Dass der Mensch fröhlich sei bei seinem Tun - Buch Prediger, A A van Ruler

  • Dass der Mensch fröhlich sei bei seinem Tun - Buch Prediger, A A van Ruler
gebraucht
Bestell-Nr.: BN6888
Autor/in: A A van Ruler
Dass der Mensch fröhlich sei bei seinem Tun - Buch Prediger
Preis: 4,00 €
Format: 19,5 x 12,5 cm
Seiten: 240
Gewicht: 333 g
Verlag: Oncken Verlag
Erschienen: 1969
Einband: Leinen
Sprache: Deutsch
Zustand: leichte Gebrauchsspuren
- ist Genießen das Eigentliche? 
- Leben in sich ist unbeständig und unberechenbar 
- Unrecht in der Welt 
- Geheimnis des Nächsten 
- Unbeständigkeit des Besitzes 
- Frag nicht: WARUM 
- Demokratie des Todes 
- blinde Schläge des Schicksals 
- Faulheit als soziales und religiöses Problem 
- Gott fragt nach unserer Freude 
und andere Betrachtungen
VORWORT
in den Jahren 1959 bis 1965 habe ich zwischen Pfingsten und Advent in meinen 14 tägigen Morgenandachten im Rundfunk das Buch Prediger behandelt. Ich bin dabei weithin nicht Vers für Vers vorgegangen, doch ist bei der Auslegung eines bestimmten Verses immer der Zusammenhang des ganzen Abschnittes berücksichtigt worden. Darum ist es angebracht, bei der Lektüre dieses Buches die Bibel aufzuschlagen.
Eins ist mir jedenfalls bei der Auslegung deutlich geworden: Das Buch Prediger ist im Ganzen der Schrift kein Stiefkind, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Auch die Verfasser der anderen biblischen Schriften beschäftigen sich im Grunde mit denselben Dingen. Auch ihnen geht es um das Leben des Menschen in der Welt. Auch sie sehen die Rätselhaftigkeiten und die Torheiten, die darin liegen. Wenn sie von der Erlösung oder von der Heiligung reden, ist das ihre Art und Weise, sich mit den Finsternissen in der Wirklichkeit zu befassen. Wenn man vom Ganzen der Bibel her das Buch Prediger betrachtet, erscheint es einem etwas seltsam. Man kann aber auch die anderen biblischen Bücher von dem Buch Prediger her betrachten. Dann paßt alles ausgezeichnet zueinander. Und - man lernt die Bibel mit neuen Augen sehen.
Der Verfasser des Buches Prediger ist natürlich nicht auf alle Torheiten im Leben und auf alle Rätselhaftigkeiten in der Schöpfung eingegangen. Obendrein ist er ein Kind seiner Zeit. Die heutige Zeit kennt andere Schwierigkeiten. Aber sollte überhaupt jemand daran interessiert sein, wirklich alle Widerwärtigkeiten aufzuzählen und zu untersuchen? Bei diesen Meditationen habe ich mich jedenfalls streng auf die Beispiele beschränkt, mit denen der Prediger sich abmüht.
So merkwürdig es klingen mag: ich habe mich jedesmal wieder mit Freude in dieses düstere Buch vertieft. Es geht keinem Problem aus dem Weg. Es durchdenkt die Fragen bis auf den Grund. Es macht uns die Grenzen unserer Erkenntnis bewußt. Es hält daran fest, daß wir wirklich da sind. Es läßt uns leben; auch in der Not. Es bringt uns Respekt bei, Respekt vor Gott und seinen Geboten. Das alles sind Dinge, an denen man sich im Grunde nur - geistlich - freuen kann.
 
