Wir sind hier fremde Gäste, Gerhard Tersteegen

  • Wir sind hier fremde Gäste, Gerhard Tersteegen

gebraucht
Bestell-Nr.: BN3341
Autor/in:    Gerhard Tersteegen; Walter Nigg (Hrsg.)
Wir sind hier fremde Gäste - Auswahl aus seinen Schriften
Preis:    5,00 €
ISBN:    9783417202922 (früher: 3417202922)
Format:    18 x 11 cm
Seiten:    144
Gewicht:    135 g
Verlag:    R. Brockhaus
Auflage:    2. Auflage
Erschienen:    1980
Einband:    Taschenbuch
Sprache:    Deutsch
Zustand:    leichte Gebrauchsspuren, etwas abgegriffen
AUSWAHL AUS SEINEN SCHRIFTEN
1. Die Lebensbeschreibung Gerhard Tersteegens 
2. Reimsprüche und Gedichte 
3. Warnungsschreiben wider die Leichtsinnigkeit 
4. Kurzer Bericht von der Mystik 
5. Verhaltensregeln von einer beisammen wohnenden Bruder-Gemeinschaft 
6. Briefe 

Die älteste Lebensbeschreibung des Dichters Tersteegen kommt aus seiner unmittelbaren Umgebung und lässt uns noch heute den undefinierbaren Glanz erkennen.

 

1.DIE LEBENSBESCHREIBUNG DES SELIGEN GERHARD TERSTEEGEN
(Die sogenannte Alte Lebensbeschreibung)
Vorbericht
Man erfüllet hiermit das Versprechen, welches man von dieser Lebensbeschreibung in der Vorrede zu dem ersten Bande der deutschen Briefe gegeben hat.
Hätte man der Neigung des Seligen durchaus folgen wollen, so würde der geliebte Leser diesen Aufsatz entbehren müssen; er achtete sich viel zu gering, als daß er an eine Lebensbeschreibung hätte denken sollen. Wie sehr ihn auch einige Freunde kurz vor seinem Ende darum baten, so wies er sie doch liebreich ab und vertröstete sie mit diesen Worten auf die Ewigkeit: »Da werdet ihr, meine Brüder, mein Leben sehen, da werdet ihr mit mir leben, und da wollen wir einer dem anderen zum ewigen Lobe Gottes unsere Lebensbeschreibungen erzählen. « Diesem ungeachtet hat man den Freunden hiesiger Gegend, vorzüglich den auswärtigen, die unsern Tersteegen nie von Person gekannt, eine etwaige Nachricht von seinem Herkommen, Lebensart und Umständen nicht versagen können.
Der alte Freund, dessen bereits in eben erwähnter Vorrede gedacht worden, hat zu dieser Nachricht den nötigen Stoff an die Hand gegeben. Was er selbst in seinem zweiundvierzigjährigen Umgang mit dem Seligen gesehen und gehört, hat er gewissenhaft aufgezeichnet. Außerdem hat er nebst verschiedenen, die viele Jahre hindurch einen vertrauten Umgang mit Tersteegen hatten, eine gewissen Freund, der demselben bei vierundvierzig Jahre und bis zum Ende seines Lebens gedient, zu Rate gezogen.
Hieraus ist der Inhalt gegenwärtiger Nachricht entstanden, von deren Zuverlässigkeit der geliebte Leser völlig gesichert sein kann.
Sollte derselbe mehr Ordnung und Auswahl erwarten, so darf er sich nur erinnern, daß man die eingegangenen Nachrichten so viel möglich gerne alle beibehalten wolle.


Tersteegens Geburt und Herkommen
Der selige Gerhard Tersteegen ward geboren den 25. November 1697 in der Hauptstadt des Fürstentums Mörs. Sein Vater, den er wegen seines frühzeitigen Hintritts nicht kennen gelernt, aus dess€n Papieren er aber nachgehends ersehen, daß er mit auswärtigen Frommen einen starken Briefwechsel geführt und der Gottseligkeit ergeben gewesen, war Heinrich Tersteegen, ein Bürger und Kaufmann in besagter Stadt; seine Mutter Maria Cornelia Triboler. Von acht Kindern, sechs Söhnen und zwei Töchtern, war unser Gerhard der Jüngste. Einer seiner Brüder war Prediger, die anderen Kaufleute, unter welchen einer namens Johannes, der ebenfalls ein begnadigter Mann war, diesen seinen jüngsten Bruder vorzüglich liebte.

