Buch Ruth - Elimelech

Betrachtung über das Buch Ruth - Bonsels Erich - 2. Folge
Buch Ruth - Erich Bonsels

Elimelech versucht den Prüfungen auszuweichen (Kap. 1, 2)
Wußte Elirnelech nicht, daß Jakobs Segenssprüche göttliche Prophezeiungen über die Geschichte der Söhne Israels waren, und daß er selbst das Vorrecht hatte, dem Stamme Juda anzugehören, aus dem der Schilo kommen sollte?
„Nicht weichen wird das Zepter von Juda, noch der Herrscherstab zwischen seinen Füßen hinweg, bis daß Schilo kommt, und ihm werden die Völker gehorchen."
(1. Mose 49, 10)
Diese Worte beziehen sich auf den Herrn Jesus, als dem Messias Israels, dem Schilo (der Ruhebringende), dem König in Seinem zukünftigen tausendjährigen Friedensreich.
Wir wissen, daß der Herr Jesus, der wirkliche „Ruhebringer", dem Fleische nach dem Stamm Juda entsprossen und in Bethlehem geboren ist. Er ist auch der wahre Salorno, der in Seinem wunderbaren Friedens- und Segensreich tausend Jahre herrschen wird bis an die Enden der Erde.
Wie gesegnet wäre es für Elimelech und seine Familie gewesen, wenn jene herrliche Prophezeiung in seinem Herzen Raum gehabt und er infolgedessen sein Vertrauen auf den Gott Israels gesetzt hätte. Wäre Gott nicht imstande gewesen, die Familie zu erhalten und durch die Hungersnot hindurchzubringen? Wie manche Nöte sind auch uns, besonders den .Älteren, schon begegnet?! Und die Treue Gottes hat immer wieder durchgeholfen und aufrecht erhalten. Und doch, haben wir nicht auch schon, wie Elimelech, versucht, den Übungen auszuweichen? So wird es auch an dem Weg unserer jungen Geschwister nicht nur Rosen, sondern auch Dornen geben. Schwierigkeiten werden auch an sie herankommen. Dann wird ihr Glaube erprobt, ob sie sich ganz auf den Herrn, auf Sein Wort und auf Seine Verheißungen stützen, oder ob Überlegungen angestellt werden, durch eigene Auswege den Prüfungen zu entgehen. Wenn wir das tun, gehen wir des Segens verlustig, der mit den Prüfungen verbunden ist. Solche „Aus-Wege sind meist sogar mit Vorteilen materieller Art verbunden, wie in unserer Geschichte. Doch sollten in solchen Situationen alle Fragen in Übereinstimmung mit den Gedanken Gottes entschieden werden. Das hätte Eimelech - und sicher auch manchem von uns - die bitteren Folgen seines Weges erspart.

Ein jungverheirateter Bruder wechselte höheren Gehaltes wegen seine Stelle. Der neue Arbeitsplatz und Wohnort lagen zwar in einer landschaftlich sehr schönen Gegend, aber es bestand dort keine Möglichkeit, die Zusammenkünfte von Gläubigen, die bemüht sind, sich nach den Richtlinien des Wortes Gottes zu versammeln, aufzusuchen.
Der Weg zur nächsten Versammlung war weit. Da die Geschwister kein Auto besaßen, mußten sie öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Das war umständlich und nahm viel Zeit in Anspruch. So kam es, daß der Bruder nur alle vierzehn Tage zu den Zusammenkünften fuhr. Seine Frau blieb des Babys wegen vorerst ganz zu Hause.
Nach wie vor wollten aber die Geschwister überzeugt sein, daß der Wechsel der Arbeit und des Wohnortes der Weg des Herrn gewesen sei. Bei einem Besuch wurde recht deutlich, daß die Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus nach schon kurzer Zeit bedenklich gelockert war. Ach, wie viele haben gesagt: „Der Herr hat uns so geführt" und an den Folgen mußten sie erkennen lernen, daß sie eigene Wege eingeschlagen hatten. Äußeres Gedeihen und Wohlergehen mögen vorhanden sein, aber welch schlimme Folgen ergeben sich oft in geistlicher Hinsicht für eine ganze Familie! In der neuen Umgebung der genannten Geschwister gab es keine Gelegenheit Gemeinschaft mit Gläubigen zu pflegen und so begnügten sie sich mit dem Umgang mit „sehr netten, wirklich anständigen und feinen Leuten", wie sie sagten, aus dem Kreis der Geschäftskollegen des jungen Bruders.

Die Frage, ob sie sich mit diesen auch über den Herrn Jesus und das Wort Gottes unterhalten könnten, bewirkte bei unseren Geschwistern doch noch Verlegenheit. Wie schade und ernst zugleich ist die Gemeinschaft mit Ungläubigen, denn die Freundschaft der Welt ist Feindschaft wider Gott. (Jakobus 4, 4.) „Welches Teil hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen"? (2. Korinther 6, 15.) Weltmenschen können noch so „nette und charakterlich einwandfreie Leute" sein, weil sie aber die Umkehr zu dem Herrn Jesus nicht vollzogen haben, sind sie nach Gottes Wort Finsternis und Feinde Gottes. (2. Korinther 6, 14; Römer 5, 10.)
Die weitere Frage an die Geschwister: „Wißt ihr, wohin ihr gegangen seid?" beantwortete der Besucher schließlich selbst: „Ihr seid, bildlich gesprochen, nach Moab hinabgezogen."
Das war ein ernstes Wort. Aber, dem Herrn sei Dank, die Geschwister haben die Verkehrtheit ihres Weges eingesehen. Nach Ablauf des zweijährigen Arbeitsvertrages des Bruders kamen sie wieder zurück, dorthin, wo sie den „Altar" haben und die Zusammenkünfte der Kinder Gottes besuchen und „Gemeinschaft" pflegen können.

Nur ein Blick des guten Hirten, nur ein einz'ger, doch er traf    
mahnend, rettend den verwirrten Jünger, das verirrte Schaf.    
Nur ein Blick von kurzer Dauer, doch er konnte IHN verstehn; 
ein Welt von Lieb und Trauer hat er ja darin geseh'n.    
    
Mit den Augen will ER leiten den der Seinem Winke glaubt,
will die Hände schützend breiten über Seiner Jünger Haupt;
zeigdenn ER will an jedem Orte
uns bewahren vor dem Fall.

Zur Vertiefung der vorliegenden Betrachtung wird empfohlen noch folgende Bibelstellen zu lesen: 1. Mose 12, 9-20; Jona 1; 2. Timotheus 4, l0 a; Römer 12, 2.
Die Schriftstellen sind nach der sogenannten ‚Elberfelder Bibel" angeführt.

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