Die sanfte Gewalt

Die sanfte Gewalt
Christliches Verlagshaus ISBN 3 7675 33218 2
Blick ins Buch die Sanfte Gewalt - Siebenbrodt Dorothee
Das Bürohaus lag ein wenig abseits vom Zentrum der Stadt. Hoch ragte der mächtige Betonklotz mit seinen wabenartigen Außenfronten über die .Dächer der um die Jahrhundertwende erbauten Häuser hinweg. Manche der Altbauten hatten wegen des Kolosses weichen müssen, und es war abzusehen, daß die an sich reizvolle Stadt an dieser Stelle in die Anonymität anderer Großstädte versinken würde.
Annegret Linder überlief jedesmal eine Gänsehaut, wenn sie morgens mit anderen Berufstätigen ihre Arbeitsstätte betrat. Sie sehnte sich schmerzlich nach ihrem kleinen Büro in der Friedrichsstraße zurück, das sie nur mit ihrer Kollegin Monika geteilt hatte. Ihren ehemaligen Arbeitsplatz zeichnete gewiß keine Eleganz aus, im Gegenteil: Die Büromöbel waren vor Alter klapprig gewesen und die Maschinen nicht die neuesten Modelle; aber die Ruhe des Raumes förderte die Konzentrationskraft, und das Tageslicht, das durch das Fenster auf den Schreibtisch fiel, tat Nerven und Gemüt wohl. Den Ausblick auf einen Hinterhof hätte kein Mensch als erhebend bezeichnen können. Aber an einem üppigen Holunderstrauch, der aus den Steinen herauswuchs, konnte sie den Wechsel der Jahreszeiten ablesen.
Jetzt, nachdem ihre Firma umgezogen war, saß sie, den Kopfhörer über den Ohren, und tippte, ohne die Unterschiede der Tages- oder Jahreszeiten wahrzunehmen, Während der langen Arbeitsstunden befand sie sich in dem fensterlosen, mit modernsten technischen Errungenschaften eingerichteten Raum, umflutet von künstlichem Licht, umgeben Von künstlichen Materialien - vom Fußboden bis zur Decke. Sie konnte die neue Umgebung einfach nicht verkraften, trotz der gut funktionierenden Klimaanlage. Kopfschmerzen und Nervosität quälten sie öfter, seit die Firma in das neuerbaute Bürohaus übergesiedelt war.
***
In dem riesigen, unruhigen Raum, in dem es summte wie in einem Bienenstock und in dem es kein unbeobachtetes Plätzchen gab, wurde sie ein Gefühl des Gehetztseins nie nn'hr los. Oft beschlich sie erstickende Angst vor der Zukunft. Die Sorge davor saß ihr sogar unbewußt im Nacken, während sie schrieb. Was würde werden, wenn sie ihrer Arbeit nicht mehr gewachsen sein sollte? Jüngere Kräfte mit unverbrauchten Nerven rückten nach. Täglich galt es, sich aufs neue zu bewähren, sonst gehörte man bald zum alten Eisen. Sie hatte immerhin die Mitte der 30 überschritten. In Wirklichkeit waren 36 Jahre kein Alter, aber im heutigen, die meisten Menschen überfordernden Berufsleben schon eine kritische Grenze.
Tippfeblr galten in diesem Hause als großes Vergehen. Sie kosteten Zeit und setzten die Zahl der verlangten Anschläge herab. Annegret befielen des Nachts Alpträume von ganzen Seiten mit Tippfehlern und anderen kleinen Malheuren, die einer perfekten Schreibkraft, als die sie bis jetzt noch galt, einfach nicht passieren durften - nach Ansicht des Bürovorstehers.
Auch heute brannten ihre Augen, und ihre Finger waren feuchtkalt vor Anstrengung. Wenigstens der Kopf schmerzte nicht. Aber es war ja auch erst Frühstückszeit, wie ein flüchtiger Blick auf die elektrische Wanduhr zeigte.