Vorzügliche Fähigkeit
Er besaß eine vorzügliche Fähigkeit und ward deswegen von seiner Mutter in die Lateinischen Schulen getan, die er alle durchging. Er übte sich mit vielem Fleiß sowohl im Griechischen und Hebräischen als im Latein; in letzterem brachte er es so weit, daß er bei einer öffentlichen Solennität eine lateinische Rede in Versen mit allgemeinem Beifall aller Gegenwärtigen hielt, und eine vornehme Magistratsperson daher Anlaß nahm, seiner Mutter zu raten, daß sie diesen ihren Sohn dem Studieren widmen möchte.

Tersteegen tritt in Kondition
Die Mutter entschuldigte sich mit ihren häuslichen Umständen und bestimmte ihn zur Kaufmannschaft; er trat deswegen im fünfzehnten Jahr seines Alters bei seinem Schwager M. Brink, einem Kaufmann in Mühlheim an der Ruhr, auf vier Jahre in Kondition.

Wird von der Gnade ergriffen
Hier war es, wo er bereits in dem sechzehnten Jahr von der Gnade gerührt ward. Von den eigentlichen Mitteln dazu läßt
sich nichts Ausführliches sagen; so viel aber weiß man, daß er in Mühlheim mit einem erweckten Kaufmann bekannt geworden, von welchem er viel gute Erinnerungen gehört. Auch hat man aus seinem Munde, daß er einst über dem Lesen eines wichtigen Dankgebetes von einem frommen sterbenden Prediger tief gerührt worden. Bei solchen und unstreitig weit mehreren Veranstaltungen der weisen Güte empfand er so starke Gnadenzüge, daß er seine Sinnesänderung sehr ernstlich suchte und deswegen ganze Nächte mit Lesen, Beten und guten Übungen zubrachte. Der folgende Umstand scheint vornehmlich seiner Seele heilsam gewesen zu sein. Er ward einmal nach Duisburg gesandt; in dem Duisburger Walde überfielen ihn so heftige Kolikschmerzen, daß er nichts als den Tod vermutete. Er ging ein wenig aus dem Wege und bat Gott herzlich um Befreiung von diesen Schmerzen und um Fristung seines Lebens, damit er Zeit haben möchte, sich auf die Ewigkeit gehörig vorzubereiten. Hierauf verschwanden die Schmerzen auf einmal, und er ward aufs kräftigste bewogen, sich dem so guten und gnädigen Gott ganz zu übergeben, ohne den mindesten Vorbehalt.

Er verwechselt die Kaufmannschaft mit einem stilleren Gewerbe
Um diese Zeit war ihm die gänzliche Nichtigkeit aller irdischen, vergänglichen Dinge und das große Gewicht der ewigen und himmlischen sehr klar entdeckt. Er bemerkte zugleich, daß die Kaufmannschaft und der beständige Umgang mit allerlei Menschen ihm viele Zerstreuungen verursachte und ihn an dem Wachstum in der Gnade hinderte. Deswegen erwählte er, ob er gleich obgemeldete vier Jahre bei der Handlung aushielt, dennoch nach Verfließung derselben ein stilleres Gewerbe. Die Bekanntschaft, in welche er damals mit einem frommen Leinenweber geriet, brachte ihn zu dem Entschluß, dessen Profession zu lernen; allein seine schwache Leibesbeschaffenheit und öfters Haupt- und Kolikschmerzen nötigten ihn, davon abzustehen. Er erwählte das Bandmachen und hielt niemanden um sich, als das Mädchen, das ihm die Seide wickelte. Doch blieb er, so wie auch die übrige Zeit seines Lebens, zu Mühlheim an der Ruhr wohnen.

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