Die angestrichenen Stellen, Emmi Busch

  • Die angestrichenen Stellen, Emmi Busch

gebraucht
Bestell-Nr.: BN3152
Autor/in:    Emmi Busch
Titel:    Die angestrichenen Stellen
Preis:    4,00 €
ISBN:    9783795802011 (früher: 3795802016)
Format:    19 x 12 cm
Seiten:    72
Gewicht:    95 g
Verlag:    Schriftenmission
Erschienen:    1973
Einband:    Taschenbuch
Sprache:    Deutsch
Zustand:    leichte Gebrauchsspuren

Kurzinfo:
- nur alte Frauen 
- wie die Kinder 
- mein Schwager Johannes 
- wer aber allzu jach ist 
- ich will singen 
- miteinander 
- allerleit Weihnachtliches 
- Worte, die hängenbleiben 
 
Die angestrichenen Stellen
Meine liebe Patentante Anna schenkte mir an meinem Konfirmationstag eine wunderschöne Bibel mit Goldschnitt „zu fleißigem, gesegnetem Gebrauch".
Dies Buch hat mein Leben bisher begleitet, und in seinem guten Ledereinband wird es auch noch die weiteren Jahre meiner irdischen Wanderschaft mit mir durchhalten. Ein Wort ums andere darin ist mir wichtig geworden, ich habe es angestrichen, manchmal sogar das Datum an den Rand geschrieben - so sprechen nun all diese angestrichenen Stellen in meiner Bibel „von dem, was Gott an mir getan". Manchmal lockt es mich, nur einfach mal die Psalmen oder die Propheten oder das Evangelium durchzublättern, und eine Fülle von Erinnerungen wird dabei wach, und mein Herz wird fröhlich über allem Führen und Segnen und Bewahren Gottes. 0 ja, die lieben angestrichenen Stellen!
„Ich liebe, die mich lieben, und die mich frühe suchen, finden mich"
So hat meine Tante Anna mit ihrer etwas altmodischen, aber feinen Schrift auf die erste weiße Seite geschrieben.
Bei diesem Wort steht ihre liebe Gestalt vor meiner Seele. Sie kam mir eigentlich immer alt vor mit ihrem glattgescheitelten Haar, das ein schwerer Kummer schon früh grau gefärbt hatte; das rundliche Gesicht konnte so lieb lächeln - ich glaube, laut lachen habe ich sie nie gehört -, und ihre warme Stimme klingt mir heute noch in den Ohren. Sie war klein und rundlich, oft eilig, aber nie gehetzt.
Sie nahm mich, ihre Patentochter, immer wichtig und tat mir persönlich viel Liebes, ob sie mir als Kind in heißen Sommertagen einen herrlichen kalten Himbeersaft brachte oder der Erwachsenen später eine Extratasse Kaffee nach Tisch; bei ihr durfte ich mich in eine Ecke setzen und „Heidi" lesen, sie schenkte mir später ein Tagebuch, in das hinein ich den Überschwang meiner Jugendgefühle ergoß - überall spürte ich: Sie hatte mich lieb.
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Wie oft hat sie meine Jugend mit Glanz erfüllt! Es gehörte zum Schönsten für mich, wenn ich bei ihr schlafen durfte. Dann setzte sie sich still ans Bett, und nach dem kindlichen Abendgebet legte sie mir die Hand auf die Stirn, und es klang wie segnend: „Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Der behüte uns durch seine heiligen Engel!"
Am nächsten Morgen gab es für jeden ein frisches Brötchen zum Frühstück - für mich ein unerhörter Luxus! Da der Onkel meist schon ins Geschäft gegangen war, las sie dann noch die Losung und betete mit uns und legte dabei Gott jedes einzelne von uns Kindern in die Arme. Wie klopfte mir das Herz zum Zerspringen, wenn mein Name vor ihm genannt wurde, und es durchströmte mich ein herrliches Gefühl  von Geborgenheit. Ich spürte etwas von dem Umgang ihrer Seele mit Gott und ahnte ein wenig von dem seligen Geben und Nehmen im Gebet.
