Gedanken zum Schöpfungsbericht, Dr. W. J. Ouweneel

  • Gedanken zum Schöpfungsbericht, Dr. W. J. Ouweneel

gebraucht
Bestell-Nr: BN0364
Autor/in:    Dr. W. J. Ouweneel

Titel:    Gedanken zum Schöpfungsbericht

Format:    18 x 11 cm
Seiten:    200
Gewicht:    210 g
Verlag:    Ernst Paulus Verlag
Erschienen:    1984
Einband:    Paperback
Sprache:    Deutsch
Zustand:    leichte Gebrauchsspuren
Kurzinfo:    
Mit der babylonischen Sprachenverwirrung begannen für alle Völker die Zeiten der Unwissenheit (Apg 17, 30; vergl. 14, 16). Es blieb ihnen keine andere Kenntnis Gottes als das Zeugnis der Schöpfung (Röm 1, 20) und des Gewissens (Röm 2, 14. 15) und die Erinnerung an die Sintflut, d. h. an einen Gott, der das Böse straft. Aber statt diesen Gott als Schöpfer und Richter zu verehren, "verfielen sie in ihren Oberlegungen in Torheit, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert", so daß sie begannen, anstelle des ein e n Schöpfers viele Geschöpfe zu verehren (Röm 1, 21-23). In dieser selben Finsternis befand sich auch das Volk Israel. In Ägypten diente es den Götzen (Hes 20, 5-9) und hatte wenig oder gar keine Kenntnis von dem wahren Gott. Es bewahrte höchstens die Erinnerung an die unbereubaren Verheißungen Gottes den Vätern gegenüber und an Seine Wege mit ihnen. 
===Christ-und-Buch.de=== 
Aber als Gott in der Passahnacht das Gericht von diesem Volke abwendete und es durch das Rote Meer hindurch aus dem Schmelzofen Ägypten erlöste, wurde alles anders. Er hatte Israel erwählt, Ihm zum EigentulJlsvolk zu sein aus allen Völkern, die auf dem Erdboden sind (5. Mo 7, 6), und um es zu pflanzen auf den Berg Seines Erbteils (2. Mo 15, 17). Aber ehe Jehova dies tat, brachte Er es erst zu einem anderen Berg, dem Sinai, um sich ihnen dort kundzutun. ,,1 ch bin Jehova, dein Gott, der ich dich herausgeführt habe aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir" (2. Mo 20, 2. 3). Was für ein machtvolles Zeugnis gab dieser Gott dort dem bangen, sündigen Volk von Sich selbst! Und Er tat es durch Seinen Knecht Mose, den Mann, zu dem Jehova sprach "von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet" (2. Mo 33, 11). Solch ein vertrautes Verhältnis zwischen einem Menschen und seinesagung der Schrift eine eigene Auslegung zuläßt (2. Petr 1, 20), ist auch hier anzu­wenden. Keine einzige Schriftstelle steht für sich selbst, denn ein Autor steht hinter allen 66 Büchern der Bibel (Vers 21), und jeder Text wird nur verstanden durch den anderen. Ich denke, es gibt kaum ein Kapitel in der Bibel, über das so viel geschrieben worden ist wie über das erste, aber wie wenig hat man sich in vielen dieser Betrachtungen Rechenschaft gegeben von der übrigen Bibel. Nicht nur bringen andere Teile der Bibel Erklärungen zu 1. Mose 1, sondern das allgemeine Studium des Wortes Gottes lehrt uns Grundsätze, die für das Verständnis von 1. Mose 1 unerläßlich sind.

