Ruf aus Indonesien, Otto Riecker

  • Ruf aus Indonesien, Otto Riecker
gebraucht
Bestell-Nr.: BN0943
Autor/in: Otto Riecker
Titel: Ruf aus Indonesien
Preis: 3,20 €
ISBN: 9783775100755 (früher: 377510075X)
Format: 18 x 11 cm
Seiten: 212
Gewicht: 202 g
Verlag: Hänssler
Erschienen: 1971
Einband: Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Zustand: deutliche Gebrauchsspuren

Petrus Oktavianus: geb. 1929 Insel Roti, Indonesien, aus reformierter Familie, zuletzt Direktor des christlicheIl Lehrerseminars und Dozent für Pädagogik an der Universität Malang, Java, 1960-1963 Ausbildung Bibelinstitut Batu, Lehrer und Evangelist an diesem, Leiter der einheimischen Indonesischen Missionsgemeinschaft, Tochtergesellschaft des Weltweiten Evangelisations-Kreuzzuges (WEK):

Detmar Scheunemann: geb. 1932 Kiel, Bibelschulausbildung 1953-1958 in Wiedenest und London, 1957 von der Evang.Luth. Kirche Lübeck als Missionar des WEK nach Indonesien ausgesandt. Leiter des 1959 gegründeten Bibelinstituts Batu und Evangelist.

Volkhard Scheunemann: geb. 1936 in Lübeck (Bruder von Detmar Sch.), 1956-1961 Studium der Theologie in Tübingen und Kiel, 196,1 Vikar, 1963 von der Evang,-Luth. Kirche Lübeck als Missionar des WEK nach Indonesien ausgesandt. Lehrer und Evangelist am Bibelinstitut Batu.

Dr. theol. Otto Riecker: geb. 1896 Pforzheim, theologische Ausbildung 1919-1923 Tübingen, Leipzig, Marburg, Berlin, Pfarrer 1927-1935 Buch a. Ahorn und 1936-1950 Heidelberg, 1950-1961 Pfarramt Adelshofen, 1958 Gründung und Leitung der Bibelschule Adelshofen.


Vorwort
Was in Indonesien geschieht, hat eine Bedeutung im wei­testen Sinn. Es gilt unserer Zeit. Seitdem wir unsere Erde vom Mond her betrachten, fragt man nicht mehr wie bisher: Wie sieht sie wohl aus? Das weiß man jetzt. Die neue Frage treibt die Menschen um: Was geschieht eigentlich auf ihr? Es wird immer dunkler und rätselvoller. Und drohender.
Die Buntscheckigkeit einer politischen Weltkarte täuscht. Was heute wirkt, kann man mit nur drei Farben anzeigen, - den Farben dreier Welten.
Gleich Eisblöcken liegen die westliche und die östliche Welt
gegeneinander. Zwischen ihnen beginnt es zu tauen, ­Schmelzwasser rieselt herüber und hinüber. Die stärkste Spannung lädt sich nun nach Süden hin auf, hin zur Welt der heißen Vulkane und Wüsten, der Inseln und Urwälder. In gewaltigen geistigen Umbrüchen und revolutionären Eruptionen meint man die Zukunft der ganzen Welt hier angekündigt zu finden. Die "Dritte Welt" rückt in den Mittelpunkt. .

In der Dritten Welt liegt Indonesien. Und aus der Dritten Welt - aus Südamerika, aus Afrika und Asien - hören wir heute von Aufbrüchen starker geistlicher Erweckung. Sie gelten der ganzen Welt.
Denn was eigentlich auf unserer Erde passiert, erkennt man nicht vom Mond aus, sondern durch die Bibel. Dann weiß man, daß man mit den drei Farben der drei Welten nicht auskommt. Etwas Neues tritt hinzu und gibt den Durch­blick für das Zeitgeschehen: es sind die Ereignisse um den Staat Israel. Als er am 13. 5. 1948 gegründet wurde, sagte sein Präsident Ben Gurion: "Wenn Gott Sein Werk tut, kann kein Mensch es hindern. "
Israel ist zum Zeiger der Weltenuhr geworden. Er deutet