Eine leise Berührung an der Schulter ließ sie zusammenfahren. Neben ihr stand ihre Kollegin Monika Heßberg. Annegret nahm den Kopfhörer ab. »Kommst du mit in die Teeküche? Ich bin heute so nervös und brauche dringend eine Aufmöbelung«, sagte Monika.
Annegret nickte. Sie holte ihre Brotdose aus einer Schublade und folgte der Kollegin durch die Reihen der tippenden jungen Damen. Sie hatten alle den gleichen angespannten Gesichtsausdruck und trugen den Kopfhörer über Frisuren nach der letzten Mode. Ihre hübschen Blüschen oder Pullis hatten sie mit flotten Halstüchern oder zahllosen Ketten drapiert. Sie sahen aus, als säßen sie dauernd in den Startlö chern, bereit, jede Gelegenheit beim Schopf zu ergreifen, uni eine bessere Position zu erreichen. So jedenfalls wirkten sie in der Masse auf Annegret. Begegnete sie einer von ihnen allein, entdeckte sie in dem Gesicht oft eine verhaltene Sorge, als könne das Leben vorüberrauschen, während man sich in der Arbeit verausgabte.
Ein paar tiefe, sehnsüchtige Atemzüge frischer Luft sog Annegret im Vorübergehen in die Lungen. Ein kleiner Balkon vor dem Korridor, den sie überqueren mußten, bot willkommene Gelegenheit dazu. Draußen schien die Sonne. Wie schön! Sie würde in der Mittagspause für kurze Zeit den Frühlingstag genießen.
In der Teeküche ließ Annegret Wasser in den Boiler und drückte auf den Bedienungsknopf. Das rote Lämpchen leuchtete auf, und bald sprudelte heißes Wasser über den Teebeutel. Monika hielt ihren Becher mit Nescafe unter den Hahn. »Ich brauche ihn heut so schwarz, daß der Löffel in der Tasse steht«, sagte sie. »Ich habe in der Nacht fast gar nicht geschlafen.«
Beide setzten sich auf die weichen, mit Plastikstoff bezogenen Sitzelemente, die an der Wand entlang aufgereiht standen, und aßen erschöpft und wortlos.
»Und weshalb hast du nicht geschlafen?« erkundigte sich Annegret endlich. »War etwas Besonderes bei euch los?«
»Und ob«, antwortete Monika. »Mein Bruder kam gestern abend und brachte mir ohne Ankündigung seinen halbjährigen Buben. Der kleine Bursche jammerte und schrie die ganze Nacht.
Vermutlich hatten ihn die ungewohnte Umgebung und die fremden Menschen erschreckt. Ich habe getan, was ich konnte, aber er ließ sich nicht beruhigen.«
Annegret wußte, daß Monikas Bruder vor kurzem seine Frau durch einen Unfall verloren hatte und seine Schwiegermutter nach dem Tod ihrer Tochter das Kind betreute.
***
Weshalb sollte nun Monika den Kleinen in ihre Obhut nehnien? War die Schwiegermutter erkrankt, oder gab es andere ['robleme? Monika konnte das Kind kaum für längere Zeit versorgen. Sie war bis zum äußersten ausgelastet.
Annegret sprach diese Überlegungen aus. »Ich glaube, du kannst den Kleinen wirklich nicht bei dir behalten; wenn du zusammenklappst, ist keinem geholfen.«
»Hin und her gerissen bin ich, verstehst du?« Monika unterstrich ihre Zwiespältigkeit durch Bewegungen ihrer nervösen Hände. »Mein Bruder und ich hatten immer ein besonders gutes Verhältnis zueinander. Ich würde ihm gern helfen. Er tut mir so furchtbar leid. Du kannst dir nicht vorstellen, wie deprimiert er gestern war. Er ist noch ganz zerschlagen durch den Verlust seiner Frau, und nun muß plötzlich mit seiner Schwiegermutter irgendwas schiefgelaufen sein; denn sonst hätte er mir kaum dcii Kleinen Knall auf Fall gebracht, zumal-er eigentlich wissen müßte, daß ich das Kind nicht für längere Zeit behalten kann.«
Monika Heßberg war Mutter eines 7jährigen Töchterchens und eines 8jährigen Jungen. Während die Kinder morgens die Schule besuchten, arbeitete sie halbtags in ihrer alten Firma, um damit beim Abzahlen der Schulden des neuerbauten Hauses zu helfen. Annegret kannte von einigen Besuchen die lebhafte Familie und die Größe des Arbeitsbereiches ihrer Kollegin. Eine Mehrbelastung war wirklich nicht möglich.
