Betrachtungen über das 1. und 2. Samuel, Henry Rossier #

  • Betrachtungen über das 1. und 2. Samuel, Henry Rossier #

gebraucht
Bestell-Nr:     BN0640-20
Autor/in:    Henry Rossier
Betrachtungen über das 1. und 2. Buch Samuel
Preis:    5,00 €
Format:    18 x 12,5 cm
Seiten:    174
Gewicht:    300 g
Verlag:    Ernst Paulus Verlag
Erschienen:    1988 u. 1982
Einband:    Paperback
Sprache:    Deutsch
Zustand:    leichte Gebrauchsspuren
Kurzinfo:
Das Haus Elis, des Nachkommen von Ithamar, ging seinem Untergang entgegen; es konnte in der Verfassung, in welcher es war, nicht „vor Gott wandeln ewiglich" (V. 30). „Denn die mich ehren", spricht der Herr, „werde ich ehren, und die mich verachten, werden gering geachtet werden." Aber, wird man wieder fragen, verachtete denn Eli, dieser gerechte Mann, den Herrn? Ja; denn „kein Hausknecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhangen und den anderen verachten" (Lk 16, 13). Deshalb wird auch ein schreckliches Gericht über das Haus Elis ausgesprochen (V. 31-34). Aber Gott, der Gott der Gnade, bleibt bei dem Gericht nicht stehen; Er bedient Sich desselben, um ein beständiges Priestertum vor Sich aufzurichten.

Leseprobe: Kapitel 1

 

Das Gericht Gottes über Israel und Saul
Der Amalekiter, Kapitel 1, 1‑16.

Zwei Tatsachen kennzeichnen den Beginn der Regierung Davids: das Gericht über Israel und seinen Fürsten auf dem Gebirge Gilboa, und der Sieg über Amalek, welchen der erringt, der morgen König sein wird. Die Regierung Christi wird dieselben Kennzeichen tragen: sie kann nur er= richtet werden infolge des Gerichts über den Antichristen und die abtrünnigen Juden, und durch einen Sieg, welcher den großen Feind Gottes, Seines Gesalbten und der Menschen völlig kraftlos macht. Zur Einführung der tausendjährigen Regierung Christi wird Satan tatsächlich gebunden werden. (Offbg. 19, 19‑20, 3.)

 

Kaum ist der Sieg über die Amalekiter errungen, da kommt ein Bote aus dem Lager Sauls, "seine Kleider waren zerrissen, und Erde war auf seinem Haupte"; er kommt mit den Zeichen des Mitgefühls, der Trauer und des Schmerzes und zugleich mit den Ehrenbezeugungen, die er dem mut­maßlichen Erben der Königswürde schuldig ist: "Als er zu David kam, fiel er zur Erde und bückte sich. jeder andere als der Mann Gottes würde wohl von diesen Zeichen der Ehr­erbietung ergriffen worden sein; aber die einfältige Gemein­schaft mit dem Herrn, verbunden mit der Klugheit der Schlange, wenn es sich um Beziehungen zu der Welt handelt, bewahrt David vor dieser Schlinge. Wir selbst würden viel­leicht in einem ähnlichen Falle einige Mühe gehabt haben, die Absichten des Feindes zu erkennen; aber hüten wir uns vor jeder voreiligen Entscheidung. Das tat auch David. " Wo ‑h e r k o m m s t d u ? " fragt er. Ach bin aus dem Heerlager Israels entronnen", lautet die Antwort. " W i e s t e h t d i e Sache ? berichte mir doch"; und: "Wie weißt du, daß Saul und sein Sohn Jonathan tot sind?" Erst bei der dritten Frage offenbart sich der Lügner. David, der geistliche Mensch, kann schon aus der Redeweise des Boten die Unwahrschein­lichkeit der Erzählung vermuten. "Ich geriet z u f ä 11 i g auf das Gebirge Gilboa", sagt er. Wie? Zufällig? Gerät man wohl je zufällig ins Gedränge der Schlacht? "Und siehe, Saul lehnte sich auf seinen Speer ; und siehe, die Wagen und die R e i t e r setzten ihm hart nach." Wie völlig stand dies mit den Tatsachen im Widerspruch! Saul hatte sein S c h w e r t in der Hand, und nicht die Reiter, sondern die B o g e n ‑s c h ü t z e n bedrängten ihn. (l. Sam. 31, 3. 4.) Der ganze Rest der Erzählung ist völlig falsch. Wie konnte Saul den Amalekiter bitten, ein Ende mit ihm zu machen, da ja sein Waffenträger sich nicht eher tötete, als bis er sah, daß S au 1 t o t w a r ? "Da trat ich zu ihm hin und tötete ihn." (V. 10.)

