Ohne Gott in der Welt H16, Roy Kristina

  • Ohne Gott in der Welt H16, Roy Kristina

gebraucht
Bestell-Nr.: BN5085
Autor/in:    Kristina Roy
Ohne Gott in der Welt H16
Preis:    6,00 €
ISBN:    9783882243161 (früher: 3882243163)
Format:    18 x 11 cm
Seiten:    64
Gewicht:    85 g
Verlag:    Francke
Erschienen:    1983
Einband:    Taschenbuch
Sprache:    Deutsch
Zustand:    leichte Gebrauchsspuren
Beschreibung:
Selbst alte Leute erinnerten sich nicht eines solchen Winters, wie er in jenem Jahr herrschte, als an einem Adventsabend mehrere Fuhrleute aus dem Dorf Raschowo bei dem Friedhof die Leiche einer erfrorenen Frau fanden und diese in das Haus des Ortsrichters brachten. 
Bei der Frau des Richters saßen gerade etliche Nachbarinnen, für die es nun gleich viel zu tun gab. Eine löste das Leinen, in das die Erfrorene eingehüllt war, die andere hielt ihr den Kopf, die dritte leuchtete. Plötzlich schrien sie alle: „Ein Kind, ein Kind!“ 
Mit dem erstarrten Arm hielt die unglückliche Mutter ein liebliches, lebendes Knäblein an die tote Brust geschmiegt. 
Bei diesem Anblick begannen die Frauen zu weinen, das erwachende Kindlein weinte auch, und selbst die Augen der Fuhrmänner wurden feucht. 
Drei Tage später begrub man die Fremde auf Kosten der Gemeinde. Ihrem Sarg folgte eine große Menge nach, als wäre sie eine wer weiß wie reiche Dame gewesen. 
Doch was sollte nun mit dem Knäblein geschehen? Weder der Notar noch der Richter konnten die Heimat der Verstorbenen ausfindig machen. 
„Das Kind fällt der armen Gemeinde zur Last!“, stöhnten etliche Geizhälse. 
Doch dies geschah nicht; die Richterin selbst behielt es. Und wenn sie es auch nicht gerade so erzog, als wäre es ihr eigenes Kind, so sorgte sie doch dafür, dass es genug zum Leben hatte. 
Martinko – so nannten die Frauen den Knaben, da sie doch nicht wussten, welchen Namen er irgendwo einmal bei seiner Taufe erhalten hatte – Martinko irrte im Haus des Richters hilflos umher, um nicht zu sagen, wie ein kleines Hündchen. 
Es sah sich meist niemand nach ihm um, und doch wurde er gut erzogen. 
Als er schon ein wenig aus den Kinderjahren herausgewachsen war, hatte die Richterin eine gute Hilfe an ihm. Jeden Dienst leistete er ihr gerne, ob es galt Brennholz zu bringen oder auf die Schweine aufzupassen oder für die jungen Gänse Brennnesseln zu schneiden – nichts war ihm zu viel. Es ging daher dem Knaben nicht gerade am schlechtesten; man ließ ihn sich satt essen und kleidete ihn auch ordentlich. In der ersten Zeit schlief er in einem Winkel beim Ofen, wo ihn die Richterin damals hingelegt hatte, als noch sein totes Mütterlein mit ihm in der Stube war; dann, von seinem fünften Jahr an, wurde sein Nachtquartier in den Stall verlegt. 
Oft saß eine Schar Kaninchen um den Knaben, als wollten sie über ihn Rat halten. Die große, scheckige Kuh sah sich jedes Mal nach ihm um, wenn er in sein Nestchen kroch. Vielleicht kam es ihr wunderlich vor, dass der Knabe niemals 
betete, während sie doch immer vor dem Niederlegen erst die Knie beugte und einen Seufzer zu Gott emporschickte. Die Scheckige wusste eben nicht, dass dies zu tun ihn seine Meistersleute hätten lehren müssen, aber niemand kümmerte sich darum oder fragte danach, ob Martinko beten könne oder nicht.

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