Der Brunnen zu Bethlehem

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Der Brunnen zu Bethlehem - 2. Samuel 23, 15-17 BdH 1872
„Und David hatte ein Gelüste und sprach: Wer wird mich mit Wasser tränken aus der Zisterne von Bethlehem, die am Tore ist"? - Dieses Verlangen Davids wurde durch drei Helden aus jener tapferen Schar gestillt, die ihn in der Höhle Aduliam umringte. „Da brachen die drei Helden durch das Lager der Philister und schöpften Wasser aus dem Brunnen zu Bethlehem, der am Tore ist, und trugen und brachten es zu David".
David hatte keinen Befehl dazu gegeben; er hatte nur einen Wunsch ausgesprochen. Jedoch hierdurch wird den drei Männern eine Gelegenheit geboten, ihre Zuneigung und Liebe zu ihm zu zeigen. Wäre ein Befehl gegeben worden, so hätte nur blinder Gehorsam ans Licht treten können; weil aber ein bloßer Wunsch ausgesprochen war, so konnte sich die Liebe für den verworfenen König offenbaren.
Die drei Helden werden jedoch sicher nicht daran gedacht haben, daß die Handlung ihrer Anhänglichkeit und Liebe in das ewige Buch Gottes aufgezeichnet und von Tausenden gelesen werden würde. 0 nein; ihre Herzen waren mit David beschäftigt; -sie setzten ihr Leben auf's Spiel, um ihn zu erfreuen und seinen Geist zu erquicken. Hätten sie gehandelt, um sich einen Namen oder Platz zu 'erwerben, dann würde ihre Handlung aller Schönheit beraubt gewesen sein. Aber nein, .die Liebe zu David war ihr einziger Beweggrund; und sie lieferten den Beweis, daß er ihrem Herzen teurer war, als ihr eigenes Leben. Sie vegaßen alles über dem Dienst, den sie dem Könige erwiesen; der duftende Wohlgeruch dieses ihres Opfers stieg zu 'dem Throne 'qottes empor, und ihr Liebeswerk fand einen Platz im Worte 'Gottes und wird darin so lange glänzen, wie dieses Wort besteht.
0 wie sehr sollten wir nach einer ähnlichen Gesinnung gegenüber dem wahren David trachten! Wahrlich, wir bedürfen der vollen Hingebung als eine Frucht der Liebe Christi Wir dürfen nicht im Blick auf eine Belohnung, auf eine Krone, oder auf einen Ehrenplatz unsern Dienst verrichten, obwohl wir völlig
überzeugt sein dürfen, daß der 'Herr unsere Mühe nicht vergessen wird. Ist das Auge auf .die Belohnung gerichtet, dann stehen wir nicht auf dem rechten Platz. Ein solcher Dienst ist mangelhaft. Wir müssen uns mit dem Herrn und Seiner Liebe beschäftigen, 'dann wird die Liebe uns drängen, Ihm zu dienen und für Ihn zu leben. Jesus muß den ersten und vornehmsten Platz in unserm Herzen einnehmen, dann werden die guten Werke von selbst folgen. Sie sind dann eine Frucht der Liebe Gottes, die durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen ist. - 0 möchten wir uns 'doch gänzlich dem Dienste des Herrn weihen und uns ganz und gar mit allem, was wir sind und haben, Ihm übergeben! 
 
Wie hats die Seele doch 'so gut, die sich dem Herrn 'ergibt,
die nichts mehr will und nichts mehr tut, als daß sie Jesum liebt!

Still wandelt sie an Seiner Hand, ein selig Kind des Lichts;
das Antlitz hin zu Ihm gewandt, und scheut und 'fürchtet nichts.

Sie ziehet mutig ihre Bahn, mit Ihm wird nichts zu 'schwer;
durch Kampf und Leid gehts himmelan, sie weiß, Er liebt so sehr.

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