 

Dieser Geist der Lüge hat den großen Feind zur Quelle, der das Herz des Sohnes Isais nicht verstehen konnte. Wie hätte er, der Böse, denken können, daß David nur Gefühle der Gnade und Liebe für seine Feinde hatte, und daß ihr Fall sein Herz mit ungeheuchelter Betrübnis erfüllen würde? Doch vor allem wollte er David dahin bringen, die Krone Sauls, das Zeichen der königlichen Würde, a u s s e i n e r H a n d anzunehmen. Seine List wird vereitelt. Wenn er in späteren Tagen den Messias, den Sohn Davids, auf einen sehr hohen Berg führt und Ihm alle Reiche der Welt anbietet unter der Bedingung, daß Er ihm huldige, erleidet er eine neue voll­ständige Niederlage.

 

Das erste Gefühl Davids bei der Kunde von dem Sturz des Königtums und der Niederlage Israels ist Trauer. Wie rührend ist sein Verhalten! "Da faßte David seine Kleider und zerriß sie; und alle Männer, die bei ihm waren, taten ebenso. Und sie klagten und weinten und fasteten bis an den Abend um Saul und um Jonathan, seinen Sohn, und um das Volk Jehovas und um das Haus Israel, weil sie durchs Schwert gefallen waren.‑ Der Mann Gottes hat den Haß, die Nach­stellungen und Verfolgungen, die beständige, sein eigenes Leben bedrohende Gefahr gänzlich vergessen; er denkt nur daran, daß Jehova Sein Zeugnis Saul anvertraut und ihn ge­salbt hatte, und daß Israel einst durch ihn zum Siege geführt worden war. Er trauert auch um Jonathan, und mochte das Volk Gottes auch noch so schuldig sein, er trennt sich nicht von ihm, als wenn er nicht zu ihm gehöre, und er weint über das Unglück des Volkes.

 

Welch eine ernste Unterweisung liegt hierin für uns! Das Gericht ist bereits ausgesprochen und wird bald hereinbrechen über die Christenheit, welche die wahren Zeugen Christi haßt, verachtet und oft sogar verfolgt. Haben wir gegen sie und ihre Leiter die wahren Gefühle Davids? Trauern wir, anstatt uns zu freuen? Zerreißen wir unsere Kleider, anstatt jene zu ver­dammen? Erfüllt uns der Gedanke mit Betrübnis, daß bei der Vernichtung dessen, was den Namen Christi trägt, oder Ihm anzugehören bekennt, Satan seine Rechnung finden wird? Wahrlich, es sollte so sein! Diese Tränen über den Verfall, diese Gnade, dieses Mitgefühl mit den Irregeleiteten reden eindringlicher zu den Herzen der Schafe des Herrn, die noch mit jenen Zuständen verbunden sind, als die gerechteste Kritik, und öffnen ihnen die Augen über die Notwendigkeit, ihre Zuflucht zu dem Hirten Israels zu nehmen, wo das Schwert schon zum Schlage erhoben ist.

Der Überbringer der Nachrichten wohnt diesem Ausdruck der Betrübnis schweigend bei; er kann den Sinn davon nicht verstehen, und ahnt nicht im geringsten das Schicksal, welches über seinem Haupte hängt. Dann aber wendet sich David mit der letzten Frage an ihn: " W o h e r b i s t d u ? " Wenn Sa­tan, der die Gestalt eines Engels des Lichts anzunehmen weiß, uns zu versuchen trachtet, so laßt uns ihn zwingen, uns über seinen Ursprung Rechenschaft zu geben, uns seinen wahren Namen zu nennen. Sind wir in der Gegenwart Gottes, so wird er schließlich immer sich verraten. Der Name seines Volkes war diesem Lügner, der wahrscheinlich nur auf den Gilboa gekommen war, um die Toten zu berauben, schon entschlüpft, als er seine vorgebliche Unterredung mit Saul erzählte. jetzt kann er sich nicht selbst widersprechen. "Ich bin der Sohn eines amalekitischen Fremdlings", sagt er. "Wie hast du dich nicht gefürchtet", entgegnet David, "deine Hand auszustrecken, um den Gesalbten Jehovas zu töten? ... Dein Mund hat wider dich gezeugt." Nein, es kann nichts Gemeinsames zwischen David und einem Amalekiter geben, und niemals wird David die Krone aus seiner Hand annehmen. Wenn auch unsere Herzen voll Erbarmen sein können, falls es sich handelt um die Bedürfnisse und Trübsale des untreuen Volkes Gottes und derer, die, wie Saul verworfen, doch Sein Zeugnis getragen haben, so müssen sie doch für die Werkzeuge, die Satan ge­sandt hat in der Absicht, uns zu versuchen, ohne Gnade sein; sie müssen ohne jedes Zaudern das Böse böse und den Feind einen Feind nennen.

 

Das Lied von dem Bogen, Kapitel 1, 17‑27.

