Abraham und die Begegnung mit Gott, Martin Schacke

  • Abraham und die Begegnung mit Gott, Martin Schacke
gebraucht
Bestell-Nr.: BN6812
Autor/in: Martin Schacke
Titel: Abraham und die Begegnung mit Gott - Gotterleben alttestamentlicher Gestalten und wir
Preis: 4,00 €
Format: 20,5x13,5cm
Seiten: 136
Gewicht: 200 g
Verlag: R. Brockhaus
Erschienen: 1961
Einband: Paperback
Sprache: Deutsch
Zustand: leichte Gebrauchsspuren
1. Kapitel: DIE GOTTESBEGEGNUNG
Die Gottesbegegnung ist ein Wunder.
Daß Gott einem Menschen begegnet, ist ein Wunder. Es ist ebenso sehr ein Wunder wie alle andern Gotteswunder, von denen wir in der Bibel lesen, So wenig wie diese paßt es in unser menschliches Denken, unsere Gewohnheiten, unsere Erfahrungen oder unsere Tradition. Wer die Wunder der Bibel ablehnt, weil er begreifen möchte, wo eben eines Menschen Begreifen nicht weitergeht und nicht weitergehen kann, der wird es nie verstehen, daß es das gibt, daß Gott einem Menschen begegnet. Der mag dann aber auch alle die markanten Gestalten der Bibel auf seine Weise deuten, er mag Helden aus ihnen machen und ihr Verhalten bestaunen, oder er mag gar ihr Auftreten als nicht geschichtlich erklären; immer wird er daneben geraten mit jeder noch so hohen und vermeintlich gut begründeten Deutung.
 
Dieses Wunder der Gottesbegegnung gibt es. Von ihm lesen wir im Alten und im Neuen Testament. Im Alten Testament finden wir viele Gestalten, denen Gott begegnet ist. Er hat sie nicht zu Helden gemacht, auch nicht zu Glaubenshelden. Gott will keine Helden. Er will vielmehr Menschen, die ihm zugehören, ihn lieben lernen, nach ihm fragen und ihr Leben in dieser Welt nach ihm richten. Das hat mit Heldentum gar nichts zu tun. Gerade weil Gott alles Menschliche bei ihnen stehen läßt, berichtet er uns in der Bibel auch, wie menschlich es oft bei ihnen zugegangen ist.
Und dann im Neuen Testament. Sind nicht Menschen dem Sohn Gottes begegnet und haben dadurch eine Gottesbegegnung erlebt? Wie war es mit Petrus, mit Johannes, mit Nathanael, mit Thomas und den Jüngern, die nach Emmaus hinausgingen? Was hat der wutschnaubende Saulus vor Damaskus erlebt? Was der Kämmerer aus dem Morgenland? Was eine Lydia oder der Kerkermeister von Philippi? Waren das nicht offensichtlich Gottesbegegnungen?
Aber wie ist es heute? Gibt es sie heute noch? Wenn es das Wunder der Gottesbegegnung heute nicht gäbe, dann gäbe es keine Kinder Gottes. Wer nichts von ihr weiß, weiß auch nichts von Gott. Und wer sie leugnet, bleibt auf sich selber gestellt und Ist ein armer, unglückseliger Mensch.
Die Gottesbegegnung ist göttlich.
Die Gottesbegegnung ist ein göttlicher Vorgang mit göttlichem Gepräge. Wohl geht es dabei um den Menschen; doch ist es nicht so, daß
 
Gott sich gewissermaßen zum Menschen setzt, ihn berät und ihn anspornt, sittlicher Besserung oder gar Vollendung zuzustreben. Das würde keinem Menschen etwas nützen.
Und das würde die Gottesbegegnung ihres wahren Charakters entkleiden.
Nein, so ist es nicht. Gott will Göttliches, und deshalb ist die Gottesbegegnung immer ein Vorgang, der nicht menschlich, sondern göttlich verläuft.
Gott will den Menschen ins Göttliche ziehen und ihn zu einem Göttlichen machen.
Oder sagen wir damit zuviel? Wem das unmöglich vorkommt, der frage sich doch, ob es das gibt, daß Gott Menschen ins göttliche Leben zeugt und daß die Bibel von solchen Menschen sagt, daß sie aus Gott geboren sind'. Sind solche aus Gott Geborene nicht Göttliche? Im Ernst wird dies wohl nur der Unglaube in Frage ziehen.
 
