Tage und Stunden aus dem Leben eines gottfröhlichen leutseligen Menschenfreundes der Johann Friedrich Flattich hieß, Georg Schwarz

  • Tage und Stunden aus dem Leben eines gottfröhlichen leutseligen Menschenfreundes der Johann Friedrich Flattich hieß, Georg Schwarz

gebraucht
Bestell-Nr.: BV10860
Autor/in:    Georg Schwarz
Tage und Stunden aus dem Leben eines gottfröhlichen leutseligen Menschenfreundes der Johann Friedrich Flattich hieß
Preis:    2,90 €
Format:    19 x 12 cm
Seiten:    160
Gewicht:    123 g
Verlag:    Gütersloher
Erschienen:    1961
Einband:    Taschenbuch
Sprache:    Deutsch
Zustand:    leichte Gebrauchsspuren

Johann Friedrich Flattich, Pfarrer in Asperg, Diener Gottes im Schwabenland, dein Leben ist eine Legende, obwohl du kein Heiliger gewesen bist, wie sie in Büchern stehen, die auf Goldgrund gemalt sind!

Die Geschichte deines Lebens steht im Herzen deiner Landsleute! Einmal hat jeder von dir gehört, und wenn der oder jener kein schlechter Mensch geworden ist, verdankt er's vielleicht der Erinnerung an dein Wesen und Leben, das ihm an die Seele gerührt hat in Kindestagen, als ihm die Mutter eine Geschichte erzählt hat vom guten alten Flattich!

Ist es nicht ein absonderlicher, grillenhafter Name, guter Mann, den dir deine fern im Osten geborenen Ahnen auf den zarten Buckel geschrieben haben in der Taufstunde, als dir das heilig-nüchterne Wasser auf dein kleines Haupt niederträufelte? Ein Name, so geisterhaft, nachtflügelig und fledermäusig! Daß du dennoch kein flatterhafter Geist geworden bist, verdankst du nächst Gott und deinen Eltern ein wenig dem Apostel Johannes, nach dem du einen deiner beiden Vornamen hast. Und ein Johannes der Liebe warst du in der Tat dein ganzes Leben lang! Weil du aber auch einen profanen Namen brauchtest, als du noch so der Liebe bedürftig warst und noch keine geben konntest, nannten sie dich außerdem Friedrich; und deine Mutter tat sich leichter, dich auf diesen Namen zu rufen, zu hätscheln und zu liebkosen.

Von deiner Kindheit wissen wir wenig, sie lag für dich

selber im Dunkel, wie für uns alle die unsrige. Als du sehend wurdest, prangte um dich her ein Frucht- und Gartenland, ein Land der wohltätigen Sonne, wiewohl damals noch nicht so reich und fruchtbar wie später, doch zum Paradiese geschaffen wie kein anderes, wenn die Menschen wollten ein wenig unschuldiger und paradiesischer sein! Deine Heimat ist das Kernstück des Landes, durch das der Neckar in schimmerndem Bogen läuft, die goldene Mitte des Herzogtums Württemberg.

Auf einem der fruchttragenden Hügel unweit vom Prunkschlosse deiner Fürsten, das damals gebaut wurde, machtest du deine ersten Kraft- und Freudensprünge, und bisweilen reichten sie so weit, daß du den Neckar sehen konntest in seinem Uferweidental, in dem zu deiner Zeit schon die Dichter gewandelt sind, die es Tempe nannten im heiligen Übermut der Begeisterung und Arkadia.

Die schwäbischen Griechen, Ihr kennt sie ja!

Doch nicht zum Dichter warst du geboren, kleiner Johannes, und herzhaft unschwärmerisch war dein junges Wesen, unhold den Dämonen wie deine Mutter einmal erfahren mußte, als sie ein Butterfaß hinter den Ofen stellte und hinausgehend aus der Stube dich warnte, es anzurühren, mit den Worten: »Fritz, hinterm Ofen steht der Butzenmann! Rühre ihn nicht an, sonst beißt er dich!« - du aber, das Wort in seinem eigentlichen Sinn verstehend, riefest: »Wart, wüster Butzenmaiin, willst du gleich aus dem Haus fortgehen!«, nahmst einen Stecken und schlugst mit aller Kraft in den Ofenwinkel, bis der ganze Boden mit Rahm bedeckt, der Dämon vertrieben war und deine Mutter ihre Belehrung hatte!

Lateinschüler in Ludwigsburg, liefest du jeden Tag deine zwei Stunden Wegs von deinem Dorf in die Stadt und wieder zurück und versüßtest dir die lange Zeit des Gehens mit einem pfiffigen Spiel. Du liebtest den Gesang der Vögel, und wenn du in der Stadt eine kleine Meise flöten hörtest, ahmtest du ihren Pfiff nach, locktest sie, daß sie dir nachflog, und hattest keine Ruhe, bis du sie in Beyhingen in deinem Schlage hattest!

Nicht Übung allein war es, daß du die kleinen Vögel so gut zu locken verstandest, sondern die Zartheit deiner Seele, das liebevolle Werben deines Herzens hat sie betört und verzaubert, und mit deinem Liebesgesang hast du später die Seelen der Menschen gelockt!

Hättest du die Liebe nicht gehabt, so wärest du nur so ein Rattenfänger geworden oder ein windiger Querpfeifer!

Mit einem Wasserwecken in der Tasche, den dir die Mutter auf den Weg gab, warst du zufrieden, und früh hast du die Armut kennengelernt, als dein Vater gestorben war.

Nachdem sich seine Augen geschlossen und seine Hände zum letzten steifen Gebet verschränkt hatten auf der Totenbahre, taten sich dir schon die Arme eines anderen liebevollen Vaters auf, der im Kloster zu Denkendorf so viele Söhne zu betreuen hatte, des weiland Präzeptor Johann Albrecht Bengels Vaterarme!

Einmal hast du, sein gelehriger Schüler, die Muse angerufen in deinem Leben, und es war ein Dankgedicht an den Lehrer, der des einzigen Heils Hoffnung in dir erweckt hat.

Neue Bewertung

Bitte anmelden oder registrieren um Bewertung zu verfassen


Verfügbarkeit: noch 1 Exemplar

Bestseller

Ist die Bibel glaubwürdig, Roger Liebi

Ist die Bibel glaubwürdig, Roger Liebi

gebraucht Bestell-Nr:     BN2477 Autor/in:    Roger Liebi Ist die B..

3,20€ Netto 2,99€

Jesu Name nie verklinget 2 vierstimmig 350 Lieder mit Gitarrenbegleitung

Jesu Name nie verklinget 2 vierstimmig 350 Lieder mit Gitarrenbegleitung

gebraucht Bestell-Nr.: BN8124 Jesu Name nie verklinget 2 vierstimmig..

4,50€ Netto 4,21€

Der Weg nach Luv Band 3, Eugen Kunz

Der Weg nach Luv Band 3, Eugen Kunz

gebraucht Bestell-Nr.: Luv03 Autor/in: Eugen Kunz Der Weg nach Luv ..

5,00€ Netto 4,67€

Einer den die Gnade fand - Jakob ein Lebensbild, Josef Kausemann

Einer den die Gnade fand - Jakob ein Lebensbild, Josef Kausemann

gebraucht Bestell-Nr:     BN0305 Autor/in:    Josef Kausemann Einer..

3,50€ Netto 3,27€