 

,David stimmte dieses Klagelied an über Saul und über Jonathan.‑ Er drückt darin seinen Schmerz aus über das Unglück der Fürsten Israels und ihres Heeres; aber dieses Lied von dem Bogen soll von den Kindern Juda gelernt werden. Es ist eine Unterweisung für sie. Sie waren Zeugen des Unglücks Israels und sollten daher wissen, wie sie es für sich selbst in Zukunft vermeiden könnten. Saul war durch die Bogenschützen besiegt worden (i. Sam. 31, 3), da er selbst dieser Waffe beraubt war. Wir hören in 1. Chron. 12, 1‑7, daß vor der Niederlage Sauls die Bogenschützen, die zum Stamme Benjamin und zum großen Teil zur Familie des Soh­nes Kis' gehörten, sich mit David verbündet hatten und zu ihm nach Ziklag gekommen waren. Daher wurde Saul so "sehr angst vor den Schützen".

 

Dieses Lied von dem Bogen hat einen treffenden Kehr­reim: "Wie sind die Helden gefallen!" (V. 19.) "Wie sind die Helden gefallen mitten im Streit!" (V. 25.) "Wie sind die Helden gefallen, und umgekommen die Rüstzeuge des Strei­tes!" (V. 27.) Was hatte ihnen denn gefehlt? Der Bogen, durch den Saul besiegt worden war! Der Bogen ist in der Schrift überall das Sinnbild der K r a f t , den Feind zu be­siegen. Mit dem Schwerte greift man ihn Mann gegen Mann an; mit dem Bogen bekämpft man ihn aus der Entfernung, indem man seine Annäherung zu verhindern sucht. Der Schütze sieht den Feind von weitem kommen, gibt sich Rechen­schaft von seinen Bewegungen und Absichten und streckt ihn zu Boden, bevor er angegriffen hat. Der Bogen ist eine mehr Einsicht erfordernde Waffe als das Schwert, aber er ist vor allem das Sinnbild der Kraft, denn es bedarf starker Hände und Arme, um ihn zu spannen und zu gebrauchen.

 

Die Helden Israels, Saul an der Spitze, hatten den Bogen eines Feindes angetroffen, der stärker war als sie. Der Irr­tum, der sie ins Verderben geführt hatte, bestand darin, daß sie ihre Kraft für genügend gehalten hatten. Doch die Kraft ist nichts ohne Abhängigkeit, denn sie ist nicht in uns selbst, sondern in Dem, der sie unfehlbar für uns besitzt. Der Mensch Jesus Christus ist das Beispiel dafür. Er hat Seine Kraft nur in Gott suchen wollen und würde sonst auch nicht der voll­kommene Mensch gewesen sein. Obwohl die Bogenschützen Ihn beschossen, hat Seine Kraft Ihn nicht verlassen. (l. Mose 49, 23. u. 24.) Als Seine Schwachheit scheinbar der Macht des Feindes erlag, blieb Sein Bogen fest, Seine Kraft unvermin­dert. Sie bestand nur in der Abhängigkeit : "Die Arme Seiner Hände waren gelenkig d u r c h d i e H ä n d e des Mächtigen Jakobs."

 

Hatte Er nicht schon i n S e i n e m L e b e n die Kraft Gottes durch eine völlige Abhängigkeit von Ihm geoffenbart? Alle Seine Handlungen bewiesen das. So sagt Er auch am Grabe des Lazarus, wenn Er Seine Kraft in der Auferweckung eines Gestorbenen zeigt: Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast."

In S e i n e m T o d e war Er, obwohl Er in Schwachheit gekreuzigt wurde, nichtsdestoweniger G o t t e s K r a f t. Vor dem Kreuze wurde die ganze Kraft des Menschen und des Satan von Ihm zunichte gemacht. Durch den Tod hat Er den besiegt, der die Macht des Todes hat. Da vor allem blieb Sein Bogen fest und waren die Arme Seiner Hände gelenkig durch die Hände des Mächtigen Jakobs.

 

Seine Auferstehung ist die öffentliche Darstel­lung dieser Kraft Gottes, auf welche Er vertraute. Gott hat Ihn als Sohn Gottes in Kraft erwiesen, indem Er Ihn aus den Toten auferweckte. Christus hatte Gewalt, Sein Leben "wieder­zunehmen", gerade so gut wie es "zu lassen"; aber selbst hinsichtlich Seiner Auferweckung wartete Seine abhängige Seele auf die Kraft Gottes: " Du wirst meine Seele dem Scheol nicht lassen, und wirst nicht zugeben, daß dein From­mer die Verwesung sehe." (Ps. 16. 10.) " Du hast mich er­hört von den Hörnern der Büffel' (Ps. 22, 21.) " E r hat mich heraufgeführt aus der Grube des Verderbens, aus kotigem Schlamm, und E r hat meine Füße auf einen Felsen gestellt." (Ps. 40, 2.) Er ist aus den Toten auferweckt worden d u r c h die Herrlichkeit des Vaters." (Röm. 6, 4.) "Die überschwengliche Größe Seiner Kraft ... hat in dem Christus gewirkt, indem er ihn aus den Toten auferweckte." (Eph. 1, 19. 20.)

