Leben wir in der Endzeit? Gerhard Bergmann

  • Leben wir in der Endzeit? Gerhard Bergmann

gebraucht

Bestell-Nr.: BN4492
Autor/in: Gerhard Bergmann
Titel: Leben wir in der Endzeit?
Preis: 2,90 €
ISBN: 3795800706
Format: 12 x 19 cm
Seiten: 72
Gewicht: 90 g
Verlag: Schriftenmissions Verlag
Erschienen: 1973
Einband: Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Zustand: leichte Gebrauchsspuren
Kurzinfo:
IM   AUFBRUCH   DES   FRAGENS 
- der Begriff Endzeit 
- dürfen wir uns mit der Endzeit beschäftigen? 
- Gefahr der Extreme 
- ungläubige Resignation 
- das Charakteristische der Endzeit 
- Zeichen der Endzeit 
- Besonderheit des Volkes Israel 
- Israel: das Wundervolk 
THESE I: VON DER ERWÄHLUNG ISRAELS 
- zweck der Erwählung 
- wichtige Zwischenfrage 
- was tut Israel 
- Einwand 
THESE II: VON DER BEWAHRUNG IN DER ZERSTREUUNG 
- Zerstörung Jerusalems 
- trotz Zerstreuung kein Untergang 
- warum ist das so 
- Leidensweg Israels 
- und die Juden 
- befreiendes Aufatmen 
- neue Verfolgungen 
- entscheidende Erkenntnis 
THESE III: VON DER HEIMKEHR 
- Verheißung der Heimkehr 
- nur alttestamentliche Bedeutung? 
- was müssen wir denn erleben 
- der größte Tag in der Geschichte Israels 
- militärisches Wunder 
- Witterungs-Wunder 
- Sammlung 
- Wiederbebauung 
- Mut zur Wahrheit 
- Brückenschlag 
- religiöses Fragen in Israel 
- Bild vom Feigenbaum 
- wegweisende Erkenntnis
 
Der Begriff Endzeit
Wir müssen unterscheiden zwischen Endzeit im weiteren und Endzeit im engeren Sinne. Unter Endzeit im weiteren Sinne haben wir die gesamte Zeit von der Geburt und Himmelfahrt Christi bis zu seiner Wiederkunft zu verstehen. Es ist die Zeit der Gnade, in der Christus sein Heil anbietet. Dieser Endzeit im weiteren Sinn begegnen wir z. B. in der Pfingstpredigt des Apostels Petrus, wo er u. a. sagt: „Liebe Männer ... das sei euch kundgetan ... diese sind nicht trunken, ... sondern das ist's, was durch den Propheten Joel zuvor gesagt ist: Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, ich will ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch"' (Apg. 2, 14-I7).
Endzeit im engeren Sinne meint hingegen die letzte Zeit, die der Wiederkunft Christi voraufgeht und unter bestimmten Zeichen steht, die uns das Wort Gottes prophezeit. Die Bibel nennt sie Zeichen der Zeit. An ihnen sollen wir den Stundenschlag an der Weltenuhr Gottes erkennen. Imfolgenden meinen wir ausschließlich diese Endzeit im engeren Sinn.
 