Die Gottesbegegnung und der Mensch.
Weil die Gottesbegegnung ein Wunder und göttlich ist, gelangen die Menschen von sich aus nicht dazu. Seit dem Sündenfall ist der Mensch von Gott getrennt und seither lebt er in einer vollständigen Unwissenheit über Gott. Doch nicht allein das. Seine Unwissenheit ist zwangsläufig noch gepaart mit einer absoluten Unfähigkeit, etwas für Gott Brauchbares, ja überhaupt etwas Positives hervorzubringen. Und an seiner Gottesferne, Gottesfremde, Unwissenheit und Unfähigkeit kann er gar nichts ändern. All sein Wollen und Wirken ist unfruchtbar und bleibt zur Unfruchtbarkeit verurteilt.
Aber man mag fragen, ob denn der Mensch nicht als Ebenbild Gottes geschaffen worden sei und warum es denn eines weiteren göttlichen Vorganges bedürfe, um ihm Göttliches mitzuteilen. Genügt es denn nicht, wenn der Mensch sich einfach auf seine göttliche Herkunft besinnt? Man kann die Gegenfrage stellen, ob sich denn schon ein Mensch so auf seine Herkunft besonnen habe und dadurch deutlich und unmißverständlich ein solcher geworden sei, der zu Gott gehört, ein Göttlicher. Wenn dem so wäre, dann müßte es doch in der Welt anders aussehen, als es heute der Fall ist. Gewiß haben schon viele in ernster Besinnung über ihr Herkommen und ihr Ziel nachgedacht und unzählige haben Göttliches im Menschen sehen wollen, das nur angefacht und entwickelt werden müsse. Aber wohin haben alle Bemühungen der Anfachung und der Entwicklung geführt? Der Glaube an das Göttliche im Menschen wird durch nichts so sehr erschüttert wie durch die Tatsache, daß heute vielen ernsten Wissenschaftlern bangt um die Zukunft der Menschheit.
Alle Bemühungen, das Göttliche im Menschen anzufachen, sind eh und je zusammengebrochen. Sie haben deutlich erwiesen, daß es das nicht gibt, das Göttliche im Menschen. Wenn Göttliches im Menschen werden soll, dann muß es Gott eben selber in den Menschen hineinlegen. Und das geschieht durch Gottesbegegnung.
 
Die Gottesbegegnung ist geheimnisvoll.
Wenn es Gott auch verlangt, Menschen zu sich zu ziehen und sie zu Göttlichen zu machen, so. bleibt die Gottesbegegnung immer geheimnisvoll. Sie ist göttlich, und gerade darum legt sie das Gewand des Geheimnisvollen nicht ab.
So mögen wir fragen, warum Gott nicht allen Menschen gleich und gleichzeitig begegnet. Warum scheinen gewisse Menschen die Gnade der Gottesbegegnung überhaupt nicht zu erfahren, wiewohl sie nicht schlechter und auch nicht verderbter sind als andere? Macht Gott da nicht Unterschiede?
Wer die Bibel sorgfältig liest, wird gewahr, daß Gott nichts dem Zufall überläßt; und er wird auch gewahr, daß Gott nach seinem Plan handelt. Gott erfüllt alles, was er verheißen hat, aber er erfüllt es der Reihe nach und nach seinem zuvorbedachten Heilsplan.
Und trotzdem bleibt so vieles geheimnisvoll. So kann sich z. B. kein Mensch seiner Verantwortung entschlagen. Von den vielen Myriaden von Menschen, die über die Erde gegangen sind, wird kein einziger das Heilshandeln Gottes in seinem stufenmäßigen Ablauf und in seiner individuellen Abwicklung je irgendwie in Zweifel ziehen können vor dem Richterstuhl Gottes. Kein einziger Mensch wird im Stande sein, Gott je einmal das Fehlen einer Gottesbegegnung vorzuhalten. Alles Tun Gottes wird dereinst vor allen und von jedem gerechtfertigt werden.
Das Geheimnisvolle liegt eben in der Souveränität Gottes. Wir sehen es schon in der Gottesbegegnung mit Abraham. Warum wartet Gott jahrhundertelang mit einer solchen Gottesbegegnung, wie er sie Abraham hat zuteil werden lassen? Hätten nicht die Menschen vor Abraham eine solche Gottesbegegnung genauso dringend nötig gehabt? Warum wartet Gott bis auf Abraham? Hätte sich nicht die Sintflut aufhalten lassen? Oder wäre es zum Turmbau von Babel gekommen? Und warum begegnet Gott nur dem Abraham und nicht zugleich auch seinen Zeit- und Volksgenossen, die doch gewiß nicht schlechter waren als er? Man könnte die Reihe der Fragen noch um ein gutes Stück verlängern.
Wir müssen uns da vor der Souveränität Gottes beugen und dürfen ihm voll und ganz glauben, daß er all den Menschen, die nach unserer Meinung verkürzt worden zu sein scheinen, in seiner Liebe und Gerechtigkeit vollständig gerecht werden wird.
i) 1. Job. 5, 1.
 

 

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