 

Doch damit ist es noch nicht zu Ende. Sein Bogen wird fest, Seine Kraft unvermindert bleiben i m m e r d a r. Wenn der Sohn des Menschen kommen wird, um die Völker zu richten, dann wird der eherne Bogen, der die Sünder treffen wird, in Seiner Hand sein. Auch dann noch wird es Sein Gott sein, der Ihn mit Kraft umgürten und Seine Hände den Streit lehren wird. In dieser Abhängigkeit wird Er Seine Feinde zerschmettern, so daß sie nicht aufzustehen vermögen. (Ps. 18, 32. 34. 38.) Seine Pfeile werden scharf sein und das Herz der Feinde des Königs treffen. (Ps. 45, 5.) Ja, Sein Bogen bleibt fest, und die Arme Seiner Hände bleiben gelenkig durch die Hände des Mächtigen Jakobs, bis Er Sich für immer auf den Thron Seiner Macht setzen wird.

 

Der Mensch mag einen Bogen haben, und doch kann es seinen Händen an Kraft fehlen in dem Augenblick, da er ihn gebrauchen muß. "Die Söhne Ephraims, gerüstete Bogen­schützen, wandten um am Tage des Kampfes" (Ps. 78, 9), und was die Feinde des Herrn angeht, so "wird der Bogen der Helden zerbrochen". (i. Sam. 2, 4; Ps. 46, 9; Jer. 49, 35; Hos. 1, 5; 2, 18.)

 

Was uns Christen betrifft, so kann auch unser Bogen nur unversehrt bleiben unter der Bedingung, daß wir unser Vertrauen auf Gott setzen, der uns Seine Kraft mitteilt. "Gehe hin in dieser deiner Kraft", sagt Jehova zu Gideon (Richt. 6, 14), und der Apostel Paulus machte die Erfahrung: "wenn ich schwach bin, dann bin ich stark". (2. Kor. 12, 10.) Nichts ist schwächer als ein Christ, welcher Christum als seine Kraft verlassen hat. Möchten wir daher unseren Bogen zu gebrauchen wissen; dann werden die Arme unserer Hände, ähnlich wie bei Christo, gelenkig bleiben durch die Hände des Mächtigen Jakobs. Laßt uns das Lied von dem Bogen lernen, indem wir uns üben, ihn zu spannen und den Pfeil passend zu machen, um das Ziel zu erreichen! Je mehr wir ihn gebrauchen, desto mehr werden wir dem Feinde gegenüber erstarken. Die Bogenschützen Benjamins, die sich als Treue in der elften Stunde, kurz vor der Niederlage Israels, zu dem Sohne Isais geflüchtet hatten, gaben dadurch zu verstehen, daß sie nicht auf ihren Bogen vertrauten mit Saul als Herrn, sondern auf die Kraft des verachteten David. Laßt uns tun wie sie; laßt uns den verworfenen König umgeben! Laßt uns nicht über unsere Schwachheit seufzen, als ob es kein Hilfsmittel dafür gebe; das würde weder Glaube noch Vertrauen auf Christum sein. Laßt uns in völliger Demut und Abhängigkeit auf Seine Kraft rechnen, welche unsere Hände stärken wird, um für Ihn zu kämpfen bis zu dem Tage, da wir nach beendetem Kampfe in Seine ewige Ruhe eingehen werden!

 

Das Klagelied Davids ist der rührende Ausdruck der Zuneigungen dieses Mannes Gottes. Ein mit Liebe erfülltes Herz hat keinen Raum für Groll und Bitterkeit. Mochte er einst auch unter den ungerechten Anklagen des Hasses ge­seufzt haben, jetzt hat er alles vergessen. Nicht ein Wort des Tadels wird laut gegen den, dessen Gebeine unter der Tamariske zu Jabes ruhten. Aber zu vergessen genügt diesem vortrefflichen Herzen nicht; nein, es erinnert sich gern. David gedenkt daran, daß Saul der Gesalbte Jehovas, der Träger Seines Zeugnisses, gewesen war, der Sein Volk zum Siege geführt hatte; er erkennt die natürlichen Gaben an, die ihn während seines Lebens liebenswürdig gemacht und die Liebe Israels ihm zugewandt hatten; er sieht ihn, wie er die Töchter seines Volkes köstlich kleidete. Sein Lied drückt zu gleicher Zeit Achtung und Schmerz betreffs dessen aus, der ihn immer nur gehaßt und verfolgt hatte. Was Israel betrifft, gegen welches David an einem Tage der Schwachheit hatte kämpfen wollen, indem er sich mit den Philistern verband, so vereinigt er sich mit ihm und weint mit ihm. Freude mag das Teil der Töchter der Unbeschnittenen sein, David wird nie daran teil­nehmen. Verflucht seien die Berge von Gilboa, die Zeugen der Niederlage des Volkes Gottes!

