Auf dünnem Eis, Claudia Hörster

  • Auf dünnem Eis, Claudia Hörster

 

gebraucht
Bestell-Nr.: BN4439
Autor/in: Claudia Hörster
Titel: Auf dünnem Eis
Preis: 3,25 €
ISBN: 3894379057
Format: 13 x 21 cm
Seiten: 216
Gewicht: 273 g
Verlag: Gerth Medien
Erschienen: 2004
Einband: Paperback
Sprache: Deutsch
Zustand: leichte Gebrauchsspuren
Kurzinfo:
Eigentlich könnte Micha mit ihrem Leben ganz zufrieden sein: Sie ist allem Anschein nach glücklich verheiratet und hat einen Mann, der sie aufrichtig liebt und dem seine Familie über alles geht. 
Doch die kleine, heile Welt von Jürgen und Micha bricht zusammen, als Micha ihrem Mann gesteht, dass sie sich vor Jahren auf einem Wochenend-Seminar in einen anderen Mann verliebt hat und noch immer Gefühle für ihn empfindet. 
Plötzlich gerät das geregelte Familienleben außer Kontrolle und ihr Geständnis droht Michas Ehe und Familie zu zerstören. Wird ihre Ehe diese Belastungsprobe überstehen?
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Kapitel 1
Ihre Frage traf ihn völlig unvorbereitet. „Warum sind wir eigentlich immer noch zusammen?"
Sie sah ihn nicht an, während sie das sagte, sondern räumte weiter den Tisch ab. Eigentlich war es ein ganz normaler Donnerstagabend. 
Sie hatten gemeinsam gegessen waren gleich darauf in ihre Zimmer gestürmt.
Jürgen saß noch am Tisch und beobachtete sie. Jetzt kenne ich diese Frau seit 20 Jahren, aber ich habe immer noch keine Ahnung, was gerade in ihrem Kopf vorgeht, dachte er und sah ihr zu, wie sie die Butter in den Kühlschrank stellte. Sie ist noch genauso schön wie damals, nein, eigentlich gefällt sie mir heute noch besser.
Als er Micha kennen lernte, war sie groß und schlank und unglaublich sportlich gewesen, mit rappelkurzen Haaren, von denen man nicht sagen konnte, ob sie nun hellbraun oder dunkelblond waren. Und sie hatte diese leicht schräg stehenden grünen Augen, die immer ein bisschen spöttisch guckten, was ihn damals ziemlich angemacht hatte. Überhaupt hatte er ihr Aussehen und ihre Art als eine einzige Herausforderung empfunden, die er nur zu gerne angenommen hatte. Im Laufe der Jahre war sie ein bisschen runder geworden, immerhin hatte sie vier Kinder bekommen, aber das ließ sie insgesamt einfach nur weicher und irgendwie weiblicher erscheinen.
Sie ist wunderschön, Herr, und ich liebe sie sehr, aber manchmal weiß ich einfach nicht, was sie denkt und warum sie bestimmte Sachen sagt oder fragt. Gibt es irgendeinen Grund, warum du Frauen so kompliziert geschaffen hast? Es würde doch manches erleichtern, wenn sie uns Männern irgendwie ähnlicher wären.
Diese innere Zwiesprache mit Gott war ihm seit vielen Jahren zur Gewohnheit geworden, eigentlich genau seit der Geburt von Lisa, ihrer ersten Tochter, vor 15 Jahren. Nie würde er vergessen, wie absolut hilflos er sich vorkam, während seine Frau sich Stunde um Stunde vor Schmerzen wand. 
Irgendwann hatte sie sein beruhigendes Streicheln nicht mehr ertragen können und auch sein aufmunterndes Zureden hatte sie sich verbeten. Also hatte er angefangen, mit Gott zu reden, denn er hatte mit seiner Hilflosigkeit irgendwo hingemusst. Seitdem verging eigentlich kein Tag, an dem er nicht mit Gott auf diese Weise redete. So konnte er all seine Gedanken und Gefühle loswerden, ohne sie laut aussprechen zu müssen - was ihm ohnehin eher schwer fiel.
„Musst du über deine Antwort länger nachdenken?"
Jetzt stand sie vor ihm und sah ihn direkt an.
„Nein, nein. Ich denke, wir sind noch zusammen, weil ich immer noch nicht in der Lage bin, deine Gedankengänge zu verstehen. Das muss ich wohl noch lernen."
Er lächelte sie ein wenig schelmisch an und wollte sie zu sich auf den Schoß ziehen. Aber sie wehrte ihn ab. Offensichtlich war ihr im Moment nicht zum Spaßen zumute.
