Esther

Esther
«Denn Mordokai war gross im Hause des Königs, und sein Ruf ging durch alle Landschaften; denn der Mann Mordokai wurde immerfort grösser» (Esther 9,4).
Das Buch Esther handelt von den Juden während der Zeit ihrer Gefangenschaft ausserhalb ihres eigenen Landes, verborgen inmitten der Nationen, aber umsorgt von der Vorsehung Gottes, dem sie nicht gehorcht hatten. Und doch wird der Name Gottes in diesem Buch nicht gefunden: Er ist verborgen. Er kann seinen Namen nicht öffentlich mit ihnen verbinden, denn ihre Zerstreuung ist seine Züchtigung wegen ihres Ungehorsams. Zudem hatten sie es vorgezogen, in Persien zu bleiben, obwohl Gott ihnen den Weg zur Rückkehr nach Israel geöffnet hatte. Sie hatten kein wirkliches Interesse, an den ihnen von Gott gegebenen Ort zurückzukehren, als andere dies taten.
Trotzdem sehen wir hier in wunderschöner Weise, wie seine mächtige Hand in Gnade und Bewahrung über ihnen waltet. Es ist ein Vorbild des Segens, der nach viel grausamer Bedrängnis und Verfolgung auf die jetzt zerstreuten Kinder Israels kommen wird.
Esther selbst mag uns an die Schönheit erinnern, die Gott in seinem Volk, trotz ihres Versagens und Abweichens, sieht. Mordokai ist ein Vorbild von Christus, zuerst, indem er den heidnischen König vor denen bewahrt, die einen Mordanschlag auf ihn geplant hatten; und dann, indem er unter den Nationen grösser und grösser wurde, nachdem er zuerst zum Tod bestimmt worden war.
Wie trefflich illustriert dies auch die Handlungsweise Gottes mit jedem wahren Gläubigen, der in seinen Wegen gleichgültig und ungehorsam wird. Er hat keine wirkliche Gemeinschaft mit Gott, keine Freude in der Gegenwart des Herrn, und doch kümmert sich Gott um ihn mittels Prüfungen, die zum Ziel haben, dass er in Unterwürfigkeit zum Herrn wiederhergestellt wird.

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