Sumi San - Ein Frauenleben in Japan, Gosden

  • Sumi San - Ein Frauenleben in Japan, Gosden
gebraucht
Bestell-Nr.: BN7336
Autor/in: Eric W Gosden

Titel: Sumi San - Ein Frauenleben in Japan

Preis: 2,90 €
Format: 19 x 12 cm
Seiten: 145
Gewicht: 220 g
Verlag: Sonne und Schild
Erschienen: 1963
Einband: Hardcover/gebunden
Sprache: Deutsch
Zustand: leichte Gebrauchsspuren
Vor neun Jahren starb sie, die kleine japanische Fürsorgerin, die ein ganzes Dorf veränderte, nachdem sie selbst die große Gnade Gottes erfahren hatte. Vergewaltigt, in der Ehe an einen Idioten gebunden, war sie überzeugt, daß ihr kein Mensch und kein Gott mehr helfen könne. Daß Gott nichts unmöglich ist, erfährt sie an der Wandlung ihres harten, hassenden Herzens. Als der Krieg sie in ein einsames Bergdorf verschlägt, weiß sie, was sie zu tun hat: Als Krankenschwester und Hebamme gründlich ausgebildet, von Götzenangst befreit und glücklich in der Gemeinschaft mit Gott, erringt sie sich Achtung und Liebe der Dorfbewohner. Nach ihrem Geheimnis befragt - es gehen schon seltsame Deutungen durch das Dorf - ‚ bezeugt sie ihren Herrn. In der Einsicht, daß ein einzelner Christ nicht viel ist, bittet sie Gott um fünf Mitchristen und gewinnt schließlich das halbe Dorf.
Norman P. Grubb schreibt: „Hier im dunklen, heidnischen Japan, wo falsche Götter und Irrglaube fast unumschränkt herrschen, erleben wir, was
Jesus in einem vom Lehen umhergestoßenen einsamen Menschen bewirkt: den neuen Lebensmut, den unbeugsamen Willen, 
aber auch die Anmut, Geduld und Seelengröße in einem gebrechlichen Körper,den Sieg des Glaubens in einem buddhistischen Dorf, den buchstäblich über Nacht vollzogenen Bau einer Kirche, einem Leben der Selbstverleugnung unter mancherlei Anfeindungen und schließlich die Verklärung der in die himmlische Heimat Zurückgekehrten. Es ist bedeutsam, daß die Heldin unserer Geschichte, die bescheidene und doch so strahlende kleine Japanerin, nicht ein Kind der Mission oder höchstens ein Enkelkind war. In diesem Buch wird kein einziger europäischer Missionar erwähnt. Es war ein frommer Japaner, der sie zu Christus führte, ein japanischer Pastor, der sie in der Christenlehre unterwies, ein japanischer Evangelist, der erntete, wo sie gesät hatte, eine japanische Kirche, die auf heidnischem Boden entstanden war. Hingebungsvolle Missionsarbeit hatte hier nachhaltige Wirkung erzielt."
 