Das erste Buch Mose zeichnet uns den ersten Adam als durch Gott geschaffen, danach in Sünde gefallen und seitdem in dem Stande der Verantwortlichkeit Gott gegenüber. Das ist wich­tig. Nicht eine einzige Wahrheit wird in der Bibel direkt und vollständig in ein e m Buch dargestellt. Und dies gilt wohl besonders für die höchste Wahrheit: die ewigen Ratschlüsse, die Gott in Christus Jesus gefaßt hat; die konnten erst ge­offenbart werden, nachdem der Mensch in seiner Verantwort­lichkeit auf jede erdenkliche Weise auf die Probe gestellt und sein natürlicher Zustand völlig ans Licht getreten war. Sie wurden nämlich erst geoffenbart (und zwar durch den Heiligen Geist), nachdem der Herr Jesus verworfen, gestorben, aufer­weckt und verherrlicht worden war. Sogar die zeitlichen Rat­schlüsse Gottes, die nur auf die gegenwärtige Erde Bezug ha­ben und die im tausendjährigen Reich erfüllt werden sollen (obwohl sie von Grundlegung der Welt her datieren; siehe u. a. Matth 25, 34), werden erst in 1. Mose 12 Abraham ge­offenbart (und dann nur im ersten Ansatz) und ausführlicher nach der Opferung Isaaks in 1. Mose 22, d. h. im Vorbild nach dem Tode Christi (Gal 3, 16). Also auch hier erst, nach­dem die Menschheit als solche in ihrer Verantwortlichkeit er­probt worden war und Gott sie in Völker auseinandergeschla­gen hatte, die Er fortan ihre eigenen Wege gehen ließ.

Das erste Buch Mose beginnt also nicht mit dem, was von Ewigkeit her bei Gott war, mit Seinen ewigen Ratschlüssen, sondern es beginnt da, wo die Zeit anfängt: "Im Anfang". Das ist bezeichnend für das Alte Testament. Es beschäftigt sich mit den irdischen Dingen und spricht darum nie direkt (wohl in Bildern) von dem, was vor der Zeit liegt, und ebensowenig von dem, was nach dem tausendjährigen Reich kommt, wenn die Zeit wieder aufhören wird. Das ist der Unterschied zum Neuen Testament, das die himmlischen Dinge offenbart. Der Judaismus datiert von Grundlegung der Welt, das Christentum aber ist die Offenbarung der himmlischen Dinge, die bis dahin zurückgehen, ehe irgend etwas geschaffen war, und die reichen bis in die Ewigkeit. Darum greift der "Anfang" von Joh 1, 1 viel weiter zurück als der von 1. Mose 1, und zwar bis zu dem, was von aller Ewigkeit her ist. In gleichem Sinne übernimmt Petrus wohl den Ausdruck "neue Himmel und neue Erde" aus Jesaja 65 (2. Petr 3), weitet seine Bedeutung aber aus von der Anwendung auf das tau!iendjährige Reich bis zur neuen Schöpfung im ewigen Zustand nach dem Friedensreich (siehe auch Offb 20- 22).

1. Mose I fängt also an mit dem Beginn der Zeit. Es werden nicht viele Worte gemacht über die Existenz Gottes. sondern "im Anfang" war Er einfach da. Auch über die Erschaffung der Engel wird hier nicht gesprochen, obwohl wir wissen, daß sie erschaffen sind (Koll, 16). Sie waren sogar schon vor dem Weltall erschaffen. denn sie jauchzten, als Gott die Erde grün_ dete (Hiob 38, 7). Aber hier wird darüber nicht gesprochen, ebensowenig wie über den Fall Satans, von dem wir erst viel später hören. Hier geht es nur um die Erde, die zukünftige Wohnstätte des ersten Adam in seiner Verantwortlichkeit als Bild Gottes. Dies ist der Gegenstand des ganzen Buches. Die Erlösung wird man vergeblich darin suchen. *) Diesem Begriff begegnen wir erst in 2. Mose 14, 13, wo Jehova im Begriff ist, Sein Volk durch das Meer aus Ägypten zu erlösen, um es zu Seiner Wohnstätte zu bringen. Auch. dieses, einen Gott, der bei den MensChen wohnt, finden wir nicht im ersten Buch Mose. Gott wohnte nicht bei Adam, nicht bei Henoch, nicht bei Abraham, sondern Er wohnte bei Israel. Das Fehlen dieser Wahrheiten im ersten Buch Mose wird je­doch "aufgewogen" durch eine Menge von Vorbildern, die, erläutert durch das Neue Testament, ihr Licht auf diese Wahr­heiten vorauswerfen. Von diesem Reichtum an Vorbildern dürfen wir gleich in 1. Mose 1 vollauf genießen.