auf das Ziel hin, dem die turbulente Weltentwicklung in immer rasenderem Tempo entgegengeht: Jesus kommt bald zurück. Es ist jetzt letzte Zeit.
Unser Herr sagt dazu: Achtet darauf! Für diese Zeit ist die große Verführung, die große Verfolgung - und eine neue Ausrüstung mit der Kraft Gottes verheißen, darin zu be­stehen. Ohne diese Kraft gäbe es dann wohl kein Durch­kommen.

Es hat den Anschein, daß diese Ausrüstung mit der Kraft aus der Höhe heute vor allem in jener spannungs geladenen Dritten Welt gegeben wird. Die westliche Welt scheint zum Hort der großen Verführung zu werden, während in der östlichen sich die große Verfolgung abzuzeichnen beginnt. Alle drei gehören zusammen, - und Israel zeigt an, daß sie sich alle untereinander brauchen: sie alle gehen dem ge­meinsamen Schicksal der Endzeit entgegen.
Am intensivsten scheint die Erweckung gerade bei den "In­seln am Ende der Erde" zu sein, die für das "Ende der Tage" die helle Botschaft vom Sieg des Herrn besonders übernehmen sollen. Und Indonesien liegt sozusagen "am Ende der Erde".
Und doch ist es uns nahe. Nach 16 Stunden Flug landet man von Berlin aus in Djakarta, der Hauptstadt dieses fünftgrößten Landes der Erde. Es ist von uns so weit ent­fernt, wie Bremen von Hamburg und Heidelberg von Frank­furt im vergangenen Jahrhundert noch entfernt waren. Was dort geschieht, geht uns unmittelbar an - es geschieht un­serem Nachbarn. Und so auch uns.

So intensiv die Kraft der wunderbaren Erweckung Tausen­der zum ewigen Leben ist, - so unscheinbar stellt sie sich dar. Im Menschengewühl der Millionenstadt, unter den grauen Tempeln von Bali spürt man den schwarzen Hauch des Islam, die schwappende Finsternis des spiritistischen Hinduismus. Das kann einen verwirren, wo man Erweckung
sucht, - die helle Botschaft von der Rettung durch Jesus, vom ganzen Sieg Gottes durch das Blut Jesu auf Golgatha.
Die Christen in Indonesien verstehen sich aber gerne als "Spatzen". In ihrer Sprache steht für "Sperling" und "Kirche" das gleiche Wort, - und sie nehmen das Wort­spiel auf: unscheinbar, aber vital, überall und schnell zur Stelle, ohne Hinderung durch Stacheldrähte und Minenfel­der - so die Spatzen, so die Botschaft in der Kraft der Totenerweckung.
Eine der ersten Lektionen, die in Indonesien zu lernen ist, heißt: "Was nichts ist, das hat Gott erwählt." Oft wird dieser Vers ausgelegt, denn er legt Gottes Weg aus. Und oft schämt man sich als Abendländer kläglich seines humanistischen Per­sonenkultes: die kleinen, unscheinbaren, geringsten Leute in einer Gemeinde, - sie sind oft die Gründer oder die Be­vollmächtigten. "Damit Gott zunichte macht, was etwas ist." Hier ist es wie in der Ostafrikanischen Erweckungsbewe­gung. Ihre Leiter sind "a lot of nobodies", - die Unbe­kannten. Nicht sie werden bekannt, sondern Jesus.
Die Kraft der "Nichtse" liegt auch nicht in großem Predi­gen. Was predigt, ist ihre Liebe. Der Islam, der Hinduis­mus, die einsickernde westliche Lebensart kennen keine Liebe. Eine Ehe ist dort schnell geschieden - oft schon nach zwei Jahren. Wer alt ist oder krank und keine Angehörigen hat, der verkommt. Hier wirkt Jesu Liebe mächtig von Herz zu Herz. Christen sind anders, - denn sie leben aus anderer Kraft.