„Das war eigentlich eine ganz ernste Frage, Jürgen. Hast du dir jemals Gedanken darüber gemacht, warum wir immer noch zusammen sind? Was hält uns denn beieinander? Sind es die Kinder, oder ist es der Alltag oder einfach nur unsere Bequemlichkeit?"
Es schien ihr wirklich ernst zu sein, und obwohl ihm gar nicht der Sinn nach einer solchen Unterhaltung stand, erklärte er: „Ich hab mir ehrlich gesagt noch nie diese Frage gestellt. Wir sind seit 18 Jahren verheiratet, haben vier Kinder bekommen, sind dreimal miteinander umgezogen und leben doch im Großen und Ganzen recht gemütlich miteinander. Also, ich bin einfach zufrieden. Du nicht?" Er blickte sie fragend an.
Doch sie hakte weiter nach. „Und das reicht aus, um ein Leben lang zusammenzubleiben?"
„Na, bis jetzt hat es mir gereicht. Aber ob es für ein ganzes Leben reicht, also wenn ich mir das so recht überlege - nein, wir sollten noch mindestens einmal umziehen und vielleicht wäre ja auch noch ein Kind nicht schlecht ...", er versuchte es einfach noch einmal auf die lustige Tour.
„Hey, ich bin 37 Jahre - viel zu alt für Umzüge oder Kinder, aber noch nicht zu alt, um festzustellen, dass ich offensichtlich den falschen Mann geheiratet habe. 
Mit dir kann man sich einfach nicht ernsthaft unterhalten." Endlich ging sie auf seinen Ton ein. „Tja, und ich muss leider feststellen, dass ich mit einer völlig humorlosen Frau zusammenlebe, die anscheinend keiner größeren Anstrengung gewachsen ist. Also, heute scheint genau der richtige Zeitpunkt zu sein, um eine Entscheidung zu treffen. Wir sollten uns trennen. Ich behalte das Haus und du darfst dafür die Kinder mitnehmen, das scheint mir ein fairer Vorschlag zu sein."
Micha grinste: „Habe ich dir heute schon gesagt, wie sehr ich dich liebe? Ich hab' immer so viel Spaß mit dir! Aber das mit der Trennung ist eine gute Idee. Darf ich außer den Kindern vielleicht noch den Fernseher haben?"
„Mama, ich brauch noch die sechs Euro für unseren Ausflug am Montag!" Anne stürmte herein. Sie war mit ihren 8 Jahren die Jüngste in der Familie - und momentan eindeutig die Lebhafteste. „Lasst ihr euch grade scheiden?"
Jürgen verdrehte die Augen.
„Gibt es eigentlich irgendetwas, das ich wissen müsste?"
„Ja, du solltest wissen, dass ich dringend ein eigenes Zimmer brauche! Dieser Tom macht mich wahnsinnig! Ständig nimmt er meine Sachen und ich kann sie dann hinterher suchen! Ich halte das nicht mehr aus!" Plötzlich stand auch Maik in der Tür und mischte sich in das Gespräch ein. Er war grade mal 13 Jahre alt, aber fast schon genauso groß wie sein Vater. Seine blauen Augen blitzten, während er aufgebracht in der Tür stand.
Maik musste sich ein Zimmer mit seinem Zwillingsbruder teilen, was ihm zunehmend auf die Nerven ging, immerhin war er fast erwachsen. Okay, Tom war genauso alt, aber er war mindestens einen halben Kopf kleiner als er und überhaupt - Tom war einfach ganz anders und absolut schwer zu ertragen.

Jürgen und Micha sahen sich an und seufzten beinahe gleichzeitig.

„Tja", Jürgen erhob sich, „es tut mir zwar furchtbar Leid, Micha, aber wir müssen unser spannendes Gespräch wohl leider auf später verschieben. Ich werde mit diesem jungen Mann jetzt hochgehen und versuchen den Streit zu schlichten. Vielleicht sollten wir aber langsam wirklich ernsthaft über den Ausbau des Daches nachdenken. Wir könnten daraus ein großes Zimmer für uns beide machen und Maik könnte dann unser Zimmer bekommen, aber dann sollten wir uns vielleicht doch noch nicht sofort trennen. Immerhin bin ich auch schon fast vierzig, da
 

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