Diese meine liebe Patentante schenkte mir meine Bibel. Gewiß hat sie mit Sinnen und Beten dies Wort hineingeschrieben: ,!c6 liebe, die mich lieben, und die mich frühe suchen, finden mich." Gewiß hat sie Gott in den Ohren gelegen, dies Wort an ihrer Patentochter wahr zu machen - und er hat sich zu ihrem Gebet bekannt.
Wo sind unter uns solche liebenden, verständnisvollen Tanten oder Großeltern, die im Heiligtum vor Gott Priesterdienste tun?
„ich jage ihm aber nach, ob ich's auch ergreifen möchte, nachdem ich von Christo Jesu ergriffen bin"
Ganz dick ist dies Wort unterstrichen, und am Rande daneben steht: 25. 8.1918. Es war mein 19. Geburtstag.
Wochen und Monate des Ringens waren vorausgegangen. Ich gefel mir selber nicht mehr. Ich spürte, daß mein natürliches Wesen überall Anstoß erregte und hatte das Gefühl: Mich mag keiner! Mir waren die Augen dafür aufgegangen, daß ich mich immer nur um mich selber drehte und ein ungesegnetes Leben lebte. Ich sah, 6a8 andere reicher waren als ich, 6a& sie von Gott Beschenkte waren und weitergeben konnten. Gleichzeitig ärgerte mich das und zog mich doch an. Ich
wußte alles Christliche; aber ich wollte kein Christ sein - und war im Grunde doch voll Sehnsucht danach, Diese meine Unruhe muß mir meine alte Lehrerin abgespürt haben. Eines Tages sprach sie mit mir darüber.
Und nun feierte ich meinen 19. Geburtstag, mitten in den großen Ferien. Da kam ein Brief von ihr. jahrelang habe ich den verwahrt, denn er wurde zur Entscheidung für mich. Sie schrieb mir dies Wort aus dem Philipperbrief und setzte hinzu: „Glauben Sie ganz fest den letzten Satz, daß Christus alle Unruhe und alles Sehnen in ihnen geweckt hat, daß er Sie ergriffen hat, und nun ergreifen Sie ihn!" Da geschah es, daß ich mich ihm übergeben durfte.
Wie sollte dies Wort in meiner Bibel nicht dick unterstrichen sein! Theoretisch scheint es ja widersinnig, und ich habe es immer nur aus der Praxis meines Erlebens verstehen können.
Warum erzähle ich das Erlebnis mit dieser angestrichenen Stelle? Solle es nicht lieber ein seliges Geheimnis meines Lebens bleiben? Ach nein, ich möchte allen Lesern Mut machen: Ergreifet, weil Ihr ergriffen seid! Vielleicht ist da manch einer, der bis heute noch nicht Felsengrund unter den Füßen hat. „Nachdem ich von Christo Jesu ergriffen bin" - glaube das und danke dafür! Und Du wirst auch heute noch ans Ziel kommen.
„Zuflucht ist be dem alten Gott und unter den ewigen Armen"
Auch am Rande dieser angestrichenen Stelle steht ein Datum vermerkt Ein glückseliger Tag! Der Geburtstag unseres ersten Sohnes. Ein humorvoller alter Freund bedichtete hinterher dieses große Ereignis: „Numro eins, wer's je erfahren, / weiß noch in den spätsten Jahren, / was es heißt, den ersten Knaben I strampelnd in der Wiege haben, / wenn man stolz sich und beglückt / über ihn als Vater bückt."
Aber das war erst hinterher. Vorher ging's durch alle Tiefen der Angst und Not. Es war an einem Samstag. In aller bangen Unruhe und Erwartung hatte der Ehemann seine Sonntagspredigt doch morgens noch machen können. Aber nachmittags ging die richtige Not erst an, und zum Abend hin

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