Die Sünde

Die Sünde
Die Sünde - W.Sahm
Die Existenz der Sünde
Die Sünde ist eine Wirklichkeit auf dieser Erde, gleichwie der Tod eine Wirklichkeit ist. Der Mensch hat gesündigt und Gott hat das Urteil gesprochen. Sünde und Tod ist nicht zu trennen, es ist vielmehr eine einzige Angelegenheit.
„Darum, so wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesindigt haben, ..." (Römer 5,12).
Die Übertretung des Einen (Adam) hat die Verdammnis gebracht. Die Gerechtigkeit und der Gehorsam des Anderen (Christus) hat die Rechtfertigung und das ewige Leben gebracht. Die erste Frage Gottes an den Menschen nach dem Sündenfall war diese: „Wo bist du?" (1. Mose 3,9). Das zeigt den Zustand und die Stellung des Menschen vor Gott (Römer 5,19).
Die zweite Frage Gottes an den Menschen war: „Was hast du getan?" (1. Mose 3,13). Dies zeigt die Auswirkung dieses Zustandes, nämlich die Sünden als Taten.
Wir sehen also die Wurzel und auch die Frucht. David hat schon diesen Unterschied erkannt, denn er sagt in Psalm 51,5: „Siehe, in Ungerechtigkeit bin ich geboren", das ist Zustand und Stellung. Wenn David aber sagt: „Ich kenne meine Übertretungen" (Vers 3), dann waren es die Sünden, die er getan hatte, also die Frucht des sündigen Zustandes. Der faule Baum bringt schlechte Früchte (Matthäus 7.17).
Die Wurzel hat dieselbe Substanz wie die Frucht und da gibt es in der alten gefallenen Natur auch keine Veränderung. Der Herr sagt: „Was aus dem Fleische geboren ist, ist Fleisch (Johannes 3,6).
Im Buch Hiob finden wir die Frage: „Wie könnte ein Reiner aus einem Unreinen kommen?" (Hiob 14,4). Das Fleisch bleibt das, was es ist. Man kann es nicht verbessern oder reformieren. „Kann ein Mohr seine 1-Taut wandeln, ein Pardel seine Flecken? Dann könntet auch ihr Gutes tun, die ihr an Bösestun gewöhnt seid." (Jeremia 13,23).
Aber der Gläubige weiß, dass Gott Ihm eine neue Natur geschenkt hat, „einen neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit." (Epheser 4,24). Die alte Natur konnte nicht vergeben werden, ist aber im Tod Christi gerichtet worden (Römer 8,3). Von Natur sind alle Menschen Sünder, da ist kein Unterschied.
Hören wir das Zeugnis Gottes im Alten und im Neuen Testament. estament. „Denn da ist kein Mensch, der nicht sündigte." (1. Könige 8,46). „Denn alle haben gesündigt" (Römer 2,23). „Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, so machen wir ihn zum Lügner" (1. Johannes 1,10). Die Sünde ist eine unbezwingbare Macht und nur mit dem Tod kann und muss man ihr begegnen. Das wird ganz deutlich in Römer 6 gelehrt.

Alles Unglück, alles Unheil und alle Not in dieser Welt hat seine Ursache in der Sünde. Es ist ein Problem, mit dem der Mensch selbst nicht fertig werden kann. Gott aber wird mit diesem Problem fertig in Verbindung mit dem Herrn Jesus und Seinem, vollbrachten Werk auf Golgatha, denn „Er ist offenbart worden zur Abschaffung der Sünde durch Sein Opfer." (Hebräer 9,26).
Johannes der Täufer hat den gleichen Gedanken, wenn er ausruft: „Siehe das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt." Die Sünde in ihrer allumfassenden Bedeutung wird weggetan durch das Opfer des Herrn Gott gegenüber. Dabei besteht die Möglichkeit, dass ein Mensch in seinen Sünden stirbt und ewig verloren geht, wenn er nicht den Herrn im Glauben annimmt. „Daher sage ich euch, dass ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben." (Johannes 8,24).
Der Herr Jesus hat einst den ungläubigen Menschen (den Pharisäern) eine besondere Belehrung gegeben. Er spricht von Sünde, die bleibt (Johannes 19,39-43). Nichts kann ein Mensch mitnehmen, wenn er stirbt. Nur seine Sünden nimmt er mit, wenn er das Heil in dem Herrn Jesus nicht gefunden hat. Und die Schrift kennt nur zwei Möglichkeiten, entweder im Herrn zu sterben oder in seinen Sünden.