Aber die eigentliche Offenbarung ist: die Zubereitung einer Erde, auf der der erste Adam auf die Probe gestellt werden soll. Schöpfung steht also im Gegensatz zu Gnade, weil sie mit Verantwortlichkeit verbunden ist. Die Gnade erhebt jemanden über die erste Schöpfung und macht ihn zu einer neuen Schöp­fung, jetzt dem Geiste nach, bald auch dem Leibe nach. Der erste Adam versagt unmittelbar, als die Prüfung kommt. Aber dies gibt gleichzeitig Anlaß zur Entfaltung einer neuen Wahr­heit - wenigstens im ersten Ansatz - nämlich der der Süh­nung, der "Bedeckung" durch die Haut eines unschuldigen, stellvertretenden Opfers. Die weitere Entfaltung dieser Wahr­heit im Verlauf der Schrift zeigt, daß die Verbindung mit dem zweiten Adam (in der neuen Schöpfung) eine viel höhere und herrlichere Stellung einschließt, als in dem ersten Adam (der ersten Schöpfung) je besessen wurde.

Wenn wir über alle diese Punkte nachdenken, lernen wir besser sehen, was der Charakter von 1. Mose 1 ist. Es ist viel darüber gestritten worden, wie wir den biblischen Schöp­fungsbericht lesen müssen, aber um es noch einmal zu sagen: die rechte Auslegung finden wir nur in Verbindung mit dem ganzen Inhalt der Schrift. . Im allgemeinen hat man angenom­men, die Bibel gebe die Entstehung der Welt in 1. Mose 1 auf eine der drei folgenden Weisen wieder: Erstens hat man be­hauptet, 1. Mose 1 sei ein G e die h t, eine Hymne, in der die Größe und Majestät Gottes besungen werde. Im Rahmen einer Anzahl poetischer, harmonisch geordneter Bilder (die wenig oder gar keine historische Bedeutung haben) werde uns vorgestellt, wer Gott ist und wie Er hinter allen Dingen steht. Zweitens kann man behaupten, 1. Mose 1 sei eine rein h i­s tor i s ehe Beschreibung, die genau wiedergebe, auf welche Weise Himmel und Erde zustande gekommen sind. Drittens ist die Annahme denkbar, 1. Mose 1 sei eine naturwissen­schaftliche Abhandlung, die Art und Ursprung aller Dinge erklärt. Welche dieser drei Auffassungen ist nun die richtige? Es gibt nur eine Antwort: keine von den dreien.

1. Mose 1 ist keine Hymne oder Rahmenerzählung. Die modernen Theologen hätten kaum eine törichtere Auffassung über das erste Kapitel der Bibel vorbringen können, um deut­licher ihre Unkenntnis der Schrift zu verraten. Der poetische Stil ist im Hebräischen und sogar in unseren übersetzungen sehr leicht zu erkennen. Er hat einen gewissen Rhythmus und ist voll blumenreicher Sprache. Psalm 104 und Hiob 38 sind solche dichterischen Abhandlungen über die Schöpfung. Aber 1. Mose 1 ist Prosa, genau wie der Rest des Buches. Gewiß, es hat einen erhabenen Stil, denn es spricht in der Tat von der Größe Gottes. Aber es besingt diese Größe nicht, es spricht nicht direkt davon. Wir müssen diese Größe indirekt aus der schlichten Beschreibung der Taten Gottes ableiten. 1. Mose 1 hat durchaus nicht den direkten Zweck zu sagen: Sieh nur, wie groß und mächtig Gott ist! Das tun Psalm 104 (der Mensch Gott gegenüber) und Hiob 38 (Gott dem Men­schen gegenüber). Aber wie wir gesehen haben: 1.Mose 1 lehrt uns zuallererst, daß Gott über die Schöpfung erhaben ist, denn Er war da, ehe die Schöpfung war, und die Schöpfung ist durch Ihn geworden. Und zweitens: dieser Gott hat in sechs Tagen alles so zubereitet, daß ein idealer Lebensraum entstand, in den der erste Adam gestellt und in dem er erprobt werden konnte. Es ist durchaus nicht so, daß der Mensch hier Gott und Seine Werke besingt, sondern umgekehrt: Gott spricht und offenbart durch Inspiration das, was der Mensch unmöglich wissen und entdecken konnte, nämlich auf welche Weise Er alles vollkommen gut gemacht hat, ideal für den Menschen, daß er darin auf die Probe gestellt werden konnte.

So verstehen wir auch, warum die zweite und die dritte an­geführte Auffassung falsch sind. Nirgendwo in der ganzen

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