 
1. WIRKLICH, ABER NUTZLOS
Eitelkeit der Eitelkeiten, spricht der Prediger, Eitelkeit der Eitelkeiten! Alles ist Eitelkeit! Prediger 1,2*
Eine Wendung wie „Eitelkeit der Eitelkeiten" bedeutet im Hebräischen die höchste Steigerung. Das „Lied der Lieder" ist das schönste Lied. Der „König der Könige" ist der höchste, der eigentliche König. Die Wortverbindung „Eitelkeit der Eitelkeiten" meint also die Zusammenfassung aller Eitelkeiten.
Das Wort „eitel" bedeutet hier aber nicht „Stolz", „Hochmut" oder „Dünkel", sondern „hohl", „leer", „inhaltslos""„„nichtig". „Nichtigkeit" könnte hier besagen, daß die Dinge kein Wesen und keinen Bestand haben, daß sie eigentlich gar nicht existieren. Aber es könnte damit auch gemeint sein, daß die Dinge keinen Sinn und Zweck haben, daß sie vor allem nichts nützen und nichts einbringen.
Der Prediger dürfte nicht die erste, sondern die zweite Bedeutung im Auge haben. Er kommt keinen Augenblick auf den Gedanken, daß die Dinge, die er sieht und tut, gar nicht tatsächlich existieren, sondern nur Schatten und Abbild oder gar nur Schleier und Schein wären. Solche Vorstellungen gab es in Indien und Griechenland. Der Verfasser des Buches Prediger aber ist in dieser Hinsicht jedenfalls ein echter Israelit, der an der Realität der Dinge und Ereignisse keinen Augenblick zweifelt. Im Gegenteil. Er steht mitten in der Welt und ist leidenschaftlich an ihr interessiert. Er sucht nicht nach einer anderen Welt, um dort das wahre Sein zu finden, sei es nun im Nichts, sei es im All oder in der Ewigkeit. Er kennt nur eine Welt - die, die wir täglich erleben. „Eitelkeit" meint hier also jedenfalls nicht, daß diese Welt unwirklich sei.
Darum haben wir an die andere Wortbedeutung zu denken. Wenn der Prediger von der Eitelkeit der Dinge spricht, so meint
* Bibelzitate nach der Zürcher Übersetzung. Geringfügige Abweichungen wurden notwendig, wo die Auslegung von dem Wortlaut des holländischen Bibeltextes ausgeht (d. Obers.).
er ihre Vergeblichkeit und Fruchtlosigkeit. Was kommt eigentlich dabei heraus? Sieht der Mensch je ein Ergebnis? Auch hier denkt der Prediger wieder ganz realistisch. Ja, es geht ihm eigentlich noch nicht einmal so sehr um Sinn und Zweck der Dinge. Jedenfalls wäre eine solche Formulierung noch zu feinsinnig. Vielmehr geht es ganz einfach um Nutzen und Vorteil: „Was hat der Mensch für Gewinn von all seiner Mühe, womit er sich abmüht unter der Sonne?" (i, ).
Auch der Prediger kennt solches Sich-Plagen und Abmühen. Er ist keineswegs ein Unbeteiligter, der den Menschen nur zusieht und sie voller Ironie beobachtet. Er steht nicht über den Dingen, als wüßte er es besser als die anderen. Er steht vielmehr mittendrin. Er jagt den Antworten auf seine eigenen Fragen nach. Aber er findet sie nicht. Der Mensch kann sich noch so plagen, anstrengen, abmühen - nie erreicht er damit etwas, was echten und bleibenden Wert hätte. Er hat keinen wirklichen Gewinn davon.
So also sieht der Prediger die Dinge. Er geht nicht nur davon aus, daß die Welt tatsächlich existiert, sondern er meint auch, daß sie dem Menschen von Nutzen sein muß. Er erwartet also etwas von der Welt und vom Leben. Darin ist er ein tief gläubiger Mensch, nach israelitischem, biblischem Verständnis. Diese Welt ist Gottes Welt, und das Leben ist dem Menschen von Gott gegeben. Wenn das wahr ist, dann müssen Welt und Leben auch der Mühe wert sein. Sie müssen etwas einbringen. Aber das tun sie nun gerade nicht. Der Prediger spricht das offen und ehrlich aus. Er ist der radikal enttäuschte Gläubige. Er ist es auch, der diese Enttäuschungen am offensten und ehrlichsten ausspricht. Denn es ist ja doch nicht so, daß dieses Buch ganz einmalig in der Bibel ist und keinerlei Beziehung zu anderen Teilen der Heiligen Schrift hat. In den Psalmen hören wir oft genug, daß die Verheißungen Gottes mit der Wirklichkeit des Lebens einfach nicht übereinstimmen, ja sogar, daß das Gegenteil dessen geschieht, was Gott verheißen hat. Auch die Propheten haben das zutiefst empfunden. Das zeigt sich vor allem, wenn sie von Israel reden. Gottes Verheißungen ließen für das Volk Israel das Höchste erwarten. Aber was wurde eigentlich daraus? So zieht sich die Klage über die Vergeblichkeit aller Dinge durch das ganze Alte Testament. Auch im Neuen Testa-...
 