»Wäre es nicht das beste, den Kleinen in ein gutes Säuglingsheim zu bringen?« zog sie in Erwägung.
»Mein Bruder will seinen Jungen nicht in ein Heim geben, das hat er mir eindeutig erklärt. Er behauptet, ein Kleinkind, besonders im ersten Lebensjahr, brauche einen Menschen, der sich speziell um sein Wohl kümmert. Eine Bezugsperson heißt das wohl in der modernen Kinderpsychologie. Fehlt dieser Mensch, kann sich die Seele des Kindes nicht gesund entwickeln und für das ganze Leben Schaden davontragen. Das befürchtet er jedenfalls.«
Monika seufzte schwer. »Mach was gegen einen fanatischen Vater, zumal wenn er so schwer verwundet ist wie mein Bruder. In der Sorge um seinen Prinzen bot er mir ein gutes Pflegegeld an und bat mich, meinen Job aufzugeben. Er meinte, das würde mir und meiner Familie auch gut bekornmen. Damit hat er recht. Aber kann ich das denn? Wie lange wird es dauern, dann verändern sich seine Verhältnisse wieder, und ich bin meinen Arbeitsplatz los. Wir brauchen meinen Verdienst noch so dringend zum Abzahlen unseres Hauses.«
»Da ist wirklich guter Rat teuer«, mußte Annegret zustimmen. Sie hätte der Kollegin gern Trost gespendet, aber sie wußte keinen.
»Es hilft nichts«, sagte Monika müde. »Wir müssen weiter. Unsere Frühstückspause ist längst überschritten. Was wir hier vertrödeln, müssen wir später nachholen, und das fehlt mir gerade noch.«
Jeden Mittag ging Annegret zu Fuß nach Hause, um mitihrer Mutter gemeinsam zu essen. Ihre Wohnung lag in der Nähe ihrer neuen Arbeitsstelle, näher noch als an der alten - ein Plus für die Betonburg. Den Hin- und Rückweg liebte sie besonders, weil er sie durch den Rosengarten führte, einen kleinen hübschen Park, eine Oase in der Stadt, an der sich Herz und Sinne labten.
Mit ihrer Wohnung hatten die Linders Glück gehabt. Schon seit über zehn Jahren wohnte Annegret mit ihrer Mutter in einem ordentlichen Dreifamilienhaus, das sich ein Schreinermeister als Geldanlage gebaut hatte. Er war darauf bedacht, das Anwesen in bestem Zustand zu erhalten. Seine Mieter dankten ihm das durch die Pflege ihrer Räumlichkeiten.
***
im Augenblick stand die Dachwohnung leer. Ein junges Ehepaar, das Familienzuwachs erwartete, war aus Platzmangel fortgezogen. Es waren fröhliche, hilfsbereite Leute gewesen. Ein Trost für Annegret, die ihre zarte, manchmal kränkelnde Mutter allein lassen mußte, während sie ihrer Arbeit nachging.
Im Augenblick war nur noch Frau Schlüter da. Sie bewohnte die Parterrewohnung. Frau Schlüter, rundlich und vital, ebenfalls hilfsbereit und oft in einer Weise unterhaltsam, die Annegret nicht so sehr schätzte, trat ihrer Mutter Manchmal ein wenig auf der zarten Seele herum. Vielleicht, dachte Annegret, war es für Mutter ganz gut, wenn sie durch Frau Schlüters Direktheit ab und zu mit der Realität des Lebens konfrontiert wurde.