Die Erkenntnis der Sünde
Es fällt uns nicht schwer, die Sünde in dieser Welt zu erkennen, weil wir die Folgen davon so massiv vor uns haben. Es fällt uns auch nicht schwer, die Sünde bei anderen Menschen zu erkennen. Bezüglich des Blindgeborenen haben die jünger gefragt: „Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?" (Joh. 9,2). Entscheidend für die Ewigkeit aber ist, ob wir unsere eigenen Sünden im Licht Gottes erkannt haben. Wie treffend ist sein Wort in Klag. 3, 39: „Was beklagt sich der lebende Mensch? Über seine Sünden beklage sich der Mann!" Wenn ich keine Erkenntnis der Sünde habe, dann kann ich sie auch nicht beklagen. Aber wie verhängnisvoll ist es, wenn ein Mensch sagt: „Ich habe nicht gesündigt - ich bin unschuldig." Die Antwort Gottes darauf hören wir in Jer. 2, 35b: „Siehe ich werde Gericht an dir üben, weil du sagst: Ich habe nicht gesündigt." Und Gottes Urteil gilt allen Menschen: „Denn da ist kein Mensch, der nicht sündigte." (1.Kön. 8, 46). Wer nie seine Sünden im Licht Gottes gesehen hat, der wird sich einmal in der Hölle eine ganze Ewigkeit damit beschäftigen müssen.
Dann wird er sie sehen.
David war ein Mann, der seine Sünde erkannt hatte. Allerdings musste ihm diese Erkenntnis auch noch von Gott vermittelt werden. Dies wird deutlich in Psalm 51, wo der Prophet Nathan ihm seine Sünde zeigte. Nathan ist ein treffendes Bild vom Heiligen Geist, der den Menschen überführt „von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht." (Job. 16,8b). Die Reaktion Davids darauf ist, dass er sagt: „Denn ich kenne meine Übertretungen und meine Sünde ist beständig vor mir." (Ps. 51,3). Das brachte ihn in große Not und mit dieser Not ging er zu Gott, gegen den er gesündigt hatte. Und was er dann erlebte, wird in Psalm 32 geschildert. In Psalm 193 12 erinnert David an verborgene Sünden. Das waren die, welche er noch nicht als Sünde erkannt hatte. Wer kann überhaupt ermessen, wie sündig die Sünde in den Augen Gottes ist? Eine Sünde in den Augen Gottes mag sündiger sein als in unseren Augen die Sünden der ganzen Welt. 60 bis 80 Milliarden Menschen haben schätzungsweise bis jetzt gelebt. Elihu sagt in Hiob 34, 32: „Was ich nicht sehe zeige du mir." Das Gesetz, welches heilig, gerecht und gut ist, vermittelt auch Erkenntnis der Sünde. Röm. 3, 20: „Denn durch Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde." Der Apostel Paulus hatte sie auch. (siehe Röm. 7, 18).
Der Heilige Geist bewirkt nicht nur Sündenerkenntnis, sondern gibt auch die Erkenntnis des Sohnes Gottes. Und die Erkenntnis des Herrn bewirkt auch gleichzeitig Selbsterkenntnis und Sündenerkenntnis. So sagt Petrus, als er die Größe und Herrlichkeit des Herrn sah: „Geh von mir hinaus, denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr." (Lk. 5, 8). Als Jesaja die Herrlichkeit des Herrn sah, rief er aus: „Wehe mir! ich bin verloren; denn ich bin ein Mann von unreinen Lippen." (Jes. 6, 5). Ein Mensch mit Sündenbewusstsein kann sich nie in der Gegenwart Gottes wohl fühlen, weil bei Gott „das Böse (oder der Böse) nicht weilen kann." (Ps. 5, 4b). Und dennoch muss er in die Gegenwart Gottes kommen, um Vergebung zu erlangen. Die Erkenntnis der Sünde bewirkt auch ein zerbrochener Geist und ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz. Das ist es, was Gott nicht verachtet. Und diese Opfer Gottes sind Ihm angenehm! (siehe Ps. 51, 17). Ein solches Opfer nimmt Gott zu jeder Zeit und von jedem an.