 

Sein Schmerz wegen Jonathan ist ohne Grenzen. 0 wie hoch schätzte das zärtliche Herz des Sohnes Isais die Liebe seines Freundes! "Mir ist wehe um dich, mein Bruder Jonathan! holdselig warst du mir sehr; wunderbar war mir deine Liebe, mehr als Frauenliebe!" Es war eine gänzlich uneigennützige Liebe, was die Liebe zum anderen Geschlecht schwerlich je sein wird. In der Tat, Jonathan hatte sich seiner Würden, seines Ruhmes und des Bogens seiner Kraft ent­kleidet, um David damit zu schmücken am Tage seines Sieges über Goliath; dann hatte er mit der ganzen Wärme seiner Überzeugung die Sache seines Freundes vertreten; schließlich hatte sich seine Bewunderung für den Sohn Isais nicht vermindert in dessen Verwerfung und Verbannung, wo er ihn aufsuchte, ohne allerdings den Mut zu haben, ihm dahin zu folgen. Über diesen letzten Punkt sagt David kein Wort. Er schirmt das Andenken seines Freundes mit wunder­barem Zartgefühl. Er redet nicht von seiner eigenen Liebe zu ihm, aber er beweist sie, indem er die Liebe Jonathans preist.

 

0 wie trägt dies alles den Geschmack und Wohlgeruch des Herzens Christi! Nur mit dem Unterschiede, daß David durch die Zucht für solche Herzensergüsse hatte zubereitet werden müssen, während das Herz des Herrn dessen in keiner Hinsicht bedurfte. Sein ganzes Leben ist nichts als Liebe und Gnade. "Ich habe euch Freunde genannt", sagt Er zu denen, die im Begriff standen, Ihn zu verleugnen, oder zu fliehen und Ihn allein zu lassen. "Ihr seid es, die mit mir ausgeharrt haben in meinen Versuchungen", sagt Er zu denen, die kurz darauf nicht einmal eine Stunde mit Ihm wachen konnten. Laßt uns an diesem vollkommenen Muster ein Beispiel nehmen!

 

Kapitel 2 ‑ 4

 

Das Königtum über Juda

 

Hebron. Kapitel 2.

Obwohl David hauptsächlich eine Klage über Saul und Jonathan aussprach, war doch, wie wir gesehen haben, sein eigentlicher Zweck der, die Kinder Israel in dem Gebrauch des Bogens zu unterweisen. Wir haben bemerkt, daß diese Waffe für den Gläubigen die Kraft Gottes bedeutet, die sich nur in der Abhängigkeit offenbart. Im Anfang des 2. Kapitels liefert das Verhalten Davids eine Illustration zu dieser 'Wahr­heit. Die Tage seiner Drangsal sind vorüber. Ein neuer Zeit­abschnitt beginnt; der Weg zum Throne öffnet sich vor ihm. Er steht im Begriff, den Platz einzunehmen, welchen Gott seit lange für ihn bestimmt hat. Das erste jedoch, was David tut, ist, Jehova zu befragen und so zu zeigen, daß er gänzlich von Ihm abhängig ist. Man kann sagen, daß vor allem Ab ‑h ä n g i g k e i t Davids Laufbahn kennzeichnet. Bei den Schafhürden, wo er mit dem Löwen und dem Bären stritt, Goliath gegenüber in der Wüste Juda, in Kehila, in Ziklag (l. Sam, 30, 6 u. 7), überall ist David der abhängige und infolgedessen der starke Mensch. Nichts ist Gott wohl­gefälliger als das. Die Unbestimmtheit und das Schwanken in unserem Wandel erklären sich durch unseren Mangel an Abhängigkeit. Wenn diese vorhanden ist, so legen wir uns bei jedem Umstand zuerst die Frage vor: Was ist der Wille Gottes? Was hat Er für uns zu tun? Wir fragen Ihn, um es zu wissen; denn man befragt Gott, wenn man von Ihm ab­hängig ist. Auch wird dann unser Weg einfach und gesegnet sein, weil es der Weg Gottes ist. Er bringt nur dann Ver­wicklungen, wenn wir uns nicht an Gott wenden, bevor wir einen Entschluß fassen.

Nichtsdestoweniger fehlen auch im Leben Davids die Gelegenheiten nicht, wo er vergißt, Jehova zu befragen. Oft greift der Feind uns an Punkten an, wo wir unverwundbar zu sein meinen. Man kann sagen, daß gerade die Geschichte Davids, des Musters an Abhängigkeit, uns mehr als jede andere die Unabhängigkeit, ihre Gefahren und ihre Folgen zeigt. So haben wir ihn aus eigenem Antriebe zweimal an den Hof des Königs der Philister hinabgehen sehen. Beim ersten Male erntet er nur Verachtung und Demütigung; beim zweiten Male gibt er, aus Furcht getrieben und in der Absicht, sein Leben zu retten, die glücklichen Erfahrungen der Wüste Juda preis, verliert seinen Charakter als Zeuge und läuft Gefahr, sich mit den Unbeschnittenen zu verbünden, um gegen das Volk Gottes zu streiten. Unter der Zucht lernt er aufs neue Jehova zu befragen und erlangt alles wieder, was sein Mangel an Glaube ihm genommen hatte. Wir werden im 6. Kapitel unseres Buches sehen, daß der Mangel an Abhängigkeit die Ursache war, daß Jehova einen Bruch an Ussa" machte. Alles dieses ist eine reiche Quelle von praktischen Belehrungen für uns.