INHALT
Vorwort 7
Wirklich, aber nutzlos (Fred. 1,2) 8
Ich weiß, daß Ich nichts weiß (z, i7-iß)
Ist genießen das Eigentliche? (2, z) 15
Alles wird gleichgemacht (2,15) i8
Die Unergründlichkeit des Grundes (2,2#-26) 21
Das Leben ist in sich unbeständig und unberechenbar 25
Philosophie der Geschichte (3,11) 28
Das Glück ist Gabe und Ziel (3,12.13) 31
Ehrfurcht vor dem Schöpfer und der Unveränderlichkeit seines Tuns (3,14) 34
Die Wiederkehr von Geschehnissen ist kein ewiger Kreislauf, sondern Treue Gottes (3,15) 38
Das Unrecht In der Welt (3, 16.17) 41
Standhalten bis in den Tod! (3. iga) 44
Das Glück liegt im Heute und im Handeln (' 22) 47
Das Eigentliche unseres Daseins, unser Handeln im Heute, krankt an Eifersucht (4,4) 50
Das Geheimnis des Nächsten (4, 9) 54
Alle Begeisterung legt sich (4,16) 57
Echte und unechte Frömmigkeit (4,17) 61
Die Gefahr, daß die Sprache nichtig wird (5,6) 64
Die Korruption im Zusammenleben (y, 7) 68
Die Last des Reichtums (5,11) 71
Die Unbeständigkeit allen Besitzes (5,15) 75
Nütze den Tag! (5,27) 78
Ist denn Gott nicht gut und ist der Mensch nicht er selber? (6, 1.2) 82
Das Unvermögen, zur Sättigung zu gelangen (6,3) 85
Der Mensch ist dem Schöpfer nicht gewachsen (6, 10) 89
Alles Vertrauen auf Gott ist blindes Vertrauen (7, 1) 92
Zur Weisheit gehört auch, das Leid zu verarbeiten (y,) 96
Frag nicht, warum! (7,11) 99
Nicht allzu gerecht und nicht allzu gottlos (z. ig) 103
Alles ist so fern und so tief (7, 25) 106
Der Ursprung der Rätselhaftigkeiten (7,30) 109
Autorität Ist unentbehrlich (8,2a) 112
Die Autorität der Tatsachen (8,5) 126
Das Ausbleiben des Gerichts (8, 11421Z) 119
Beschränken wir uns auf die Freude! (8, iy) 122
Verschiedene Seiten der Ehrfurcht (8, 1717) 125
Die größte Schwierigkeit liegt in der Demokratie des Todes (' 3a) 129
Das Licht des Bewußtseins und die Finsternis des Todes (9,5a) 132
Das Menschenleben ist ein Fleckchen Licht (' 8) 136
Die blinden Schläge des Schicksals (9, 11) 139
Gesellschaftliche Faktoren verdrängen die Weisheit (15) 142
Die Ruhe zur Einkehr ist unentbehrlich (9,17) 145
Die Torheit der Torheit und ihre Macht (10, 3) 149
Die Gefahr des Wahnsinns in der Revolution (io, 7) 152
Die Bedrohung des Daseins (10, 9) 156
Schalte die Vernunft nicht aus (10,10) 159
Der Vagemut im rechten Augenblick (10, 11) 162
Die Macht der Weisheit und das Verderben der Torheit (10, 12.13) 166
Nicht reden wie ein Wasserfall, aber auch nicht heilige Stille! (10, 14) 170
Ohne die Schönheit gibt es nur die Erschöpfung (io, 15) 174
Auch die Politik ist eine heilige Sache (10, 16.17) 178
Faulheit als soziales und religiöses Problem (10, 18) iSi
Das Leben als Spiel (10, 19) 185
In der Situation der Torheit brauchen wir vor allem die Geduld der Liebe (10,20) 189
Sittliches Handeln in der Sinnlosigkeit des Daseins (11, 1) 192
Aktive Offenheit für alle Möglichkeiten (11, 6) 196
Leben und Tod stehen einander gegenüber - aber wie? (11, 7.8) 199
Gott fragt nach unserer Freude! (ii, 9) 203
Der Widerstand gegen das Leid (11, io) 207
Das Bewußtsein von der Wirklichkeit - ein Leben lang geübt (12, i) 211
Dichterische Bilder für das Altwerden und Sterben (12, 2-5a.6) 215
Wohin gehen wir eigentlich? (12,5b) 219
Sterben und Tod als Geheimnis (12,7) 222
Die Wahrheit ist zu finden und muß in schöner Form weitergegeben werden (12, 9.10) 226
Der Nutzen der Bücher (12, 11) 230
Schwierigkeiten und Gefahren des Denkens und Lesens (12,12) 233
Ehrfurcht, Gehorsam, Erwartung - das ist alles! (12, 13.14) 237

 

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