Otto Funcke Ein echter Mensch ein ganzer Christ, Arno Pagel

  • Otto Funcke Ein echter Mensch ein ganzer Christ, Arno Pagel

gebraucht
Bestell-Nr: BN1690-20
Autor: Arno Pagel 
Otto Funcke Ein echter Mensch ein ganzer Christ 
Preis: 2,90 € 
ISBN: 3880021600 
Otto Funcke (1836-1910) war durch viele Jahrzehnte einer der bekanntesten und beliebtesten Schriftsteller in Deutschland. Er verbindet in seinen Büchern echte Tiefe, nie ermüdende und langweilende Anschaulichkeit und sonnigen Humor miteinander. In wundervoller Natürlichkeit sind bei ihm Himmelssinn und Erdentreue vereinigt. Er war ein ganzer Christ und blieb immer ein echter Mensch. Das macht das hier vorgelegte Lebensbild, das lange vergriffen war, auch für die Gegenwart anziehend.
Otto Funcke kommmt selber in mancherlei Proben aus seinem Schrifttum zu Wort. 
Verlag: Liebenzeller Mission 
Jahr: 1962
Einband: Paperback 
Auflage: 3. Auflage 
Seitenzahl: 104
Format: 11 x 18 
Sprache: Deutsch 
Zustand: leichte Gebrauchsspuren 
Gewicht: 98 g

Im Kinderland
Längst ist Wülfrath - am Rande des rheinisch-westfälischen Industriegebietes im lieblichen Bergischen Land zwischen Düsseldorf und Wuppertal gelegen - eine blühende Industriestadt geworden. Im Jahre 1836 aber, als dort Otto Funcke, der später als evangelischer Volksschriftsteller so bekannt geworden ist, geboren wurde, lag der Ort noch in ländlicher Stille und Abgeschiedenheit da. Es war ein herrliches Kinderparadies. Von den Höhen um Wülfrath konnte man bis in die Rheinebene hinuntersehen. Sicherlich ist der Bub Otto Funcke oft dort oben gestanden und hat in der Ferne das silberne Band des Rheinstromes aufblitzen sehen. Da ist ihm wohl früh das Fernweh ins Herz geschlichen und die Lust zum Reisen gekommen, die ihn später weit in der Welt umhergeführt hat.
Otto Funckes Vater ist ein Doktor gewesen, ein richtiger Landarzt der guten alten Zeit. Er hat sein Amt 45 Jahre verwaltet, aber vor ihm hatte sein Vater gar 55 Jahre die Praxis ausgeübt. Was lag näher, als daß auch unser Otto davon träumte, in des Vaters und des Großvaters Fußstapfen zu treten? Die Mutter allerdings hegte für ihren Zweitjüngsten ganz andere Hoffnungen: der sollte einmal ein Prediger des Evangeliums werden. Und tatsächlich, sie hat recht behalten!
 
Vater Funcke ist ein imponierender Mann gewesen. Wenn er auf seinem Pferd, das er zur Bewältigung der großen Praxis brauchte, dahergeritten kam, waren seine fünf Jungen immer unbändig stolz auf ihn. Er hatte eine starke, energische Natur. Es hat ein ganzes langes Leben gebraucht, bis er aus seinem allgemeinen Gottes- und Schöpfungsglauben in das Vertrauen auf den Herrn Jesus Christus und in seine Gnade hineinfand. Religiös war er eigentlich immer. Er konnte Leute, die über Heiliges höhnten, rücksichtslos anfahren. Das erfuhr einmal ein junger Adliger, der in seinem Luderleben Leib und Seele verdorben hatte, sich aber gern seiner Bildung und Aufklärung rühmte und mit dummen Spottreden um sich warf. Doktor Funcke fauchte ihn an: „Sie sind noch nicht trocken hinter den Ohren und wollen das verlachen, was die Welt zusammenhält? Sie Hanswurst, Sie, Sie tragen das göttliche Gericht schon in Ihren faulen Knochen. Noch ein Wort wie vorhin, und ich werfe Sie einfach zum Tempel hinaus!"
Das ist eine herrliche Sache gewesen, wie die Gnade diesen Mann der Kraft und des überschäumenden Temperaments am Ende herumgeholt und still und voll Glaubensgewißheit gemacht hat. Mit 70 Jahren gab der Sanitätsrat Funcke seine Praxis in Wülfrath auf und zog an den Rhein nach Boppard. Dort in der Ruhe des Lebensabends leuchtete ihm das Geheimnis der Person und des Werkes Jesu Christi immer mehr auf'. Die längst vor ihm heimgegangene Mutter Funcke hatte in allen Wechselfällen an der Hoffnung festgehalten: Um den Abend wird es hell werden! Ja, das war in der Tat ein helles Durchbrechen der Sonne, als in den Briefen des alten Vaters an seine Söhne der Ruhm der Gnade des Heilandes immer mehr zur Geltung kam. Und das war eine volle, herrliche, lichte Stunde des Heils, als die um das Sterbelager des Vaters versammelten Söhne seine letzten abgebrochenen Sätze hörten:
„Meine Söhne verlassen mich nicht -, du, mein Heiland, aber verlässest mich erst recht nicht -. Du hast mir die Tür offen gemacht -, es scheint ganz hell herunter -, Kinder, Jesus steht in der Tür und sagt: Karl Funcke, du bist ein großer Sünder, aber ich lasse dich doch durch!*
Frommem Überschwang und geistlicher Übersteigerung ist Vater Funcke immer abhold gewesen. Wo er so etwas antraf, konnte er sich gelegentlich zu einem „Seelsorger" ganz eigener Prägung entwickeln. Einmal hatte er einen Pastor in der Kur, der auf der Kanzel sehr heftig und lieblos über einen Amtsbruder hergefallen war. Während der Arzt seinen Patienten gründlich beklopft und behorcht, erzählt dieser von seinem Kampf gegen den Kollegen. Er bekräftigt sein gutes Gewissen in dieser etwas fatalen Angelegenheit, indem er feststellt: „Der Heilige Geist hat mir eingegeben, so zu reden!" Da fährt aber Doktor Funcke in die Höhe:
„Herr Pastor, nicht der Heilige Geist, sondern Ihre total kranke Leber hat Ihnen das eingegeben, und daß Sie eine kranke Leber haben, ist das einzige, was Sie zu Ihrer Entschuldigung sagen können. "
Diese Spezialkur von „Seelsorge" hat der Pastor nicht verkraften können. Er ist spornstreichs ohne Abschiedsgruß davongelaufen!
Ja, so war der Vater Funcke. Und die Leser werden zugeben, daß solch ein Mann in einer Biographie Otto Funckes ein paar Zeilen verdient. In das Kinderland des kleinen Otto gehörte er jedenfalls sehr wesentlich hinein. Die Mutter allerdings können wir so kurz nicht abtun. Die kriegt ihr eigenes Kapitel.
 