 

"Und es geschah hernach, da befragte David Jehova und sprach: Soll ich in eine der Städte Judas hinaufziehen? Und Jehova sprach zu ihm: Ziehe hinauf. Und David sprach: Wohin soll ich hinaufziehen? Und Er sprach: Nach Hebron." Gott ist es, der den besonderen Ort auswählt, wohin Sein Gesalbter gehen soll. David würde sich selbst überlassen, vielleicht zwischen vielen anderen Orten geschwankt haben, aber Gott bestimmt einen einzigen für seinen Knecht, nämlich Hebron.

 

In der Betrachtung über das Buch Josua haben wir darauf hingewiesen, was Hebron war: ein Begräbnisplatz, ein Ort des Todes, des Endes des Menschen, ein treffendes Bild von dem, was für uns das Kreuz Christi ist. Nach den Gedanken Gottes war es notwendig, daß David nach Hebron hinabging, weil es der einzige Ausgangspunkt für das Königtum war; und die Regierung Davids ist nur ein Vorbild der auf das Kreuz gegründeten Regierung Christi. Sein Reich ist die Folge und die Belohnung Seines Kreuzes. Die um den Thron gescharten Ältesten singen ein neues Lied: "Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine ‑Siegel zu öffnen, denn d u bist geschlachtet worden." (Offbg. 5, 9.) Er wird alle Regierungswege Gottes, die Ihn auf den Thron des tausendjährigen Reiches führen werden, in feierlicher Weise einleiten, weil Er gelitten hat und weil Sein kostbares Blut ge­flossen ist. Eine ewig wunderbare Sache! Man sieht im Him­mel inmitten des Thrones und der vier lebendigen Wesen und der Ältesten ein geschlachtetes Lamm, welches den Mittel­punkt von allem bildet. Es ist nicht a u f dem Thron, sondern i n m i t t e n des Thrones. Von Ihm, als dem Mittelpunkt, gehen aus und zu Ihm führen hin alle inwendig in dem Buche geschriebenen Ratschlüsse und alle auf der Außenseite des Buches verzeichneten Wege Gottes. Es steht auf, und damit beginnen diese Wege sich zu entfalten; die vier lebendigen Wesen, die Kennzeichen und Eigenschaften der göttlichen Gerichte, geraten in Bewegung, das Königtum des Löwen aus Juda wird errichtet, und die Ratschlüsse Gottes werden für immer erfüllt. Das ewige "Es ist geschehen!" hat seinen Aus­gangspunkt an dem Fluchholze gefunden, an welchem der Sohn des Menschen gelitten, an welches die Welt den Sohn Gottes gehängt hat.

 

Hebron ist aber auch der Ort, wo sich die Geliebten Davids versammeln. Seine Gefährten wohnen dort um ihn her. "Auch seine Männer, die bei ihm waren, ließ David hinaufziehen, einen jeden mit seinem Hause; und sie wohnten in den Städten Hebrons." Da, wo David seinen Aufenthalts­ort hat, haben die Seinen viele Wohnungen. So wird auch das geschlachtete Lamm, der König der Zeitalter, "inmitten der Ältesten" sein, welche alle verherrlichten Heiligen darstellen.

 

In Erwartung dieses herrlichen Augenblicks vereinigt uns Sein Kreuz um Ihn. Es ist der Mittelpunkt, um den die Kinder Gottes gesammelt sind, und das wird es immer bleiben.

Hebron wird auch (Kap. 5, 1) der Sammelpunkt aller Stämme Israels. Wenn das irdische Volk Gottes D e n erkennen wird, Welchen s i e durchstochen h a b e n, und sich Ihm unterwerfen wird, so wird es den

ersten Gegenstand der Segnungen Seiner Regierung bilden. Noch eine andere Tatsache scheint in den folgenden Versen angedeutet zu sein: "David zog dort hinauf, und auch seine zwei Weiber, Achinoam, die Jisreelitin, und Abigail, das Weib Nabals, des Karmeliters." Der Mann der Schmerzen der verworfene König, hat zu Hebron nicht nur seine Gefährten und ein Volk, sondern auch sein Weib und seine Gemahlin. Abigail ist, wie Rebekka, eines der seltenen Vorbilder des Alten Testaments, welche die Kirche darstellen; sie ist die Gemahlin, die freiwillige, demütige und glückliche Gefährtin Davids in den Tagen seiner Verwerfung. Achinoam, ein undeutlicheres Bild, scheint mehr den Überrest Israels vorzu­stellen, welcher vor der Errichtung Seiner Regierung mit dem Messias in Verbindung getreten ist.*) *) Abigail bedeutet "Freude des Vaters", Achinoam "Gnade des Sohnes‑.

