Kap. 1 Weg des Eigenwillen

Der Weg des Eigenwillens - 3.Folge
Buch Ruth - Weg des Eigenwillen

Elimelech zog mit seiner Familie nach Moab. Ein Weg des Eigenwillens hat immer bittere Folgen. „Siehe, Gehorchen ist besser als Schlachtopfer, Aufmerken besser als das Fett der Widder. Denn wie Sünde der Wahrsagerei ist Widerspenstigkeit, und der Eigenwille wie Abgötterei und Götzendienst" (1. Samuel 15,22). So denkt Gott über den Eigenwillen! Dadurch setzt man sich der Zucht nach den Regierungswegen Gottes aus. „Und wenn ihr den als Vater anrufet, der ohne Ansehen der Person richtet nach eines jeden Werk, so wandelt die Zeit eurer Fremdllngschaft in Furcht" (1. Petrus 1, 17). Das ist sehr ernst! Laßt uns die kurze Zeit des Erdenlebens in Furcht vor uns selbst wandeln. Mächte es unser heiliges Begehren sein, nicht eigene Wege einzuschlagen oder in irgendeiner Weise im Eigenwillen zu handeln.

Wie lange Elimelech in Moab bleiben wollte, wissen wir nicht. Sicher nicht für immer. Wenn man sich jedoch einmal dort befindet, ist es sehr schwer, zurückzukehren. Wie ernst ist es, daß Elimelech sowie seine beiden Söhne in Moab starben. Das schöne Zeugnis, daß sein Gott König ist, wurde ausgelöscht.
Die Schrift läßt gar keinen Zweifel an der Tatsache aufkommen, daß die ganze Verantwortung für diesen verhängnisvollen Schritt bei Elimelech lag. Oft sind es auch die Frauen, die mit allerlei gefühlsbedingten Vernunftschlüssen solch schwerwiegende Entscheidungen negativ beeinflussen. Die erste Entscheidung, die in Gottes Wort überhaupt erwähnt wird, ist die folgenschwerste der ganzen Menschheitsgeschichte. Sie erfolgte unter der unrechtmäßigen Führung Evas und aufgrund des Versagens Adams. Das Resultat war die größte Katastrophe im ganzen Weltall: der Sündenfall. Die Verantwortung dafür trägt einzig und allein Adam, das Haupt des ganzen gefallenen Menschengeschlechtes.

In der Schrift haben wir den durchlaufenden Grundsatz, daß der Mann das Haupt der Familie ist. „Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt des Mannes ist" (Epheser 5, 23). In vielen Familien ist es leider umgekehrt. Und das ist sehr schade. Wie jeder Mann - wir reden hier von Gläubigen - Christus als Haupt anerkennt, so sollte es auch in der Ehe zwischen Frau und Mann sein. Dieser Grundsatz wird sogar abgeleitet von der Stellung der Versammlung (Gemeinde) dem Christus gegenüber (Epheser 5, 24). Voraussetung für die Verwirklichung dieses Grundsatzes der Schöpfungsordnung ist wohl das geistliche Verständnis über die Beziehung der Liebe zwischen Christus und Seiner Versammlung (Gemeinde), die ihre Darstellung in dem zeitlichen Verhältnis zwischen Mann und Frau finden sollte.

Für die Frage der Kindererziehung ist es von entscheidender Bedeutung, ob die Eltern mit geistlicher Einsicht in die Gedanken Gottes, im Gehorsam und Unterwürfigkeit den Platz einnehmen, der ihnen von Gott gegeben ist. Wir alle, Brüder und Schwestern, sollten uns immer wieder erforschen, ob bei uns Neigungen vorhanden sind, um entweder hinter unserer Verantwortlichkeit zurückzubleiben, oder darüber hinauszugehen. Wir bedürfen der Gnade, um den uns zugewiesenen Platz um der Ehre Gottes willen auszufüllen. In Gottes Wort gibt es wohl für jeden Fall Beispiele, wo Männer in geistlicher Weise sich als Häupter ihrer Frauen und Familien erweisen und solche, die darin versagten. So haben wir auch Frauen, die in vorbildlicher Weise eine Führungsrolle in Ehe und Familie übernehmen mußten, ohne den Platz als „Haupt" zu beanspruchen. Darin offenbart sich tiefe Weisheit einer Frau, die alle Beachtung verdient.
In einer Familie hatte die Mutter diese Eigenschaft, ohne daß die Kinder auch nur das geringste von „Herrschaft" ihrerseits verspürt hätten. Sie tat nichts ohne Wissen des Mannes, und selbst da, wo ihre Weisheit in gemeinsamen Entscheidungen den Ausschlag gab, wurden die Kinder davon als des Vaters Gedanken und Willen unterrichtet. Das war nicht nur taktvoll, sondern beruhte auf wahrer Gottesfurcht, um dem Mann den Platz als Haupt, und sich selbst den der Unterwürfigkeit zu geben. Für die Brüder jedoch geht es darum, wie sie ihren Platz verstehen, das Haupt der Frau zu sein. Es geht darum, dieser großen Verantwortung zu entsprechen, damit alle Entscheidungen im Lichte der Tatsache getroffen werden, daß der Christus das Haupt des Mannes ist. Wie gesegnet, wenn Mann und Frau darin in Übereinstimmung sind. Gemeinsamer Wandel in der Gegenwart des Herrn aufgrund wahrer Gottesfurcht ist die Voraussetzung zur geistlichen Aufrechterhaltung göttlicher Ordnung in Haus und Familie und auch in der Versammlung.
Ob nun Elimelech unter dem Einfluß seiner Frau stand, läßt sich aus dem Wort nicht erkennen. Jedenfalls hatte er nicht nach dem Willen Gottes gefragt, sondern nach eigenen Überlegungen gehandelt. Wie hätte er Gelegenheit gehabt, seinen Glauben durch seine Werke zu zeigen (Jakobus 2, 18). Doch leider verließ er den Platz, wo er von Gott hingestellt war. Sein natürliches Verlangen war die Triebfeder zu seinem Handeln.

Vertraue auf den Herrn und tue Gutes;
wohne im Lande und weide dich an Treue; und ergötze dich an dem Herrn: so wird
er dir geben die Bitten deines Herzens.
Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertraue auf ihn und er wird handeln!
Vertraue still dem Herrn und harre auf ihn!
- Psalm 37, 3-5 u. 7a -

Zur Vertiefung der vorliegenden Betrachtung wird empfohlen noch folgende Bibelstellen zu lesen: Sprüche 14, 12; 16, 25; Galater 6, 7; Römer 8, 7.
Die Schriftstellen sind nach der sogenannten „ Elberfelder Bibel" angeführt.

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