*) Wörtliche Anführungen aus Otto Funckes Büchern sind in Schrägschrift wiedergegeben.
 
Nicht ganz vergessen dürfen wir Mutter Funckes Vater, den Wülfrather Pastor Johann Peter Neumann, der in Ottos Jugendzeit eine gewichtige und einflußreiche Rolle gespielt hat. Er war ein fest in der reformierten Orthodoxie der Dordrechter Artikel, der strengsten Ausprägung des reformierten Kirchentums und Bekenntnisstandes, verwurzelter Mann. Sein Lieblingsthema war die Erwählungslehre: Alles ist Gottes Werk. Als es zu den ersten zaghaften Ansätzen in der Inneren und Äußeren Mission kam, zog der gute Pastor Neumann kräftig gegen diese „neumodischen" Bestrebungen vom Leder. Er witterte da die fromme Betriebsamkeit des Menschen, durch die er Gottes Alleinwirksamkeit nicht gebührend respektiert sah. Später, im hohen Alter, hat er in dieser Sache aber noch willig umgelernt. Man könnte noch manche andere interessante Gestalten aufmarschieren lassen, die ihren Platz und ihre Bedeutung in Otto Funckes Jugendland gehabt haben, aber die Leser sollen nun endlich etwas über den kleinen Otto selber hören. Ja, der Otto, was ist der für ein Bub gewesen? Lange Zeit hindurch war er sehr schwächlich und kränkelte viel. Darum haben ihm manche Leute nur ein kurzes Leben vorausgesagt. Zu der Mutter, die den damals Zehnjährigen gerade badete, sagte einmal ein „liebenswürdiger" Bauer folgende „trostvollen" Sätze:
„Ach, liebe Frau Dokter, wat es dat _för en erbärmlich Kenkt (Kind)! Dat süht ja ut wie 'nen avgetrockenen Has (wie ein abgezogener Hase). Do wert sin Leven nix vann!"
Da hat sich aber Mutter Funcke aufgerichtet und ist dem Ehrenmann wie eine Prophetin entgegengetreten:
„Lieber Herr, Ochsen und Hammel schätzt man nach dem Gewicht, nach Fleisch und Knochen. Beim Menschen aber kommt es auf Kopf und Herz an, und die sind bei meinem Jungen in Ordnung, und es könnte leicht passieren, daß er Euch und Eure Kinder noch lange überleben wird, denn ich will Euch was sagen: Er wird noch ein Prediger des Evangeliums werden. "
Diese beiden Weissagungen haben sich in der Tat erfüllt. Aber es ist ein weiter und schwerer Weg bis dahin gewesen. Die schwächliche Gesundheit hat unserem Otto in seinen Kinderjahren viel zu schaffen gemacht, hat manchen Verzicht von ihm gefordert und ihm manchen Seufzer ausgepreßt. Wie war das entmutigend und niederdrückend, wenn es immer hieß: „Das ist aber nichts für Otto ...!" Wie manche Schneeballschlacht, wie manche übermütige Fahrt auf der Eisbahn, wie manches Pfannkuchenessen - und sollte der Gaumen eines Jungen nicht Verlangen haben nach saftigen, speckigen Pfannkuchen? -, wie man

 

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