 Wie dem auch sei, jedenfalls gibt es für David zu Hebron innigere Bande, als nur seine Beziehungen zu seinem Volke. Ebenso sehen wir, am Ende der Offenbarung, das Weib des Lammes an Seiner ganzen Herrlichkeit teilnehmen, während in den Propheten Jerusalem als von Jehova geliebt anerkannt wird. So wird Christus durch Seinen Tod der Mittelpunkt der Segnungen für alle. 

"Und die Männer von Juda kamen und salbten daselbst David zum König über das Haus Juda." Wie die Regierung Davids, so wird auch diejenige Christi nicht in einem Schlage in dieser Welt errichtet werden. Sein Gericht wird plötzlich da sein, aber Sein Reich nicht. Das würde nicht den Gedanken Gottes entsprechen, welcher dem Gewissen der Seinen Zeit lassen will, geübt zu werden. Christus muß ein " williges Volk am Tage Seiner Macht" haben, nicht ein Volk, den Heiden ähnlich ' welche ‑ die unzählbare Schar der Erretteten aus den Heiden ausgenommen ‑ sich dem Könige mit schmeichlerischen Worten und Unterwerfung heuchelnd nähern werden. Hier wird David zuerst von den Genossen seiner Verwerfung anerkannt, dann vereinigt sich Juda um ihn. Später kommen die anderen Stämme, wenn sie die fleischliche Stütze in der Person Isboseths verloren haben. Schließlich (Kap. 5, 11) kommen auch die Nationen, die durch die Gnade des Königs für ihn gewonnen werden und glücklich sind, ihm dienen zu können.

 

Der weitere Teil des Kapitels enthält wichtige Begeben­heiten, auf die wir zum Teil im nächsten Kapitel zurück­kommen müssen. Wir finden zunächst die Männer von Jabes‑Gilead, die entsprechend dem Geist der Gnade, der David kennzeichnete, von ihm gelobt werden, weil sie an Saul Güte erwiesen und ihn begraben haben. David läßt ihnen mitteilen, daß Juda ihn zum König gesalbt habe, und so dringt diese Nachricht bis zu den Grenzen des israelitischen Landes.

 

Sodann sehen wir Abner, den Heerführer Sauls, der sich David nicht unterwerfen will; er ist ein ehrenhafter Mann nach der Welt, sehr tapfer und mit einem natürlichen Edel­mut, aber heftigen und stolzen Charakters. Er unterstützt in der Person Isboseths den Grundsatz der Erbfolge nach dem Fleische, der mit einer scheinbaren Autorität bekleidet ist; denn Saul war von Gott erwählt worden. Diesen Grund­satz verteidigen die Menschen aufs äußerste, denn es ist der Grundsatz der Religion ihrer Väter, der nationalen Religion, die in den Augen der Menschen weit achtungswerter ist, als die " M e i n u n g " Einzelner, die sich absondern, indem sie dem Sohne Isais folgen. Mit diesem religiösen System ist ein ganzes politisches System verbunden. Die Sache muß gut sein, weil Gott in einem früheren Zeitraum Sein Siegel darauf gedrückt hat, und gerade wegen ihres Alters muß sie achtungswert sein. Abner wendet seine ganze natürliche Energie auf, um sie zu verteidigen. Was will man dagegen einwenden? Nur das Eine: daß dieses ganze System sich den Gedanken Gottes widersetzt und Seinen Gesalbten bekämpft. Man kämpft für seine eigene Sache und muß, wie später Saulus von Tarsus, entdecken, daß man ein Feind Dessen ist, dem Gott die Oberherrschaft gegeben hat. 

Es ist beachtenswert, daß David in diesem Kampfe keinerlei Rolle spielt, obwohl es sich scheinbar um ihn han­delt. Ein Mann aus seiner Umgebung, Joab, stellt sich mit seinen Brüdern an die Spitze der Knechte des Königs. Aus 1. Chron. 2, 16 ersehen wir, daß sie die Neffen Davids, die Söhne seiner Schwester Zeruja, waren. Sie hatten infolge dieser Verwandtschaft eine hohe Stellung und hielten fest zu dem königlichen Hause. Joab, ein ehrgeiziger Mann, sucht in der Welt vorwärtszukommen und den ersten Platz unter dem Königtum zu erringen. Obwohl er, und zwar nicht ohne Grund unter den "Helden Davids" nicht genannt wird, ist er doch ein tapferer Mann. Das Gefühl für Recht und Un­recht fehlt ihm nicht, aber er tritt dem Unrecht nur dann entgegen, wenn es seinen Plänen entgegensteht; und wenn eine gerechte Sache ihm im Wege ist, so unterdrückt er sie. Nichts hält ihn auf. Er ist gewissenlos, wenn er nur seinen Ehrgeiz befriedigen kann. Es hat jemand von ihm gesagt: "Man findet ihn überall da, wo es etwas Böses zu tun gibt, oder wo viel zu gewinnen ist." Joab ist das weltkluge Fleisch. Es liegt in seinem Vorteil, die Sache Davids zu unterstützen. Wenn wir Abner und Joab miteinander vergleichen, so steht Abner als der bessere vor uns. Und doch tritt Joab als der Streiter für das Zeugnis auf. Auf seinen Schul­tern wird bald das Gewicht der kriegerischen Ereignisse und anderer Dinge ruhen; er ist es, der unter der Hand leitet und manche geheimen Anschläge ausführt. Dieser Fähigkeit gegenüber fühlt David sich schwach. (Kap. 3, 39.) Von dem Augenblick an, wo das Fleisch sich des Zeugnisses bemäch­tigt, ist dies das Ergebnis. Trümmer und nichts als Trümmer! Der eine kämpft für David, der andere für den, den Gott nicht mehr anerkennt. Ist der eine mehr wert als der andere?