Die guten Mahlzeiten, die Frau Magdalene Linder, abgeschmeckt mit der Zunge einer Genießerin, auf den Tisch brachte, brauchte Annegret zum Krafttanken für ihren mühsamen Arbeitstag, weniger die Fragen, die ihre Mutter, den Betrieb betreffend, während des Essens auf sie abschoß.
Auch an diesem Tag antwortete Annegret einsilbig, und Frau Magdalene schloß schließlich nach vergeblichen Bemühungen den Mund. Sie fühlte sich ein bißchen gekränkt durch die vermeintliche Verständnislosigkeit der Tochter. Den ganzen Vormittag hatte sie schließlich mit der Zubereitung des Essens verbracht und war viele Stunden allein gewesen. Die Tochter mußte doch wissen, daß sie sich nach Unterhaltung und Anerkennung sehnte.
Annegret bemerkte das betrübte Gesicht der Mutter, und schon tat sie ihr leid. »Du hast wunderbar gekocht, Mutterle«, lobte sie. »Ich wüßte nicht, wer den Blumenkohlauflauf besser machen könnte als du. Deine Tomatensauce ist einzig.«
Sofort belebte sich das kleine Gesicht. »Und die Quarkcreme, wie findest du die?« fragte die Mutter eifrig.
»Wirklich gut.« Annegret stand auf. »Leider muß ich jetzt gehen. Ich bin immer so müde nach der Hetze im Betrieb. Sei nicht böse, wenn ich mir bei der Mahlzeit sogar das Sprechen erspare«, bat sie.
Die Mutter begleitete die Tochter durch die kleine Diele zur Tür.
»Also dann bis Dienstschluß«, verabschiedete sich Annegret.
Magdalene Linder sah der Tochter nach, wie sie die Treppe hinunterging. Sie wirkte groß und stark, zu groß und knochig für ihren Schönheitsbegriff. Ihr gefielen zierliche, bewegliche Mädchen mit rosigen Wangen und einem lieblichen Gesicht weitaus besser. Aber sie war von Annegrets Energie und Ausdauer überzeugt und von ihrer Kraft, die so in sich geschlossen und unaufdringlich war wie die eines starken Baumes, an den man sich in allen Stürmen des Lebens fest anklammern konnte und unter dessen breiter Krone es sich geschützt leben ließ - komme, was da wolle. Dieses sichere Wissen war denn doch bei weitem wichtiger für sie, als die Mutter einer hübschen, liebenswürdigeren und gesprächigeren Tochter zu sein. Mit Annegrets Schweigsamkeit mußte sie eben fertig werden. Alles Gute war nirgends beieinander. Erfreulicherweise gab es noch andere Unterhaltungsmöglichkeiten. Menschen, mit denen man reden konnte, begegneten Magdalene Linder überall. An Kontaktschwierigkeiten hatte sie nie gelitten.
Vom Balkon aus winkte sie der Tochter noch einmal nach. Annegret winkte zurück. Mit einem letzten Blick nahm sie die ganze Erscheinung der Mutter in sich auf. Wie anmutig sie mit ihren 61 Jahren noch immer aussah! Einer kleinen Rokokodame nicht unähnlich. Die weißen Löckchen umrahmten spielerisch das zarte, meist bleiche Gesicht. Jetzt hatt die Frühlingssonne rosige Farbe darauf gemalt. Die wasserhellen Augen konnte Annegret von der Straße her nicht genau erkennen. 
***
Um so besser aber die Zierlichkeit der Figur, die ihre Mutter durch tägliche Gymnastik nach Radiomusik beweglich zu halten suchte, das heißt, an den Tagen, an denen sie sich dazu nicht zu schwach fühlte.
»Tschüs dann«, rief Annegret ein letztes Mal und nahm noch ein freundliches Kopfnicken ihrer Mutter mit auf den Weg. Dann eilte sie ihrer Betonburg zu, um aufs neue die Lettern der Schreibmaschine in tausendfacher Folge anzuschlagen.