Es ist "Erste Liebe" in der Erweckung. Ihre Energie ist Sieg. Sie wächst aus dem Opfer, lebt im Opfer und wirkt darin durchschlagend. In der Bibelschule Batu, einem Zentrum der Erweckung, haben die Studenten zum Zeichen ihres Weges den abgesägten Baumstamm gewählt: gewaltsam getrennt von seinem natürlichen Wurzelboden. So ist es vielen ge­gangen, die herkamen. Bei einigen standen alle Männer der Sippe um sie und schlugen auf sie ein, um sie von ihrem Weg
abzubringen. Viele sind daheim verstoßen. Ein Baumstamm ist - für sich - dem Tod verfallen. Aber aus dem abge­schnittenen Holz schießen jetzt neue frischgrüne Zweige, _ geheimnisvoll wächst Leben aus dem opfernden Sterben. Und das ist Leben in Auferstehungskraft - und Grund­erfahrung für den Dienst.
In der Ausbildung der jungen Leute wirkt sich das aus. Etwa 140 Studenten leben in hellen, sauberen Häusern im kleinen Bergdorf Batu bei Malang in Ost-Java. Batu heißt "Felsen". Und die Ausbildung ist hart, - denn härter ist der Dienst. Zu acht wohnen sie vielfach in einem Raum, morgens um fünf beginnt der Tag mit der Ausbildung in einer Fülle von Unterrichtsfächern von Kirchengeschichte bis zum Hausbau. Abends sind im Umkreis Versammlungen zu halten. Das Fahrgeld reicht nur für die Hinfahrt. Zurück geht es dann zwanzig Kilometer zu Fuß durch den rötlichen Mondschein der Tropennacht. Im Dienst nachher werden es mehr sein.
Wie manche im schweren Opfer herkamen, so erwartet sie auch ein Opferweg. Die Gefahren sind vielfach. Manche er­leben schon im Praktikum die Wunder von Markus 16: "Sie werden Vergiftetes trinken, und es wird ihnen nichts schaden." Aber manche sind auch mit ernsten gesundheit­lichen Schädigungen heimgekehrt.
Da darf der Dozent keine graue Theorie, keine westlich­intellektualistischen Abstraktionen bieten. Was uns im Abendland als sogenannte ."theologische Problematik" be­wegt, kippt dort weithin über den Rand. Es ist, hier ge­wogen, als zu leicht befunden. Es hat keinen Halt am Felsen und also das Gefälle westlicher Verführung im Keime in sich.
Eine Ausbildung "aus Glauben in Glauben", aus der ersten Liebe in das Opfer hinein hat keinen Mangel an "Praxis­bezug" . Denn Gott offenbart Seine Kraft "denen, die Ihn lieben". Er unterrichtet sie selbst durch Erfahrungen und Anschauungen.