Wenn das F l e i s c h David oder Christum unterstützt, so sind die Ergebnisse nicht viel besser, als wenn es den Antichrist unterstützt. Die beiden Gegner stoßen aufeinander. (V. 12‑17.) Zu welchem Zweck? Um ihre Kräfte zu messen. Wo ist Gott? Abwesend. Wo ist David? Sein Name wird nicht einmal ge­nannt. Wer wird in diesem Zweikampf die Oberhand haben? Nicht einer der Kämpfenden entkommt; David verliert dabei seine Knechte, und das Ergebnis ist für seine Sache gleich Null. 

Die Folge dieses Einzelkampfes ist eine regelrechte Schlacht, wobei Joab einen geliebten Bruder verliert, gegen welchen Abner den natürlichen Edelmut seines Charakters gezeigt hatte. Asael wollte durchaus nicht hören; voll Selbst­überschätzung stürmt er voran und fällt, von dem Speer Abners getroffen, als Opfer seiner Ruhmsucht. Joab wird seinen Tod nicht vergessen und in dem Augenblick Rache üben, wo sie ihm den größten Nutzen bringen wird.

Ach! was bleibt von allen diesen Kämpfen übrig? Man findet nichts von Gott, nichts für Gott, selbst wenn die Welt dem Anschein nach unter der Fahne Christi kämpft; und der Seele des Treuen bleibt als Zuflucht nur, sich nach Hebron zurückzuziehen, in die Nähe Dessen, der der einzige Mittelpunkt der Segnung ist, und Dessen Gegenwart ihr Friede, Glück und köstliche Ruhe gibt. Aber wenn unser David Sich zum Kampfe aufmacht, so laßt uns kühn Ihm folgen; denn mit Ihm kämpfen heißt einen gewissen und dauernden Sieg über den Feind davontragen.

 

Abner. Kapitel 3.

 Im Anfang des zweiten Kapitels haben wir die glückliche Abhängigkeit Davids gesehen in dem Augenblick, als er zum König über Juda ernannt wurde. Die allmähliche Auf­richtung seines Königtums hat unsere Gedanken auf zukünf­tige Zeiten gelenkt, wo die Herrschaft Christi in Macht errichtet werden wird. Doch das zweite Kapitel enthält noch eine bisher nicht erwähnte, aber der Erwähnung werte Tat­sache. Das Königtum ist kaum errichtet, so wird der Ton der Erzählung ein anderer, wir hören von traurigen und demütigenden Umständen. Das hat seinen Grund in folgender Tatsache: David ist nicht nur ein Vorbild von Christo, son­dern ‑ und das werden wir im weiteren Verlauf dieses Buches viele Male sehen ‑ auch der Vertreter des den Händen eines Menschen anvertrauten Königtums, und er ist verantwortlich, dieses aufrecht zu halten. Als König befindet sich David von seiten Gottes im Besitz der Macht, allerdings noch nicht der ganzen Macht. Er ist frei, hinsichtlich des Guten damit zu tun, was er will, frei, die ihn umgebenden Menschen nach seinem Gefallen zu erniedrigen oder zu erhöhen und sie seinen Absichten dienstbar zu machen; frei auch, Befehle zu geben und Bestimmungen zu treffen zum Wohle seines Volkes und zur Verherrlichung seines Gottes. Doch ach! es ist der Mensch, dem diese große Verantwortlichkeit und diese gleichsam unbegrenzte Macht übertragen sind. Tatsächlich war das Königtum anfänglich nicht, wie in unseren Tagen, beschränkt durch allerlei Gesetze, noch stand es unter Beauf­sichtigung durch den Volkswillen, wie es heute mehr oder weniger der Fall ist. Der König nach der Schrift war nur Gott gegenüber verantwortlich. Er haftete für das Verhalten des Volkes, und wenn dieses sich versündigte, mußte der König büßen. ‑ Wir werden jetzt sehen, was aus dieser Autorität unter den Händen Davids geworden ist...

 

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