Dürfen wir uns mit der Endzeit beschäftigen ?
Ein ängstlich, aber auch ernsthaft Besorgter mag nun bangend fragen: Aber dürfen wir uns denn mit solchen Fragen nach der Endzeit einlassen? Ist dieses Gebiet nicht reichlich spekulativ? Hat es nicht gerade auf ihm absurde Verirrungen gegeben? Antwort: Jawohl! Aber der Mißbrauch hebt den rechten Gebrauch nicht auf. Das gilt für alle Gebiete und Dinge, auch für den anstehenden Fragenkreis.
Feststeht: Wirdürfen uns nicht nur, sondernwir sollen uns mit den Fragen der Endzeit beschäftigen. Denn unser Herr Jesus Christus erhebt gegen das Geschlecht seiner Zeit den Vorwurf: „Die Gestalt des Himmels könnt ihr prüfen und danach beurteilen, was für Wetter morgen sein wird. Könnt ihr nicht auch die Zeichen dieser Zeit beurteilen?" Ich bin fest davon überzeugt: wäre Christus heute unter uns, er würde unserem Geschlecht diesen Vorwurf erst recht machen. Dies um so mehr, als man festgestellt hat, daß in den 260 Kapiteln des Neuen Testaments nicht weniger als 319mal von der Wiederkunft Christi die Rede ist. 
Die Wichtigkeit der Endzeit und Wiederkunft Christi kann also - biblisch gesehen - von keinem bezweifelt werden. Die Urkirche war von der Erwartung auf ihren wiederkommenden Herrn förmlich durchglüht. Gerade diese feuerflüssige Er
wartung gab der lächerlich kleinen Anfängerschar den kühnen Mut der C7berlegenheit gegenüber dem herbstlichen Frösteln und der skeptischen Müdigkeit einer damals unter
gehenden Welt. Wenn Christen der Urkirche sich einander begegneten, grüßten sie mit den Worten „Maran ata" = der Herr kommt. Hingegen wenn wir uns begegnen, sagen wir: „Guten Tag, was macht's Geschäft?" Das offenbart einen Haltungsunterschied, der gar nicht ernst genug genommen werden kann.
 
Die Gefahr der Extreme
Es kommt darauf an, daß wir uns in bezug auf die Endzeit vor zwei Extremen hüten:
1. dem Extrem der Schwärmerei und
2. dem Extrem der Sicherheit.
Schwärmerei liegt dann vor, wenn jemand über die Wiederkunft Christi mit Zahlen hausieren geht, wie das bestimmte Sekten tun. Wir brauchen nur an die Sekte der sogenannten Zeugen Jehovas zu denken. Sie machten aus der Bibel ein Rechenbuch und konstruierten sich einen selbstgemachten Rechenschieber. Nun fingen sie an zu rechnen. Sie kamen auf das Jahr 1871, in dem Jesus wiederkommen werde. Die Wiederkunft blieb aus. Sie begannen von neuem, an ihrem Rechenschieber zu schieben und kamen auf das Jahr 1874. Als sich auch diese Rechnung als falsch erwies, setzten sie trotzdem die Spekulationen fort. Und siehe, als neue Erkenntnis ging ihnen das Jahr 1914 auf. In diesem Jahr sollte mit der Wiederkunft Christi das sogenannte „Millenium", das Tausendjährige Friedensreich, beginnen. Christus würde es unter sein Zepter nehmen. So verkündigten sie es vorher laut und vernehmlich. Aber statt daß die Friedensposaunen bliesen, begannen die Kanonen zu donnern, und die Schrekkensrufe des Ersten Weltkrieges gellten durch die Lande. Ihre spekulativen Berechnungen erwiesen sich als falsch. Sie mußten sich als falsch erweisen, denn Jesus Christus hat uns ausdrücklich gesagt: „Zeit und Stunde meiner Wiederkunft gebühret euch nicht zu wissen."
Aber die Katze läßt das Mausen nicht und die Zeugen Jehovas nicht das „Prophezeien ". 1921 prophezeite ihr damaliger Führer Rutherford, daß in vier Jahren, nämlich 1925, die „Auferstehung Abrahams, Isaaks und Jakobs und anderer Treuen des Alten Bundes stattfinden" wird. Ja, man hat für die Erzväter sogar in Kalifornien eigens ein Haus gebaut, in dem sie nach ihrer leiblichen Auferstehung wohnen und von wo aus sie die Welt regieren sollten. Das ist nichts als Schwärmerei, das ist Irrlehre. Aber davon sagen sie uns nichts, wenn sie uns ihre zwar ehrlich gemeinten Besuche aufzwingen. Diese Bücher, in denen dies schwarz auf weiß zu lesen war, haben sie geflissentlich eingestampft.
 