 
Leseprobe:1. Teil VOM LEBEN ZERBROCHEN
„Schauet den Fels an, davon ihr gehauen seid, und des Brunnens Gruft, daraus ihr gegraben seid."(Jesaja 51,1)
Als Takagi San den steilen Hügel zum Dorf Funo hinaufstieg, war der Regen in kalte Graupelschauer übergegangen. Takagi San hatte den letzten Bus verpaßt, und so mußte er den auch bei gutem Wetter ungemütlichen Weg zu Fuß zurücklegen.
Morgen würde wohl der erste Schnee fallen.
Unweit der ersten verstreut liegenden Häuser kam ihm eine Gestalt entgegen, wohl ein Dorfbewohner, wie der breitrandige Strohhut und der ebenfalls aus Stroh gewebte Umhang vermuten ließen. Gerade an der Stelle, wo sie sich begegneten, brannte eine einsame Laterne, und Takagi San erkannte in ihrem Schein einen seiner nächsten Nachbarn. Aber er murmelte im Vorbeigehen nur einen undeutlichen Gruß. Warum sollte er ihn auch anreden? Wer möchte schon von jemandem angesprochen werden, der aus dem Gefängnis kommt? Und Takagi war gerade aus dem Bezirksgefängnis, in dem er sechs Monate gesessen hatte, entlassen worden.
Er hatte hölzerne Wasserleitungsrohre hergestellt und leider unklug gehandelt, als er sich einen zu großen Vorrat davon auf Lager legte. Aber wie hätte er auch die Einführung von Zementrohren voraussehen können, die stärker und billiger waren als seine hölzernen? Er geriet in große Schwierigkeiten und machte bankrott. Dann kamen seine Gläubiger und nahmen ihren Anteil, und er mußte ins Gefängnis. Für seine Frau mit ihren vier Kindern brach eine bittere Zeit an; sie lebten fast nur von Reissuppen, die sie mit wilden Kräutern würzte. Aber sie hielten durch, und die älteste Tochter Sumi hatte sich besonders tapfer gezeigt. Ja, sie war ein wahres Juwel, mit ihrer Zuverlässigkeit, Geschicklichkeit und Intelligenz würde sie es einmal weit bringen.
Die ersten Häuser seines Dorfes lagen hinter ihm. Gleich war er zu Hause. Da kam noch jemand. Eine Frau. Sie trug Holzschuhe an den Füßen, um nicht bis über die Knöchel im Lehm zu versinken, und ihren Schirm aus festem Ölpapier hielt sie zum Schutz gegen die treibenden Graupel so vor sich, daß er sie nur mit Mühe erkannte. Aber auch jetzt murmelte er nur einen kurzen Gruß. Der Entschluß, den er gefaßt hatte, war schon richtig: Er wollte, wenigstens solange, bis er seine Schulden bezahlt hatte, das Dorf meiden. Vielleicht gelänge es ihm dann, die Achtung der Leute zurückzugewinnen. Er hatte sich zur Arbeit in den Kohlenbergwerken von Yamaguchi verpflichtet, und Sumi sollte mit ihm gehen; sie würde sich dort gut schicken.
Plötzlich stand er vor seinem Haus. Die Haustür war verriegelt, um den Sturm abzuhalten. Natürlich, das mußte ja sein! Er bückte sich und trat durch das niedrige Seitenpförtchen ein.
„Da bin ich wieder."
„0, Vater! Glückhafte Heimkehr! Wie naß Ihr seid; Ihr habt keinen trockenen Faden am Leib."
„Ja, Sumi, ich bin ziemlich naß, aber ich freue mich sehr, daß ich wieder bei euch bin. Wo ist Mutter?"
„Sie bringt gerade das Baby zu Bett. Da kommt sie ja!"
„Willkommen, Vater", sagte die Frau mit warmer Stimme, „wir fragten uns schon, ob du heute abend noch kommen könntest, weil du nicht im Bus warst."
„Ich habe ihn verpaßt, aber ich mußte ja heute kommen, um euch möglichst bald das Neueste mitzuteilen."
„Und was ist das, Vater?" fragte Sumi.
„Iß erst zu Abend, du wirst müde und hungrig sein", meinte die Frau.
Takagi hängte seine nassen Kleider an einen Nagel im Vorraum hinauf. Da saß er wieder im Kreise seiner Familie! Er genoß das einfache Mahl; für Sumis Neugierde viel zu lang. Als er schließlich seine Eßstäbchen hingelegt und die Mahlzeit mit einem behaglichen „Ah, das hat gut geschmeckt!" beendet hatte, platzte sie mit ihrer Frage wieder heraus:
„Und Eure Neuigkeit, ehrenwerter Vater?"
„Ich gehe nach Yamaguchi ins Kohlenbergwerk und nehme dich mit, Sumi."
„Ins Kohlenbergwerk?" riefen Mutter und Tochter wie aus einem Munde.
„Ja, aber nur ich werde auf der Zeche arbeiten. Du, Sumi, wirst mir den Haushalt führen. Du weißt ja, daß wir noch große Schulden abzutragen haben und daß ich das Dorf für einige Zeit verlassen mußte. So habe ich mir gedacht, draußen soviel Geld zu verdienen, daß wir wieder festen Boden unter die Füße bekommen. Mutter ist hier nötig der Kinder wegen, auch muß sie die Felder bearbeiten; deshalb wirst du mitkommen und für mich einkaufen und kochen. Es ist ja nur für die Wintermonate, wo hier sowieso nichts zu tun ist, und wenn's Frühling wird, kommen wir zurück. Außerdem. . ." Er brach plötzlich ab.
„Was außerdem, ehrenwerter Vater?" fragte Sumi.
„Oh, nichts, ich dachte gerade an etwas anderes. Du kommst doch gerne mit, Sumi?" wich er ihrer Frage aus.
„Natürlich, aber ich glaube nicht, daß ich das leisten kann, was Ihr von mir erwartet, Vater."
„Das kannst du bestimmt, und vor allem mußt du lernen, einmal einen Haushalt zu führen."
Später, als er mit seiner Frau allein war, unterhielt er sich mit ihr über die Haltung der Dorfbewohner, die es ihm neben dem Gelderwerb ratsam erscheinen ließ, für einige Zeit in die Fremde zu gehen.
„Es tut mir leid, Mutter, daß du den schwersten Teil der Last zu tragen hast, aber wenn wir unsere Schulden bezahlen, werden uns die Leute wieder mit anderen Augen ansehen."
zog die Gummistiefel von den Füßen und ging ins Wohnzimmer    „Es macht mir nichts aus, mit den Kindern allein zu bleiben,

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