben verloren habe, denn dieses Leben «ist verborgen mit dem Christus in Gott» (Kol. 3,3). Aber seine Verfehlung unterbricht und beraubt ihn der Gemeinschaft mit dem Vater. Diese Gemeinschaft wird erst wiederhergestellt, wenn der ungehorsame Gläubige mit dem Bekenntnis seiner Sünde zu seinem Vater kommt (1.Joh. 1,6-10; 2,1-2).
In Christo, dem ein für allemal geschlagenen Felsen, haben wir aber auch eine göttlich vollkommene Stellung erlangt. Wir stehen in Ihm geborgen vor Gott, so wie auch einst Mose sicher in der Felsenkluft stand. Moses wünschte die Herrlichkeit Gottes zu sehen. Er hatte eine Empfindung dafür, dass Gottes Herrlichkeit in Seiner Gnade ist, und begehrte sie zu sehen. Aber konnte diese Herrlichkeit in Gnade in Erscheinung treten, bevor der Mensch im Fleische nicht völlig beseitigt war? Moses wurde daher in die Felsenkluft gestellt und mit Gottes Hand bedeckt - ein Bild davon, dass durch das Werk Christi der Mensch im Fleische vor Gott völlig beseitigt worden ist Die Felsenkluft spricht von Christo im Tode; er war nötig, damit der Mensch im Fleische vor Gott ausser Sicht komme und Gott geoffenbart werde. «Wenn jemand in Christo ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden. Alles aber von dem Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesum Christum» (2.Kor. 5,17 und 18).
Das ist unsere neue Stellung vor Gott, durch Christum für ewig gesichert! Keine Macht Satans oder der Welt kann ein wahres Kind Gottes daraus entfernen. Welch eine Sicherheit!
Der lebendige Fels der Ewigkeiten, der einst von Gott geschlagen worden ist, hat uns eine Quelle von Segnungen eröffnet, deren Ursprung der Gott der Liebe selbst ist. Möchte es unser Teil sein, diese Segnungen auf unserem Wege zum himmlischen Lande, zum Vaterhaus droben, reichlich zu geniessen und uns ihrer zu erfreuen! Aber möchten wir auch nie vergessen, Ihm, unserem teuren, geliebten Herrn und unserem Gott und Vater allezeit dankbar zu sein und Ihm dafür aus vollem Herzen Anbetung und Huldigung darzubringen!
 
Inhalt
Seite
Jakob und Esau, etc
ABC des Christen, aus dem:
Orpa und Ruth 27
David und Michal, Ahas und Hiskia 88
Abraham und Lot 119
Achimaaz und der Kuschit 155
Die Tenne 189
Etwas Neues . . . . 219
Timotheus 248
Die Zeit 281
Mit Tränen säen . . . . . . 285
Maria Magdalene 310
Unser Dienst und seine Voraussetzung 346
Abhängigkeit von Gott 26
Bessere, das 17
Bewirket eure eigne Seligkeit mit Furcht und Zittern .. 345
Brot, nicht Naschwerk 280
Christus als Schatten und Lampe 136
Christus unser Heiland 328
Christus unser Erlöser 367
Das volle Heil in Christo (Römer 8) 97, 138
David stärkte sich ... in seinem Gott 146
Der Herr trägt uns 338
Du bist schöner als die Menschensöhne 129
Ein 225
Leib . . .
Einst Fremdlinge jetzt aber Hausgenossen Gottes ... 79
Er war innerlich bewegt 104
Ewige Leben, das 288
Fasten, Ueber das 298
Fels, der geschlagene 381
Freuet euch in dem Herrn allezeit 378
Gedanken 70, 86, 137, 145, 154, 183, 192, 271, 279, 288, 327, 337
Gefahr der Weltlichkeit, die 176
Gemeinschaft • . • • • • • 19
Gleichnisse in Matthäus 13, die 289, 341, 361
Gnade, die • . • . 33
Gnade sucht und nimmt auf, die 161
Gott alles Trostes, der 167
Gott geoffenbart im Fleische 208, 243
Heiligung 301
Herr, leite mich! (Gedicht) 103
Hoffnung der Versammlung, die 321, 353
Jonathan und Saul - der Glaube und das Fleisch ... 305
Kein Anklagegrund • . • • 87
Leib, ein 225
Mensch, der vollkommene • . . . 160
Müsste sich Paulus für dich ängstigen? 193
Prüfungen der Wüste, die 308
Psalm 22, Gedanken über 9, 49, 71, 107, 147, 184, 202, 236, 272
«Reiches», die verschiedenen Bezeichnungen des .... 297
Sie blickten auf Ihn und wurden erheitert 65
Steht Christus vor deinem Herzen? 39
Treue Verwalter • . • . 118
Unser barmherziger Hoherpriester 106
«Unser-Vater», Das 257
Unser Verkehr in der Welt 115
Verschiedene Namen der Heiligen Schrift 199
Versuchung des «zweiten Menschen», die 171
Vertrauen 278
Wahre Wiederherstellung 303
Was ich im Herzen verwahren soll 7
Wert des Blutes des Lammes, der 114
Wiederherstellung des Johannes-Markus, die 214
Wünschest du Fortschritte zu machen? 128
Ziehe mich, wir werden dir nachlaufen 47

 

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