Christin Halbachs wundersamer Weg, Dorothee Siebenbrodt

  • Christin Halbachs wundersamer Weg, Dorothee Siebenbrodt

gebraucht
Bestell-Nr.: BN1571-2
Autor/in:    Dorothee Siebenbrodt
Titel:    Christin Halbachs wundersamer Weg
Preis:    2,90 €
ISBN:    9783767501058 (früher: 3767501058)
Format:    18 x 12 cm
Seiten:    248
Gewicht:    293 g
Verlag:    Christliches Verlagshaus
Erschienen:    1978
Einband:    Paperback
Sprache:    Deutsch
Zustand:    leichte Gebrauchsspuren
Kurzinfo:
Mit 10 Jahren müssen Christin und die 6-jährige Marei das heimelige Forsthaus der Großeltern verlassen und zur Stiefmutter übersiedeln, die den schwachen Vater vollkommen beherrscht. Christins Jugend ist hart. 

Wie ein Lichtstrahl fällt darum die Freundschaft mit dem gleichaltrigen Nachbarsjungen Claus Echter in ihr Leben. Aus ihr wächst eine zarte und lange unausgesprochene Liebe. 

Marei, die jüngere Schwester hat sich innerlich noch weit mehr als sie selbst vom Vater und der Stiefmutter entfernt und lebt ihr eigenes Leben, das sich von Romangestalten nährt. Als sich ihr, dem Bürolehrling der Sohn des Chefs nähert, scheint für sie der Roman zur Wirklichkeit zu werden. Sie verfällt dem jungen Mann widerstandslos. Bald erwartet sie ein Kind; aber kurz nachdem sie es zur Welt gebracht hat, erlischt ihr junges Leben. 

Christin vermag sich lange Zeit von dem Vorwurf nicht freizusprechen, durch ihre Unachtsamkeit den Tod der Schwester mitverschuldet zu haben. Sie versinkt in tiefe Schwermut, aus der sie erst nach langen Bemühen die Liebe des Mannes zu reißen vermag, dessen Frau sie inzwischen geworden ist. 

Rückblickend erkennt Christin das Walten Gottes, der die Fäden ihres noch von manchem Dunkel überschatteten Lebens in der Hand hält und dem sie immer mehr vertrauen lernt in dem getrosten Wissen, dass es ein wundersamer Weg ist, den er führt.

Leseprobe: Der Winter kam früh in diesem Jahr mit Eis und Schneetreiben. Schneidende Ostwinde drangen der kleinen Christin bis ins Mark, während sie, wie jeden Morgen, den dreiviertelstündigen Schulweg in das im Tal liegende Weißenbach antrat. Bis zur Kreuzung brachte sie der Großvater. „Mach's gut, Kind", rief er ihr mit seiner rauhen Stimme nach. Vor der nächsten Wegbiegung blickte sie sich noch einmal um. Sie sah die massige Gestalt des alten Försters, neben ihm Tell, den Jagdhund, und Waldmann, den Dackel. Das vertraute Bild prägte sich dem Mädchen tief in die Seele und begleitete es in die Schule, wo es blaugefroren und zerzaust ankam. Fräulein Kunstmann holte ihren eigenen Stuhl vom Katheder und schob ihn vor den eisernen Ofen. „Du mußt ja erst wieder auftauen, Kind", sagte sie in ihrer stillen, gütigen Art.
Der Rückweg zur Mittagszeit war noch anstrengender als der Hinweg zur Schule. Es ging steil aufwärts, und der Großvater blieb unsichtbar. Aber Christin wußte, daß daheim die Großmutter wartete mit gutem Essen, gewärmten Hausschuhen und zischenden Bratäpfeln in der Ofenröhre. Unverzagt stapfte sie vorwärts wie jeden Tag. Sie wurde groß und kräftig dabei, viel größer und kräftiger als die meisten Mädchen ihres Alters, gar nicht zu vergleichen mit der kleinen Marei, die den ganzen Tag über bei der Großmutter hinter dem Ofen hockte und sich fürchtete, wenn der Sturm, in den hohen Bäumen heulte, die das Forsthaus überschatteten, und des Abends die Eulen schrien. Marei war ja auch erst sechs Jahre alt, man hätte sie bei ihrer Zierlichkeit für vier halten können, während Christin schon das zehnte Lebensjahr überschritten hatte.
Mitte November, schlug das Wetter um. Der Wind wehte aus Nordwest und führte Schneemassen mit sich, die sich hoch um das Forsthaus türmten und den Weg versperrten. „Du kannst nicht zur Schule gehen", sagte der Großvater am Morgen zu Christin. Er zog gerade seine gewaltigen Stiefel an. Vor Ungeduld zitternd standen die beiden Hunde an der Tür und witterten.
„Gehen wir heute zur Futterstelle?" bettelte Christin.
Wohlgefällig glitten des Großvaters Augen über die Gestalt seiner ältesten Enkelin. „Wart noch bis Mittag, der Alfons muß erst schaufeln." Alfons war der Jägerbursche. Er bahnte während des Vormittags einen Weg in den Wald und einen schmalen Pfad ins Dorf. Es ging ja nicht an, daß Christin länger als einen Tag Schneeferien machte.
Gleich nach dem Mittagessen standen Großvater und Enkelin zum Ausgehen bereit vor der Haustür. An kurzer Leine führte Christin den Dackel, der japsend und kläffend daran zerrte, so daß sie schnell laufen mußte,
Der Förster stapfte mit dem Jagdhund hinterher. Den Schlug, bildete Alfons mit dem Futtersack.
Durch das Fenster der behaglichen Wohnstube blickte die Försterin dem kleinen Zug nach. Ein stilles Lächeln glitt über ihr schmales, früh gealtertes Gesicht. „So hat er doch noch sein Glück, der Konrad", sagte sie leise vor sich hin; „und er meinte, es sei alles zu Ende - damals - vor sechs Jahren, als unser Hannel starb." Ihr Blick streifte das Bild einer jungen Frau, das auf der Kommode stand.
Franziska Amman setzte sich in den Ohrenstuhl neben den Ofen. Eine tiefe Stille lag über dem Zimmer. Nichts war zu hören als das leise Knistern der Holzscheite im Ofen und das Ticken der Schwarzwälder Uhr an der Wand. Ihr fielen die Augen zu.
Eine leise Berührung weckte sie auf. Erschrocken fuhr sie zusammen. Das jüngste Enkelkind stand vor ihr, eine alte, häßliche Puppe im Arm. „Stranzes Arm ist kaputt, du mußt ihn nähen."
„Ja, nachher", erwiderte die Großmutter müde, und schon wieder fielen ihr die Augen zu.
„Nicht nachher - gleich!" begehrte das Kind auf und sah die Großmutter mit jenem Blick an, der die alte Frau schon manchmal erschreckt hatte. „Siehst du denn nicht, daß sie blutet?" Tatsächlich drang ein feiner Strahl Sägmehl aus dem Arm des verwundeten Puppenkindes.
„Lege die Puppe auf meinen Nähtisch und nimm deine Armgard, bis ich sie heil gemacht habe", 

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