Frau Magdalene ging in die Küche, um den Abwasch zu erledigen und aufzuräumen. Anschließend gestattete sie sich ein Mittagsschläfchen, und nach einer guten Tasse Kaffee beschloß sie, einige Einkäufe zu erledigen. Vielleicht begegnete ihr dabei eine Bekannte, die Lust auf einen Plausch oder einen Spaziergang mit ihr hatte.
Annegret traf die Mutter nach Dienstschluß nicht zu Hause an. Gerade ein bißchen Alleinsein hatte sie sich heute gewünscht. Eilig schrieb sie einen Zettel: »Mache noch einen Spazirgang« und legte ihn auf den Küchentisch.
Nach den vielen Stunden des Sitzens vor dem Schreibtisch sehnte sie sich nach kräftiger Bewegung. Mit ihrer Mutter konnte sie nur langsam gehen. Heute wollte sie die Gelegenheit ihrer Abwesenheit nutzen und sich tüchtig auslaufen.
Mit langen Schritten durchquerte sie die Stadt. Der letzte Teil des Weges führte bergan. Erst auf dem Panoramaweg, entlang der Weinberge, ging sie langsamer. Der schnell gewordene Herzschlag regulierte sich bald, so daß sie die frische Luft, die hier oben wehte, in vollen Zügen einatmen konnte. Ach, tat das gut! Sie kam sich vor wie ein aus dem Käfig befreiter Vogel.
Einen Augenblick lang betrachtete sie das Bild der Stadt, die in der spätnachmittäglichen Sonne im Tal unter ihr lag. Sie blickte auf die schiefergrauen Türme der Kirchen, die ineinander und übereinander geschobenen Dächer im sanier ten Stadtkern und auf die schmucken Häuser und Villen, die in frühlingsgrünen Gärten, an den ilängen und Weinbergen emporwuchsen.
Nach einer Zeit der Betrachtung trennte sie sich von dem ihr vertrauten Bild und ging weiter. Dieser Weg, den sie ihren Gebetsweg nannte, und den sie so selten allein erreichte, war auch der Ort, an dem sie am besten nachdenken konnte, und danach verlangte es sie heute.
in der letzten Zeit quälte sie fast ständig bewußt oder unbewußt die Existenzangst. Sie sorgte sich, falls ihre Leistung eines Tages nachlassen sollte, wegen mangelnder Arbeitsqualität entlassen zu werden, und es peinigte sie der Gedanke, in diesem Fall als ältere Angestellte keine annähernd gleichwertig bezahlte Arbeit mehr zu bekommen. Ihre Sorgen galten weniger der eigenen Person als der ihrer Mutter, die schöne Dinge liebte und einen gewissen Komfort brauchte, um zufrieden zu sein.
War eine solche Angst um materielle Dinge nicht der Ausdruck fehlenden Gottvertrauens? Was war nur mit ihr los? Weshalb betrug sie sich so kleinmütig? im Augenblick nagte noch niemand an ihrem Arbeitsplatz, es sei denn ihre nachlassende Nervenkraft. Diese wurde gewiß nicht besser, wenn sie sich durch Ängste krank machen ließ. War sie nicht gerade im Begriff, das zu tun? Sie rief sich zur Ordnung. Gegen diese Plage, die sich in ihrem Innern auszubreiten begann, mußte sie mehr als bisher angehen. Dazu gab es für sie nur einen Weg: das Gebet. Und so vertraute sie alles Jesus an, der um die Bangigkeit und Furcht der Menschen wußte und darum gesagt hatte: »In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!« Ihr zartes Gewissen ließ die sie so leicht überfallende Vertrauenslosigkeit als Unrecht erscheinen. Sie glaubte, eine solche Kleinmütigkeit würde ihr den Weg zu Gott versperren, wenn sie sie nicht ausräumte. Das tat sie nun.

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