Ein einflussreicher christlicher Mann hat gesagt, man solle das Wort Sünde nicht mehr gebrauchen. Wer so spricht, hat dem Wort Gottes etwas weggenommen, was nicht ungestraft bleiben wird. Wie kann es zu einem Bekenntnis der Sünden kommen, wenn keine Erkenntnis der Sünde da ist? Und wenn keine Erkenntnis der Sünde da ist, „so machen wir ihn zum Lügner." (1. Joh. 1, 10).

Das Bekenntnis der Sünde
Wenn Gott Sünden vergibt, dann ist es nur möglich auf Grund eines Bekenntnisses. Weil Er nun der Gott der Vergebung ist (Neh.9, 17), hat Er auch einen möglichen Weg gefunden. Wir lesen von David, daß er zunächst Sünde bekannt und dann Vergebung erlangt hat. (Ps. 32, 5) David sagt nicht nur, daß er gesündigt hat, sondern auch gegen wen er gesündigt hat. (Ps. 51, 4). Es war bei ihm eine Betrübnis Gott gemäß. (2.Kor.7, 10) Bei Sau!, Bileam und Judas zum Beispiel, hören wir auch die Worte: „Ich habe gesündigt." Aber es war keine Betrübnis Gott gemäß und so konnte Gott auch nicht vergeben. Es ist so wichtig, daß die Sünde in der Gegenwart Gottes bekannt wird. Der verlorene Sohn in Lukas 15, sagt: „Ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir." Wir sehen bei ihm erst die Entscheidung, dann die Umkehr; danach folgt das Bekenntnis und gleichzeitig die Aufnahme bei dem Vater. Wie Einfach und überzeugend ist diese Belehrung. Und diese Belehrung hat Gott auch einst seinem irdischen Volk Israel gegeben. „Nehmet Worte mit euch sprecht zu Ihm: „Vergib alle Ungerechtigkeit." (Hosea 14, 1 + 2)
Es ist auch manchmal nötig, daß wir Menschen gegenüber Sünden bekennen. In Jakobus 5, 16 heißt es: „Bekennet denn einander die Vergehungen." Wenn das geschieht, dann soll vergeben werden, „...gleichwie Gott uns in Christo Jesu vergeben hat." (Eph.4, 32) Aber das Wichtigste dabei ist, Gott die Ehre zu geben und Ihm zuerst ein Bekenntnis abzulegen. Josua sagt zu Achan: „Gib Gott die Ehre und lege ihm ein Bekenntnis ab; und tue mir kund, was du getan hast. (Jos.7 19) Wer das Bewußtsein der Vergebung haben will, muß immer erst bekennen. „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt. (1 .Joh. 1, 9)
Nun ist in der Heiligen Schrift zu erkennen, daß es nicht nur eine persönliche Schuld gibt, sondern auch eine gemeinsame. Nehemia bekannte einst die Sünden der Kinder Israel. (Neh. 1, 6) Auch Daniel hat einst nicht nur seine eigenen Sünden bekannt, sondern auch die Sünden seines Volkes. (Dan.9, 4 + 20) Esra fordert das Volk auf, ein Bekenntnis vor Jehova abzulegen, sein Wohlgefallen zu tun und entsprechen zu handeln. „Wer seine Übertretungen bekennt und sie läßt, wird Barmherzigkeit erlangen." (Spr.28, 13)
Nun könnte der Gedanke mich beunruhigen: Habe ich meine Sünden dein Herrn wirklich alle bekannt? Sicher gibt es noch Sünde in unserem Leben, die wir gar nicht als Sünde erkannt haben, die dennoch Sünde in den Augen Gottes ist. Ich darf wissen, daß der Herr Jesus, der sie gesühnt, auch vor Gott bekannt hat. Dieses wird vorgebildet am großen Versöhnungstag in 4. Mose 16. Der Hohepriester Aaron soll Sühnung tun für das Heiligtum und er bekannte alle Ungerechtigkeiten, alle Übertretungen und alle Sünden des Volkes. Hier haben
wir den klaren Hinweis auf unseren hochgelobten Herrn. Und so wie Seine Person vollkommen ist, wie Sein Werk vollkommen ist und Sein Opfer vollkommen ist, so ist auch die Vergebung eine vollkommene. Deshalb will Er unserer Sünden und Gesetzlosigkeiten nie mehr gedenken!
Aber bei den Ungläubigen ist es umgekehrt - Gott wird ihrer gedenken. Ja, Goti hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht. (Offb. 18, 5) Die Sünden des Gläubigen sind nicht nur vergeben sie haben auch keinen Platz mehr im Gedächtnis Gottes. Hiskia sagt: „Alle meine Sünden hast du hinter deinen Rücken geworfen." (Jes. 38, 17) Gott sieht sie jetzt nicht mehr.