Wir aber haben ein gutes Gedächtnis
Schwärmerei liegt auch dann vor, wenn wir über der an sich richtigen Botschaft von der Wiederkunft Christi die anderen Zentralwahrheiten der Bibel vernachlässigen. Auch das tun die sogen. Zeugen Jehovas. Sie haben es z. B. immer mit dem Königreich Christi zu tun und wagen zu schreiben: „daß der Hauptzweck seines Kommens [damals in die Welt] nicht darin bestand, die Menschen zu erlösen und zu erretten." Das ist ebenfalls eine Irrlehre, und zwar eine ganz gefährliche. Denn Christus sagt: „Des Menschen Sohn ist gekommen zu suchen und selig zu machen, das verloren ist." An anderer Stelle im Neuen Testament lesen wir: „Das ist ein teuer wertes Wort, daß Christus Jesus kommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen."
Mußten wir uns um der gebotenen Nüchternheit und Wahrheit willen von der Sekte der Zeugen Jehovas auch klar distanzieren, so erscheint mir trotzdem das andere Extrem gefährlicher zu sein: die Sicherheit.
Beim Extrem der Schwärmerei beschäftigt man sich noch wenigstens mit den endzeitlichen Fragen. Wer würde es aber nicht als das kleinere Übel werten, wenn man über dieser Beschäftigung zu einem falschen Resultat kommt, statt vor lauter Gleichgültigkeit oder Blasiertheit diesen Fragenkreis überhaupt gar nicht erst in Blick zu bekommen.
Der große schwäbische Gottesmann Bengel kam bei seinem innigen Umgang mit dem prophetischen Wort auch zu einer Jahreszahl der Wiederkunft Christi. Schon in den ersten Jahrhunderten der Christenheit hat es Männer und Frauen gegeben, die in ihrer freudigen, aber leider schwärmerischen
Erwartung ihre Wohnungen verlassen haben, auf einen Berg gingen, um dort der errechneten Wiederkunft Christi singend und betend entgegenzuharren.
Das ist Schwärmerei. Trotzdem: Sicherheit ist das größere übel.
Sicherheit liegt dann vor, wenn wir uns so nett bequem in dieser Welt einrichten und praktisch gar nicht damit rechnen, daß dieser Äon einmal zu Ende gehen könnte. Entgegen dieser trügerischen Selbstillusion sage es einer dem anderen: es ist beileibe nicht die Zeit, sich in den Plüschsesseln dieser Welt satt und behäbig herumzurekeln. Das Haus unserer Welt steht in hellen Flammen. Nur wir Toren merken es nicht.
Sicherheit liegt auch dann vor, wenn wir nur mehr oder weniger theoretisch sonntags im Glaubensbekenntnis sprechen: „. .. aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des Allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten." Wir sagen das zwar lippenmäßig, bleiben aber in unserer Lebenshaltung und -einstellung herzensmäßig und existentiell völlig unberührt. Darum wollen wir es uns sagern lassen: diese Welt treibt ihrem Ende zu - und es will scheinen, mit Riesenschritten.
 
Die ungläubige Resignation
Außer den beiden Extremen der Schwärmerei und Sicherheit gibt es noch die Haltung der Resignation. Hier ist man des Wartens auf die Wiederkehr Christi und der damit in Verbindung stehenden Endzeit müde geworden. Jesus Christus ist bis jetzt nicht wiedergekommen, also wird er auch künftig nicht wiederkommen. Übrig bleibt dann dies:
Der Weltablauf vollzieht sich nicht linear auf ein bestimmtes Ziel hin, sondern kreisrund als eine ewige Wiederkehr aller Dinge.
D. h. dann doch praktisch: Unsinn und Wahnsinn, brutales Unrecht und sinnloses Blutvergießen werden nie, nie ein Ende nehmen.
Auf diese Haltung der müden Resignation werden wir schon eigens im Neuen Testament aufmerksam gemacht: „Wisset ... daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die  . . sagen: Wo ist die Verheißung seiner (Christi) Zukunft? denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist" (2. Petr. 3, 3-4).
Diese Menschen der müden Resignation, die vielleicht gern an die Wiederkunft Christi glauben möchten, aber nicht können, gibt es in unseren Tagen nicht wenige. Selbst in den Reihen bewusster Kirchenleute treffen wir sie an. Sie argumentieren genauso, wie es uns der Petrusbrief beschreibt: Die Urgemeinde war von einer baldigsten Wiederkunft Christi überzeugt. Diese Früherwartung ist durch die sogenannte „ausgebliebene Parusie" (Wiederkunft) ad absurdum geführt worden. D. h. sie hat sich selbst widerlegt. Nun schließen sie, wie bereits erwähnt: ist Jesus damals nicht wiedergekommen, wie viel weniger wird er nach fast 2000 Jahren wiederkommen.
 
