Der Gerechtigkeit eine Gasse, John Perkins

  • Der Gerechtigkeit eine Gasse, John Perkins
gebraucht
Bestell-Nr.: BN7594
Autor/in: John Perkins
Titel: Der Gerechtigkeit eine Gasse - Amerikanischer Christ erzählt aus seinem Leben
Preis: 3,00 €
ISBN: 9783762173045 (früher: 3762173044)
Format: 20,5 x 13,5 cm
Seiten: 193
Gewicht: 310 g
Verlag: Friedrich Bahn Verlag
Erschienen: 1980
Einband: Paperback
Sprache: Deutsch
Zustand: leichte Gebrauchsspuren
John Perkins, der heute überall in den Südstaaten bekannte farbige Gründer der »Voice of Calvary Ministries«, einem Werk, das Verkündigung und soziale Hilfe und Versöhnung zwischen seinen farbigen und den weißen Landsleuten zum Ziel hat, erzählt hier einfach und schlicht sein Leben. Er berichtet, wie er 1930 als Sohn armer Landpächter im Staate Mississippi geboren wurde, in einer Atmosphäre von Furcht und Unterdrückung aufwuchs, miterlebte, wie sein Bruder grundlos von einem weißen Polizisten erschossen wurde, und wie er dann nach dem Norden der USA ging, um alledem zu entgehen. John Perkins aber wußte sich wieder nach seiner Heimat zurückgerufen —als ein Christ. Er gründete Genossenschaften, die es seinen Landsleuten erlaubten, zu sauberen Wohnungen und Lebensnotwendigem zu kommen, und blieb trotz Verhaftung und mancherlei Bedrohung ein Vorkämpfer für den Frieden zwischen den Rassen. Er ist Martin Luther King in dieser wie in manch anderer Beziehung ähnlich, und versucht in die Tat umzusetzen, was seinem großen Vorbild durch den frühen Tod nicht mehr möglich war.
- Clyde 
- Jap 
- Überleben 
- Farmleben 
- Ich fordere das System heraus 
- Braucht man als Farbiger Religion? 
- Ein Stück blauer Himmel 
- Gott für einen schwarzen Mann 
- Gewinner und Verlierer 
- Ein schwerer Entschluss 
- Bis unter die Haut 
- Es ist schön Freunde zu haben 
- Die Botschaft gilt für alle 
- Stellung beziehen 
- „Kooperationen" heißt der Schlüssel 
- Der gestörte Frieden 
- Boykott 
- Aus dem Hinterhalt! 
- Die Zeit nach Brandon 
- Rechtsprechung in Mississippi 
- An den Toren der Gerechtigkeit 
- Stärker, als je zuvor 
- Das Volk Gottes
 
CLYDE
Ich erinnere mich heute noch, als sei es gestern gewesen. Es war im Sommer 1946. Der Krieg war vorbei. Die Zeit der Baumwollernte in New Hebron, Mississippi, im Süden der Vereinigten Staaten, hatte begonnen. Ein heißer Sommer. Die Schwüle hing wie eine Decke über dem Land. Dieses Mississippigebiet war nach 1800 nur noch dünn besiedelt. Es gab dort nicht die riesigen Plantagen, wie man sie in alten Filmen sehen kann. Dort war kein Boden, aus dem Wohlstand wuchs. Es gab lediglich sanfte Hügel mit kleinen Farmen und kleinen Plantagen.
 
Die weißen Leute - vielleicht Kinder und Enkel von Großgrundbesitzern - waren vom Delta oder von der Küste in diese Nadelwaldregion gekommen. Sie hatten das Land gerodet und sich niedergelassen. Dann hatten sie Leute gesucht, die für sie schufteten und die Hälfte der Ernte als Pacht zahlten. Das waren die Schwarzen.
Die Weißen in New Hebron sagten immer, sie seien nicht reich. Aus ihrer Sicht hatten sie auch recht. Nur ein paar Geschäftsleute waren wirklich gut dran. Obwohl es ihnen bedeutend besser ging als den Schwarzen, war auch das Leben der Weißen sehr genügsam. Jede Veränderung in ihrer Umwelt stellte sich ihnen gleich als Lebensbedrohung dar. „Alles beim alten zu belassen", war daher für sie das oberste Gebot. In erster Linie hieß das: Haltet die Schwarzen in Schach!
 
Noch während des Zweiten Weltkrieges war ein junger schwarzer Soldat als Offizier auf Heimaturlaub nach New Hebron gekommen. Eines Tages kam er in die Stadt. Er trug seine Uniform mit sämtlichen Auszeichnungen. Um das Wiedersehen mit der Heimat zu feiern, trank er viel. Ein paar Weiße waren sich bald einig, daß er zu vorlaut sei, und so schlugen sie ihn mit einem Axtstiel halb tot. Das war an einem Samstag. Solche Ereignisse zwangen manchen Schwarzen, einfach fortzuziehen. Sie verließen Mississippi - die meisten für immer - und gingen in den Norden oder Westen. Wie schon gesagt, 1946 sah es dort nicht gerade rosig aus. Der alte „König Baumwolle" wackelte auf seinem Thron, und nach dem Zweiten Weltkrieg bahnte sich manche Veränderung an, die die Weißen nervös und unruhig machte.
 
In unserer Familie ist nur einer diesem Umschwung entgangen: mein Bruder Clyde. Er war zwölf Jahre älter als ich; wir haben uns immer sehr nahegestanden. Zu mir war er stets wie ein Vater. Clyde machte immer nur ganze Sachen, und so war es auch, als er während des Krieges nach Deutschland sollte, ohne danach gefragt zu werden. Die Weißen in den Behörden von New Hebron entdeckten während des Zweiten Weltkrieges sehr bald, wie man „aufrührerische Nigger" aus der Stadt bekommen konnte. Wegen eines kleinen „Vergehens" entschied man schnell, dass mein Bruder Clyde auch dazu gehörte. Er hatte sich auf einen Streit mit einem Weißen eingelassen. So etwas ist gefährlich, egal, ob man im Recht ist oder nicht. Clyde machte den unverzeihlichen Fehler, daran zu zweifeln, dass das absolute Recht stets auf der Seite der Weißen ist.

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