Die Vergebung der Sünde
Wenn die Sünde existiert, dann kann sie auch erkannt werden. Und wenn sie erkannt wird, dann kann sie auch bekannt werden. Wer das von Herzen tut, der wird auch Vergebung erlangen. Alle Erlösten können einstimmen in die Worte des Apostel Paulus: „In welchem (in dem Sohne Seiner Liebe) wir die Erlösung haben, die Vergebung der Sünden." (Kol. 1, 14) Ja, Gott ist gut und zum Vergeben bereit. (Ps. 86, 5) Auch der Herr Jesus will vergeben. Er hat am Kreuz für seine Feinde gebetet: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun." (Luk. 23, 34)
Es hat schon solche gegeben, die gesagt haben: „Ich habe die Sünde wider den Heiligen Geist begangen - mir kann nicht vergeben werden." Das Wort spricht aber von der Lästerung des Geistes. Diese Lästerung bestand darin, das Werk des Herrn vor Augen zu haben und dennoch zu sagen, es sei das Werk Satans. Da gab es für die Pharisäer keine Vergebung. So war es im damaligen Zeitalter, und so wird es auch im zukünftigen Zeitalter sein. Die sichtbare Gegenwart des Herrn auf dieser Erde. (Mtth. 12, 22-32)Ein Gläubiger der Jetztzeit kann also die Sünde wider den Heiligen Geist nicht tun.
Als der Herr auf der Erde war, hat man gesagt: „Niemand kann Sünden vergeben, als nur einer, Gott." Aber der Herr Jesus hat unter Beweis gestellt, daß er, als der Sohn des Menschen, Gewalt hat Sünden zu vergeben. Er hat zunächst zu dem Gelähmten gesagt: „Sei gutes Mutes, Kind, Deine Sünden sind vergeben." Dies wurde als eine Lästerung verstanden. Dann gibt der Herr Jesus einen sichtbaren Beweis seiner Macht, indem er den Gelähmten heilt. Wer eine solche Macht hat, hat auch Macht, Sünden zu vergeben. (Mtth. 9, 1-7) Nun muß die Vergebung der Sünden auch eine göttliche und gerechte Grundlage haben, denn ohne Blutvergießung, gibt es keine Vergebung. (Hebr. 9, 22) Das Blut des Lammes Gottes ist geflossen am Kreuz von Golgatha als Beweis, daß Er seine Seele ausgeschütttet hat in den Tod. Gott hat dieses Opfer angenommen und das bestätigt: Eine vollkommene Vergebung, denn: „Wo eine Vergebung derselben
(der Sünden) ist, da ist nicht mehr ein Opfer für die Sünde." (Hebr. 10, 18) So hat Gott uns in Christo Jesu vergeben. (Eph. 4, 32) Wir haben eine vollkommene Vergebung erlangt.
Die Stelle in Epheser 4 erinnert auch an unsere gegenseitige Vergebung. Wenn Gott uns vollkommen vergeben hat, dann sollen auch wir von Herzen vergeben. Petrus hat einst den Herrn gefragt: „Wie oft soll ich meinem Bruder, der wider mich sündigt, vergeben? bis siebenmal?" Der Herr spricht zu ihm: „Nicht sage ich dir bis siebenmal, sondern bis siebzig mal sieben." (Matth. 18, 21+22) Das Bewußtsein der Vergebung kann nur der haben, der in Aufrichtigkeit seine Sünden bekannt hat. Solange David nicht bekannt hatte, sehen wir ihn unglücklich und niedergeschlagen, aber nach dem Bekenntnis seiner Sünde folgt der Rettungsjubel. (Ps. 32) Wenn Gott uns nicht die Vergebung in Christo Jesu geschenkt hätte, wäre die Sünde noch auf uns und wir wären ewig verloren. Aber so wie Gott reich ist an Barmherzigkeit, so ist er auch reich an Vergebung. „Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, wegen seiner vielen Liebe..." (Eph.2,4) Die Voraussetzung aber ist, daß der Gesetzlose seinen Weg verläßt und der Mann des Frevels seine Gedanken und, daß er zu dem Herrn umkehrt. Ja, „Er ist reich an Vergebung." (Jes. 55, 7) „Der da vergibt alle deine Ungerechtigkeit." (Ps. 103,

Sühnung und Tilgung der Sünden