Wir dürfen diesen Enttäuschten nicht gram sein, sondern müssen ihnen zu rechtem biblischen Zeitverständnis helfen. Wir haben doch alle im Religions- und Konfirmanden-Unterricht gelernt, dass vor Gott tausend Jahre wie ein Tag sind und ein Tag wie tausend Jahre. Warum vergessen wir denn dieses biblische Grundgesetz der Zeit? Der Apostel Petrus erinnert eigens seine Leser daran: „Eins aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, dass ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr verzieht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass sich jedermann zur Buße kehre.., und die Geduld unseres Herrn achtet für eure Seligkeit" (2. Petr. 3; 8, 9 u. 15). Wer neutestamentlich denkt, muss im Sinn des Zeitraffers einerseits und der Zeitlupe andererseits denken.
Darum ist es kein Widerspruch, wenn Petrus einerseits schreibt: „Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge" (1. Petr. 4, 7), und wir uns andererseits von jenen Jahren der Urgemeinde meilenweit entfernt haben. Gott atmet in Jahrhunderten.
Nun müssen wir noch eine andere Zwischenüberlegung anstellen, um uns recht systematisch in unser gestelltes Thema von der Endzeit einzuarbeiten.
 
Das Charakteristische der Endzeit
Die Menschen stehen in der Gefahr, jeweils ihre Zeit zu dramatisieren. So kommt es leicht zu überhitzten, fiebrigen Darstellungen und Bewertungen. Gerade als Christen müssen wir bemüht sein, den biblischen Ruf zur Nüchternheit stets in unseren Ohren zu haben. Das gibt uns aber kein Recht, nach der anderen Seite vom Pferde zu fallen. Dies geschieht dann, wenn wir statt zu dramatisieren nun bagatellisieren und die Geschehnisse unerlaubt einebnen. Gewiss gibt es in der Geschichte Wellenbewegung. Es gibt geistige und kulturelle Hoch-Zeiten, wie es auch Tiefen und Nullpunkte gibt. Die Tatsache der Wellenbewegung kann aber nichts daran ändern, dass die Endzeit durch ein anhaltendes Gefälle charakterisiert ist. Gerade wegen der biblischen Nüchternheit ist uns keine rosarote Ausdeutung der Zeit erlaubt. Idealistische Fortschritts-Schwärmereien stehen im Gegensatz zum biblischen Realismus und zur Endzeit-Betrachtung. In der Endzeit werden die Verhältnisse nicht besser, sondern schlechter werden. Gottes Wort sagt: „In den letzten Tagen werden gräuliche Zeiten kommen" (2. Tim. 3, 1). Juchhe-Optimismus ist darum Feigheit, weil er nicht den Mut hat, die Dinge so nüchtern zu sehen, wie sie in Wirklichkeit sind.
Ein weiteres Charakteristikum der Endzeit besteht im folgenden.
Im Verlauf der bisherigen Geschichte hatten die jeweiligen Ereignisse meist stark geographisch begrenzte Bedeutung. Wen kümmerte es in Korea während des Mittelalters, wenn z. B. die Stadt Dortmund gegen die Stadt Soest mit Lanzen zu Felde zog oder im 19. Jahrhundert Preußen gegen Sachsen oder Österreich Krieg führte?
Heute ist das völlig anders
Heute treten im fernen Korea die Nordbewohner gegen die Südbewohner an, und die gesamte Menschheit wird in Angst und Schrecken versetzt. Im Innern Afrikas, um das man sich in vergangenen Jahrzehnten außer aus wirtschaftlichen Bereicherungsgründen so gut wie überhaupt nicht kümmerte, möchte eine Provinz oder ein Stamm sich von den Nachbarn lösen, um selbständig zu werden - und im gleichen Augenblick riecht weltweit die Luft nach Pulver und eine UNO-Versammlung jagt die andere.

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