Dazu gehören auch die bei uns viel genannten und disku­tierten Wunder in der indonesischen Erweckungsbewegung. Aber in Batu werden sie kaum erwähnt. Es tut ihnen dort weh, was wir im Westen aus den Wundern machen. Nicht daß sie hier falsch berichtet worden wären, - aber sie wirken bei uns sensationell. Im Westen ist im Zusammen­hang des materialistisch-naturwissenschaftlichen Denkens der Bereich der sichtbaren Welt vergötzt als "die Wirklichkeit". In Indonesien, wie überhaupt in Asien, gilt die unsichtbare, ewige Welt als eigentliche Wirklichkeit. Bei uns ist jede wun­derhafte Veränderung in der sichtbaren Welt sofort eine Sensation. Es ist anders fast nicht möglich. In Indonesien dagegen ist die Wiedergeburt eines Menschen zum ewigen Leben wesentlicher als eine Totenerweckung in das vergäng­liche Leben. "Warum gibt uns Gott so große Erweckungen?" fragte Petrus Oktavianus, der kleine Leiter der neuen Indo­nesischen Mission, seine Studenten in Batu. Und er antwor­tete selbst: "Doch nicht um der Sensation willen, sondern damit wir tiefer hinfinden zum Wort."
Und dieses Wort wurde oft ausgelegt, - vor allem das Wort vom Kreuz, das eine Torheit ist vor der Welt. Denn nur in dieser Kraft sind die Geister erkannt und geschieden im Herzen des Menschen: der mörderische Verführungsgeist; der sich in Erweckungsbewegungen einschleicht in der Nach­äffung der Kraft und der Wunder und Gaben Gottes und so als Engel des Lichtes "Pfingsten" gibt. Er ist nur zu überwinden durch das Blut des Lammes und mit dem Schwert des Geistes, - dem geschriebenen Wort Gottes.
Gewiß erfolgt die Unterscheidung und die Scheidung der Geister nicht mit der oft krummen Elle westlicher Theologie. Wo das Wort vom Kreuz klar weitergesagt wird, hält es der falsche pfingstgeist nicht aus. Da wird geprüft werden können, aus welchem Geist ein Zeugnis oder ein Wunder gewirkt ist. Das braucht Erfahrung - und Schulung durch Erfahrung, in die Gott die Verantwortlichen hinein­nimmt.

Erfahrungen des Kreuzes sind Erfahrungen des Sterbens. So hat Gott Wege geordnet, in denen man stirbt, - in jenem winzigen Spielraum zwischen "Jetzt kann ich nicht mehr" und wirklichem Zerstörtwerden. In diesem Raum treffen sich das Sterben und die Auferstehungskraft. Hier wurzelt der eigentliche, der "männliche" Glaube, der über­windet im Blickwechsel auf Jesus. Hier festigt sich der Halt am "Felsen", der die Vollmacht gibt für den Sieg über die Mächte der Finsternis. Wo ganze Beugung ist, da ist auch ganzer Sieg. Das ist in die Geschichte der Erweckung in Indonesien und der Ausbildung in Batu eingegraben.
Und das ist auch für uns geschehen. Wie sollen wir es nutzen in letzter Stunde, bevor die Nacht einbricht? Wir brauchen es doch!
Erweckung ist nicht zu verpflanzen. Es lassen sich keine Methoden nachahmen, keine Tricks ablesen, "wie man das macht". Die Batu-Leute sagen, es ist Gottes Stunde, - das ist alles. Indonesien ist der einzige mohammedanische Staat, der durch sein Grundgesetz (Punkt eins: Jeder Indonesier praktiziert einen Glauben an Gott!) die christliche, weil jede Mission, stützt und schützt.
Es ist auch eine Gnadenzeit für die Kirchen. Noch stehen sie von ihren missionarischen Ursprüngen her in einer weithin erstarrten bibeltreuen Rechtgläubigkeit. In ihnen wirkt die Erweckung, - und sie will so grundlegend "kirchlich" sein und Gottes Gnadenzeit - auch in Gestalt der alten Mis­sionskirchen - nutzen. Aber es mag gut sein, daß dort eine Zeit vorbereitet wird, in der man nur noch in der Kraft Gottes, nicht in der Kraft der Kirche mehr leben kann. Dort und bei uns auch.
Die Welt ist klein geworden. Wir brauchen das, was Gott in Indonesien tut. Er tut es auch für uns in dieser letzten Zeit. Es ist vor unserer Tür. Und es wird uns mit den Boten aus Indonesien in unser eigenes Haus getragen. Es kann zwar nicht verpflanzt werden, - aber es soll neue Kraft
und Sicht für Gottes schmalen Weg geben. Und Freiheit, ihn zu gehen. Darum ist es uns gegeben. Er ist vor un­serer Tür.

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