Kein Mensch kann seine Sünden selbst sühnen. Aber der Glaube weiß: „Und Er (der Herr Jesus, unser Sachwalter) ist die Sühnung für unsere Sünden." (1. Joh. 2, 2) Und weil keine andere Sühnung möglich war, hat Gott Ihn gesandt„,... als eine Sühnung für unsere Sünden." (1. Joh. 4, 10) Nun ist Sühnung auch Reinigung, daß heißt, die Reinigung ist die Folge der Sühnung. Aaron, ein Bild von dem Herrn Jesus, „... tat Sühnung für sie zu ihrer Reinigung." (4. Mose 8, 21) Da betraf es die Leviten und ihren Dienst. Ebenso mußte Aaron für sich selbst und für das ganze Volk Sühnung tun am großen Versöhnungstag. (3. Mose 16, 24) Bei dem Hohenpriester sehen wir, wie er für sich selbst auch noch ein Opfer bringen mußte. Bei dem großen Hohenpriester, dem Herrn Jesus, war dies nicht nötig, weil Er rein, heilig, fleckenlos und ohne Sünde ist. Für sich selbst mußte Er kein Opfer bringen. Sühnung und Tilgung mußte geschehen im Blick auf unsere Sünden. Und es ist geschehen durch die Gnade Gottes, Weil wir an den Herrn Jesus geglaubt und unsere Sünden bekannt haben. Die Sünde, die im Fleische gekommen war, mußte auch im Fleische verurteilt werden. (Röm. 8, 3) „Daher mußte er in allem den Brüdern gleich werden..., um die Sünden des Volkes zu sühnen." (Hebr. 2, 17) Gott hat nun eine heilige und gerechte Grundlage geschaffen zur Sühnung unserer Sünden in der Person des Herrn, in seinem Tod und in seinem Opfer. Die Sühnung der Sünden kann erst
dann erfolgen, wenn der Sünder Buße vor Gott getan und das Werk des Herrn im Glauben angenommen hat. Buße und Bekehrung ist immer eine Voraussetzung daftir, den Segen zu empfangen, des aus dem Werke von Golgatha hervorkommt. So sagt Petrus in Apostelgeschichte 3 Vers 19: „So tut nun Buße und bekehret euch, daß euere Sünden ausgetilgt werden." Tilgung bedeutet auch „Auslöschen". Eine Forderung, die von einem heiligen und gerechten Gott besteht, wird jetzt aufgehoben. Kolosser 2, 14 macht das auch deutlich: „Als er austilgte, die uns entgegenstehende Handschrift in Satzungen, die wider uns war, hat er sie auch aus der Mitte weggenommen, indem er sie an das Kreuz nagelte."
David bittet zweimal in Psalm 511 um Tilgung seiner Sünden. „Tilge meine Übertretungen!" (Vers 1) und „Tilge alle meine Ungerechtigkeiten!" (Vers 9) Wenn sich der Mensch in Aufrichtigkeit zu Gott hin wendet - wenn er bittet und fragt, dann gibt Gott auch eine Antwort. Gott hat damals auch eine Antwort gegeben. „Die Opfer Gottes sind ein zerbrochener Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten. (Ps. 51, 1 7) Wie herrlich ist es, wenn Gott sagt: „ich habe deine Übertretungen getilgt wie einen Nebel, und wie eine Wolke deine Sünden." (Jes. 44, 22) „So weit der Osten ist vom Westen, hat er von uns entfernt unsere Übertretungen." (Ps. 103, 12) Im Norden und im Süden gibt es einen Pol, aber in der West - Ostrichtung oder Ost - Westrichtung gibt es keinen Pol.

Die Entfernungen sind unendlich. Weiter heißt es in Micha 7. 19:„... und du wirst alle ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen." Die Tiefen des Meeres sind bekanntlich tiefer als die höchsten Berge hoch sind an Metern. „Ich, ich bin es, der deine Übertretungen tilgt um meinetwillen; und deiner Sünden will ich nicht mehr gedenken!" (Jes. 43, 25) Jetzt sehen wir die Herrlichkeit seiner Gnade und auch den Reichtum seiner Gnade. (Eph. 1, 6 + 7)
 
Das ew'ge Wort laß immerfort an jedem Ort die Herzen noch berühren
und auch zur Buße führen, daß vielen Menschen Gottes Heil
und die Vergebung wird zuteil
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